Die Preisträger des 6. Deutschen Kindersoftwarepreises
Hier finden Sie eine Beschreibung der ausgezeichneten Computer-Spiele – mit den Begründungen der Kinderjury und Erwachsenen-Kommentaren.
Die Siedler: Aufstieg eines Königreichs
Ewig wuselt es auf dem Schirm: Eines der besten Strategie- und Aufbauspiele wird immer detaillierter. Städte wachsen heran und mit ihnen Probleme und Bedürfnisse. Da ist strategisches Denken gefordert. Zwar hat der Klassiker per se keinen pädagogischen Effekt, schult aber das Prinzip Ursache, Wirkung und Organisation. Komplex, aber nicht kompliziert - und klasse.
Das sagt die Kinderjury:
„Das Strategie- und Aufbauspiel ‚Die Siedler’ hat den TOMMI verdient, weil wir selber entscheiden, was wir bauen und dabei viele Aktionen machen können. Schön ist, dass es so viele verschiedene Ritter zur Auswahl gibt, wobei jeder andere Fähigkeiten hat. Es ist faszinierend, ein eigenes Königreich aufzubauen und auf Tiere, Essen, Rohstoffe und die Bedürfnisse der Menschen zu achten. Wir finden es auch gut, dass wir nie Schulden haben. Es gibt einfach ein Limit an Geld, und damit müssen wir halt zurecht kommen. Toll ist der Zoom: Wir können den Menschen von ganz nah bei der Arbeit zusehen, und sogar die Kühe und Schafe machen ‚Muh’ und ‚Mäh’. Es wirkt alles sehr echt. Während des Spiels feiern wir immer wieder lustige Feten. Und es gibt viel über das Mittelalter zu lernen. Die Installation dauert zwar etwas lange, aber es lohnt sich. Es gibt so viel zu tun, dass es nie langweilig wird. Wir würden es immer wieder spielen.“
Das sagt der Entwickler Benedikt Grindel (Blue Byte):
„Kinder - große wie kleine - wird insbesondere die lebendige Welt, die sie selber erschaffen haben, beeindrucken. Die Spieler können die Vorgänge in der Stadt beobachten. Somit werden auch die wirtschaftlichen Zusammenhänge nachvollziehbar: Der Bauer bringt Korn ins Lager, der Bäcker holt sich die Ressource zur Bäckerei, backt Brot, das die Siedler-Bevölkerung von der Bäckerei konsumiert. Außerdem erzählen wir noch eine spannende Geschichte und bringen Kindern den Alltag im Mittelalter näher."
Tierklinik Afrika
achfolger des TOMMI-Gewinners 2006: Nicht nur Tierfreunde werden dieses Spiel lieben. Denn wer erst einmal angefangen hat, die Tierklinik im afrikanischen Busch zu leiten, kann fast nicht mehr aufhören. Es macht einfach riesigen Spaß, die Krankheiten der Erdmännchen, Erdferkel, Leoparden- und Löwenbabys richtig zu diagnostizieren und zu heilen. Tierisch!
Das sagt die Kinderjury
„Das Simulationsspiel „Die Tierklinik in Afrika“ hat den TOMMI verdient, weil wir darin kranken Tieren helfen. Besonders gefällt uns, dass es Tiere aus Afrika sind. Während des Spiels bekommen wir viel Wissen über sie vermittelt, und die
gemachten Fotos lassen sich ausdrucken. Schön ist, dass es Infoseiten über die Krankheiten gibt und wir alles über ihre Entstehung und Behandlung erfahren. Dieses Wissen ist nötig, um bei der Untersuchung die richtige Diagnose zu stellen. Im Gehege werden die Tiere gestreichelt, gefüttert und nachbehandelt.Werden sie richtig kuriert, geht es ihnen schnell besser. Sind die Tiere gesund, spricht sich der Ruf des Tierarztes herum und es wird Geld verdient. Damit lassen sich noch mehr neue Bücher mit wichtigen Informationen kaufen. Auch auf die eigene Gesundheit wird geachtet. Die Tierärztin muss auch selber essen und schlafen. Das Spiel kann immer wieder gespielt werden, ohne langweilig zu werden.“
Das sagt der Publisher Axel Ruske (Braingame):
„Im Vordergrund stehen das Diagnostizieren, Pflegen und Hegen von Tieren sowie der Umgang mit Geld. Spielerisch vermittelt „Meine Tierklinik in Afrika“ Verantwortungsbewusstsein und Wissen über Tierkrankheiten und deren Behandlung. Darüber hinaus fördert der Titel das Sprachenlernen. Dem Kind wird es ermöglicht, während des Spiels zwischen den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch oder Italienisch zu wählen.“
Wild Earth Africa
Schießen ja, aber nur Fotos: Die Ego-Perspektive vermittelt das Gefühl, tatsächlich „vor Ort“ in Afrika zu sein. Als Journalist schleicht sich der Spieler mit seiner Kamera an Elefanten und Giraffen heran – immer auf der Suche nach dem besten Motiv. Die geschossenen Bilder erscheinen später in einem Artikel. Eine Safari für das Kinderzimmer, bei der es auch noch einiges zu lernen gibt. Stark!
Das sagt die Kinderjury
„Das Simulationsspiel „Wild Earth Africa“ hat den TOMMI verdient, weil es sehr realistisch ist und es so viele verschiedene Tiere zu fotografieren gibt. Die Informationen, die wir während des Spiels zu den Tieren und ihren Eigenheiten erhalten, sind sehr interessant und wissenswert, aber nie langweilig oder zu viel.Wir können ganz nah an die Tiere rangehen und sie beobachten. Dabei haben wir das Gefühl, „mittendrin“ in einer echten Safari zu sein.Wir haben schon einen Riesenschreck bekommen, als auf einmal ein Löwe vor uns stand oder wir aus Versehen gegen eine Giraffe gelaufen sind.Wir müssen in elf Fotosafaris nach bestimmten Motiven, zum Beispiel nach Elefantenhaufen, suchen und sie fotografieren. So ist stundenlanger Spielspaß garantiert. So ganz nebenbei lernen wir auch noch eine bisschen fotografieren. Auch die Specials wie Hubschrauberflug oder Jeepsafari sind cool und bringen Abwechslung in das sehr kurzweilige Spiel.“ weiter auf Seite 3
Das sagt der Publisher Andreas Litke (Empire Interactive):
„Das Spiel „Wild Earth: Africa“ zeigt den Spielern die einmalige Serengeti-Wüste. Kinder sind von Natur aus sehr neugierig, und das Spiel fördert die Koordinationsfähigkeit und die Beobachtungsgabe bei jungen Spielern. In „Wild Earth: Africa“ erkunden sie als Fotograf eine einmalige Tier- und Pflanzenwelt. Das Spiel belohnt die Neugierde der Kinder und fördert sie, denn immer wieder gibt es lohnende Zusatzinformationen zu entdecken.“
Apselut Spunk!
Die Figuren von Astrid Lindgren kennt jeder. Jetzt kann man auch auf einer CD-ROM mit allen gemeinsam spielen. Die Spiele orientieren sich oft an den Episoden aus den Büchern bzw. Filmen. So können zum Beispiel Michels Streiche nachgespielt werden. Die Spiele erfordern unter anderem Geschick und Logik. Es gibt auch einen Multiplayermodus für bestimmte Spiele. Die gesamte Anwendung ist sehr liebevoll gestaltet.
Das sagt der Medienpädagoge Prof. Dr. Stefan Aufenanger (Stiftung Lesen):
„Der Titel „Apselut Spunk!“ baut auf die kindliche Neugier und fördert den Entdeckungsdrang. Die Spiele erfordern Geschicklichkeit, Reaktionsgeschwindigkeit, Merkfähigkeit und logisches Denken, sind aber auch leicht zu handhaben, sodass auch Kinder ohne Computer-Erfahrung schnell damit zurechtkommen. Sie sind abwechslungsreich und bringen jede Menge Spaß. In dem Spiel erkennen Kinder vieles aus den Geschichten wieder, da die Spielumgebung an der Lebenswelt von Pippi Langstrumpf,Michel aus Lönneberga, Karlsson vom Dach, Nils Karlsson Däumling,Madita oder Lotta aus der Krachmacherstraße orientiert ist.Mit „Apselut Spunk!“ ist Oetinger eine hervorragende Anwendung für Kinder nicht nur im Vorschulalter gelungen, da es nicht nur zum Spielen anregt, sondern vielleicht auch viele Kinder, sich die Bücher von Astrid Lindgren anzuschauen oder vorlesen zu lassen.“
Das sagt der Publisher Jan Weitendorf (Oetinger):
„Kinder lieben die Figuren von Astrid Lindgren, die sie bislang vielleicht nur aus den Büchern oder aus den Filmen kennen. Jeder hat ja seinen Liebling unter den Figuren, aber hier kann man mit allen spielen. Und sicherlich fragt man sich beim Spielen dann, wie war das noch mal in der Geschichte? Was hat Michel da eigentlich alles angestellt? Und dann kann man sich wieder das Buch zur Hand nehmen und noch mal in die Geschichten eintauchen.“