Energetic People

Praxistipps aus der Jugendarbeit

Ideen für Leseaktionen und -projekte

Hier finden Sie Praxistipps und Ideen für Leseförderaktionen, die von Einrichtungen der außerschulischen Jugendarbeit entwickelt und erprobt wurden.

Praxistipp: "Digitale Schnitzeljagd zu einem Kinderbuch"

Eine Praxisidee aus dem Leseclub der Neckarschule in Mannheim

Zwergenquatsch ©M. Goetze-Hillebrand

Andrea Pörner

"Digitale Schnitzeljagd zu einem Kinderbuch"

Der Leseclub in der Neckarschule wurde 2014 eröffnet. Von Beginn an arbeiten die Bündnispartner Grundschule und Stadtbibliothek eng zusammen und planen gemeinsam Aktionen zur Lese- und Sprachförderung. Dabei sind unkonventionelle Ideen gefragt, um die Teilnehmer auf Bücher neugierig zu machen und zum Lesen „zu verführen“: ein Buch mit einer digitalen Schnitzeljagd zu erkunden, ist dafür perfekt!


Die Projektförderung durch den Bundesverband Schul Förder Vereine e.V. (BSFV) im Rahmen von Kultur macht stark ermöglichte uns, einen Geschichtenspaziergang mit einer digitalen Schatzsuche zu kombinieren.
Bücher gemeinsam mit Kindern als Geschichtenspaziergänge umzusetzen, ist häufig der beste Einstieg in die Lektüre.
Mit Mechthild Goetze-Hillebrand übernahm eine in interaktiven Kinderbuchlesungen sehr erfahrene Erzählerin die Durchführung der Geschichtenspaziergänge. Die digitale Umsetzung der Stationen plante sie gemeinsam mit der Medienpädagogin Franziska Rehm.

Für die Umsetzung von Geocaching-Projekte hat der BSFV die App Scout BSFV entwickelt. Mithilfe der App und dem angeschlossenen Webportal können eigene Geocaching-Routen ausgearbeitet werden. Wir erstellten parallel dazu eine Route mit der App Actionbound.
Beiden gemeinsam ist, dass eine Reihe von Stationen (mit jeweils einer Aufgabe) eine „Mission“ ergibt, die die Kinder ähnlich einer Schnitzeljagd durchlaufen.

Die „Mission“ des Leseclubs Neckarschule lautete Helden wie wir: Mit Frerk die Neckarstadt entdecken.
11 Neun- bzw. Zehnjährige trafen sich zweimal in der Woche um zu dem Buch „Frek, du Zwerg“ von Finn-Ole Heinrich eine digitale Schatzsuche zu gestalten.
Beim ersten Treffen ging es darum, sich kennenzulernen, miteinander warm zu werden und auch, das Grundprinzip einer Schnitzeljagd zu erleben. Dafür suchten die Kinder Schatzkärtchen auf dem Schulhof. Beim zweiten Termin übten sie den Umgang mit der App. Mit einer interaktiven Lesung zu „Frerk, du Zwerg“ wurde beim dritten Treffen Neugierde auf das Buch geweckt, denn davon hatte keines der Kinder vorab etwas gehört.
In 10 weiteren Terminen von jeweils 2 Stunden wurden die Stationen die Route  mit den Kindern gestaltet. Dabei mussten Multiple-Choice Antworten gefunden, Fotos angefertigt, Audiosequenzen aufgenommen und Videos erstellt werden.
Ganz wichtig bei einem solchen Projekt ist die Kombination von digitalem und realem Tun. So wurden Frerk-Gesichter aus Pappe gebastelt, Plastik-Eier gestaltet und Geschichtenzauberstäbe geschnitzt. Und natürlich wurde das Lesen, Vorlesen und Leseverstehen geübt, denn schließlich mussten für die Stationen auch Texte eingelesen werden und zu vorgelesenen Textstellen passende Stationen in der Nähe der Schule gefunden werden. Und bei all dem ergaben sich viele Sprechanlässe:
Zum Beispiel gibt es ein Kapitel in dem Buch, in dem die Zwerge in Frerks Zimmer Bambule machen. Was ist Bambule? Wie könnte man die Stelle des Buches für eine Station umsetzen?
Zu Abschluss des Projekts präsentierten die Kinder ihre Schnitzeljagd stolz ihren Mitschülerinnen und Mitschülern.

Die Kombination von Geschichtenspaziergang und digitaler Schnitzeljagd ist eine gute Möglichkeit auch Leseungeübte an Texte heranzuführen. Die Kinder durchbrechen auch die Rolle als ausschließliche Medienkonsumenten und erfahren, wie viel Spaß es macht, Medien kreativ zu nutzen.
Die App Actionbound ermöglicht das unkomplizierte Erstellen einer digitalen Rallye. Der Bound der Leseclub-Kinder ist dort unter Frerk in der Neckarstadt ganz leicht zu finden.

Praxistipp: Buch-Casting und Blind-Date mit Buch

Ideen der Katholische Öffentliche Bücherei St. Peter und Paul Aschaffenburg

Jugendliche diskutieren ©Fotolia

Ulrike Fischer


„Buch-Casting“ und „Blind Date mit Buch“

Die Katholische Öffentliche Bücherei St. Peter und Paul in Aschaffenburg-Obernau überlegte, wie wir unsere Jugendlichen wieder zum Lesen anregen könnten.
Unsere Bücherei ist eine reine Kinder- und Familienbücherei im Stadtteil Obernau, der ca. 3 Km außerhalb der Stadt liegt und ca. 5000 Einwohner zählt. Die Bücherei wird rege genutzt, doch fallen ab der 5. Klasse die Jugendliche wegen den hohen Ansprüchen der weiterführenden Schulen weg. Dies versuchten wir im Frühling 2016 zu ändern.
Deswegen haben wir die Jugendgruppe der Ministranten im Alter von 12-16 Jahren angesprochen und Nachmittage unter dem Motto: „Buch-Casting“ und „Blind Date mit Buch“ angeboten.


Buch-Casting
Erstmals kamen am 20.04.2016 sieben Jugendliche und zwei Betreuer mittwochs nachmittags außerhalb unserer Öffnungszeiten in die Bücherei zum „Buch-Casting“. Vorbereitet waren eine große Flipchart, Stifte in diversen Farben, eine Tabelle und  fünf Bücher („Ab in den Knast“, „Reckless“, „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, „Silber“ und „Es wird keine Helden mehr geben“). Die Aufgaben waren leicht zu erklären:
1. Wir lasen den Buchtitel. Spricht er mich an?
2. Wir betrachteten das Cover. Welches Bild vermittelte es?
3. Wir lasen den Klappentext, um uns einen Eindruck über den Inhalt des Buches zu ermöglichen.
4. Wir ermittelten die Seitenzahl – ist das Buch zu dick, zu dünn.
Entsprechend der Meinungen kreuzten wir in den Tabellen die beliebtesten Aspekte an.
Mit großer Mehrheit hat das Buch „Es wird keine Helden geben“ von Anna Seidel das Casting gewonnen. Titel, Cover, Inhalt und die Leseprobe erreichten die meisten Punkte.

 „Blind-Date mit Buch“

Zwei Wochen später, am 04.05.2016 trafen wir uns wiederum zum „Blind-Date“.
Alle Teilnehmer erhielten je drei Muscheln, drei Schriftstreifen , einen Stift und ein in Packpapier eingebundenes, nummeriertes  Buch, so dass niemand wusste, welches Buch vor im lag. Die Aufgabe war da schon anspruchsvoller: Jeder hatte drei Minuten (Stoppuhr) Zeit, in diesem Buch zu lesen. Egal wo. Anschließend sollten die Jugendlichen ein paar Sätze zu dem Gelesenen aufschreiben. Dann wechselten die Bücher nach rechts. Das machten wir drei Mal. Die nummerierten Bücher wurden dann auf einen extra Tisch gelegt. Die Jugendlichen sollten ihre Muscheln dann je nach Interesse auf die Bücher legen. Auch da zeigte sich, dass wenige Bücher viele Muscheln bekamen. Im Anschluss las jeder Jugendliche vor, was er zu seinem gelesenen Buch aufgeschrieben hatte. So bekamen wir von jedem Buch eine kleine Inhaltsangabe.

Beide Nachmittage bereiteten allen Beteiligten sichtbar Freude.
Unser Ziel, wieder mehr jugendliche Leser zu erreichen, wurde bedingt erfüllt. Zwei dieser Jugendlichen kommen immer noch regelmäßig zur Ausleihe.
Bildung respektive Ausbildung können Kinder und Jugendliche angemessen auf die Herausforderungen einer Welt vorbereitet werden, die sich unter den Vorzeichen der Globalisierung beständig mit großem Tempo verändert.

Praxistipp: „Fußball und Lesen"

Ein Grundschulprojekt des SC Freiburg

FC Freiburg 1 ©FC Freiburg

Niklas Ziegler

Grundsätzliches Verständnis von Bildung beim SC Freiburg

Die Grundlage für ein funktionierendes Fair Play heißt im wirklichen Leben Bildung. Anders ausgedrückt: Sie schafft die Basis für Chancengleichheit. Nur mit einer adäquaten Bildung respektive Ausbildung können Kinder und Jugendliche angemessen auf die Herausforderungen einer Welt vorbereitet werden, die sich unter den Vorzeichen der Globalisierung beständig mit großem Tempo verändert.


Bildung verstehen wir beim SC Freiburg dabei nicht allein als Entwicklung der kognitiven, kulturellen und lebenspraktischen Potenziale, sondern ganzheitlich und nicht zuletzt auch bezogen auf die Förderung persönlicher und sozialer Kompetenzen. Das ist auch einer der Gründe, warum wir großen Wert darauf legen, dass die Talente, die wir in der Freiburger Fußballschule und in unserer Frauen- und Mädchenfußballabteilung sportlich auf höchstem Niveau fordern, dual ausgebildet werden. Sprich: dass sie neben ihrer fußballerischen auch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren.
Aber nicht nur innerhalb des Vereins selbst sehen wir uns in der Verantwortung, Bildung und Ausbildung zu fördern. Immer wieder initiieren wir darüber hinaus Projekte, bei denen wir versuchen, Kinder und Jugendliche – ganz unabhängig davon, ob sie fußballerisch begabt sind oder nicht – in Schulen, Fußball-Camps und anderswo über ihren Spaß am Spiel auch fürs Lernen zu motivieren; und sie für gesellschaftliche Probleme oder für einen verantwortlichen Umgang mit sich und anderen zu sensibilisieren. Kurzum: sie anzustiften zum Fair Play - auch im wirklichen Leben.

Projektbeschreibung


Beim Projekt „Fußball und Lesen“ kooperiert der SC Freiburg, unterstützt von der Kinder- und Jugendbuchhandlung Fundevogel, mit acht Grundschulen in Südbaden. Mit diesem seit 2011 durchgeführten Projekt soll über die Freude an der Bewegung die Lese- und Schreibkompetenz der Kinder verbessert werden. Für dieses Vorhaben kommt der Sport-Club zwei Mal im Schuljahr in die Schule: Zum Schulstart mit seinem Füchsle und Lesetüten und zu Beginn des zweiten Halbjahres mit seinem Fußball-Lesezirkel. Dabei werden 45 Minuten Fußball- und 45 Minuten Lese- und Schreibübungen absolviert. Eine SC Freiburg-Ecke in den Schulen und ein Besuch der Grundschüler zum Ende des Schuljahres in der Freiburger Fußballschule, dem Nachwuchsleistungszentrum des Sport-Club, runden das Projekt ab.


Die acht Partnerschulen von „Fußball und Lesen“:


• Grundschule Lahr/Sulz
• Fritz-Boehle Grundschule Emmendingen
• Hansjakobschule Titisee-Neustadt
• Loretto-Grundschule Freiburg
• Maria Sybilla Merian Grundschule Kiechlinsbergen
• Maria-Victoria-Schule Ottersweier
• Sonnenberg Grundschule Löffingen
• Wolftalschule Oberwolfach


Ablauf des Projekts


Baustein 1: Schulstart-Besuche


Zum Schulstart besucht der SC Freiburg gemeinsam mit der Kinder- und Jugendbuchhandlung Fundevogel die acht Partnerschulen. Das Maskottchen des Sport-Club, das Füchsle, wünscht allen Schüler*innen und Lehrer*innen ein erfolgreiches wie spannendes Schuljahr, und die SC-Mitarbeiter stellen den Ablauf von „Fußball und Lesen“ vor. Im Vorfeld des Schulstartbesuchs basteln die Viertklässler sogenannte Lesetüten für die Erstklässler, die vom Fundevogel-Team mit einem Buch, Lesezeichen und weiteren Kleinigkeiten zum Thema Lesen befüllt werden und dann vom Füchsle an die Erstklässler überreicht werden.

Baustein 2: Fußball-Lesezirkel

Beim Fußball-Lesezirkel können die zweiten, dritten und vierten Klassen teilnehmen. In der Turnhalle der Schule bietet der SC Freiburg ein 45-minütiges, altersgerechtes Bewegungs- und Fußballprogramm an.
In den Klassenzimmern geht es bei drei verschiedenen Stationen darum, anhand diverser Aufgaben rund um den SC Freiburg, die Lese- und Schreibkompetenz der Jungen und Mädchen zu fördern. Die Zweitklässler beschäftigen sich jeweils mit dem aktuellen Profikader des SC Freiburg und füllen Steckbriefe der Spieler aus. Die Drittklässler kriegen verschiedene Texte zur Geschichte des SC Freiburg und beantworten anschließend Quizfragen zu den Texten. Die Viertklässler setzen sich anhand verschiedener Texte mit der Nachwuchsarbeit des SC Freiburg auseinander und beantworten anschließend Quizfragen zu den Texten.

Baustein 3: Besuch in der Freiburger Fußballschule

Im zweiten Schulhalbjahr kann eine vierte Klasse jeder Partnerschule die Freiburger Fußballschule, das Nachwuchsleistungszentrum des SC Freiburg, besuchen. Zuerst bekommen die Schüler*innen eine Führung durch die Fußballschule, ehe sie dann zu einem Junioren-Spiel, einer Partie der Zweiten Mannschaft oder des Frauen-Bundesliga-Teams mit den Spielern oder Spielerinnen einlaufen dürfen. Im Anschluss schreiben die Schüler einen Erlebnisbericht über ihren Ausflug.

Rückmeldungen zum Projekt


• Viele Lehrer sind begeistert, wie gut der Doppelpass zwischen Fußball und Lesen funktioniert und wie sich Fußball- und Leseinhalte spielerisch verknüpfen lassen
• Nachhaltiger Charakter des Projekts sorgt dafür, dass sich das Projekt an den acht Schulen etabliert hat und die Abläufe immer wieder verbessert werden können
• Der Evaluationsbogen, den alle Schulen nach dem Fußball-Lesezirkel bekommen, sorgt dafür, dass wertvolle Hinweise der Lehrer*innen für die Verbesserung und Weiterentwicklung des Projekts genutzt werden können
• Lehrer*innen berichten häufig davon, dass „lesefaule“ Schüler durch das Projekt einen besseren Zugang zum Lesen gefunden haben
• Lehrer*innen haben die Idee, ihren Schülern über den Sport im Allgemeinen und den Fußball im Speziellen einen spielerischen Zugang zum Lesen zu ermöglichen, in andere Unterrichtseinheiten transportiert

Bildergalerie

Praxistipp: Vom Leseabend zu „Animated Words“

Ein Projekt aus der Koop. – Jugendzentrum Taunusstein

Praxistipp Animated Words ©Koop. Taunusstein

Susanne Klement und Corinne Monnier

Vom Leseabend zu „Animated Words“

Seit 2008 gestaltet die Stadt- und Schulbücherei gemeinsam mit der Stadtjugendpflege Taunusstein Angebote für Jugendliche zu den Themenbereichen Literatur, Lesen und eigene Texte verfassen. Nach dem Gewinn des Hessischen Leseförderpreises 2013 haben die zuständige Jugendpflegerin und die Leiterin der Stadt- und Schulbücherei ein neues Konzept gesucht, welches sich nicht nur auf Altbewährtes stützte (Lesungen durch Jugendliche gestaltet, Autorenlesungen oder Theaterabende) sondern einen neuen Zugang zu Lesen und dem Vortrag von eigenen Texten ermöglicht.



Die Mitarbeiter_innen haben immer wieder festgestellt, dass die öffentliche Präsentation der eigenen Texte und der darin preisgegebenen Gefühlswelt für Jugendliche eine große Herausforderung darstellt. Sehr schnell entstand die Idee durch das Medium Film hier eine andere Herangehensweise zu schaffen, die den Jugendlichen eine Darstellung der eigenen Emotionen  ermöglicht ohne das ihre Person ungeschützt im Vordergrund auf einer Bühne steht.
Wichtig  bei der Förderung von Medienkompetenz und Leseförderung ist den Mitarbeiter_innen hierbei, dass die Erfahrung ohne den Druck einer Leistungsbewertung erfolgt.


Orientierung an der Lebenswelt, den Interessen und Themen, die Jugendliche bewegen ist dabei die Grundlage für eine Umsetzung. Denn nur was persönlich interessiert oder bewegt kann zu einer Auseinandersetzung mit neuen Inhalten, Medien und auch Kompetenzen führen.


Die veränderte Lebenswelt von Jugendlichen und deren Nutzung digitaler Medien in Kombination mit den oben beschrieben Hemmungen der Präsentation eigener Gefühls – und Gedankenwelten hat die Mitarbeiter_innen das Konzept Animated Words entwickeln lassen:


In einer Aktionswoche konnten Jugendliche ihre Worte animieren, das heißt Texte, ob eigene oder persönlich interessante, sollten mit Hilfe des Mediums Film, umgesetzt werden. Ob mit Handy oder Digitalkamera realgefilmt oder mit Hilfe der Legetricktechnik gearbeitet wurde durch die Mitarbeiter_innen nicht vorgegeben.


Zudem konnten die Jugendlichen ihre Texte unter Anleitung durch eine Schauspielerin einüben und diese für ihre filmischen Werke einsprechen.
Den Jugendlichen  wurden Fachvorträge angeboten, die sich zum Beispiel mit dem Thema Urheberrecht, Recht am eigenen Bild, Filmtechniken, Produktion von Stop Motion Filmen oder Legetrick Filmen, Einsatz des Greenscreen Verfahrens und dem Thema Schnitttechnik oder die Bedeutung von Musik im Film und Fieldrecording beschäftigten.

Die anwesenden „Fachleute“ ließen den Jugendlichen alle Freiheiten in der Umsetzung und konnten bei Umsetzungsproblemen um  Rat oder nach neuen Ideen gefragt werden.

Aufbau Seminarwoche:
1. Tag: Beschreibung des Projektes, Fachvorträge und arbeiten an eigenen Ideen und Texten
2. Tag: Arbeiten an eigenen Ideen und Texten, Einweisung in das vorhandene Equipment und die damit verbundenen Möglichkeiten, Ideenerstellung für die Filme
3.Tag: Drehen, Erstellen von Fieldrecordings, Aufnahme von Musik 
4. Tag: Sprechtraining mit einer Schauspielerin der Wiesbadener Kammerspiele, Sprachaufnahmen, Musikaufnahmen
5.Tag: Schnitt und Zusammenführung der Ton und Sprachspuren
6. Tag: Schnitt

Schwierigkeiten des Projektes: 

  • Es ist ein hoher Aufwand an Fachkräften für die einzelnen Bereiche notwendig
  • Der Zeitaufwand für Filme vor allem mit Legetrick ist enorm hoch man rechnet für 1 sec. Film 23 Einzelbilder so ergab sich bei dem Legetrick Film
    eine Anzahl von fast 3000 Einzelaufnahmen.
  • Kostenfaktor, trotz hohem ehrenamtlichen Engagement muss man mit ca. 1500 Euro rechnen
  • Für den Schnitt eines ca. 3 Minuten langen Films muss man ca. 6 – 8 Stunden rechnen, dabei müssen dann noch Ton und Musikspuren bildgenau eingearbeitet werden. 

Positiv:

  • Insbesondere Jungen, die teilweise einen erschwerteren Zugang zu Lesen, Literatur und Schreiben haben, wurde durch den zusätzlichen technischen Input ein Bereich geboten, der ihnen Sicherheit vermittelte.
  • Das Sprechtraining mit der Schauspielerin war für alle Jugendlichen eine unglaubliche Erfahrung und hat ihnen sehr viel Sicherheit bei den Aufnahmen und im Auftreten gegeben.
  • Jede Gruppe hat einen 3 – 8 Minuten langen Film mit sehr unterschiedlichen Themen und Gefühlen produziert und konnte durch die verschiedenen Herangehensweisen ein Erfolgserlebnis für sich verbuchen.
  • Schwierigkeiten und auch Frustrationstoleranz der Teilnehmer_innen wurden in der Gruppe aufgefangen und bearbeitet – viele haben Durchhalten gelernt.


Ein bewegendes Projekt im wahrsten Sinne des Wortes.

Susan Klement ist bei der Stadtjugendpflege Taunusstein tätig und Corinne Monnier bei der Stadt- und Schulbücherei Taunusstein.

Praxistipp: „Projekt : Poetry“

Interview mit Ingo Rüdiger vom LiteraturBüro Mainz e.V.

Logo Projekt : Poetry ©LiteraturBüro Mainz e.V.

"Projekt : Poetry" ermöglicht es Jugendlichen und jungen Erwachsenen, ihr Slam-Talent zu entdecken. Seit 2010 werden im Rahmen der Kampagne „Leselust in Rheinland-Pfalz“ des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur außerschulische Workshops angeboten, in denen die Nachwuchs-SlammerInnen eigene Texte verfassen und anschließend vortragen lernen. Ingo Rüdiger vom LiteraturBüro Mainz, das das Angebot betreut, berichtet von seinen Erfahrungen aus mittlerweile sechs Projektjahren.


Um was geht in dem Projekt?

„Projekt : Poetry“ ist eine seit 2010 bestehende Aktion im Rahmen der Kampagne „Leselust in Rheinland-Pfalz“ des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz. Das LiteraturBüro Mainz e.V. betreut und organisiert diese Aktion, die pro Jahr sechs bis acht Workshops und eine große Abschlussveranstaltung mit dem renommierten Poetry-Slam-Aktivisten Ken Yamamoto umfasst.

Welche Voraussetzung müssen gegeben sein, um diese Aktion an außerschulischen Einrichtungen durchzuführen (Material, Know-How)?

Wesentlich ist hier, dass eine außerschulische Einrichtung, die einen (für diese unentgeltlichen) „Projekt : Poetry“-Workshop durchführen will, garantiert, dass mindestens zwölf Jugendliche bindend an dem Workshop teilnehmen werden. Motivation und Verpflichtung sind hier die primären Aufgaben außerschulischer Einrichtungen; Interesse an der Poetry-Slam-Kultur sowie eine geeignete Örtlichkeit sind selbstverständlich ebenfalls vorauszusetzen.

Welche Zielgruppen werden besonderes angesprochen? Haben daran z.B. auch Jugendliche teilgenommen, die nicht so gerne lesen? Wenn ja, wie ließen sie sich motivieren?

Gerade bei außerschulischen Einreichungen werden Jugendliche im Alter zwischen 15 und etwa 19 Jahren angesprochen, die mit den herkömmlichen (schulischen wie außerschulischen) Hinführungsmodellen zu Literatur und Lesen nicht oder nur sehr schwer erreichbar sind. Der spielerische Wettbewerbscharakter des Slams, die Textproduktion innerhalb und (teilweise gemeinsam mit) der Gruppe, fehlende Bewertungskriterien der Notengebung oder der klassischen Bewertung von literarischer Produktion, die Förderung von Texten aus der unmittelbaren Lebenswirklichkeit der Jugendlichen wie auch der vom Workshopleiter vermittelte demokratische Grundgedanke hinter der Poetry-Slam-Idee begeistern nach unseren Erfahrungen gerade (männliche) Jugendliche, die selten bis nie gelesen haben. Zur Motivation an der Teilnahme an einem Poetry-Slam-Workshop trägt auch die Verwurzelung der Darbietungsform des Slams in der zeitgenössischen Pop-Kultur wie auch eine grundsätzliche Ähnlichkeit von Poetry-Slam-Texten z.B. mit Lyrics aus dem musikalischen Genre Hip Hop/Rap bei.

Wie war das Feedback seitens der Kinder und Jugendlichen auf die Aktion? Was hat ihnen am besten gefallen? Wie wurde das Thema Lesen in die Aktion integriert?

Das Feedback auf die Aktion ist seit ihrem Bestehen durchweg positiv. Gerade der Aspekt der gemeinsamen Textproduktion wie auch ihrer kollektiven Aufführung hat die Jugendlichen besonders angesprochen. Hilfreich ist hier selbstverständlich, dass die individuellen Texte bei ihrer Aufführung wenn überhaupt nur spielerisch einer Bewertung unterzogen werden. Lesen, Lektüre wird insofern bei dem Projekt berücksichtigt, als dass den Jugendlichen bei der Einführung in den Workshop Texte bereits renommierter Slammer zur Orientierung und Verortung, aber ausdrücklich nicht als Maßstab vorgetragen werden.

Was würden Sie Einrichtungen raten, die ein solches Projekt durchführen möchten? Worauf sollte man besonders achten?

Es sollte garantiert sein, dass die Jugendlichen an möglichst zwei hintereinander folgenden Tagen jeweils etwa vier Stunden mit kurzen Pausen an ihren Texten gemeinsam mit einem visierten Workshopleiter ungestört arbeiten können. Ein Zuviel an Betreuung, ein Zuwenig an Zeit oder ein in der Poetry-Slam-Kultur nicht aktiver Workshopleiter sind der Idee eines Workshops, der auch für andere Jugendliche durchaus Interesse – per Mundpropaganda oder im Rahmen der Teilnahme an einer Abschlussveranstaltung, sprich der (halb-)öffentliche Präsentation der Ergebnisse – an dieser Darbietungsform von Literatur schaffen kann, nicht zuträglich.

Ingo Rüdiger, geboren 1966 in Kassel. Seit 1998 Projektleitung für das LiteraturBüro Mainz e.V., seit 2010 u.a. Organisation des "Projekt : Poetry" wie auch Beratung und Organisation von Poetry-Slam-Veranstaltungen für den SWR. 

Praxistipp: Hörspiel-Workshop mit Jugendlichen

Ein Bericht von Marco Ponce Kärgel

Hörbuch ©Fotolia/babimu

Seit vielen Jahren führe ich als freiberuflicher Medienpädagoge Hörspiel-Workshops mit Jugendlichen durch. Meist handelt es sich dabei um einwöchige Projekte. Ich arbeite dann mit einer Gruppe von ca. 10 Jugendlichen in einem semiprofessionellen Tonstudio, das an ein Berliner Jugendfreizeitheim
angegliedert ist.


Im Folgenden möchte ich einen Workshop beschreiben, der die Story-Findung, deren Ausarbeitung im Skript und vor allem die künstlerisch-darstellerische  Umsetzung in Sprache, Geräusch und Musik vor dem Mikrofon im Fokus hat. Das ist eine tolle Möglichkeit, mit der gerade im Rahmen der Sprachförderung kreativ, spielerisch und eigenbestimmt bestens
gearbeitet werden kann.

Zuerst denken wir uns dabei gemeinsam ein Story-Gerüst aus, ab und an wird ein aktuelles Thema angeregt oder gar vorgegeben: Cybermobbing, Gewalt, Toleranz etc. Dieser Prozess der Story-Findung ist oft der anspruchvollste Teil der Arbeit, sollen doch einerseits alle Ideen und Anregungen der TeilnehmerInnen Eingang finden und andererseits aber eine schlüssige und spannende Story entstehen:
eine Gratwanderung zwischen „Gruppenidentifikation“ und „Kunst“. Wir hören uns die verschiedensten Ideen und Entwicklungen an, die ich den TeilnehmerInnen in einem moderierten Prozess immer wieder spiegele, festklopfe und in groben Stichworten aufschreibe. Danach teilen wir die Story in Szenen ein, und in Kleingruppen zu zweit oder zu dritt werden diese Szenen zu einem Skript ausformuliert. Die besondere Herausforderung besteht dabei darin, „für´s Hören zu schreiben“, d.h. es sollten viele authentische und lebendige Dialoge in wörtlicher Rede vorkommen, eher kurze Sätze, bildhafte Sprache, hier und da
Zusammenfassungen und Redundanzen verwendet werden, um dem Hörer „zu helfen“, die Geschichte nachzuvollziehen.

Ist das Skript fertig und in gemeinsamer Runde besprochen und redigiert (hierbei muss auf Logik und Continuity geachtet werden!), verteilen wir die Rollen und proben die Dialoge. Oft feilen wir noch einmal genau nach: Würde diese oder jene Person diesen oder jenen Satz genau so sagen? Haben die HörerInnen wirklich alle Informationen, damit er der Story folgen kann? Sind die Dialoge in der richtigen Stimmung interpretiert? Dieser gemeinsame „Regie-Prozess“ lässt das Hörspiel erst richtig lebendig werden und sorgt noch einmal für eine gesteigerte Identifikation aller TeilnehmerInnen mit dem Projekt, der Gruppe im Allgemeinen und mit unserem Hörspiel im Besonderen.

Danach denken wir uns die benötigten Geräusche aus. Ich habe einen großen Koffer voller „Geräuschmacher“, aus dem wir uns für unser Hörspiel bedienen - die reichen von den klassischen Kokosnussschalen für Pferdegetrappel über realistische Fahrradklingeln bis hin zu Merkwürdigkeiten wie Luftballons für quietschende Autoreifen; der Phantasie sind dabei nur am Anfang Grenzen gesetzt! In dem hier geschilderten Workshop werden sowohl die Sprache als auch die Geräusche live aufgenommen - also alles zusammen und in einem Rutsch. Die einzelnen Szenen werden also in voller Besetzung geprobt, d.h. es gibt die SprecherInnen, ggf. ErzählerIn und eben die GeräuschemacherInnen. Letztere müssen ihre „Rollen“ ebenso für sich üben und dann bei der Aufnahme herstellen, zur richtigen Zeit, in der richtigen Lautstärke und Intensität etc. Gerne wird das anfangs unterschätzt, sorgt im Folgenden aber meist für eine umso gesteigerte Konzentration und einen größeren Spaß. Und nebenbei: so können auch Jugendliche ihren Part finden, die sich mit ihrer Stimme eher nicht vors Mikrofon trauen!

Für die Aufnahme hat günstigenfalls jede Sprecherin und jeder Sprecher ein eigenes Mikrofon, ebenso alle GeräuschemacherInnen. Das garantiert die beste Klangqualität und später den größten Hörgenuss! Jetzt nehmen wir die erste Szene auf und hören sie direkt danach gemeinsam an. Meistens fällt den TeilnehmerInnen beim Anhören schon selber die eine oder andere Ungenauigkeit auf, und die Szene wird so oft wiederholt, bis jeder Dialog und jedes Geräusch zur allgemeinen Zufriedenheit aufgenommen ist.

Ist am Ende einer Workshop-Woche noch ein bisschen Zeit, können wir unser Hörspiel mit eigener Musik veredeln. Oft gibt es TeilnehmerInnen, die ein paar Akkorde auf der Gitarre oder dem Keyboard spielen können, und mit deren Vorgaben initiiere ich dann eine Gruppenimprovisation in dieser oder jener passenden Grundstimmung (spannend, düster, heiter etc.), die wir genauso aufnehmen und z.B. als Titel- oder Abspannmusik einsetzen können.

In einer Phase der tontechnischen Aufbereitung setze ich die Szenen und die Musik hintereinander, und unser Hörspiel ist fertig! Erfahrungsgemäß entsteht so in einem fünftägigen Workshop ein ca. 15minütiges,
kurzweiliges Hörspiel, das die TeilnehmerInnen als CD oder auf einem Stick mit nach Hause nehmen können.

Marco Ponce Kärgel lebt und arbeitet als Musiker, Tontechniker und Medienpädagoge in Berlin. Als Medienpädagoge hat er sich auf die Produktion von Hörspielen mit jungen Menschen spezialisiert. www.hoerspielemitjungenmenschen.wordpress.com

Praxistipp: Zeitschriften in Jugendeinrichtungen

Interview mit Oliver Quartier vom Jugendhaus „Spots“

Mädchen lesen Zeitschriften ©Fotolia

„Zeitschriften sind eine Bereicherung für unsere Einrichtung“, stellt Oliver Quartier vom Jugendhaus „Spots“ in Landstuhl fest. Und das nicht nur, weil so auch leseferne Jugendliche erreicht werden können. Im Interview berichtet er von seinen Erfahrungen mit Zeitschriften in der Einrichtung und verrät, welche Magazine bei den Teens besonders gut ankommen.


Welche Zeitschriften führen Sie im Jugendhaus?
Wir haben „BRAVO Sport“, „Wendy“, „Geolino“ und „YEAH!“ vor Ort.

Waren die Jugendlichen am Auswahlprozess der Titel beteiligt?
Anfänglich mussten wir das selbst entscheiden. Mittlerweile haben wir eine Umfrage unter den Kindern und Jugendlichen gestartet, ihre Wünsche haben sich aber mit unseren Vorschlägen gedeckt. 

Wo halten Sie die Zeitschriften bereit?
Wir haben einen Leseclubraum, dort liegen die Zeitschriften für die Jüngeren aus. Im Jugendraum, der mehr von Jungs im Alter von 13 bis 19 Jahren besucht wird, gibt es die „BRAVO Sport“. In diesem Raum findet auch ein Mädchentreff für 12- bis 14- Jährige statt und deshalb liegt da auch die „YEAH!“. Diese beiden Zeitschriften sind für die jüngere Leseclub-Klientel einfach noch nicht so interessant.

Liegen die Zeitschriften einfach aus oder machen Sie auf das Angebot speziell aufmerksam?
Beides: sie liegen aus und wir geben Hinweise, wenn ein neues Heft kommt.

Wie oft werden die Zeitschriften genutzt?
Wenn ein neues Heft kommt, wird es direkt genutzt. Je nachdem wie oft die Mädchen- und Jungengruppen dann da sind, kann es bis zu zwei Wochen dauern, bis alle durch sind.  

Wie werden die Zeitschriften genutzt?
Die Mädels schauen durchaus eher in einer kleineren Gruppe rein, die Jungs blättern sie auch mal alleine durch.

Kommen die Kinder und Jugendlichen gezielt in die Einrichtung, um die Zeitschriften zu lesen?
Die Jugendlichen nutzen die Zeitschrift eher zwischendurch, wenn sie sowieso in die Einrichtung zu einem Programm kommen. Zeitschriften sind für sie mehr ein Beiwerk, in das sie reinschauen, wenn sie gerade Zeit haben.
Bei den Kindern im Grundschulalter sieht es anders aus: Sie kommen wegen der Bücher und Zeitschriften im Leseclub und nutzen beides sehr gerne. Die Poster und vor allem die Spielzeuge in den Zeitschriften kommen besonders an. Darum reißen sie sich. Wir haben sogar ein Bonussystem, nach dem wir die Spielzeuge verteilen. 

Sprechen die Jugendlichen über das Gelesene?
Bei den Jungs war Thema zum Beispiel, dass es gar nicht stimmt, was in der BRAVO Sport gestanden hat, der Wechsel oder die Ablöse für einen Spieler ist ganz anders abgelaufen.  Natürlich unterhalten sie sich darüber, gerade auch wenn in den Zeitschriften Themen angesprochen werden, die bei der Altersgruppe momentan angesagt sind und sie beschäftigen.

Gibt es eine bestimmte Zielgruppe, die gerne Zeitschriften nutzt?
Weder bei den Mädels noch bei den Jungs sind es die üblichen Leser, sondern die Zeitschriften erreichen gerade Jugendliche, die nicht so gerne lesen. Der Vorteil von Zeitschriften ist zum Beispiel, dass aktuelle Sachen darin stehen. Die Hürde sich damit zu beschäftigen, ist auch nicht so groß. Es ist ja „nur“ eine Zeitschrift, die man einfach durchblättern kann. Dann sind die Beiträge abgeschlossen. Das zusammen sorgt dafür, dass Zeitschriften auch von den eher Lesefernen in die Hand genommen werden. 
Wir haben die Zeitschriften erst im Rahmen des Leseclubs angeschafft und hatten vorher keine im Angebot. Wir können nach unseren Erfahrung sagen: Sie sind definitiv eine Bereicherung für unsere Einrichtung.

Praxistipp: „Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien“

Interview mit Brigitta Wühr vom dbv

Digitales Lesen ©Milk Photographie / Corbis

Bibliotheken und digitale Medien – passt das zusammen? Sehr wohl, wie das Projekt „Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien“ des Deutschen Bibliotheksverbands zeigt. Die Projektleiterin Brigitta Wühr stellt es in einem Interview vor, gibt Tipps für die Umsetzung einer Leseförder-Aktion in der eigenen Einrichtung und erläutert, wie analoge und digitale Lesewelten auf spannende Weise verknüpft werden können, sodass Jugendliche zum Lesen animiert werden.


Wie verbindet „Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien“ analoge und digitale Lesewelten?
Ausgangspunkt für die Aktionen ist immer eine Geschichte, ein geschriebener Text – aus einem Buch, einem Zeitungsartikel, einem Comic usw.; im Idealfall suchen sich die Kinder und Jugendlichen ihre Lektüre bzw. ihr Thema selbst aus – laden ggf. auch schon mal einen Autor/eine Autorin ein. Sie entscheiden selbst, wie sie Text bzw. Thema digital weiterbearbeiten wollen. Sie vertonen z.B. den Stoff oder sie schreiben ein Drehbuch und verfilmen es; sie erfinden eine eigene Geschichte; sie richten eine Facebook-Gruppe ein, um die Geschichten einzelner Figuren aus einem Roman weiter- oder anders zu erzählen; sie setzen einen Roman fort, nehmen dabei neue Blickwinkel ein; sie gestalten einen Blog, der ihre kreativen Prozesse begleitet. Die Kinder und Jugendlichen starten in der analogen Welt, um dann die Möglichkeiten der digitalen Welt auszuloten und sich darin auszuprobieren. Sie werden selbst zu Autoren, ohne es zu merken.

Welche Voraussetzung müssen gegeben sein, um „Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien“ in der eigenen Einrichtung durchzuführen (Material, technisches Know-how)?
Das kommt auf die Altersgruppe an, die eine Einrichtung fördern möchte bzw. die konzeptionelle Idee, die man mit den Fördergeldern umsetzen möchte und für die man natürlich erst einen Antrag bei uns stellt. Z.B. kann man Tablets, mit denen man sehr gute Fotos machen und eine digitalen Bildergeschichte (Fotostory) gestalten kann, bei uns beantragen. Wenn man im Netz gemeinsam mit den Kindern recherchieren möchte oder mit den Älteren (ab 12 Jahren) ein Angebot wie z.B. Geocaching oder das Erstellen eines digitalen Stadtplans umsetzen möchte, wird ein Computerarbeitsplatz mit Internetanschluss zwingend notwendig.
Auch wenn die Antragstellenden keine Fachfrauen/kein Fachmänner für digitale Medien sind, so genügt Neugierde, Offenheit und die Bereitschaft, sich ggf. von den Kindern/Jugendlichen Handgriffe und Kniffe zeigen zu lassen: die Bereitschaft voneinander zu lernen. Wir geben oft die Empfehlung, Jugendliche als Ehrenamtliche zu gewinnen. Deren Rat gilt den Gleichaltrigen oft mehr als der von Erwachsenen.
Nicht unerwähnt bleiben soll: Unser Verbundpartner, die Stiftung Digitale Chancen bietet kostenlose Qualifizierungen für ehrenamtliche Helfer an, die die Kinder/Jugendlichen bei den Aktionstreffen begleiten. Hierbei geht es um die Vermittlung von Basics, wie z.B. das typische Mediennutzungsverhalten und den (medien-) pädagogischer Umgang mit der Zielgruppe, die Nutzung der jeweiligen digitalen Medien (Geräte, Anwendungen, kostenlose Internetangebote) sowie über die damit verbundenen rechtlichen Rahmenbedingungen (Urheberrechtsfragen, Persönlichkeitsrecht). Man bekommt dort auch Tipps zur Durchführung.

Welche Zielgruppen werden besonderes angesprochen? Haben an den Projekten z.B. auch Jugendliche teilgenommen, die nicht so gerne lesen? Wenn ja, wie ließen sie sich motivieren?
Die Zielgruppe unseres Projektes, das vom Bundesbildungsministerium im Rahmen des großen Förderprogramms „Kultur macht stark: Bündnisse für Bildung“ finanziert wird, sind Kinder und Jugendliche von 3 bis 18 Jahren, die in Risikolagen aufwachsen. Die Eltern haben oft keine Kenntnisse oder keine Zeit, sich um die Leseförderung ihres Nachwuchses zu kümmern oder diesen ins Netz zu begleiten. Es sind mit Sicherheit auch Kinder dabei, die bisher nicht gerne gelesen haben oder denen zumindest nicht bewusst war, dass auch ein Profil bei Facebook mit Lesen im Zusammenhang steht. Im Lauf des letzten Jahres kamen des Öfteren Flüchtlingskinder hinzu.
Uns ist (fast) egal, was die Kinder lesen, Hauptsache sie lesen überhaupt. Es muss nicht immer ein Autor sein, der den Kinder- und Jugendbuchpreis gewonnen hat. Der Trick ist vielmehr: Wir versuchen die Kinder/Jugendlichen da abzuholen, wo sie sind, nämlich bei ihrem Interesse für die digitale Welt. Wir gehen davon aus, dass die intensive Beschäftigung mit Aspekten, die die Kinder in diesem Alter sowieso spannend und interessant finden (Comics, Computer, Games), zu einer hohen intrinsischen Motivation der Teilnehmenden führt. Das Lesen und das Schreiben werden von den Kindern/Jugendlichen in diesem Zusammenhang als Teil einer selbst gewollten Beschäftigung verstanden und daher nicht als Zwang und Belastung wahrgenommen. Dass letztlich am Ende sogar ein eigenes „Produkt“ entsteht, verstärkt den Prozess der Identifizierung mit der Projektarbeit noch.

Wie war das Feedback seitens der Kinder und Jugendlichen in den Projekten? Was hat ihnen am besten gefallen?
Das Feedback ist in der Regel sehr gut – die Kinder/Jugendlichen fragen nach Wiederholungen und Fortsetzungen. Und sie entdecken im Idealfall die Bibliothek als Treffpunkt – als geschützten Aufenthaltsort – und kommen wieder. Diesen Effekt haben wir uns auch erhofft. Sie haben in jedem Falle Spaß, wenn man mit Ihnen zusammen einen Twitter-Account einrichtet, auf digitale Schnitzeljagden geht, sich mit Ihnen zum Thema Gaming auseinandersetzt und Spiele ausprobiert und rezensiert. Man kann sogar das Thema Mobbing bei WhatsApp gut ansprechen. Toll finden sie immer das Arbeiten mit Tablets. Unser Format einer digitalen „Fotostory“ mit Hilfe von Tablets ist der Renner. Unsere Erfahrung: Geben Sie den Kindern ein Forum und sie nutzen es: die  Präsentation der Ergebnisse bei einer Abschlussveranstaltung macht sie sehr stolz. Im Endeffekt ist es ein pädagogisches Ziel von „Lesen macht stark“, die sozialen Kompetenz der Kinder/Jugendlichen durch ausgeprägte Teamarbeit zu stärken sowie ihr kreatives Potential zu wecken und weiterzuentwickeln.

Was würden Sie Einrichtungen raten, die ein solches Projekt durchführen möchten? Worauf sollte man besonders achten?
Es gibt schon einige Überlegungen, die wir mit auf den Weg geben:
• Suchen Sie sich motivierte Kooperationspartner für das lokale Bündnis: Partner z.B. mit Zugang zur Zielgruppe und/oder mit technischem Know-how. Man muss nicht alles selbst wissen/können – nicht alles alleine stemmen.
• Es bedarf einer guten Abstimmung mit den Partnern – eines guten Projektmanagements und einer sinnvollen Aufteilung der Aufgaben.
• Man benötigt nicht nur Manpower für die Antragstellung: Öffentliche Fördergelder zu bekommen, bedeutet einen hohen Grad an Verantwortung, diese Mittel auch zu verwalten. Dafür ist Zeit und Aufwand einzuplanen.
• Sichern Sie sich die Hilfe und Unterstützung von Ehrenamtlichen bei der Betreuung der Kinder/Jugendlichen bei den Aktionen, vor allem auch aus der jugendlichen Peer Group.

Unterstützung bei der Antragstellung, weiterführende Information und Hilfestellungen unter: http://www.lesen-und-digitale-medien.de/

Praxistipp: „Klassenduell“

Leseförder-Projekt der Stadtbibliothek Ludwigshafen

„Klassenduell“: Leseförder-Projekt ©Christian Schwier

Mit großem Erfolg startete die Stadtbibliothek Ludwigshafen 2013 mit dem neuen Leseförderprojekt „Klassenduell“, um die Lesefreude bei Grundschulkindern zu steigern. Dieses erfolgreiche Förderprojekt wurde auch im Jahr 2014 wieder angeboten.


Nicht nur, wie zu Beginn, mit Grundschulen, sondern auch in der zentralen Jugendbibliothek in Zusammenarbeit mit der Ernst-Reuter-Realschule plus und der Karolina-Burger-Realschule plus. Das Projekt wird freundlicherweise unterstützt von der Bürgerstiftung Ludwigshafen, dem Förderkreis der Stadtbibliothek und der Sparkasse Vorderpfalz.

Konzept:
Die Schulklassen zweier Schulen beschäftigen sich, unter Betreuung durch die Mitarbeiterinnen der Stadtbibliothek Ludwigshafen, über ein Schul-Halbjahr ganz intensiv mit 10 Kinderbüchern.
Nach Ablauf des Halbjahres treten die Klassen in einem Duell gegeneinander an und können ihr Wissen über die Bücher unter Beweis stellen.

Ablauf:
Das Projekt mit zwei fünften Klassen der Realschulen Plus startete im Oktober 2014 mit einer Lesung von Lydia Hauenschild in der Kinder- und Jugendbibliothek. Die Schüler konnten sich nicht nur eine tolle Geschichte anhören, sondern lernten auch wie viele Schritte eine Geschichte bis zum gedruckten Buch durchläuft. Nach der Lesung durften sich die beiden Klassen ihre „Bücherkisten“ abholen, mit denen Sie das nächste halbe Jahr arbeiteten.

Während der „Lesephase“ besuchten die Mitarbeiterinnen der Stadtbibliothek die Schüler in ihren Klassen und halfen ihnen dabei sich auf das Duell am Ende des Projektes vorzubereiten. Es wurden sogenannte „Expertengruppen“ für jedes Buch gebildet, die sich intensiv mit der jeweiligen Geschichte auseinander setzten.

Bei dem finalen Duell, im Theatersaal der Stadtbibliothek, wurden den Expertengruppen der beiden Klassen je neun Fragen zu ihrem Buch gestellt. Dabei gab es drei verschiedene Fragevarianten. Entweder gab es drei Lösungsmöglichkeiten, eine Aussage musste als richtig oder falsch erkannt werden.

Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen stand der Sieger, die Ernst-Reuter-Realschule Plus, fest.
Die Konkurrenz ging aber auch nicht leer aus. Die Schüler hatten die zusätzliche Aufgabe Werbeplakate für Ihre Bücher zu erstellen. Die Auszeichnung für das beste Plakat ging damit an die Karolina-Burger-Realschule Plus.

Dieses Ludwigshafener Leseförderkonzept wurde nun durch den Bundesverband für Bildung, Wissenschaft und Forschung e.V. ausgezeichnet und als „hervorragendes und empfehlenswertes Konzept“ eingestuft. Der Stadtbibliothek Ludwigshafen wurde für dieses Leseförderkonzept das Gütesiegel des BBWF e.V. verliehen.

Ergebnisse:
Wir hatten mit diesem Projekt den Erfolg, dass manche Kinder zum ersten Mal ein „ganzes“ Buch gelesen hatten. Der Vorteil gegenüber klassischen Vorlesewettbewerben ist, dass es hier nicht um Vorlesequalität oder Schnelligkeit beim Lesen geht, an der viele schwächere Schüler oftmals scheitern, sondern darum den Inhalt zu erfassen. Dadurch kann jeder Schüler aktiv teilnehmen.
Der Duellcharakter lockt sogar die Lesemuffel an und es war schön zu sehen wie die Kinder mitfieberten.

Natürlich gibt es hier wie in jedem Projekt auch Schwierigkeiten zum Beispiel in der Terminkoordination oder den Lesefähigkeiten der Kinder, für die die ausgewählten Bücher teilweise eine Herausforderung darstellten. Auch die „Fehlzeiten“ mancher Kinder machten die Bildung von Expertengruppen mühsam, da mindestens zwei Kinder in einer Gruppe arbeiten sollten.

Fazit:
Das Projekt kam bei den Schülern und Lehrerinnen gut an und soll im nächsten Schuljahr in leicht veränderter Form (weniger Bücher evtl. als Revanche, also 6. Klasse) wieder durchgeführt werden.

Praxistipp: Lesen geht durch den Magen

Bericht aus der offenen Gruppenarbeit von Claudia Dohlich

Pommes ©Fotolia

„Was kochen wir denn heute?“ gefolgt von „Ich will heute aber kochen!“ – die Begrüßung der Kinder am Mittwoch zur Gruppenstunde ist immer gleich. Bei den verschiedenen Angeboten unseres Jugendzentrums wie Basteln Sport und Spielen ist das gemeinsame Kochen der Dauerbrenner.




Geschichten rund ums Essen und um Nahrungsmittel können als vergnüglichen Einstieg für eine Kochstunde genommen werden, wie z.B. die Geschichte „Pommes sind ungesund“ (aus: „Haben Elefanten wirklich Angst vor Mäusen? Vorlesegeschichten zu den lustigsten Alltagsirrtümern“ von Christian Dreller). Das könnte in etwa so ablaufen: Zunächst stellt eine Betreuerin das Buch kurz vor und fragt, wer es kennt, und um was es dabei gehen könnte. Dann wird vorgelesen. Anfangs mussten diesen Part die BetreuerInnen  übernehmen. Mit der Zeit haben sich die Kinder jedoch zunehmend getraut, den anderen selbst vorzulesen. Anschließend wird gemeinsam über die Geschichte gesprochen: Könnte die Geschichte so passiert sein? Was meint ihr, aus was werden Pommes gemacht? Was ist gesundes Essen? Natürlich spielen auch Fragen zu Übergewicht und Hänseleien eine große Rolle, die in „Pommes sind ungesund“ thematisiert werden. Denn diese handelt von Anton, einem dickeren Jungen, der beim Sportunterricht ausgelacht wird. Also etwas, das sicherlich einige Kinder schon selbst erfahren haben.

Dann überlegen wir gemeinsam, was wir im Kochprojekt zubereiten können: natürlich Pommes, aber es soll ja noch etwas dazu geben. Wir haben uns schnell auf selbstgemachte Hamburger und Limonade geeinigt. Die älteren Kinder aus der Gruppe gehen mit einem Betreuer in den Computerraum im Jugendzentrum und suchen Rezepte für selbstgemachte Limonaden raus. Die jüngeren Kinder fangen schon einmal mit der Einkaufsliste für Pommes und Burger an. Schließlich schreibt ein Kind alle Zutaten auf ein Blatt zusammen und ein anderes liest noch einmal die Liste vor. Denn wir wollen ja nichts vergessen.

Im Bastelangebot wird dann die Tischdeko vorbereitet. Verschiedenste Materialien liegen bereit, z.B. Papiere, Federn, Glitzersteine, Aufkleber usw. und jedes Kind bastelt sich sein eigenes Namensschild für den Tisch. Außerdem wird eine Dekoration passend zum Thema Hamburger und Pommes gestaltet. Der Einkauf wird i.d.R. aus organisatorischen Gründen von den BetreuerInnen vor dem Kochprojekt erledigt. Wichtig zu beachten ist, dass aus kulturellen bzw. religiösen Gründen einige Kinder nicht alle Sorten von Fleisch o.a. essen. Dies haben wir zu Beginn des Kochprojektes bei den Eltern abgefragt und eine Liste erstellt.

Nun wird der Kochlöffel geschwungen: In der Küche liegen die Rezepte und Kochanleitungen bereit. Jedes Kind der Kochgruppe hat eine feste Aufgabe. Hier hat es sich gezeigt, dass ein älteres Kind und ein jüngeres Kind gut zusammen arbeiten können. Der Ältere zeigt dem Jüngeren wie man Zutaten kleinschneidet und bringt auch ein wenig Tempo rein, da die jüngeren doch länger benötigen. Die Teams helfen sich gegenseitig beim Lesen, denn das Rezept und die Verpackungen müssen ja schon richtig gelesen werden, damit nicht am Ende Salz statt Zucker in der Limonade landet.

Solche Gruppenstunden sind eine Möglichkeit, unabhängig von Leistungs- und Erwartungsdruck mit den Kindern Zeit zu gestalten, sie aktiv zu beteiligen und nebenbei verschiedene Kompetenzen zu fördern. Sei es das Lesen, das gemeinsame Planen, lernen, sich abzustimmen und Kompromisse einzugehen, sich in der Küche und am Tisch sozial zu verhalten... Wichtig sind klare Regeln, Ansagen und Konsequenzen (z.B. wer mit dem Messer rumfuchtelt, muss aus der Küche raus). Vergessen darf man dabei aber nicht den Spaß für alle Beteiligten.

Praxistipp: Lesehelden 2.0

Bündnis für Bildung Dreieich

Lesehelden 2.0 ©Förderverein Weibelfeldschule e.V.

In Dreieich gibt es ein Bündnis für Bildung: der Förderverein Weibelfeldschule e.V. hat sich die Weibelfeldschule (Bücherei und AV-Studio) sowie das JUZ Dreieich als Bündnispartner gesucht und gemeinsam starteten wir im Herbst 2014 unsere neue Aktion LESEHELDEN 2.0. 



In der ersten Runde setzten die 6 Teilnehmer (alles Jungs) eine kleine Geschichte mit Hilfe von Tablets als Fotostory um. Dazu wurde vorher ein Storyboard erstellt, mit dessen Hilfe die Kinder dann die Bilder machten. Die Kinder bekamen eine kleine Einführung in das Erstellen eines Storyboards, lernten Tricks mit verschiedenen Perspektiven und überlegten, welche Bilder ihre Geschichte am besten repräsentieren würden. Die Fotos machten die Kinder selbst, ggf. half ein Mitglied einer anderen Gruppe, wenn beide Kinder auf dem Foto sein sollten. Anschließend wurden die Fotos mit Sprechblasen ergänzt. Bei der Durchführung unterstützten uns zwei Ehrenamtliche. Beide wurden zusammen mit Linda Hein, der Bibliothekarin der Weibelfeldschule, im September von der Stiftung Digitale Chancen geschult, um so den Kids eine gute Hilfe bei der Umsetzung ihrer Ideen sein zu können.


Die 6 Tablets sowie weitere technische Ausstattung und kleine Erinnerungsstücke für die Teilnehmer finanziert der Deutsche Bibliotheksverband im Rahmen des bundesweit geförderten Projekts KULTUR MACHT STARK. Geplant sind zunächst zwei Durchführungen.

Unsere Erfahrungen
Die Motivation der Kids war überwältigend. Gleich in der ersten Stunde wollten alle loslegen und die Tablets ausprobieren. Nach ersten Freiversuchen starteten wir mit der Auswahl der Geschichten. Eine kleine Vorauswahl erwies sich hierbei als hilfreich. Eigene Ideen der Kinder flossen in das Storyboard ein. So machten sich die Kinder die gelesene Geschichte zu eigen. Dabei waren fast alle Kids Nichtleser. Dass die Geschichten trotzdem mehrmals gelesen und verschieden reflektiert wurden, bemerkten die Teilnehmer gar nicht, weil sie mit viel Enthusiasmus bei der Sache waren.


Auch die Einbindung von Ehrenamtlichen mit Vorkenntnissen erwies sich als vorteilhaft - allein ist das Projekt, auch mit nur 6 Teilnehmern, nicht umsetzbar. Zu intensiv ist der Betreuungsbedarf.


Als sehr zeitaufwändig wird die organisatorische Abwicklung gesehen, schließlich sollte das Projekt als eines von vielen neben der normalen Büchereiarbeit laufen. Für kleine Bibliotheken mit wenig Personal scheint dies schwer machbar. Dennoch sind wir froh, bei dem Projekt dabei zu sein, bietet es doch neue Anreize und setzt die Schwerpunkte in der Leseförderung nun verstärkt auf die Förderung von Wenig- und Nichtlesern.

Auswahl der Geschichten
Da komplette Bücher sich weniger für die Umsetzung eignen würden, haben wir lange nach passenden Kurzgeschichten gesucht. Einige Autoren, die diesbezüglich extra angeschrieben worden sind, schickten uns sogar eigens für das Projekt bis dato unveröffentlichte Kurzgeschichten, andere gaben ihre Geschichten für die Verwendung frei. Die Kinder wählten anhand von farbigen Kärtchen, auf denen drei Schlagworte stehen (zB.: Rotz, lustig, Angst) ihre Geschichte, damit sie nicht nach der kürzesten greifen. Dieses Konzept hat sich ganz gut bewährt.

„Im Programm" sind momentan folgende Geschichten:

  • Sabine Ludwig - Mama hat Geburtstag (im Pilotprojekt umgesetzt)
  • Nina Blazon - Mara und das grüne Wunder (wird jetzt in der zweiten Staffel umgesetzt)
  • Peter Härtling - Sollen wir uns kloppen? (in beiden Staffeln umgesetzt)
    Georg Bydlinski - Das duschende Gespenst (wird jetzt in der zweiten Staffel umgesetzt)
  • Werner Färber - Drei Brüder (in ersten Staffel umgesetzt)
  • Cornelia Franz - Mädchentore zählen doppelt
  • S. Olsson, A. Jacobsson - Bert und die Bazillen (Auszüge, in ersten Staffel umgesetzt)

Ausblick
Derzeit läuft die zweite Runde der Lesehelden 2.0. Aktuell haben wir keine Ehrenamtlichen mehr für eine dritte Staffel. Ohne Unterstützung durch Ehrenamtliche halten wir bei uns das Projekt nicht für umsetzbar, leider blieben bisher mehrere Zeitungsaufrufe unbeantwortet.
Trotzdem sollen die Tablets weiterhin sinnvoll bei der Leseförderung zum Einsatz kommen, darum bemühen wir uns weiter, damit das Projekt nicht beendet werden muss.

 ©  Weibelfeldschule Dreieich / Linda Hein

Bildergalerie

Praxistipps: Kreative Pixelwelten – Mit Minecraft in der Bibliothek

Ein Interview mit Alexander Hundenborn vom Spieleratgeber NRW

Minecraft Screenshot ©Minecraft Screenshot

Ein PC-Spiel und eine Bibliothek – wie passt das zusammen? Wunderbar, wie das „Gecheckt“-Projekt „Kreative Pixelwelten – Mit Minecraft in der Bibliothek“ in Zusammenarbeit mit der Bibliothek in Köln Kalk beweist.


15 Jugendliche haben hier auf der Grundlage des ersten Buches der Trilogie „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins eine eigene Spielwelt mit dem PC-Spiel Minecraft erstellt.

Alexander Hundenborn, der für den Spieleratgeber NRW arbeitet und das Projekt „Gecheckt“ in der Bibliothek Köln Kalk betreut hat, erzählt in einem kurzen Interview, wie das Projekt gelaufen ist, und gibt Tipps, wie sich eine solche Aktion auch in Ihrer Einrichtung umsetzen lässt.

Welche Voraussetzung müssen gegeben sein, um diese Aktion in der eigenen Einrichtung durchzuführen (Material, technisches Know-How)? 
Grundsätzlich ist die Aktion in puncto Material nicht sehr aufwendig. Um es in der eigenen Einrichtung durchzuführen, müssen ein paar Computer mit dem Videospiel „Minecraft“ ausgestattet sein. Das Spiel hat keine hohen Systemanforderungen, so dass es auch auf älteren Computern wiedergegeben werden kann, und ist nicht viel teurer als ein Hardcover-Bestseller. Zusätzlich werden Schreibmaterialien wie Blätter und Stifte benötigt, um Drehbücher und Ideen aufzuschreiben. Weiterhin benötigen die TeilnehmerInnen Jugendbücher oder interessante Thematiken, die vom Buch in das Spiel übernommen werden. Hier kann beispielsweise überlegt werden, dass jede/r Teilnehmende ein eigenes Buch mitbringt, welches als besonders geeignet für die Umsetzung in Minecraft erscheint.
Zum technischen Know-How lässt sich sagen, dass die Kinder und Jugendlichen weitestgehend Minecraft beherrschen. Der/die Durchführende sollte jedoch dazu in der Lage sein, die Grundfunktionen des Spiels erklären und das Spiel so einrichten zu können, dass es zusammen spielbar wird. Hierfür gibt es vielerlei Anleitungen im Internet oder Sie können auf Anfrage eine Beratung vom Team des Spieleratgeber NRW bekommen.

Welche Zielgruppen werden besonderes angesprochen? Haben daran z.B. auch Jugendlichen teilgenommen, die nicht so gerne lesen? Wenn ja, wie ließen sie sich motivieren?
Zielgruppe dieser Aktion sind grundsätzlich Kinder und Jugendliche von ca. 10-16 Jahren. Diese Zielgruppe zeigt bei vielen Umfragen und Studien gesteigertes Interesse am Spiel Minecraft und ein relativ hohes Lesepotenzial. Die Motivation, an dieser Aktion teilzunehmen, lag hauptsächlich darin, dass das vermeintliche Lieblingsspiel der Kinder und Jugendlichen in einem ihnen durchaus bekannten Rahmen angeboten wurde, der jedoch nicht als medialer Ort wahrgenommen wird. Eine Verknüpfung der Jugendbuchthematik mit einem Videospiel war den Jugendlichen zunächst fremd, als ihnen aber bewusst wurde, dass sich Parallelen finden lassen, war die Motivation groß, das Setting des Buches möglichst realgetreu in Minecraft zu übertragen. So wurden beispielsweise auch Szenarien geändert, da sie im Buch als zu wenig spannend und actionreich bewertet wurden. Aus Sicht der Jugendlichen geschah hier eine Aufwertung der literarischen Szenarien in der interpretatorischen Umsetzung durch das Videospiel.

Wie war das Feedback seitens der Kinder und Jugendlichen auf die Aktion? Was hat ihnen am besten gefallen? Wie wurde das Thema Lesen in die Aktion integriert?
Die Kinder und Jugendlichen waren sehr angetan, dass ihre mediale Lebenswelt mit der von ihnen oft als „langweilig“ und „alt“ beschriebenen Welt der Bücher verknüpft wurde. Vielen war nicht bewusst, dass es Parallelen zwischen Videospielen und Büchern gibt, dass Handlungen, Geschichten und fantastische Erlebnisse in beiden medialen Ausgestaltungen ihren Schwerpunkt finden. Die Faszination, Buchinhalte in ein digitales Format und speziell in ein Videospiel zu übertragen, fand großen Anklang und motivierte die Kinder und Jugendlichen, die relevanten Buchstellen genau zu lesen, sie zu interpretieren und neu zu arrangieren.

Was würden Sie Einrichtungen raten, die ein solches Projekt durchführen möchten? Worauf sollte man besonders achten?
Sollten die Kinder und Jugendlichen keine eigenen Bücher als Themenvorlage mitbringen, ist es wichtig, dass der/die Durchführende Alternativen bieten kann. Eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Spiel Minecraft ist ebenso von Vorteil, da man unter dem Gesichtspunkt der Umsetzbarkeit die Buchauswahl treffen sollte. Es ist natürlich auch wichtig, das Spiel Minecraft und die einhergehende  jugendkulturelle Relevanz im Blick zu haben, um auf die Wünsche und mitunter auftretenden Fragen von Eltern eingehen zu können. Weiterhin sollte die Zielgruppe genau beachtet bzw. ausgewählt werden, da man mit der Bewerbung der Aktion hauptsächlich Gamer anspricht. Die Bereitschaft, sich auch inhaltlich mit den Büchern auseinanderzusetzen, kann durchaus eine Herausforderung sein. Es ist aber ebenso gewinnbringend, wenn man die Leseverdrossenheit als Ressource sieht, dort ansetzt und sie mit einem lebensweltlichen Bezug auflöst.

Einen ausführlichen Bericht von Alexander Hundenborn zum Projekt "Kreative Pixelwelten – Mit Minecraft in der Bibliothek" finden Sie in der Broschüre „Gecheckt NRW“ .  Ein Blick in die Broschüre lohnt sich allemal, denn es werden darin viele weitere inspirierende Praxisbeispiele zum Einsatz von Medien in der außerschulischen Jugendarbeit vorgestellt.

 
Alexander Hundenborn hat Soziale Arbeit an der Katholischen Hochschule in Köln studiert und ist als Redakteur bei der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW tätig.

Praxistipp: Comic-Workshop

Jugendtreff "052" in Erlangen

Praxistipps des Jugendtreffs "052" Erlangen ©Jugendtreff "052"

Ein alles entscheidendes Fußballspiel, eine weit entfernt lebende Schwester, Streit mit Eltern, Lehrern oder Freunden oder das neueste Abenteuer eines Superhelden – all das und noch viel mehr haben sich Kinder und Jugendliche ausgedacht und im Rahmen eines Comic-Workshops kreativ zu Papier gebracht.


  Die Teilnehmer waren Besucher der Offenen Kinder- und Jugendarbeit des Stadtteilhauses Treffpunkt Röthelheimpark Erlangen und hatten in einem dreitägigen Workshop Ende Mai 2014 die einmalige Möglichkeit mit dem Workshopleiter und bekannten Leipziger Comic-Künstler Schwarwel in die bunte Welt des Comics einzutauchen.

Für viele der Kinder und Jugendlichen war dies eine ganz neue Erfahrung, dennoch setzten sie ihre Ideen mit viel Fantasie, Kreativität und Freude um. Begeistert und voller überraschender Einfälle entwickelten sie Geschichten zum Thema „Lebenswelten“ und realisierten sie dann hochkonzentriert und Strich für Strich in Comic-Zeichnungen. Kamen Fragen auf, z.B. wie man einen wehenden Umhang zeichnet, wie die richtige Perspektive zu wählen ist oder welche Farben besonders aussagekräftig sind, stand der Profi Schwarwel den Teilnehmern als Ansprechpartner zur Verfügung.

Zahlreiche Einzelwerke – von ersten Zeichenübungen über einzelne Comic-Helden bis hin zu ganzen Geschichten – entstanden in den drei Tagen des Workshops. Darüber hinaus entschieden sich die Kinder und Jugendlichen dafür, ein großes Gemeinschaftsbild zu zeichnen, auf dem die Einzelideen zusammengetragen wurden. Dieses Kunstwerk sowie eine Auswahl einiger kleiner Zeichnungen waren in der Ausstellung „Platsch! – Comic geht baden!“ während des 16. Internationalen Comic-Salons im Innenhof des Frankenhofs in Erlangen zu sehen.


Der Workshop fand im Rahmen des kulturpädagogischen Kooperationsprojekts „Comic macht Schule“ statt. Veranstalter dieser jährlich stattfindenden Aktion ist der Kulturservice Erlangen für Schulen und Kitas im Kulturprojektbüro der Stadt Erlangen in Kooperation mit der Jugendkunstschule Erlangen, verschiedenen Kinder- und Jugendeinrichtungen und Schulen sowie renommierten Comic-Künstlern. Das Projekt ermöglicht es Kindern und Jugendlichen, sich aktiv und kreativ am Programm des Internationalen Comic-Salons zu beteiligen, Einblicke in die Welt des Comiczeichnens zu erhalten und diese spezielle Form der Literatur kennenzulernen. „Comic macht Schule“ besteht aus mehrtägigen Workshops, der Präsentation der entstandenen Werke in einer Ausstellung am Rande des Festivals und einem gemeinsamen Besuch des Comic-Salons.


Der Workshop bot den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, niederschwellig, spielerisch und ohne Erfolgsdruck mit der Kunstform des Comiczeichnens in Kontakt zu kommen und eröffnete einigen von ihnen eine ganz neue Ausdrucksform. Das Zusammenarbeiten mit dem professionellen Künstler Schwarwel förderte bei den Teilnehmern eine motivierte Herangehensweise an diese Kunstform.


Nicht die künstlerische Qualität der entstandenen Bilder stand im Mittelpunkt, sondern vielmehr der kreative Umgang mit Ideen. Auch wenn ein gemeinschaftlicher Besuch der Ausstellungseröffnung leider nicht zustande kam, war die Teilnahme am Projekt „Comic macht Schule“ ein voller Erfolg. Es bereitete den Kindern und Jugendlichen große Freude sich kreativ „auszutoben“ und es entstanden phantasiereiche, eindrucksvolle, lustige, traurige und gruselige Geschichten. Aufgrund der tollen Resonanz würden sich sowohl die Besucher als auch die Mitarbeiter des Kindertreffs „Funki“  und des Jugendtreffs „052“ über eine erneute Teilnahme am Projekt im neuen Jahr sehr freuen.

©Jugendtreff "052" in Erlangen

Praxistipp: Leseförderung im Leseclub

JUZ Kaiserslautern

Jugendliche Leser ©grandriver istock

Am 10. August 2012 wurde unser Leseclub im Jugend- und Programm- zentrum Kaiserslautern gemeinsam mit unserem Kooperationspartner, der STIFTUNG LESEN, feierlich eröffnet. Der zuvor eigens von den Kindern und Jugendlichen umgestaltete Raum war gerade frisch renoviert, sehr gemütlich ausgestattet und bezugsfertig.



Nun galt es, die Regale mit anregenden Büchern zu füllen und den Betrieb anzukurbeln. Momentan können wir auf eine beachtliche Zahl von fast 200 Büchern sowie vielen Hefte, Zeitschriften, Comics, Hörbücher, CDs und Spiele zurückgreifen. Ein Tablet und zwei E-Book-Reader wurden ebenso angeschafft wie ein modernes Audiosystem. Leider werden die E-Book-Reader nicht so stark genutzt.

Konnten wir bei der Eröffnung großes Interesse beobachten, verringerten sich die Besucherzahlen zunehmend. Lesen gilt als uncool, an Leseclub-Tagen war eine rückläufige Besucherzahl im Haus zu verzeichnen. Dem haben wir mit wechselnden Öffnungstagen, wechselnden Räumlichkeiten und einem ansprechenden Programm entgegengewirkt. Wir haben es geschafft, den Leseraum regelmäßig für 1,5 bis 2 Stunden in der Woche zu öffnen. Die festere Lesegruppe begeisterten wir mit einem abwechslungsreichen Programm rund ums Lesen. Auf diese Projekte gehen wir nun weiter ein.

Zeitungen
Neben der aktuellen Tageszeitung haben wir zusätzlich die BRAVO, GEOLINO und DAS LUSTIGE TASCHENBUCH abonniert. Zum Auffrischen der Fußballbox wird auch ab und zu ein Sportmagazin gekauft.
Die neuen Zeitungen werden zuerst im Leseclub zugänglich gemacht und dann in den verschiedenen Gruppenräumen ausgelegt. Die Zeitschriften werden sehr gut genutzt und zeigen sogar Abnutzungsspuren.

Kunst aus Comics – Basteln eines Comicstuhles
Beim Bekleben des Stuhles mit den ausgeschnittenen Comicbildern kam Lesestimmung auf. Am Ende durfte nur auf den Stuhl, was vorher vorgelesen wurde. Der fertige Stuhl ziert nun unseren Leseclub und ist eine gerne genutzte Sitzgelegenheit.

Märchen
Zum Jubiläumsjahr der Brüder Grimm haben wir eine ganze Reihe Aktivitäten angeboten. So gab es beispielsweise Märchenstunden, Vergleiche von Hörbüchern und Märchenbüchern und das Basteln von Windlichtern mit Märchenmotiven. Großen Spaß hatten wir beim Backen und Gestalten eines Hexenhauses. Ein JUZ-Kinotag mit dem Froschkönig und sogar ein Musicalbesuch des Stückes „SimsalaGrimm“ kamen ebenfalls gut an.

Hofgestaltung
Um eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen und um die warme Jahreszeit draußen zu verbringen, haben wir den Hof neu gestaltet. Ein Blumenbeet wurde neu angelegt, ein Insektenhotel sowie Vogel- und Schmetterlingshäuser gebaut, verziert und aufgestellt. Hier lag der Leseschwerpunkt im Lesen der Bauanleitungen und deren Umsetzung (lesen und verstehen). So entstand eine sehr einladende Sitzecke, die im Sommer den Leseclubraum erweitert.
Natürlich feierten wir die Fertigstellung gebührend mit einem Grillfest.


Abschließend lässt sich sagen, dass sich der direkte Gebrauch der Bücher schwierig gestaltet und eher abschreckend wirkt. Ebenfalls problematisch ist die Nutzung eines festen Raumes als Leseclub, da die Hemmschwelle, diesen zu betreten, doch enorm ist.

Diesen Problemen konnten wir dank unseren räumlichen Möglichkeiten sowie der Flexibilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter prima entgegenwirken.


Es gelang uns, niederschwellige Leseaktionen an die Kinder und Jugendlichen heranzutragen, die oft als solche nicht erkannt wurden. Am einfachsten waren alle mit dazugehörigen Aktionen zu begeistern, wie Rezepte und Bauanleitungen lesen, Lesespiele, Karaoke singen... So wurden weitere Räume zum Basteln, Werken und Backen hinzugewonnen und das LESEN im ganzen Haus verbreitet (Bücherkiste, Zeitschriften, Leseecken).
Gemeinsam hatten wir mit den Kindern und Jugendlichen viel Freude, kreativ mit dem Thema LESEN umzugehen!

©JUZ Kaierslautern