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JIM-Studie 2010

Jugend , Information, (Multi)-Media - Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger

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Die zentralen Ergebnisse 2010
 

1. Medienausstattung
 
In allen Haushalten der befragten Jugendlichen befinden sich Handys, Computer oder Laptop und Fernseher, alles meist in mindestens doppelter Ausführung. Nahezu jeder Jugendlicher hat ein eigenes Handy, die meisten zudem noch einen eigenen MP3-Player und einen Com-puter. 98 Prozent der Befragten verfügen über einen Internetzugang, 14 Prozent benutzen bereits ein Smartphone. Bei Mädchen sind vor allem auch Digitalkameras beliebt, bei den männlichen Jugendlichen finden hingegen eher Spielekonsolen, TV-Flachbildschirme und Smartphones Interesse. Auch die jüngeren Studienteilnehmer von 12 bis 13 Jahren sind bereits sehr gut mit Mediengeräten ausgestattet. 48 Prozent haben einen eigenen Fernseher. Sie besitzen tendenziell häufiger Spielekonsolen als die älteren Jugendlichen: Mit steigendem Alter nimmt das Interesse an der spielerischen Benutzung der Mediengeräte ab. Bei Heranwachsenden mit formal niedrigerer Bildung ist die Verfügbarkeit von Unterhaltungs-medien (Fernseher, Spielekonsolen, DVD-Player etc.) stark ausgeprägt, Jugendliche mit einem höheren Bildungshintergrund nutzen Computer, Internet und Digitalkameras intensiver. In diesen Haushalten sind auch häufiger Zeitungs- und Zeitschriftenabonnements zu finden.

2. Medienbeschäftigung
 
Der Gebrauch von Handys, Internet und MP3-Playern hat mittlerweile einen festen Platz im Alltag der Jugendlichen. Gerade die mobilen Mediengeräte werden gerne unterwegs oder in Pausen, zum Bespiel in der Schule, benutzt, wodurch sich ein regelmäßiger und routinierter Umgang mit diesen Medien einstellt. 91 Prozent der Jugendlichen bewerten das Musikhören als wichtigste Medienbeschäftigung. Gleich danach folgt die Benutzung des Internets, das zunehmend auch über das Handy verfügbar ist (plus neun Prozentpunkte bei der Internet-nutzung über das Handy). Die Nutzungsfrequenz von Online-Angeboten zeigt nach Jahren des Anstiegs nun eine Sättigung: 91 Prozent der Jugendlichen gehen mehrmals pro Woche online, meist zum Zweck der Kommunikation (vor allem schülerVZ, Facebook, Instant-Messenger). Im Vergleich zu den Ergebnissen aus der Studie von 2009 ist die Vorsicht bei der
Preisgabe persönlicher Daten gewachsen. Das Phänomen Cybermobbing ist allerdings trotz-dem sehr präsent: 15 Prozent der Internetnutzer haben hiermit schon schlechte Erfahrungen gemacht.
Fernsehen und Radio sind gleichermaßen und unverändert in das Leben der Befragten inte-griert und werden in aller Regel zu bestimmten Tageszeiten genutzt (Radio zum Aufstehen: 40 Prozent, Fernsehen zum Abendessen: 28 Prozent). Das Online-Angebot von Fernsehfor-maten wird etwas häufiger wahrgenommen als noch vor zwei Jahren (plus 7 Prozentpunkte), das stationäre TV-Gerät wird aber immer noch dem Computer vorgezogen. Gut ein Fünftel der Heranwachsenden greift täglich zum Buch, die Mädchen allerdings häufiger als die Jun-gen. Der Anteil der täglich Computer spielenden Jugendlichen ist gerade mal halb so hoch. Dies spiegelt sich in den subjektiven Bewertungen der Medien: 62 Prozent der Mädchen hal-ten das Lesen von Büchern für wichtig, aber nur 39 % der Jungen, für die der PC- und Videospiele dafür einen höheren Rang einnehmen.

3. Bücher lesen, Stellenwert Buch
 
Trotz der stetig und rasant wachsenden Bedeutung des Internets im Alltag der Jugendlichen, hat das Bücherlesen statistisch nichts von seiner Bedeutung eingebüßt. Das Lesen von Perio-dika wie Tageszeitungen und Zeitschriften hat sich mehr auf das Internet verlagert (15 Pro-zent lesen Online-Ausgaben von Zeitungen), das Interesse an diesen Medien ist gleich geblieben. Gravierende Unterschiede des Nutzungsverhaltens in Bezug auf Lesemedien zeigt sich zum einen in den Differenzen zwischen den Geschlechtern, zum anderen ist die Kluft zwischen Jugendlichen mit unterschiedlich hohen Bildungsniveaus noch größer geworden.
Mädchen greifen tendenziell wesentlich häufiger zum Buch als Jungen, jedoch finden sich unter ihnen auch deutlich weniger Leseverweigerer (Mädchen: 11 Prozent, Jungen: 23 Prozent). Unter Gymnasiasten haben nur 10 Prozent gar kein Interesse an Büchern, knapp die Hälfte liest regelmäßig. Zum Vergleich: Über ein Drittel der Hauptschüler liest gar nicht.