Mainz, 04. Oktober 2012. Lesen und Vorlesen sind ein wichtiger Schlüssel zur Bildung und damit eine wichtige Grundlage für eine funktionierende Gesellschaft. Trotzdem lesen die Eltern in zwei von fünf Familien ihren Kindern nicht regelmäßig vor, und wenn, dann sind dies meistens die Mütter. Nur jeder zehnte Vater übernimmt regelmäßig die Rolle des Vorlesers, gerade Jungen fehlt damit ein positives Rollenvorbild für das Lesen. Dies soll sich in Zukunft in Rheinland-Pfalz ändern: Das Projekt „Mein Papa liest vor… meine Mama auch!“, das die Stiftung Lesen mit der Förderung der Bürkle Stiftung im Land umsetzt, soll Eltern, insbesondere Väter, dazu animieren, ihren Kindern mehr vorzulesen. Heute wurde in Mainz der Startschuss gegeben.
Zum Auftakt beteiligen sich bereits zwölf Unternehmen und Institutionen landesweit am Projekt, darunter die Aareon AG (Mainz), BASF SE (Ludwigshafen), Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co KG (Ingelheim), die Oberfinanzdirektion Koblenz und das Zweite Deutsche Fernsehen. In der Folge werden alle Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz mit mehr als 100 Mitarbeitern von der Stiftung Lesen kontaktiert und ihnen das Projekt vorgestellt. Auch kleinere Unternehmen können teilnehmen. Das Projekt funktioniert ganz einfach: Über das firmeneigene Intranet ihres Arbeitgebers erhalten die Mitarbeiter wöchentlich von der Stiftung Lesen Vorlesegeschichten, die sie einfach und kostenlos herunterladen und zum Vorlesen mit nach Hause nehmen können. Die Geschichten sprechen die unterschiedlichen Interessen von Jungen und Mädchen an und berücksichtigen verschiedene Altersgruppen und kulturelle Hintergründe. Ein umfassendes Vorlese-Dossier mit Hintergründen und Tipps zum Vorlesen vermittelt den Mitarbeitern zudem, warum Vorlesen für die Entwicklung der Kinder so wichtig ist.
Die Schirmherrschaft für „Mein Papa liest vor… meine Mama auch!“ in Rheinland-Pfalz haben Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, und Eveline Lemke, Ministerin für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung, übernommen. „Zahlreiche Studien belegen die positiven Auswirkungen des Vorlesens auf die weitere Entwicklung der Kinder“, unterstreicht Bildungsministerin Doris Ahnen. „Je früher die Kinder im familiären Umfeld an das Lesen herangeführt werden, desto größer sind ihre Chancen auf schulischen und beruflichen Erfolg. Das neue Projekt bereichert die breite Palette von Aktivitäten für die Leseförderung, die zum einen von der Stiftung Lesen zum anderen aber auch im Rahmen der landesweiten Kampagne ,Leselust in Rheinland-Pfalz‘ von der Landesregierung mit vielen Partnern umgesetzt werden, um eine neue Facette.“ Wirtschaftsministerin Eveline Lemke ergänzt: „Durch die Teilnahme am Projekt und die wöchentlichen Vorlese-Geschichten im Intranet setzen die teilnehmenden Arbeitgeber nicht nur ein Zeichen für das (Vor-)lesen, sondern unterstützen ihre Mitarbeiter dabei, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen und ihnen vorzulesen. Dies ist nicht nur ein wichtiger Beitrag für eine familienfreundliche Arbeitskultur, es zeigt, wie wichtig die gemeinsame Zeit für Eltern und Kinder ist.“
Gudrun Wiest von der Bürkle Stiftung erklärt: „Viele berufstätige Eltern geben an, dass ihnen die Zeit für das Vorlesen und vor allem die Wahl des richtigen Lesestoffs fehlt. ‚Mein Papa liest vor… meine Mama auch!‘ bietet Müttern und Vätern über das Intranet ihres Arbeitgebers einfachen und schnellen Zugang zu attraktiven Geschichten. Wir hoffen, dass sich viele Unternehmen beteiligen und den Kindern ihrer Mitarbeiter auf diese Art und Weise neue Zugänge zum Lesen ermöglichen.“
„Angesichts der hohen Zahl von 7,5 Millionen funktionaler Analphabeten in Deutschland hat die frühkindliche Leseförderung eine große Bedeutung“, betont Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen. „Studien zeigen: Bei Kindern, denen vorgelesen wurde, ist Lesen später positiv besetzt und sie entwickeln eine positive Beziehung zum Lesen. Sie erzielen bessere Noten in der Schule und entwickeln ein größeres Interesse an musischen, kreativen und sportlichen Aktivitäten. Wir bedanken uns sowohl bei der Bürkle Stiftung als auch bei den Ministerinnen Ahnen und Lemke für ihre Unterstützung, um gemeinsam die Vorlesekultur in den Familien weiter zu stärken.“
Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz, die gerne an dem kostenlosen Programm teilnehmen möchten, können sich direkt an die Stiftung Lesen wenden:
Claudia Roth, Tel. 06131 – 288 90 -45, E-Mail: Claudia.Roth@stiftunglesen.de Heike Zschau, Tel. 06131 – 288 90 -18, E-Mail: Heike.Zschau@stiftunglesen.de
Kontakt
Stiftung Lesen
Esther Dopheide Pressesprecherin Kommunikation und Public Affairs Römerwall 40 55131 Mainz Tel 06131-28890-36 Fax 06131-28890-49 Esther.Dopheide@stiftunglesen.de