Im September 2010 starteten im Bundesland Niedersachsen und anlässlich des 175-jährigen Jubiläums der Bertelsmann AG auch in Gütersloh neue regionale Lesestart-Projekte. Seit Mai 2011 werden auch in Brandenburg Lesestart-Sets an Familien mit kleinen Kindern verschenkt.
Wer später gut lesen können und an Büchern Spaß haben will, sollte möglichst früh damit beginnen. Aus diesem Grund startet in Brandenburg nun das Projekt „Lesestart Land Brandenburg“: Ziel der Aktion ist es Familien mit Kleinkindern praktische Anregungen zum Vorlesen zu bieten. Dazu werden künftig in Zusammenarbeit mit dem „Netzwerk Gesunde Kinder“ Lesestart-Taschen an junge Eltern verschenkt, um sie zu motivieren, das Vorlesen in ihren Familienalltag zu integrieren.
Brandenburgs Familienminister Günter Baaske: „Ich freue mich, dass mit der neuen Leseinitiative der Stiftung Lesen 10.000 einjährige Kinder in Brandenburg ein kostenloses Lesestart-Paket erhalten. Die körperliche, geistige und emotionale Entwicklung von Kindern ist ganz eng mit der sprachlichen Entwicklung verbunden. Deswegen ist das gemeinsame Anschauen und Vorlesen von Büchern eine der besten Förderungen für Kleinkinder. Sie lieben es, wenn ihnen jemand eine Geschichte erzählt oder vorliest. Und wer als Kind lernt, dass Bücher spannend sind, der liest auch später in der Schulzeit gerne selbst. Das ist die wichtigste Grundlage für gute Bildungschancen.“
Neben einem Bilderbuch enthält die bunte Lesestart-Tasche einen Vorleseratgeber, ein Lesetagebuch und ein fröhliches Kinderzimmerposter; die wichtigsten Informationen der Materialien sind auch ins Russische und Polnische übersetzt. Die Aktion knüpft an die erfolgreiche Initiative „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ an, die die Stiftung Lesen im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ab November 2011 bundesweit durchführt. Dieses nachhaltige, auf acht Jahre und mehrere Altersstufen angelegte Sprach- und Leseförderungsprogramm für Kinder, wird so mit dem neuen Landesprojekt verzahnt werden, dass künftig noch mehr Eltern und ihre Kinder in Brandenburg davon profitieren.
In Niedersachsen sollen alle Kleinkinder von Anfang an mit Büchern groß werden. Das ist das Ziel der Kampagne, an der sich mehr als 140 Öffentliche Bibliotheken im ganzen Land beteiligen.
Ab Oktober 2010 verteilen sie über die örtlichen Kinderärzte und Allgemein-mediziner jährlich rund 30.000 Lesestart-Sets mit einem Bilderbuch gratis an junge Familien. Die Büchereizentrale Niedersachsen mit Sitz in Lüneburg koordiniert dieses Projekt in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung Lesen und der Akademie für Leseförderung in Hannover. Das Land Niedersachsen fördert „Lesestart Niedersachsen“ finanziell.
Weitere aktuelle Informationen für Niedersachsen gibt es unter www.lesestart-niedersachsen.de und hier.
Im Jahr 2007 ging in Heidelberg das Leseförderungsprojekt „Lesestart – Heidelberg schenkt Kindern Zukunft“ der Stiftung Lesen an den Start. Ziel des von der Manfred Lautenschläger Stiftung finanzierten Programmes ist es, Kindern und Familien in der Region frühzeitig Bücher und Vorlesen nahezubringen. Im ersten Jahr des auf zwei Jahre angelegten Projektes erhalten alle Familien unmittelbar nach der Geburt ihres Kindes in der Frauenklinik des UniversitätsKlinikums Heidelberg ein Lesestart-Set mit einem Bilderbuch und Informationsmaterial rund um das Thema Vorlesen. Im Folgejahr können sich diese sowie weitere interessierte Familien in der Heidelberger Stadtbücherei ein zweites Set mit Büchern und praktischen Vorlesetipps für Kleinkinder abholen. Anlässlich des Starts in das zweite Jahr von „Lesestart – Heidelberg schenkt Kindern Zukunft“ präsentierte die Stiftung Lesen gemeinsam mit der Manfred Lautenschläger-Stiftung sowie Vertretern der Stadtbücherei Heidelberg und der Frauenklinik des UniversitätsKlinikums Heidelberg im Februar 2012 das Leseförderungsprogramm in der Stadtbücherei in Heidelberg. „Lesestart – Heidelberg schenkt Kindern Zukunft“ läuft bereits im dritten Durchgang und hat seit seinem Start 2007 mehr als 4.500 Familien im Raum Heidelberg erreicht.
„Kindern Lust auf Bücher und aufs Lesen zu machen, funktioniert am besten durch frühzeitiges und regelmäßiges Vorlesen in der Familie. Mit ‚Lesestart in Heidelberg‛ haben wir einen Weg gefunden, Kinder bei der Entwicklung von Sprache zu unterstützen und die Vorlesekultur in der Familie zu stärken“, erklärte Manfred Lautenschläger das Engagement seiner Stiftung. Über dieses Engagement freuen sich besonders die anderen Projektpartner, die Heidelberger Universitäts-Frauenklinik, die Heidelberger Stadtbücherei und die Stiftung Lesen, die das Projekt durchführt. Für die bundesweit tätige Stiftung Lesen ist das Heidelberger Lesestart-Modell ein Glücksfall und Meilenstein ihrer frühkindlichen Leseförderung. Es ein wichtiges Vorläufer-Projekt der nationalen Lesestart-Kampagne gewesen.
Seit November 2011 wird das regionale Projekt von der bundesweiten Leseförderungsinitiative „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ flankiert, in dessen Rahmen innerhalb von acht Jahren bundesweit 4,5 Millionen Lesestart-Sets in Deutschland verteilt werden. Finanziert wird das Programm vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, dazu: „Regionale Projekte wie ‚Lesestart in Heidelberg‛ haben die Grundlage und Blaupause für die Ausweitung des Lesestart-Konzepts auf Bundesebene geliefert. Im Herbst 2011 startete Deutschlands größtes frühkindliches Leseförderungsprogramm ‚Lesestart - Drei Meilensteine für das Lesen‛, mit dem wir Kinder und Familien im ganzen Land erreichen wollen. Das Heidelberger Lesestart-Projekt hat gezeigt, wie gut die Zusammenarbeit von Kliniken und Ärzten, Büchereien und Familien in der Praxis funktionieren kann. Mein herzlicher Dank gilt deshalb allen Projektbeteiligten vor Ort und ganz besonders Manfred Lautenschläger und seiner Familie für die langfristige finanzielle Unterstützung.“
Die Rahdener Lesestart-Sponsoren bei der offiziellen Vorstellung des Projektes.
Bevor am 29. Mai 2008 der offizielle Auftakt der bundesweiten Lesestart-Kampagne gefeiert wurde, hat Rahden bereits eine Lokal-Initiative gestartet. Im Oktober 2007 wurde sie von dem Kinder- und Jugendarzt Dr. Wolgang Adam und dem geschäftsführenden Gesellschafter der Kolbus Gmbh & Co. KG, Kai Büntemeyer ins Leben gerufen.
Ihr Ziel war und ist, mit der Unterstützung von örtlichen Sponsoren die bundesweite Sprach- und Leseförderungsmaßnahme „Lesestart – Die Lese-Initiative für Deutschland“ flächendeckend für ganz Rahden zu ermöglichen. Durch die Großinitiative der Stiftung Lesen und vieler Mitstreiter aus der Druck- und Papierbranche, von Verlagen und Sozialinstitutionen kann ein Drittel aller Eltern mit einjährigen Kindern im Rahmen der U6-Vorsorgeuntersuchung ein Lesestart-Set beim Kinderarzt geschenkt werden.
Die Lokalinitiative Lesestart Rahden hat sich das Ziel gesetzt, durch Einwerben von insgesamt etwa 10.000 Euro an Spenden für die Stadt Rahden (17.000 Einwohner) eine Vollversorgung mit Lesestartsets zu ermöglichen.
Und das erste Etappenziel ist erreicht: Inzwischen haben sich acht Sponsoren gefunden, die die Aktion in Rahden unterstützen. Mit dabei ist das Westfalen-Blatt mit der Rahdender Zeitung, die Firma Beerhorst, Maler- und Lackierermeister, die CDU-Fraktion des Rates der Stadt Rahden, die Firma Hartmann-Elektromaschinen aus Pr.Ströhen, die Firma Holz Hassfeld, die Firma Hilker Stahlbau, die Firma Schuster Heizung, Lüftung, Sanitär, sowie die Stadtsparkassen-Stiftung „Standort hier“. Für ein Jahr übernimmt die Stadtsparkassen-Stiftung die Lesestart-Finanzierung für Rahden, für das andere Jahr teilen sich die restlichen sieben Sponsoren die Kosten.
Neben der großen bundesweiten Lesestart-Initiative führt die Stiftung Lesen gemeinsam mit verschiedenen Partnern auch regionale Lesestart-Projekte durch. Aktuell gehören dazu das dreijährige Modellprojekt "Lesestart - Mit Büchern wachsen", das seit November 2006 im Freistaat Sachsen läuft und das Projekt "Lesestart - Heidelberg schenkt Kindern Zukunft". Seit Februar 2008 läuft in Nienburg/Weser unter dem Titel "Nienburg/Weser - Lesestart" das dritte regionale Lesestart-Projekt in Kooperation mit der Stiftung Lesen.
Folgende Städte haben die bundesweite Lesestart-Kampagne regional ausgeweitet:
Bremen
Braunschweig
Gütersloh
Hannover
Heidelberg
Neuenrade
Rahden
Salzgitter
Wiesbaden
Würzburg
Außerdem hat die Stiftung Lesen für viele lokale Lesestart-Projekte die Schirmherrschaft übernommen.
Mainzer Workshop zum Erfahrungsaustausch regionaler Projekte
Sie heißen „Bücherminis“, „Bücherbabys“, „Buchstart“ oder „Lesestart“ und sprießen wie Pilze aus dem Boden, die Lesestart-Projekte, die es verstreut über ganz Deutschland gibt.
In Mainz haben sich jetzt erstmals die Initiatoren von insgesamt 14 solcher Projekte auf nationaler und internationaler Ebene getroffen, die sich für frühkindliche Leseförderung einsetzen und alle haben das gleiche Ziel: Eltern von kleinen Kindern und Babys darauf aufmerksam zu machen, dass Vorlesen und das gemeinsame Bilderbücher anschauen äußerst wichtig für die kindliche Entwicklung sind.
Die Stiftung Lesen, versteht sich gewissermaßen als „Dach“, das die vielen verschiedenen Projekte, die frühkindliche Angebote zur Sprach- und Leseförderung von Familien mit Kleinkindern bereitstellen, umgibt. Darum haben sich die regionalen Initiativen zum Erfahrungsaustausch in Mainz getroffen und sogar Gäste aus Großbritannien, Südtirol, und Flandern/Belgien waren dabei.
Die Ergebnisse diese Workshops sind im Band 2 der Schriftenreihe der Stiftung Lesen veröffentlicht worden, der im Leseladen der Stiftung Lesen erhältlich ist.
Kurzinformationen
Im September 2010 starten im Bundesland Niedersachsen und anlässlich des 175-jährigen Jubiläums der Bertelsmann AG auch in Gütersloh neue regionale Lesestart-Projekte.
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