Konsequente Leseförderung nach wie vor große Aufgabe
Die bildungspolitische Kernbotschaft der aktuellen PISA-Studie lautet: Immer noch geht jeder fünfte Jugendliche in Deutschland leer aus, wenn es um die Verteilung einer entscheidenden ´Eintrittskarte` in eine erfolgreiche berufliche und soziale Zukunft geht – ausreichende Lesefähigkeit.“ Das erklärte Heinrich Kreibich, Geschäftsführer der Stiftung Lesen, anlässlich der Veröffentlichung der OECD-Studie PISA 2006.
20 Prozent der 15-Jährigen können der Studie zufolge so schlecht lesen, dass sie an der Schwelle zum so genannten Sekundären Analphabetismus stehen. „Lesekompetenz wiederum ist fundamentale Voraussetzung für Wissenserwerb, für Qualifikation im Beruf, für soziale Integration“, so Kreibich.
Im Auftrag der OECD untersucht PISA (Programme for International Student Assessment) in dreijährigem Turnus die Kompetenzen 15-Jähriger in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. An der aktuellen PISA-Studie haben sich 57 Staaten beteiligt.
Unterschiedliche Schwerpunktsetzungen rücken jeweils einen Bereich in den Mittelpunkt (major domain). Im Jahr 2000 war dies die Lesekompetenz, 2003 Mathematik, 2006 die Naturwissenschaften. Analysiert werden dabei auch Zusammenhänge zwischen den jeweils erreichten Kompetenzstufen und der sozialen und kulturellen Herkunft.
Die Lesekompetenzen der deutschen Schülerinnen und Schüler liegen mit 495 Punkten (PISA 2000: 484 Punkte, PISA 2003: 491 Punkte) im Bereich des OECD-Durchschnitts. Die Verbesserung um 11 Punkte gegenüber PISA 2000 ist jedoch statistisch nicht siginifikant.
In allen OECD-Staaten zeigen Mädchen deutlich bessere Leseleistungen als Jungen (ihr „Vorsprung“ beträgt durchschnittlich 38 Punkte). In Deutschland ist dieser Abstand mit durchschnittlich 42 Punkten besonders groß.
Das deutsche PISA-Konsortium unter Leitung von Professor Manfred Prenzel hebt in seiner Bewertung der Ergebnisse zur Lesekompetenz hervor, „dass die für Deutschland erkennbare tendenzielle Verbesserung der Lesekompetenz vor allem auch im unteren Leistungsbereich stattgefunden hat“. Doch bestehe weiterhin „eine große Herausforderung darin, die noch immer beträchtliche Gruppe von schwachen Leserinnen und Lesern systematisch und langfristig zu fördern“. Vor allem bleibe „eine konsequente Leseförderung in allen Unterrichtsfächern und Schularten weiterhin eine große Aufgabe, um deutlichere Kompetenzsteigerungen in den nächsten Jahren erreichen zu können.
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse können Sie sich hier als PDF herunterladen.