Jedoch: Nachholbedarf u. a. bei der Lesesozialisation
Die Viertklässler haben in der am 28.11.2007 veröffentlichten zweiten, international vergleichenden IGLU-Studie bei der Lesekompetenz besser abgeschnitten als in der Vorgängerstudie von 2001. Die Studie zeigt aber auch die starke Abhängigkeit von Leseleistung und sozialer Schicht: Arbeiterkinder sind in den Schulen deutlich benachteiligt. Zudem besteht weiterhin Nachholbedarf bei der Lesesozialisation in den Familien.
Deutschland liegt mit 548 Punkten an elfter Stelle auf der Gesamtskala „Lesen“. Nur die Grundschüler in der Russischen Föderation, Hongkong, Kanada, Singapur und Luxemburg erzielen signifikant bessere Leseleistungen. Dabei ist der Spitzenplatz von Russland mit Vorsicht zu betrachten, weil dort relativ viele Kinder von der Studie ausgeschlossen wurden. Bildungsministerin Annette Schavan sagte bei der Vorstellung der Studie: „Deutsche Grundschulen spielen in der internationalen Spitzenliga“.
Während in den PISA-Studien bei den 15-Jährigen das Gefälle zwischen guten und schlechten Lesern relativ groß war, liegen die Werte der Viertklässler bei IGLU 2006 dichter beieinander. Es gibt mit rund 13 % - gegenüber 17 % fünf Jahre zuvor – weniger schwache Leser und mit 52 % - gegenüber 47 % im Jahr 2001 – mehr gute und sehr gute Leser. Migranten und Arbeiterkinder schneiden insgesamt schlechter ab, weil sie daheim weniger gefördert werden. Dieses Ergebnis deckt sich mit dem der beiden aktuellen Studien der Deutschen Bahn, der ZEIT und der Stiftung Lesen zum Vorlesen in Familien mit deutscher bzw. türkischer Herkunftssprache.