Jugend , Information, (Multi)-Media - Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger
Die JIM-Studie (Jugend, Information, (Multi-) Media), herausgegeben vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest in Zusammenarbeit mit der Stiftung Lesen, informiert seit 1998 jährlich über aktuelle Entwicklungen des Medienumgangs junger Menschen in Deutschland. Grundlage der Studie bildet eine repräsentative telefonische Befragung von 1.200 Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren.
Die zentralen Ergebnisse 2009
1. Medienausstattung
Die Ausstattung Jugendlicher im Alter von 12 bis 19 Jahren mit Mediengeräten ist sehr groß und vielfältig. Nicht nur besteht eine Vollversorgung der betreffenden Haushalte bei Handy, Computer, Internetzugang. Mehr als die Hälfte aller Haushalte besitzen außerdem einen DVD-Rekorder, einen TV-Flachbildschirm, Spielekonsolen, Videorekorder, Digitalkameras und MP3-Player. Am deutlichsten nahm der Bestand von TV-Flachbildschirmen (+17 Prozentpunkte), DVD-Rekordern (+12 Prozentpunkte) und tragbaren Spielekonsolen (+9 Prozentpunkte) im Vergleich zum Vorjahr zu. Vergleicht man den Medienbestand in den Haushalten nach deren Bildungsgrad, so zeigt sich, dass Haushalte mit höherer Bildung häufiger Zeitschriften und Tageszeitschriften abonnieren und seltener Pay-TV und feste Spielekonsolen besitzen. Auffällig ist, dass im Geschlechtervergleich Jungen deutlich häufiger eine eigene Spielekonsole und eigene Fernseher besitzen als Mädchen, wohingegen diese besser mit Handys, MP3-Player, DVD-Playern und vor allem Digitalkameras ausgestattet sind.
2. Medienbeschäftigung
Einen großen Raum in der Mediennutzung von Jugendlichen nehmen Fernseher und das Internet ein. 90% geben an, mindestens mehrmals pro Woche den Fernseher anzumachen oder online zu gehen. Die Jugendlichen schätzen, dass sie im Durchschnitt 134 Minuten täglich im Web surfen. Die Online-Communities können einen deutlichen Zuwachs am Anteil der Internetnutzung bei Jugendlichen verzeichnen, da drei Viertel der Internetnutzer mindestens mehrmals pro Woche Seiten wie SchülerVZ besuchen. Dabei ist immer noch festzustellen, dass der Umgang mit persönlichen Daten immer noch sehr leichtsinnig ist. Nur einmal die Hälfte der Nutzer macht in diesen Communities von der Privacy-Option Gebrauch, die eingestellte Informationen nur einem selbst definierten Nutzerkreis zugänglich macht. Zudem ist bedenklich, dass ein Viertel der Jugendlichen schon mit Cyber-Mobbing im Freundeskreis in Berührung kam. Darunter sind deutlich mehr Mädchen als Jungs und bereits in der Altersgruppe der 12- bis 13-Jährigen ist es jeder Fünfte.
Zwar spielt die Internetnutzung sowohl für Jungs, als auch für Mädchen eine große Rolle. Jungs benutzen den Computer allerdings zusätzlich wesentlich häufiger für Offline-Spiele und andere Tätigkeiten außerhalb des Internets, wohingegen Mädchen häufiger das Handy, ihren MP3-Player oder das Radio benutzen. Fast jeder Fünfte gibt an täglich das Handy zu benutzen. Dabei sind die hauptsächlich genutzten Funktionen die Telefonie und SMS. Außerdem werden häufig die Zusatzfunktionen des Musikhörens und der Digitalkamera an den Mobiltelefonen genutzt.
Die Nutzung von Medien spielt für Jugendliche eine wichtige Rolle. 88 Prozent geben in einer Zusatzbefragung zur Studie an, dass Musikhören für sie wichtig oder sehr wichtig sei. Einen ähnlich hohen Stellenwert hat die Nutzung des Internets, über die 87 Prozent der Jugendliche diese Aussage treffen. Im Geschlechtervergleich zeigen sich deutliche Unterschiede bei Jungen und Mädchen. Bücherlesen ist in der Wichtigkeitsrangfolge nur knapp hinter dem Fernsehen auf Platz 5. Musikhören, Internet- und Handynutzung liegen auf den ersten drei Plätzen, wohingegen das Spielen von Computerspielen bei Mädchen abgeschlagen den letzten Platz einnimmt. Im Vergleich dazu belegen bei männlichen Jugendlichen Computerspiele den vierten Platz und das Lesen von Büchern stellt das Schlusslicht dar. Für sie ist auch Fernsehen wichtiger als Musikhören.
3. Bücher lesen, Stellenwert Buch
Für mehr als die Hälfte aller Jugendlichen (53%) ist das Lesen von Büchern immer noch sehr wichtig. 41% der Jugendlichen geben an, mindestens mehrmals pro Woche Bücher zu lesen. Damit rangiert das Buch knapp hinter der Tageszeitung und noch vor Computer- und Konsolenspielen und DVD/Videos auf dem achten Platz bei der Medienbeschäftigung. Vergleicht man diese Aussagen nach Bildungsniveau der Jugendlichen zeigt sich, dass sich die Gymnasiasten (52%) deutlich häufiger mit Büchern beschäftigen als Realschüler (34%) und dass sich nur jeder fünfte Hauptschüler mindestens mehrmals pro Woche ein Buch zur Hand nimmt. Ähnliche Beobachtungen lassen sich auch am Nichtleseranteil der Befragten machen. In allen Aspekten, die zum Thema Bücher lesen in der JIM-Studie abgefragt wurden, wird offensichtlich, dass Bücher weiterhin für Mädchen ein bevorzugtes Medium sind. Außerdem zeigt sich, dass es im Altersverlauf kaum Unterschiede bezogen auf das Leseverhalten gibt: Wer mit 12 schon liest, wird dies auch noch mit 19 Jahren regelmäßig tun, wem als Kind der Bezug zum Lesen fehlt, der greift auch als junger Erwachsener nicht zum Buch.
Mehr zur Studie finden Sie hier.