Je früher man kleine Kinder ans Vorlesen und Erzählen heranführt und Eltern für das Thema Lese- bzw. Spracherziehung sensibilisiert, desto besser. Dafür stehen die "Lesestart"-Projekte.
Die Stiftung Lesen hat mit einem breiten Partner-Netzwerk im Mai 2008 die größte frühkindliche Sprach- und Leseförderungs-Initiative „Lesestart – die Lese-Initiative für Deutschland“ gestartet. Diese wird ab 2011 gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen von "Lesestart - Drei Meilensteine für das Lesen" auf breitere Füße gestellt.
Die Idee: Kleinkinder und ihre Eltern erhalten im Rahmen der kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchung U6 ein kostenloses, mehrteiliges Lesestart-Set, um schon früh das Lesen im Familienalltag zu verankern. Je früher Kinder die Gelegenheit haben, in faszinierende Bücherwelten einzutauchen, desto selbstverständlicher wird ihr Umgang damit werden.
Das trifft bereits auf die Allerjüngsten zu. Die können natürlich noch nicht lesen – sollen sie auch gar nicht, das lernen sie später in der Schule – aber sie nehmen Bücher mit all ihren Sinnen wahr: Sie fühlen, riechen, „schmecken“ und spielen mit Büchern – sie „begreifen“ sie im wahrsten Sinne des Wortes.
Warum ist das Projekt wichtig? Das sagt die Forschung:
Hintergrund der Initiative ist die Tatsache, dass 42% der Eltern von Kindern im besten Vorlesealter unter 10 Jahren nur unregelmäßig oder gar nicht vorlesen. Und nur 8% der Väter sind als Vorleser aktiv. Zu diesen traurigen Ergebnissen kamen die Studien "Vorlesen in Deutschland" und "Vorlesen im Kinderalltag", die die Deutsche Bahn AG in Kooperation mit der Stiftung Lesen und DER ZEIT in 2007 & 2008 in Auftrag gegeben hat. Darüber hinaus stehen 20% aller 15-jährigen Jugendlichen an der Schwelle zum so genannten sekundären Analphabetismus.
Alarmierende Zeichen, die nach konkreten Handlungsmaßnahmen verlangen. Das denken zumindest die Partner und Initiatoren von „Lesestart – Die Leseinitiative für Deutschland“, die sich zu einer Allianz zusammengeschlossen haben, um das frühkindliche Leseförderungsprojekt zu realisieren.
Warum ist dieser Ansatz erfolgreich? Das belegen internationale Studien: Seit rund 20 Jahren wird in Großbritannien das Projekt "Bookstart" durchgeführt - Vorbild für das deutsche Lesestart-Modell. Eine Evaluierung des britischen Projektes zeigt, dass dieser Ansatz erfolgreich ist:
57 Prozent der befragten Bookstart-Eltern berichten, dass das Geschenk sie angesport habe, ihrem Kind vorzulesen
30 Prozent von ihnen lesen regelmäßig ein Mal am Tag vor
Bibliotheken werden häufiger genutzt: Der Anteil der Befragten mit eigenem Bibliothekausweis bzw Bibliotheksausweis der Kinder steigt von 59 Prozent auf 68 Prozent.
Vorbild für die bundesweite Initiative ist in Deutschland das sächsische Modellprojekt "Lesestart - mit Büchern wachsen", das die Stiftung Lesen gemeinsam mit dem Sozialministerium des Freistaates Sachsen, dem Bundesfamilienministerium und dem Ravensburger Buchverlag durchführt.
Auch hier sind Erfolge messbar:
Zehn Prozent der Befragten, die zuvor nie vorgelesen haben, sind durch die Materialien zum Vorlesen angeregt worden.
30 Prozent integrieren das Vorlesen in ihren Familienalltag.
Weitere Informationen finden Sie hier. Ausführliche Informationen zur bisherigen bundesweiten Initiative finden Interessierte unter www.lesestart-deutschland.de, einer eigens für das Projekt eingerichteten Homepage.
Stiftung Lesen früher man kleine Kinder ans Vorlesen und Erzählen heranführt und Eltern für das Thema Lese- bzw. Spracherziehung sensibilisiert, desto besser.
Wirtschaftsunternehmen der Druck- und Papierbranchen, allen voran der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau), namhafte Verlage, sowie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. (bvkj.), der Bundeselternrat und der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband haben gemeinsam mit der Stiftung Lesen dieses bundesweit größte Leseförderungs-Netzwerk und die Initiative ins Leben gerufen.
Mit ihrem Engagement übernehmen alle gemeinsam die Verantwortung zur Schaffung einer zeitgemäßen Vorlesekultur und leisten auf diese Weise einen wichtigen Beitrag, um Kinder in ihrer geistig-kulturellen Entwicklung zu fördern und den Wirtschaftsstandort Deutschland langfristig zu stärken. Sie hoffen, mit der Kampagne bundesweit viele Familien für die Welt der Bücher zu begeistern und die Freude am Vorlesen zu wecken und lebendig zu halten.
Das bundesweit größte Sprach- und Leseförderungsprojekt für Kleinkinder, „Lesestart – Die Lese-Initiative für Deutschland“, das die Stiftung Lesen gemeinsam mit Partnern aus der Druck- und Papierbranche, mit Verlagen und Sozialinstitutionen umsetzt, wurde in Mainz von Thomas Köhler von der Deutschen Bank als „Ausgewählter Ort“ im Land der Ideen geehrt. Das Projekt ist damit einer der Preisträger des bundesweit ausgetragenen Innovationswettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“. Am 29. Mai 2008, dem offiziellen Kampagnen-Start, erfolgte im Düsseldorfer Schauspielhaus mit prominenten Lesestart-Botschaftern und Vertretern der Initiative die Hauptauszeichnung.
Foto: Der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel, Heinrich Kreibich, Geschäftsführer der Stiftung Lesen, Roger Starke vom VDMA, Thomas Köhler von der Deutschen Bank (Mainz) und das Lesestart-Känguru freuten sich über die Auszeichung der Stiftung Lesen und der Lesestart-Kampagne als "Ort der Ideen 2008"
Kurzinformationen
Mit „Lesestart – Die Lese-Initiative für Deutschland“ hat die Stiftung Lesen zusammen mit Unternehmen der Druck- und Papierbranche, Verlagen und Sozialverbänden neue Maßstäbe in der frühkindlichen Leseförderung gesetzt: