Pressemitteilung "Nationaler Bildungsbericht 2012: Großer Bedarf an frühkindlicher Sprach- und Leseförderung" (22.06.2012 09:47)
Stiftung Lesen fordert noch bessere Vernetzung
Mainz, 22. Juni 2012. Der nationale Bildungsbericht 2012, den das Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und die Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder beim Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Auftrag gegeben haben und der heute in Berlin vorgestellt wurde, kommt zu deutlichen Ergebnissen: Rund ein Viertel der Kinder zwischen drei und sechs Jahren gelten als besonders sprachförderbedürftig. Prägend für die Leseorientierung in Familien sei in erster Linie der Bildungsstand der Eltern. Kinder aus bildungsfernen Familien, die zudem keine außerfamiliäre Förderung z.B. in Kitas erhalten, seien damit benachteiligt.
Genau an diesem Punkt setzt die Arbeit der Stiftung Lesen an. Zahlreiche breitenwirksame Programme zur frühkindlichen Leseförderung sprechen Kinder sowohl in ihren Familien als auch in den Kindertagesstätten an. „Lesen ist ein wichtiger Schlüssel zur Bildung“, betont Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen. „Mit unseren Programmen möchten wir insbesondere Kinder, die sonst nur schwer oder gar keinen Zugang zum Lesen finden, so früh wie möglich erreichen. Der nationale Bildungsbericht zeigt, dass hier noch großer Bedarf herrscht. Umso wichtiger ist es, dass sich alle relevanten gesellschaftlichen Gruppen noch besser vernetzen, um Kinder nachhaltig zu fördern. Hier sind sowohl staatliche als auch private Akteure gefordert.“
Eine besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang der Initiative „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ zu, die die Stiftung Lesen im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) umsetzt. Es ist das bislang größte frühkindliche Sprach- und Leseförderungsprogramm in Deutschland und begleitet Kinder und Eltern in den entscheidenden frühen Jahren bis zur Einschulung. Dreimal erhalten Kinder in ihren ersten sechs Lebensjahren über das Lesestart-Programm ein Buch, die Eltern bekommen begleitend Informationen zur Sprach- und Leseerziehung sowie Hinweise auf regionale Angebote, zum Beispiel in Bibliotheken. Die Lesestart-Materialien für die Eltern sind neben Deutsch auch auf Türkisch, Russisch und Polnisch verfügbar, so dass auch Familien mit Migrationshintergrund erreicht werden. Dr. Jörg F. Maas: „Mit ‚Lesestart‘ legen wir in den Familien genau die Fundamente, die sich positiv auf die spätere Lesekompetenz und den schulische Erfolg der Kinder auswirken.“
Weitere Programme und Projekte der Stiftung Lesen zielen darauf, ergänzend zur familiären Leseförderung auch die entsprechenden Kompetenzen in den Kindertagesstätten weiter auszubauen. Im Mittelpunkt stehen hier Schulungen und Handreichungen für das pädagogische Fachpersonal, um Erzieherinnen und Erziehern Anregungen für die alltagsintegrierte und gruppenbezogene Förderung von Sprachentwicklung und den Vorläuferkompetenzen für das Lesen zu geben.
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