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Pressemitteilungen

22.07.2015

„Mein Papa liest vor!“ startet im Saarland

Ab sofort kostenloser Service für Arbeitgeber / Projekt fördert die familiäre Vorlesekultur bei den Mitarbeitern

Mein Papa liest vor / Saarland ©Stiftung Lesen/Markus Lutz

Heute gab Ulrich Commerçon, Minister für Bildung und Kultur, in Saarbrücken im Ministerium für Bildung und Kultur den Startschuss für das Projekt „Mein Papa liest vor!“. Das Projekt, das die Stiftung Lesen  mit der Förderung des Ministeriums für Bildung und Kultur im Land umsetzt, soll Eltern – insbesondere Väter – dazu motivieren, ihren Kindern mehr vorzulesen. Denn gerade Jungen fehlt häufig ein männliches Rollenvorbild für das Lesen: 30 Prozent der Eltern lesen ihren Kindern nicht regelmäßig vor, und wenn, dann sind dies meistens die Mütter. Gründe für fehlendes Vorlese-Engagement sind bei Vätern oft mangelnde Zeit und Unsicherheit bei der Auswahl des geeigneten Lesestoffs. Um das zu ändern, spricht „Mein Papa liest vor!“ die Eltern dort an, wo sie viel Zeit verbringen: an ihrem Arbeitsplatz.

„Mein Papa liest vor!“ funktioniert ganz einfach: Über das firmeneigene Intranet ihres Arbeitgebers erhalten die Mitarbeiter wöchentlich von der Stiftung Lesen eine Geschichte, die sie einfach und kostenlos herunterladen und mit nach Hause nehmen können. Die Geschichten sprechen die unterschiedlichen Interessen von Jungen und Mädchen an und berücksichtigen verschiedene Altersgruppen sowie kulturelle Hintergründe. Ein umfassendes Vorlese-Dossier mit Hintergründen und Tipps zum Vorlesen vermittelt zudem, warum Vorlesen für die Entwicklung der Kinder so wichtig ist.

Anlässlich des Auftakts im Saarland stellten der Schirmherr Minister Ulrich Commerçon, der Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, Dr. Jörg F. Maas, gemeinsam mit Rudolf Altmeyer, Verwaltungsdirektor der SHG-Kliniken Völklingen, das Projekt vor und zeigten sich überzeugt, dass Lesen und Vorlesen wichtige Schlüssel zur Bildung sind und die Gesellschaft stärken.

Ulrich Commerçon  erklärt sein Engagement als Schirmherr und die Förderung durch das Ministerium: „Vorlesen vertieft die Beziehung zwischen Kindern und Eltern, erweitert den Wortschatz, regt die Vorstellungskraft an und hilft, neue Welten zu entdecken. Eltern können somit die Entwicklung ihrer Kinder auf einfache Art vielseitig unterstützen. `Mein Papa liest vor!` bereichert die breite Palette der Angebote für die Leseförderung im Saarland um eine neue Facette und erhält daher meine volle Unterstützung! Mein Wunsch ist es, dass sich möglichst viele Arbeitgeber aus Wirtschaft, Handwerk, Mittelstand und Kommunen an diesem tollen Projekt beteiligen und ihren Mitarbeitern den Zugang zu diesem besonderen Vorleseangebot ermöglichen.“ 

Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, ergänzt: „Lesen und Vorlesen sind der Schlüssel zur Bildung und damit eine wichtige Grundlage für eine funktionierende Gesellschaft. Angesichts von 7,5 Millionen funktionalen Analphabeten in Deutschland ist Leseförderung somit nicht nur eine politische, sondern auch eine unternehmerische Aufgabe. Der prägendste Ort für die Entwicklung von Kindern bleibt aber die Familie. Wir rufen daher alle Arbeitgeber auf, an `Mein Papa liest vor!‘ teilzunehmen und damit auch als Unternehmen ein Zeichen für das Lesen und Vorlesen zu setzen.“

Für den Arbeitgeber bietet die Teilnahme an „Mein Papa liest vor!“ viele Vorteile. Die SHG-Kliniken Völklingen nehmen seit Januar 2015 als Pilotunternehmen im Saarland an dem Projekt teil. Rudolf Altmeyer, Verwaltungsdirektor der SHG-Kliniken Völklingen, betont: „Vorlesen erzeugt Nähe und vertieft die gegenseitige Vertrautheit. Durch unsere Teilnahme am Projekt und die wöchentlichen Vorlese-Geschichten im Intranet möchten wir unsere Mitarbeiter dazu animieren, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen und ihnen vorzulesen. Damit setzen wir uns nicht nur für die Leseförderung, sondern auch gleichzeitig für eine familienfreundliche
Arbeitskultur ein. Deshalb möchte ich ‚Mein Papa liest vor!‘ auch anderen Unternehmen sehr ans
Herz legen.“

In den kommenden Wochen kontaktiert die Stiftung Lesen im Saarland Arbeitgeber mit mehr als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und stellt ihnen das Projekt vor. Gut 800 Unternehmen im Land werden auf diesem Weg aktiv angesprochen. An dem kostenlosen Programm können grundsätzlich alle Unternehmen und Institutionen jeder Größe teilnehmen und sich bei Interesse unter der E-Mail-Adresse meinpapaliestvor@stiftunglesen.de anmelden.

Das Projekt „Mein Papa liest vor!“ wird bislang in Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen umgesetzt und sukzessive auf alle Bundesländer ausgeweitet. Rund 1.200 Unternehmen mit ca. 3 Millionen Mitarbeitern nehmen bereits teil und erhalten wöchentlich eine neue Vorlesegeschichte von der Stiftung Lesen zum Herunterladen und Vorlesen zuhause.