Die Teilnehmer des Workshops im digitalen Klassenzimmer
Mainz, 11. Oktober 2012. Zum ersten Mal veranstaltete die Stiftung Lesen mit Unterstützung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und der Frankfurter Buchmesse einen Workshop zur „digitalen Leseförderung“ für die thematisch verantwortlichen bildungspolitischen Referenten der Bundesländer und des Bundes. Eingeleitet durch anregende Impulsreferate von Prof. Dr. Christine Garbe, Institut für Deutsche Sprache und Literatur II an der Universität zu Köln, sowie von Prof. Dr. Margit Böck vom Kompetenzzentrum für Deutschdidaktik der Universität Klagenfurt diskutierten die Teilnehmer Chancen und Herausforderung einer digitalen Leseförderung für Politik und Lehrkräfte ebenso wie Erwartungshaltungen, Bedürfnisse und die Frage der Mediengleichheit. Monika Kolb-Klausch, Bildungsdirektorin des Börsenvereins, moderierte die Veranstaltung. Im Anschluss an den diskussionsreichen theoretischen Vormittag konnten alle Teilnehmer im „Klassenzimmer der Zukunft“ auf der Frankfurter Buchmesse in einer digitalen Unterrichtseinheit die Anwendungspotenziale live erleben.
Zu den zentralen Herausforderungen der Leseförderung heute zählen, so die einhellige Meinung der Experten, die digitale Kluft zwischen „digital natives“ und Lehrkräften, aber auch finanzielle und technische Hürden bei der Umsetzung von digitalen Angeboten in den Schulen. Auch fehlen didaktisierende Konzepte für die Curricula und darin insbesondere für die Leseförderung, da das Lesen von digitalen Texten erweiterte Kompetenzen erfordert.
Fazit aller Experten: Um Leseförderung im digitalen Zeitalter sinnvoll und erfolgreich zu implementieren, ist vor allem eine neue Lern- und Schulkultur notwendig. Neben der Fortbildung und Betreuung von Lehrkräften und Budgets für die technische Ausstattung ist es in Zukunft vor allem wichtig, dass sich die Curricula nicht an der Medientechnik orientieren, sondern deren technische Potenziale für sich nutzen.
„Der bildungspolitische Workshop zu aktuellen Themen der Leseförderung soll in Zukunft noch weiter ausgebaut werden und den programmlichen Austausch untereinander stärken. Denn der institutionsübergreifende Wissens- und Erfahrungstransfer und die Vernetzung aller Akteure sind zentrale Erfolgsfaktoren, um moderne Leseförderung in der föderalen Bildungslandschaft erfolgreich voran zu bringen“, so Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen.
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