Auftaktveranstaltung im hessischen Landtag
©Stiftung Lesen/Andrea Steinbrecher
Mit dem ungewöhnlichen Service-Angebot „Mein Papa liest vor!“ will die „hessenstiftung – familie hat zukunft“ gemeinsam mit der Stiftung Lesen und mit Unterstützung des hessischen Familienministeriums berufstätige Väter in Hessen vermehrt zum Vorlesen motivieren. Die Pilotinitiative, bei der Geschichten und ein Dossier mit Tipps und Hintergründen zum Vorlesen aus dem Firmenintranet am Arbeitsplatz herunter geladen werden können, wurde am 17. Mai 2010 der Öffentlichkeit präsentiert. Bereits 30 Unternehmen haben sich für den kostenlosen Vorleseservice angemeldet, wie z. B. die IHK Darmstadt, die Frankfurter Commerzbank oder B. Braun Melsungen.
„Jüngsten Studien zeigen, was Leseforschungs-Experten schon lange postulieren: Väter sind ausgewiesene ‚Vorlesemuffel’. Damit sich dies ändert und mehr Väter als lesende Vorbilder für ihre Kinder in Erscheinung treten, geben wir Hilfestellung und eröffnen über das Intranet des Arbeitgebers Zugang zu geeignetem, aktuellem Vorlesestoff. Das Projekt ist ein weiterer innovativer Baustein im Programm der Hessenstiftung, die einen Schwerpunkt ihrer Fördermaßnahmen auf den Bereich „Väter in Familie und Beruf“ gelegt hat“, erklärte Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin des hessischen Familienministeriums und Vorstandsvorsitzende der Hessenstiftung.
Mit „Mein Papa liest vor!“ bieten die Initiatoren eine praktische Leseförderungs-Maßnahme an, die auf die Ergebnisse der Vorlesestudien reagiert, um erkannte Defizite zu beheben.
Foto von links nach rechts:
Petra Müller-Klepper, Vorstandsvorsitzende der „hessenstiftung – familie hat zukunft“ und Staatssekretärin im hessischen Familienministerium;
Ulrich Kuther, Geschäftsführer der Hessenstiftung;
Sabine Uehlein, Programme und Projekte, Stiftung Lesen;
Janina Senger, von der Hartmann Druckfarben GmbH aus Niedernhausen
Hintergrundinformationen zu diesem ungewöhnlichen Pilotprojekt
©Stiftung Lesen
Mein Papa liest vor!
Ein Projekt der hessenstiftung – familie hat zukunft und der Stiftung Lesen
Der Hintergrund: Das Projekt „Mein Papa liest vor!“ wendet sich in erster Linie an männliche Arbeitnehmer in Hessen, genauer gesagt an berufstätige Väter von Kindern ab dem Säuglingsalter bis zu zwölf Jahren. Ziel ist es, den Vätern die Möglichkeit zu geben, als lesende Vorbilder für ihre Kinder stärker in Erscheinung zu treten und ihre Rolle als prägende (Lese-)Förderer ihrer Kinder wahr zu nehmen. Damit reagieren die Initiatoren auf das Ergebnis aktueller Vorlesestudien: Laut einer Untersuchung vom Winter 2008, die die Stiftung Lesen gemeinsam mit der Deutschen Bahn AG und der Wochenzeitschrift Die Zeit veröffentlichte, lesen nur 8 % der Väter ihren Kindern regelmäßig vor. Als Hauptgründe nennen Väter in der Studie von 2009, dass ihnen die Zeit dazu fehle (55%), dass es ausreichend sei, wenn ein Elternteil vorlese und das ist häufig die Mutter (ebenfalls 55%) und 38% der Väter sind überzeugt, dass ihre Ehefrauen besser vorlesen. Als Fazit kann gezogen werden, dass Männer im Allgemeinen und Väter im Besonderen die Rolle als Lese-Förderer von Kindern nicht ausreichend wahrnehmen.
Die Maßnahme: Wir bieten hessischen Unternehmen für ihre Angestellten einen kostenlosen Vorleseservice am Arbeitsplatz im Rahmen ihres bestehenden Intranets an. So ermöglichen die Betriebe ihren Angestellten, ihr Engagement innerhalb der Familie nachhaltig zu erhöhen und verbessern die Bildungschancen der Kinder ihrer Mitarbeiter.
Vorlese-Service für Väter am Arbeitsplatz – was beinhaltet das?
- einmalig ein umfassendes Vorlese-Dossier mit Hintergründen und Tipps zum Vorlesen als Download-Möglichkeit für das Firmen-Intranet für alle beteiligten Unternehmen
- wöchentlich neue Vorlese-Geschichten, ebenfalls als Download-Möglichkeit für das Intranet. Bei den Vorlese-Geschichten werden die unterschiedlichen Interessen von Jungen und Mädchen, sowie die verschiedenen Altersgruppen und kulturellen Hintergründe berücksichtigt.
Der Benefit: Väter haben die Möglichkeit, sich Dossier und Vorlesegeschichte am Arbeitsplatz auszudrucken und ihren Kindern abends oder am Wochenende die jeweils neue Geschichte vorzulesen. Auf diese Weise ist das Thema „Vorlesen“ für die Väter präsent und ihnen bleibt der Aufwand für die Beschaffung geeigneter Vorlese-Geschichten erspart!
Die Unternehmen haben mit „Mein Papa liest vor“ die einzigartige Möglichkeit, ihren männlichen Mitarbeitern ein gesellschaftlich relevantes und nachhaltiges Thema über ihr Firmen-Intranet nahezubringen und so positiven Einfluss auf die Familienkultur ihrer Mitarbeiter zu nehmen.
Diese Verlage unterstützen "Mein Papa liest vor"
ars edition
Bajazzo Verlag
Baumhaus Verlag
Beltz & Gelberg
dtv
Esslinger
Gerstenberg
Minedition/ Michael Neugebauer Verlag
Nord Süd Verlag
Random House
Ravensburger Buchverlag
Thienemann
Uebberreuter Verlagsgruppe
Diese Unternehmen sind dabei:
AXA Konzern AG
B. Braun Melsungen AG
Boehringer Ingelheim Pharama GmbH & Co. KG
Böhm + Frasch GmbH
CoDiBer e. K.
Commerzbank AG Group
Deutsches Rotes Kreuz
Deutsche Telekom Darmstadt
Die Firma GmbH
DZ Bank AG
FH Verwaltungsfachhochschule in Wiesbaden
Finanzamt Wiesbaden
Grundschule im Eschbachtal
Hartmann Druckfarben GmbH
Health & Diversity Leitung Familiy & Career SAP AG
Hessische Staatskanzlei
Hessisches Immobilienmanagement
Humpisschule Ravensburg
IHK Darmstadt
ixectic GmbH
Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie
Katholisches Klinikum Mainz
Kreisausschuss des Schwalm-Eder-Kreises
Planungsverband Ballungsraum Frankfurt
Railistics GmbH
Roth Werke GmbH
RSK Group AG
Simon & Focken GmbH
SSP Deutschland GmbH
Struktur und Genehmigungsdirektion Süd
Studentenwerk Kassel
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Universität Kassel
Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH
Volkshochschule Rheingau-Taunus e.V.
"Mein Papa liest vor" erhält prominente Unterstützung
©Morton Bjornhof
Schauspieler Hans-Werner Meyer engagiert sich für "Mein Papa liest vor"
"Vorlesen fördert Fantasie und Sprachkompetenz. Es schafft gemeinsame Erlebnisse, an die sich Eltern und Kinder ihr Leben lang erinnern. Außerdem führt es zu einer Verbindung zwischen den Erlebnissen der Vorstellungskraft und dem sinnlichen Erleben eines Buches als Kunstwerk. Insofern "impft" das Vorlesen Kinder ein wenig gegen Fernseh- und Internet-Sucht, weil das Vorlesen auf verschiedenen Ebenen auf die Bedürfnisse der Kinder eingeht. An den Papa gekuschelt auf imaginäre Reisen zu gehen, hat eine viel nachhaltigere Wirkung
als die mächtigen Fernsehbilder, die Kinder oft gar nicht verarbeiten können."
Hans-Werner Meyer, Schauspieler