Vorlesestudie PK 2011

Vorlesestudie von Stiftung Lesen, DIE ZEIT und Deutsche Bahn Stiftung

Zum Bundesweiten Vorlesetag führt die Stiftung Lesen gemeinsam mit DIE ZEIT und Deutsche Bahn Stiftung eine Studie mit wechselnden Themen zum Vorleseverhalten in Deutschland durch.

Sie finden hier Informationen zu sämtlichen Studien der letzten Jahre.

14.10.2016

Vorlesestudie 2016 - Was wünschen sich Kinder?

Studie zeigt: 9 von 10 Kindern lieben das Vorlesen / Besonders Kinder, denen wenig vorgelesen wird, wünschen es sich öfter / Ein Drittel der Eltern liest zu selten vor

Das Ergebnis ist eindeutig: 91 Prozent der Kinder in Deutschland gefällt es gut, wenn ihnen vorgelesen wird. Auch bei Kindern aus Haushalten mit mittlerer und niedriger Bildung liegt dieser Wert bei 90 bzw. 86 Prozent (hohe Bildung: 94 Prozent). Kaum eine Abweichung gibt es bei Kindern, in deren Haushalt eine andere Sprache als Deutsch gesprochen wird (92 Prozent).

Fast jedes dritte Kind, dem vorgelesen wird, wünscht sich, dass dies öfter geschieht (30 Prozent). Bei Kindern, denen selten oder nie vorgelesen wird, ist es jedes zweite (49 Prozent).

Darüber hinaus zeigt sich, dass Kinder ganz konkrete Vorstellungen haben, welche Geschichten ihnen besonders gut gefallen. So mögen vor allem jüngere Kinder lustige Geschichten. Für Ältere sind eine spannende Handlung und interessante Charakter wichtige Kriterien.

Die Präsentation der Studienergebnisse und eine Liste mit lustigen und spannenden Buchtiteln können im nebenstehenden Downloadbereich heruntergeladen werden.

09.11.2015

Vorlesestudie 2015: Vorlesen stärkt gesellschaftlichen Zusammenhalt

Die Studie zeigt: Regelmäßiges Vorlesen prägt das soziale Empfinden und Verhalten von Kindern positiv

Vorlesestudie 2015 ©Stiftung Lesen / Oliver Rüther

Regelmäßiges Vorlesen unterstützt die individuelle Entwicklung von Kindern, von schulischen Leistungen bis hin zu familiären Bindungen. Die Vorlesestudie 2015 weist nun erstmals auch die längerfristige soziale Bedeutung des Vorlesens nach. Wurde Kindern regelmäßig vorgelesen, sind diese häufiger darum bemüht, andere in die Gemeinschaft zu integrieren. Auch ist der allgemeine Gerechtigkeitssinn dieser Kinder besonders ausgeprägt, selbst jenseits ihres unmittelbaren Umfelds.


Die Ergebnisse präsentierten die Initiatoren der Vorlesestudie heute in Berlin: für die Stiftung Lesen deren Hauptgeschäftsführer Dr. Jörg F. Maas sowie die Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen, Dr. Simone C. Ehmig, für die ZEIT Verlagsgruppe deren Geschäftsführer Dr. Rainer Esser und Antje Neubauer, Vorsitzende des Fachkuratoriums Bildung der Deutsche Bahn Stiftung gGmbH und Leiterin PR & Interne Kommunikation DB-Konzern.

Die Studienleiterin Dr. Ehmig wies darauf hin, dass die Bedeutung des Vorlesens unabhängig vom Bildungshintergrund der Familien nachweisbar ist. „Tägliches Vorlesen unterstützt Kinder auch dann in ihrer Entwicklung, wenn die Eltern kein Abitur und keinen Hochschulabschluss haben. Jeder Vater und jede Mutter sollte diese Möglichkeit nutzen, um das eigene Kind zu fördern.“

Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wurde, werden häufiger als fröhlich und selbstbewusst beschrieben als Kinder, denen nur selten oder nie vorgelesen wurde (93 bzw. 75 Prozent vs. 59 bzw. 44 Prozent). Diese Zahlen nahm Neubauer zum Anlass, um die individuelle Bedeutung des Vorlesens hervorzuheben: „Diese Kinder sind zupackend und aktiv. Sie haben die Chance, sich zu starken Persönlichkeiten zu entwickeln. Sie sind eher bereit, in ihrem späteren Berufsleben Verantwortung zu übernehmen und kreativ Dinge voranzubringen.“

Vorlesen stärkt aber nicht nur die Kinder selbst, sondern auch die sozialen Beziehungen, in denen sie leben. Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wurde, sind häufiger darum bemüht, andere zu integrieren, als Kinder, denen nur selten oder nie vorgelesen wurde (40 vs. 17 Prozent). „Diese Kinder sind empathischer und handeln auch entsprechend. Dafür bekommen sie Anerkennung und Wertschätzung von anderen zurück. Solidarisches Handeln ist also keine Einbahnstraße, sondern für alle Seiten ein Gewinn“, so Dr. Esser in seiner Einordnung der Ergebnisse.

85 Prozent der Kinder, denen täglich vorgelesen wurde, besitzen nach Aussage ihrer Mütter einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, im Unterschied zu 40 Prozent der übrigen Kinder. Was das für die Gesellschaft insgesamt bedeutet, betonte abschließend Dr. Maas: „Ein Kind mit Gerechtigkeitssinn, das über sein direktes Umfeld hinaus Interesse und Solidarität zeigt, wird sich auch später engagieren – sei es im Ehrenamt oder als Entscheider in einer beruflichen Position.“

Die Vorlesestudie ist ein gemeinsames Projekt der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Deutsche Bahn Stiftung gGmbH und wird seit 2007 jährlich durchgeführt. 2015 hat das Feldinstitut Iconkids & Youth vom 30. Juni bis 31. Juli 524 Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren und ihre Mütter persönlich befragt.

Die Präsentation der Studienergebnisse kann im nebenstehenden Downloadbereich heruntergeladen werden.

28.10.2014

Vorlesen macht Familien stark

Vorlesestudie 2014 zeigt: Vorlesen regt Gespräche an und fördert familiäre Bindungen

VorlesenderVater ©Olga Lyubkina

Die Vorlesestudien der vergangenen Jahre zeigen einen deutlichen Handlungsbedarf auf. Jedem dritten Kind in Deutschland wird zuhause nicht vorgelesen, damit fehlt ein zentraler und wichtiger Impuls für positive Entwicklungen, die im Zusammenhang mit dem Vorlesen nachweisbar sind.  Eltern müssen möglichst frühzeitig Impulse für das Vorlesen erhalten, um ein Bewusstsein zu schaffen, dass Väter ebenso wie Mütter vorlesen müssen.


Für die Sensibilisierung, Motivation und Aktivierung von Eltern, die ihren Kindern noch nicht oder selten vorlesen, dürften nach den vorliegenden Ergebnissen vor allem solche Programme und Maßnahmen greifen, die Mütter und Väter bei ihrem intuitiven und emotionalen Umgang mit den Kindern packen und das Vorlesen entsprechend erfahrbar machen. Die Vorlesestudie des Jahres 2014 hat solche Aspekte in den Mittelpunkt gestellt. Sie prüft, welche soziale und kommunikative Funktion das Vorlesen innerhalb der Familie hat, ob und in welcher Weise es Anlass zu Gesprächen gibt, Kindern (und Eltern) Anknüpfungspunkte bietet, aktuelle Themen, alltägliche wie auch grundlegende Fragen, Probleme und Konflikte anzusprechen und zu verarbeiten.


Die Vorlesestudie 2014 zeigt deutlich den stärkenden Charakter des Vorlesens in Familien. Vor dem Hintergrund sich ändernder Familienstrukturen hat das Vorlesen eine große Bedeutung für die familiäre Kommunikation: Zwei Drittel (67 Prozent) der befragten Eltern von Kindern zwischen zwei und acht Jahren gaben an, dass das Vorlesen über die Geschichten hinaus weitere Gespräche anstößt. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Gespräche über alltägliche Themen, die das Kind beschäftigen (32 Prozent). Aber auch einschneidende Ereignisse werden mit Hilfe von Geschichten thematisiert, etwa Familienzuwachs, Umzug, Einschulung oder auch Trennung und Verlust.

Viele Eltern sind sich des Mehrwerts, den das Vorlesen für die familiäre Kommunikation bietet, bewusst. 41 Prozent sagen, dass sie Bücher und Geschichten gezielt einsetzen, um ihren Kindern beim Verarbeiten schwieriger Situationen zu helfen. Vom Vorlesen profitieren dabei sowohl die Eltern als auch die Kinder: Rund drei Viertel der Eltern (76 Prozent) genießen nach eigener Aussage die gemeinsame Zeit beim Vorlesen genauso wie ihre Kinder. Und auch die Kinder genießen das Vorlesen, fordern doch 70% das Vorlesen von ihren Eltern aktiv ein.

Dennoch ist das Vorlesen in vielen Familien noch kein fester Bestandteil des Alltags: 31 Prozent der Eltern lesen ihren Kindern selten oder gar nicht vor. Sie verzichten damit auf einen zentralen Impuls, der die Familien über die Bindung zwischen Eltern und Kinder stärkt.

Die Ergebnisse der Vorlesestudie 2014 finden Sie im nebenstehenden Downloadbereich. 

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