Bücher haben nach wie vor einen hohen Stellenwert
Die JIM-Studie (Jugend, Information, (Multi-) Media), herausgegeben vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest in Zusammenarbeit mit der Stiftung Lesen, informiert seit 1998 jährlich über aktuelle Entwicklungen des Medienumgangs junger Menschen in Deutschland. Grundlage der Studie bildet eine repräsentative telefonische Befragung von 1.200 Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren.
Die Zentralen Ergebnisse 2008
1. Medienausstattung
12- bis 19-Jährige können heute auf ein enormes Medienangebot zugreifen. Nahezu alle Jugendliche in Deutschland besitzen ein eigenes Handy und 86% einen MP3-Player. Erstmals haben mehr Jugendliche (71%) einen eigenen Computer auf dem Zimmer als ein eigenes Fernsehgerät (61%). Jeder Zweite verfügt über einen eigenen Internetzugang.
Die Medienausstattung der Jugendlichen ist nicht nur vielfältig, sondern wird auch vielfältig genutzt. Das Handy als multifunktionale Plattform hat sich neben dem MP3-Player als festes Abspielgerät für Musik etabliert. Aber auch der Anteil der Geräte mit Kamera, Radio und Bluetooth-Funktion ist innerhalb der letzten drei Jahre enorm gewachsen.
2. Medienbeschäftigung
Die meiste Zeit verwenden Jugendliche in Deutschland bei ihren medialen Beschäftigungen auf das Fernsehen sowie auf den Computer. Jeweils 89% nutzen diese Medien mind. mehrmals pro Woche. Bei der Computernutzung spielt sowohl für Jungs als auch für Mädchen das Internet die entscheidende Rolle. 84% gehen mehrmals pro Woche ins Internet, 62% davon sogar täglich. Computerspiele sind hingegen nur für zwei von fünf Jugendlichen eine regelmäßige Beschäftigung.
Die Hälfte der Zeit, die Jugendliche im Internet verbringen, wird für Kommunikation über Instant Messaging, Online-Communities, E-Mail und Chat verwendet. Das „aktive“ Nutzen des Internets – im Sinne der Erstellung von eigenen Inhalten wie Texte und Bilder (Web 2.0) – steht deutlich im Vordergrund: fast zwei von drei Jugendlichen generieren täglich oder mehrmals pro Woche eigene Inhalte im World Wide Web. Dabei muss eine teils sorglose Preisgabe der eigenen Privatsphäre beobachtet werden: Über die Hälfte der Internetnutzer hat eigene Fotos oder Filme im Netz hinterlegt und mehr als ein Drittel hat seine Instant Messenger-Nummer im Internet angegeben.
3. Bücher lesen, Stellenwert Buch
Auch im Multimedia-Zeitalter werden klassische Medienangebote wie Tageszeitung und Bücher weiterhin geschätzt und genutzt. 40% der Jugendlichen können zu den regelmäßigen Buchlesern gezählt werden. Sie lesen mehrmals pro Woche oder täglich Bücher. Aber mit 18% hat fast jeder fünfte Jugendliche in Deutschland keinerlei Bezug zum Buch – abgesehen vom Schulbuch. Mit zunehmendem Alter (14-17 Jahre) lässt das Leseinteresse nach. Mit der Volljährigkeit nimmt es dann wieder etwas zu.
Besonders auffällig ist der Bildungsfaktor: Bei den Hauptschülern zeigt jeder Dritte kein Interesse an Büchern, bei Gymnasiasten ist dies nur jeder Zehnte.
Was lesen Jugendliche? Zu den Top-Titeln 2008 zählen Jugendbücher wie die Tintentrilogie von Cornelia Funke, die Wolke von Gudrun Pausewang aber auch Klassiker wie Das Parfüm von Patrick Süßkind oder Die Welle von Morton Rhue. Auch greifen Jugendliche zu aktuellen Bestsellern wie Feuchtgebiete von Charlotte Roche oder Bin dann mal weg von Hape Kerkling.
4. Medienbindung
Auf welches Medium könnten Jugendliche in Deutschland am wenigsten verzichten?
30% nennen das Internet, für 22% ist der Computer unverzichtbar. Es besteht demnach eine ausgeprägte Bindung an den Computer. Auf Bücher könnten 10% der Mädchen im Alter von 12 bis 19 Jahren nicht verzichten, bei den Jungs sind es nur 5%. Hinsichtlich der Schulformen zeigen sich im Vergleich zur tatsächlichen Nutzung für die Bindung an Bücher keine Unterschiede.
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