Der Konferenzraum des Elisabeth-Krankenhauses platze am Freitag, den 25. April 2008, aus allen Nähten. Fast 50 Interessierte waren zum zweiten Workshop „Vorlesen und Erzählen für Kinder im Krankenhaus“ gekommen. Im Rahmen des Projekts „Schnullerpaten“ – initiiert von der Stiftung Lesen und der Firma NUK – werden derzeit bundesweit zehn solcher Fortbildungsworkshops angeboten. In Nordrhein-Westfalen finden diese im Essener Elisabeth-Krankenhaus statt.
Sabine Schmidt-Rosner leitete den Workshop. Die Studienrätin hatte bereits 2003 nach einigen Klinikaufenthalten ihrer Kinder begonnen, auch anderen kranken Kindern vorzulesen. Immer dienstags vor dem Abendessen wird seitdem auf der Kinderstation des Elisabeth-Krankenhauses der Erzähl- und Vorlesekoffer ausgepackt. Bei der ehrenamtlichen Aufgabe wechselt sich Schmidt-Rosner mittlerweile mit vier weiteren Frauen ab. Im Workshop gab die engagierte Studienrätin den angehenden Vorlesepaten viele praktische Tipps und sprach über die Besonderheiten, die in einem Klinikbetrieb zu beachten sind. Nach der gemeinsamen Einführungsrunde ins Thema wurde das Erzählen dann in Kleingruppen geübt. Mit Requisiten aus der Erzählkiste machten sich die Teilnehmer daran, sich gegenseitig mit spannenden Geschichten zu begeistern. „Interessant vorzulesen und zu erzählen ist wie Zaubern“, weiß Schmidt-Rosner, „ein paar Tricks sollte man auf Lager haben, der Rest ist Übung!“
Im Rahmen des Workshops besichtigten die zukünftigen Vorlesepaten auch die Kinderstation des Elisabeth-Krankenhauses und lernten dort den Direktor der Klinik für Neonatologie, Kinder- und Jugendmedizin, PD Dr. Rudolf Mallmann kennen. Der Kinderarzt engagiert sich seit Langem sehr für das Projekt und war begeistert über die große Zahl der Workshopteilnehmer. „Wir wissen zwar nicht, ob Kinder, denen vorgelesen wird, schneller gesund werden. Es heitert sie aber auf jeden Fall für eine gewisse Zeit auf und lenkt sie von ihrer Erkrankung ab“, so Dr. Mallmann. „Darüber hinaus schätzen wir es auch sehr, dass den kranken Kindern in unserem Haus ein solches kulturelles Angebot gemacht werden kann.“