Slideshow Über uns 3

Leitbild und Vision

Die Zukunftsstrategie der Stiftung Lesen 2011-2020

Hauptanliegen und Stiftungszweck

der Stiftung Lesen sind die Förderung des Lesens, der Lesemotivation und Lesekompetenz mit allen Lesemedien. In einer Gesellschaft, in der mehr gelesen wird und mehr gelesen werden muss als jemals zuvor in der Geschichte, versteht sich diese Zielsetzung nicht von selbst.


Wer nicht richtig lesen kann, hat schlechte Chancen in unserer Gesellschaft, denn Lesen ist vor allem auch der Schlüssel zum Lernen. Eine umfassende Lesekompetenz – dazu gehört auch und zunehmend stärker das Lesen digitaler Medien – ist eine wesentliche Voraussetzung, um sich persönlich und gesellschaftlich zu entwickeln, im Berufsleben erfolgreich zu sein, als informierter Mitbürger am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und seine Rechte wahrzunehmen.


Dabei geht die Stiftung Lesen von einer Gleichwertigkeit aller Lesemedien aus. In einer multimedialen Welt sind Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, elektronische Lesemedien, Internet, Filme und Hörmedien miteinander verbunden und verweisen aufeinander.

Die derzeitige Lese- und Bildungssituation in Deutschland

Von den Gesamtausgaben von Bund, Ländern und Kommunen für Bildung, Forschung und Wissenschaft entfielen im Jahr 2012 178,4 Mrd. Euro auf das Bildungsbudget (2011 178 Mrd. Euro). Mit 136,4 Mrd. Euro entfielen davon mehr als drei Viertel auf die Ausgaben für Kindergärten, Schulen, Berufsbildung und Hochschulen (Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Bildungsfinanzbericht 2014).


Laut OECD Studie „Bildung auf einen Blick 2014“ liegt der Anteil der Bildungsausgaben am BIP in Deutschland deutlich niedriger als in anderen OECD-Staaten: In Deutschland wurden 2011 5,1 Prozent des BIP für öffentliche und private Bildungseinrichtungen verwendet – im Vergleich zu 6,1 Prozent des BIP im Durchschnitt der OECD Länder (OECD: Bildung auf einen Blick 2014. OECD-Indikatoren).

Trotz aller staatlichen Bemühungen sind und bleiben relevante und weite Teile der Gesellschaft vom Erwerb dieser Kompetenzen mehr oder weniger ausgeschlossen. Davon zeugen die hohe Zahl funktionaler Analphabeten (LEO Studie 2011), das immer noch mittelmäßige Abschneiden deutscher Kinder in der Lesekompetenz (PISA-Studie 2012 und OECD-Bericht 2011) sowie die Tatsache, dass nur jeder fünfte Deutsche regelmäßig ein Buch liest (eigene Studien der Stiftung Lesen).

Vor diesem Hintergrund setzt sich die Stiftung Lesen dafür ein, dass der Ausbau eines leistungsfähigen Bildungssystems als Schlüsselaufgabe für die Sicherung der Zukunft unseres Landes betrachtet wird. Lesekompetenz ist hierbei die Grundlage jeglicher Bildungsanstrengung und bedarf weiterer staatlicher und gesamtgesellschaftlicher Initiativen und Programme.

Leitbild


Die Stiftung Lesen versteht sich gemeinsam mit ihren Partnern als

  • wichtiger und kompetenter Anwalt für medienübergreifende Leseförderung in Deutschland mit dem Auftrag, die Anliegen gegenüber Politik und Öffentlichkeit zu vertreten und sich für die Verbesserung der programmlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für Leseförderung und entsprechender Bildungsanstrengungen einzusetzen;
  • nationaler Ansprechpartner und Akteur für Leseförderung, der mit wissenschaftlichen Studien, politischen Empfehlungen und Programmen, die ‚Leselandschaft Deutschland‘ nachhaltig mitgestaltet;
  • innovativer und nachhaltiger Initiator und Koordinator von und zwischen allen gesellschaftlichen und staatlichen Akteuren zur Förderung des Dialogs, des Austausches und der Kooperation (gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen, Stiftungen, Politik, Öffentlichkeit, Wissenschaft und Wirtschaft).

Vision


Deutschland ist „Leseland“, in dem jedes Kind und jeder Erwachsene über die jeweils notwendige Lesekompetenz verfügt und Lesefreude entwickelt. Es gibt für jedes Mitglied der Gesellschaft geeignete und zugängliche Programme zur Leseförderung – unabhängig von seinen materiellen, kulturellen oder sozialen Voraussetzungen. Lesekompetenz in allen Medien wird bundesweit von allen gesellschaftlichen Gruppen und Akteuren als wichtigste Bedingung für Bildungsfähigkeit, persönliche Entwicklung, Chancengleichheit und kulturelle Teilhabe verstanden und entsprechend gefördert.

Mission Statement


Wir fördern das Lesen – denn Lesefreude und Lesekompetenz sind wesentliche Voraussetzungen für Bildung, Beruf und Chancengleichheit.


Wir sind anerkannter, kompetenter und unabhängiger Partner und Anwalt für das Lesen.


Wir schaffen Lesekompetenz und Zugänge zum Lesen für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen in allen Medien.

Motto/Claim


Lesefreude wecken – Lesekompetenz stärken

Programmziele für die kommenden Jahre


Die Grundlage der Programmarbeit der Stiftung Lesen lautet: so früh, so breit, so niedrigschwellig, so sichtbar, so partnerschaftlich wie möglich – so innovativ, so selbstbewusst, so exklusiv wie nötig.


Die Programme werden den biografischen Verlauf der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen abdecken, aufeinander aufbauen und aktivierenden Charakter haben.


Zukünftig wird noch stärker auf die Ausweitung der Projekte zu bundesweiten Programmen abgehoben (das ‚Lesestart‘-Paradigma) und darauf geachtet, dass die Wertschöpfungskette der einzelnen Programme systematisch entwickelt bzw. genutzt wird.


Die Programme der Stiftung Lesen lassen sich wie folgt zusammenfassen, wobei die bisher bekannten und erprobten bundesweiten ‚Leuchtturmprojekte‘ wie der Bundesweite Vorlesetag und der Welttag des Buches hier eine Sonderrolle einnehmen und noch weiter ausgebaut werden, da diese seit vielen Jahren und sehr erfolgreich eine bundesweite breite und notwendige Öffentlichkeit ‚für das Lesen‘ schaffen:


1. Lesestart (0 – 6 Jahre)

  • Ausbau auf 100 %-Versorgung auch mit anderen öffentlichen und privaten Partnern

2. Leseclubs (6 – 12 Jahre)

  • ein Leseclub an jeder Grundschule Deutschlands

3. Lesescouts (10 – 16 Jahre)

  • Lesescouts in allen Bundesländern Deutschlands
  • Kinder, die einen Lese- und Medienclub besucht haben, werden im Fortgang Lesescout
  • Lesescout = Juniorvorlesepate, auch für Senioren

4. „Netzwerk Vorlesen – Wir unterstützen ehrenamtliches Vorlesen in Deutschland“

  • Unterstützung, Service und Qualifizierung für 10.000 regionale Vorleseinitiativen und 150.000 ehrenamtliche Vorleser bundesweit

5. Erwachsene und Eltern (ab 30 Jahren)

  • Roll out: „Mein Papa liest vor“ in jedem Bundesland

6. Aus- und Weiterbildung von Fachkräften


a. Erzieherinnen

  • Erzieherinnennetzwerk bundesweit
  • Kooperationen mit Volkshochschulen, Bibliotheken bei der Aus- und Fortbildung von Erzieherinnen
  • Infrastruktur: Roll out „Alle Kinder dieser Welt“ gemeinsam mit Deutsche Bahn Stiftung

b. Lehrkräfte

  • Ausbau Mitglieder auf 50.000 Lehrkräfte
  • Ausbau digitale/serviceorientierte Angebote

c. Bibliotheksmitarbeiter (Ausbildungspakt) und

d. Buchhandelsmitarbeiter

  • Verbindliche Implementierung von Sprach- und Leseförderung in der Aus- und Fortbildung von bibliothekarischem und buchhändlerischem Fachpersonal
  • Ausbildungspakt mit Verantwortlichen im Buchhandel und Bibliotheken

Förderer, Unterstützer und Prominente
Die o. g. und weitere Vorhaben der Stiftung Lesen werden unterstützt durch


1. Bundespräsident


Die Stiftung Lesen steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.

2. Kuratorium

  • Vorsitzender: Prof. Markus Schächter, ehemaliger Intendant des ZDF
  • Stellvertretende Vorsitzende: Prof. Dr. Barbara Ischinger, Bildungsdirektorin OECD (bis 03/2014)
  • Stellvertretende Vorsitzende: Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung, NRW und stellvertretende Ministerpräsidentin
  • Kristin Alheit, Ministerin für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein
  • Prof. Dr. Maria Böhmer, Staatsministerin im Auswärtigen Amt
  • Edelgard Bulmahn, Mitglied des Deutschen Bundestags, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags
  • Ulrich Commerçon, Minister für Bildung und Kultur des Saarlandes
  • Dr. Thomas Feist, Mitglied des Deutschen Bundestags, Mitglied Arbeitsgruppe Bildung und Forschung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
  • Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe
  • Kai Gehring, Mitglied des deutschen Bundestags, Sprecher für Hochschule, Wissenschaft und Forschung der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
  • Dr. Karl Graf zu Eltz
  • Patrick Alexander Graf von Faber-Castell
  • Bertram Hilgen, Oberbürgermeister der Stadt Kassel
  • Prof. Dr. Hilmar Hoffmann, Vorsitzender der hessischen Kulturkommission, des Verwaltungsrats im Deutschen Filminstitut – DIF und des Programmbeirats von RTL
  • Stefanie Hubig, Ministerin für Bildung Rheinland-Pfalz
  • Oliver Kaczmarek, Mitglied des Deutschen Bundestags, stellvertretender bildungspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion SPD
  • Brunhild Kurth, Sächsische Staatsministerin für Kultus
  • Dr. Florian Langenscheidt, Autor, Verleger und Gesellschafter bei der Langenscheidt-Verlagsgruppe
  • Dr. h. c. Manfred Lautenschläger, Mitglied des Aufsichtsrats der MLP AG und Stifter der Manfred Lautenschläger-Stiftung
  • Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz, Hessischer Kultusminister
  • Manfred Lucha, Minister für Soziales und Integration Baden Württemberg
  • Emilia Müller, Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, Bayern
  • Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung
  • Dr. Auma Obama, Vorstandsvorsitzende und Initiatorin der Sauti Kuu Stiftung, die sich dafür einsetzt, Kindern und Jugendlichen auf der ganzen Welt ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen 
  • Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes Mittelständische Wirtschaft
  • Dr. Bianca-Amalia Prinzessin von Preußen
  • Vera Reiß, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz 
  • Wolfgang Schmitz, WDR-Hörfunkdirektor
  • Dr. Petra Sitte, Mitglied des Deutschen Bundestags, Forschungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE
  • Dr. Klaus Wehmeier, Vorsitzender des Kuratoriums der Allianz Umweltstiftung, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung
  • Prof. Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz

sowie ein Vertreter des Bundespräsidialamtes

3. Lesebotschafter


Wir verfügen seit Mai 2011 über eine herausgehobene Gruppe von Unterstützern, den sogenannten Lesebotschaftern‘, zu denen die folgenden Personen gehören:

  • Peter Kloeppel (Moderator)
  • Maria Furtwängler (Schauspielerin)
  • Marietta Slomka (Journalistin)
  • Steffen Hallaschka (TV-Moderator)
  • Frauke Ludowig (TV-Moderatorin)
  • Philipp Lahm (deutscher Fußballspieler)
  • Nazan Eckes (TV-Moderatorin)
  • Markus Lanz (TV-Moderator)
  • Bülent Ceylan (Comedian)
  • Cornelia Funke (Autorin)
  • Birgit Schrowange (TV-Moderatorin)
  • Nele Neuhaus (Autorin)
  • Steffi Jones (Direktorin des DFB)
  • Jan Delay (Sänger)
  • Cornelia Poletto (Spitzenköchin)
  • Udo Walz (Starfriseur)
  • Motsi Mabuse (Tänzerin)

Wir werden diese prominenten Lesebotschafter in unserer Außenkommunikation verstärkt einsetzen: in Freianzeigen, Publikationen, Testimonials, Broschüren, Websites etc. und damit die ‚Gesichter‘ der Stiftung Lesen verstärkt kommunizieren.

4. Wissenschaftliche Beratergruppe


Zur Identifizierung neuer Trends und Themen im Bereich Lese- und Medienkompetenz für unsere eigene Forschung und die entsprechende Programmarbeit werden wir in Zukunft eine Wissenschaftliche Beratergruppe nutzen. Für diese Wissenschaftliche Beratergruppe stehen uns die folgenden Damen und Herren zur Verfügung:

  • Prof. Dr. Cordula Artelt, Mitglied im PISA-Konsortium mit Schwerpunkt Lesen, Lehrstuhl für empirische Bildungsforschung, Universität Bamberg
  • Dr. Silke Borgstedt, Direktorin Sozialforschung Sinus Sociovision Markt- und Sozialforschung GmbH, Heidelberg
  • Prof. Dr. Wilfried Bos, Mitglied des Expertenteams der Internationalen Grundschul-Leseuntersuchung IGLU | Institut für Schulentwicklungsforschung TU Dortmund
  • Sabine Feierabend, Verantwortliche für Konzeption und Durchführung der KIM- und JIM-Studien, Referentin Medienforschung SWF/SWR, Leiterin der Geschäftsstelle des Medien-pädagogischen Forschungsverbunds Südwest, Stuttgart
  • Prof. Dr. Norbert Groeben, em. Professor für Allgemeine Psychologie und Kulturpsychologie, ehemals Universität Köln, Lehrstuhl für Neuere Germanistik, Universität Mannheim, Experte im Bereich Medienkompetenzforschung
  • Prof. Dr. Anke Grotlüschen, Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft, Universität Hamburg, Verantwortliche Leiterin der Level-One-Studie zur Alphabetisierung
  • Prof. Dr. Arthur M. Jacobs, Arbeitsbereich Allgemeine und Neurokognitive Psychologie, Freie Universität Berlin
  • Prof. Dr. Yasemin Karakasoglu, Mitglied im Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration, Mitglied im Sachverständigenrat des Integrationsbarometers, Konrektorin für Interkulturalität und Internationalität am Fachbereich Bildungs- und Erziehungswissenschaften, Universität Bremen
  • Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, Direktor Deutsches Jugendinstitut München, Mitglied im Autorenteam des Nationalen Bildungsberichts
  • Prof. Dr. Renate Schulz-Zander, Institut für Schulentwicklungsforschung TU Dortmund, Expertin für Digitale Medien im Bildungsbereich
  • Prof. Dr. Rudolf Tippelt, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Steuerungsgruppe zur Bildungsforschung der KMK und des BMBF, Professor für Allgemeine Pädagogik und Bildungsforschung, LMU München
  • Prof. Dr. Renate Valtin, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Lesen und Schreiben, emeritierte Professorin (FU Berlin) für Erziehungswissenschaften, ehemalige Gutachterin und Mitglied des Fachkollegiums Erziehungswissenschaften der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der IGLU-Konsortien 2006 und 2011 sowie der PISA/PIRLS Task Force der International Reading Association
  • Prof. Dr. Renate Zimmer, Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung an der Universität Osnabrück, Expertin für frühkindliche Bildung und Entwicklung

Außerhalb der Wissenschaftlichen Beratergruppe steht zur Verfügung:

  • Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, Public Health and Education, Hertie School of Governance, Berlin. Mitglied der Expertenteams nationaler und internationaler Studie im Bildungs- und Erziehungsbereich, u. a. Shell-Studie.

Die Umsetzung dieser Vision und des Leitbildes gelingt nur gemeinsam mit allen gesellschaftlichen Akteuren: Unternehmen, Verbänden, Stiftungen, privaten und öffentlichen Einrichtungen und Prominenten, die die Vorhaben der Stiftung Lesen unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten gemeinsam und gemeinschaftlich mittragen.

Mainz, den 8. März 2016