Anna lebt in einer Seifenblase. Und das weiß sie auch! In ihrer Welt gibt es liebevolle Eltern, ein schönes Haus, Musik und einen verwunschenen Garten. Die Welt von Abel und seiner kleinen Schwester Micha sieht anders aus. Ein schäbiger Wohnblock, eine verschwundene Mutter, ein mehr als zwielichtiger Stiefvater – und das Jugendamt, das nichts erfahren darf. Wenn es nicht die Märchenwelt gäbe, die Abel wie einen Kokon um seine Schwester webt, wäre die Realität längst nicht mehr zu ertragen. Nur langsam begreift Anna die unfassbaren Zusammenhänge und muss erfahren, dass auch Märchen und die ganz große Liebe nicht immer gut enden...
Hier wird den Figuren und dem Leser nichts erspart! Der Kunstgriff, die drastisch realistische Handlung im ständig weitererzählten Märchen zu spiegeln, verstärkt die Wirkung zusätzlich. Diese ganz und gar nicht weichgespülte Liebesgeschichte geht einem nahe - und nach! Sehr lesenswert, ab ca. 14 Jahren.
Manchmal sieht man echt kein Land! Ob man nun mit dem Tod der geliebten Mutter fertig werden, sich aus dem erdrückenden Schatten einer älteren Schwester befreien, mit einer entstellenden Narbe leben, das tödliche Schweigen in einer miefigen Kleinstadt brechen oder mit einer, im wahrsten Sinne dem...