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Der Dietrich-Oppenberg-Medienpreis

Auszeichnungen für Beiträge über die Informations- und Wissensgesellschaft

Der Preis ist benannt nach dem 2000 verstorbenen Gründer und langjährigen Herausgeber der NRZ Neue Ruhr Zeitung/Neue Rhein Zeitung in Essen Dietrich Oppenberg, der als einer der wichtigsten Förderer einer modernen Zeitungs- und Lesekultur und des publizistischen Nachwuchses in Deutschland gilt.

Seit über 15 Jahren würdigen die Stiftung Lesen und die Stiftung Presse-Haus NRZ mit dem Dietrich-Oppenberg-Medienpreis Beiträge, die die sich ändernden Rahmenbedingungen in der modernen Informations- und Wissensgesellschaft reflektieren und dem Lesen im öffentlichen Bewusstsein Raum geben.

11.11.2008

Der Dietrich-Oppenberg-Medienpreis 2008

8.12.2008 - Saarbrücken - Verleihung Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2008 ©Stiftung Lesen / Bildschön

Für ihre essayistische Spurensuche in den amerikanischen Lese-Alltag „Die USA – ,a nation of avid readers´?" im Magazin „scripten 11” wurde die Berliner Journalistin Annette Zerpner aus Berlin mit dem ersten Preis des Dietrich Oppenberg-Medienpreises 2008 ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand in Anwesenheit der KMK-Präsidentin für 2008 und Saarländischen Ministerin für Bildung, Familie, Frauen und Kultur, Annegret Kramp- Karrenbauer, am 8. Dezember im Saarländischen Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur in Saarbrücken statt. Die in Paris lebende Freie Journalistin Katharina Born belegte den zweiten Platz des Dietrich Oppenberg-Preises 2008. Ihre in der Jüdischen Allgemeinen Zeitung erschienene Rezension „Bibliotherapie. Wie Georges-Arthur Goldschmidt über die Literatur zur Sprache zurückfand” thematisiert einen autobiographischen Essay des renommierten Autors und Übersetzers. Den dritten Preis erhielt der Bamberger Journalist Herbert Mackert für seinen in der Gesellschafter-Zeitung veröffentlichten Beitrag „Ohne Mitleidsschiene”.
Sein Thema: die Nürnberger Obdachlosenzeitung „Straßenkreuzer”. Mit dem Sonderpreis würdigt die Jury die in Düsseldorf lebende Journalistin und Autorin Dr. Mithu M. Sanyal, die aufgrund ihres herausragenden publizistischen Wirkens in diesem Themenbereich bereits zum dritten Mal den Oppenberg-Preis erhält. Ihr in WDR 5 „Scala” ausgestrahltes Hörfunk- Feature „Freunde mit Seitenzahlen – über das Leben mit Büchern” kommen passionierte Leser von 4 bis 84 Jahren zu Wort.


1. Platz
Annette Zerpner

„Die USA - ,a nation of avid readers’?" (erschienen in der
Zeitschrift scripten 11)

Eine lebendige Lesekultur widerspricht nicht dem „American Way of Life" – sie ist im Alltag vieler und sehr unterschiedlicher Milieus eng mit ihm verwoben. So lautet die Quintessenz von Annette Zerpners akribisch recherchierter, gleichwohl mit leichter Hand erzählter Spurensuche. Ihre herausragende Reportage leistet damit eine außerordentlich aufschlussreiche Positionsbestimmung der Buchkultur in einer von sozialen und politischen Widersprüchen geprägten Gesellschaft – nicht nur jenseits, sondern auch diesseits des Atlantik.

2. Platz
Katharina Born

„Bibliotherapie.Wie Georges-Arthur Goldschmidt über die Literatur zur
Sprache zurückfand" (erschienen in der Jüdischen Allgemeinen Zeitung,
März 2008)

Katharina Borns Rezension von Georges-Arthur Goldschmidts autobiographischem Essay „Die Faust im Mund" ist ein überzeugendes Plädoyer für das Lesen – weit über das besprochene Buch hinaus. Mit großer sprachlicher Sensibilität im Wechselspiel von Zitat und pointierter Beschreibung vermittelt sie ein lebendiges Bild vom Werdegang eines Menschen, der in besonderer Weise Literatur als Lebens- und Überlebens-Mittel auffasste. Dieser rote Faden zieht sich von Goldschmidts Kindheit, die vom nationalsozialistischen Terror geprägt war, bis hin zu seinen späteren Arbeiten als international renommierter Erzähler und Übersetzer. Ein exemplarischer Text über Relevanz und Wirkung von Literatur.

3. Platz
Herbert Mackert

„Ohne Mitleidsschiene" (erschienen in der Gesellschafter-Zeitung, April 2008)

Mit seinem herausragenden Porträt der Nürnberger Publikation „Straßenkreuzer" lenkt Herbert Mackert den Blick auf eine publizistische Gattung, die gleich in mehrfacher Hinsicht besondere öffentliche Aufmerksamkeit verdient: die Obdachlosenzeitung. In einem ausgesprochen lebendigen Erzählstil vermittelt Mackert ein authentisches Bild von den Menschen, die ein solches Zeitungsprojekt möglich machen: engagierte Journalisten mit Gespür für soziale Anliegen – und nicht zuletzt die Obdachlosen selbst, die als Verkäufer dieser professionellen Produkte Selbstachtung zurückgewinnen. Eine Reportage, die den Konnex von Lesekultur und bürgerschaftlichem Engagement in exemplarischer Weise verdeutlicht.

Sonderpreis
Dr. Mithu M. Sanyal

„Freunde mit Seitenzahlen – Über das Leben mit Büchern"
(gesendet in WDR 5 „Scala - Kultur am Mittag" am 29. Februar 2008)

„Welten trennen Menschen, die ihre Bücher mit in die Badewanne nehmen, von denen, die das nicht tun", erklärt Dr. Mithu M. Sanyal zu Beginn ihres außergewöhnlichen Features – um im Folgenden eine ganze Reihe höchst individueller Freundschaften zwischen Mensch und Buch zu skizzieren. Mit viel dramaturgischem Gespür zu einer Zitatcollage arrangiert, kommen hier Leser im Alter von 4 bis 84 Jahren zu Wort: Mal verschämt, mal ostentativ bekennen sie sich zu ihrer Obsession. Ergänzt durch gründlich recherchierte
Hintergrundinformationen aus Literatur- und Zeitgeschichte, vermitteln diese Stimmen die Vielfalt der Gefühle, die Gedrucktes bei Bücher-Menschen auslösen kann. Ein faszinierendes Hör-Erlebnis zum Thema „Lese-Erlebnis”.

Preisträger und Jurymitglieder bei der Preisverleihung 2008 in Saarbrücken: (v. l. n. r.): Heinrich Meyer, Geschäftsführer der Stiftung Presse-Haus NRZ, die Preisträgerinnen Katharina Born, Annette Zerpner und Dr. Mithu Sanyal, Preisträger Herbert Mackert, Annegret Kramp-Karrenbauer, Ministerin für Bildung, Familie, Frauen und Kultur des Saarlandes sowie Präsidentin der Kultusministerkonferenz für 2008.

11.11.2007

Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2007

3.12.2007 - Berlin - Verleihung Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2007 ©Stiftung Lesen / Bildschön

Wie spannend kann eine Ausstellungs-Führung sein, wenn das Spektrum der Exponate nur aus Notizbüchern und Schreibkladden besteht? Focus- Ressortleiter Bernhard Borgeest zeigt in seinem Text eindrucksvoll: außerordentlich spannend. Seine Reportage über das Deutsche Tagebucharchiv in Emmendingen wurde mit dem ersten Preis des Dietrich Oppenberg- Medienpreises 2007 ausgezeichnet. Die Verleihung des Preises fand in Anwesenheit des Berliner Staatssekretärs für Bildung, Jugend und Familie Eckart R. Schlemm als Vertreter der Kultusministerkonferenz am 3. Dezember 2007 in Berlin statt. Den zweiten Platz belegt das in der Süddeutschen Zeitung erschienene Feature „Heilige Schrift“ des Journalisten und Filmautors Tobias Kniebe. Sein Thema: die digitale Aufbereitung der weltweiten Buchbestände im Rahmen des Google-Bibliotheksprojektes. Den dritten Preis erhielt die Journalistin Stefanie Hiekmann für ihren in der Neuen Osnabrücker Zeitung veröffentlichten Beitrag „Vokabeln nebenbei gelernt“, der Kinder und Jugendliche dazu einlädt, Literatur im englischsprachigen Original zu lesen. Mit dem Sonderpreis zeichnete die Jury die Journalistin und Autorin Stefanie Jung aus: Sie analysierte im Rahmen einer in der Mainzer Allgemeinen Zeitung erschienenen Arktikelserie „Bücherei-Check“ das Angebot regionaler öffentlicher Bibliotheken.


1. Platz
Bernhard Borgeest
„Arche der Erinnerung“, in: Focus, 31. Ausgabe 2006

Erzählerisch versiert und psychologisch einfühlsam stellt Bernhard Borgeest das Deutsche Tagebucharchiv in Emmendingen vor. Der Autor wahrt die Balance, die persönlichen Schicksale der hinterlegten Dokumente zu respektieren und gleichzeitig ihre öffentliche Relevanz als Zeitzeugenberichte aufzuzeigen. Die engagiert recherchierte Reportage verdeutlicht durch klug ausgewählte Tagebuch-Zitate die vielfältigen Formen und Funktionen des Tagebuch-Schreibens und lässt auch diejenigen zu Wort kommen, die diesen Erinnerungs-Fundus als haupt- bzw. ehrenamtliche Archivare betreuen. Ein herausragender journalistischer Text über einen außergewöhnlichen Ort der Lesekultur.

2. Platz
Tobias Kniebe
„Heilige Schrift “, in: Süddeutsche Zeitung Magazin, am 8. Dezember 2006

Ein ausgesprochen komplexes Thema aus dem Bereich Lesekultur bereitet Tobias Kniebe in seinem Beitrag „Heilige Schrift“ dramaturgisch so souverän auf, dass seine Reportage ein ganz besonderes Leseerlebnis darstellt: Mit scharfem Blick für das erzählerische Detail schildert er die Initiativen im Rahmen des Google-Bibliotheksprojekts, die weltweiten Buchbestände in digitaler Form aufzubereiten – und die Folgen, mit denen für die Informationsgesellschaft zu rechnen ist. Der auf intensiven Recherchen basierende Beitrag ist ein außerordentlich gelungenes Beispiel für reflektierte Berichterstattung zu einer politisch bedeutsamen informationstechnischen Innovation.

3. Platz
Stefanie Hiekmann
„Vokabeln nebenbei gelernt “  in: Osnabrücker Zeitung, am 15. August 2006

Der herausragende Beitrag „Vokabeln nebenbei gelernt“ von Stefanie Hiekmann ist nicht nur ein informatives Feature zum Thema „Lesen fremdsprachiger Bücher“: Es ist eine lebendig geschriebene und gut recherchierte Anstiftung zum Lesen. Authentisch und der Zielgruppe angemessen lädt sie anhand von vielen Beispielen Kinder und Jugendliche dazu ein, Literatur im englischsprachigen Original zu lesen, und diese Herausforderung unverkrampft und sportlich anzugehen. Eine vorbildliche journalistische Leistung einer sehr talentierten jungen Autorin.

Sonderpreis
Stefanie Jung
„Bücherei-Check “, erschienen in der Mainzer Allgemeinen Zeitung
zwischen Februar und April 2007

Mit der Artikelserie „Bücherei-Check“ hat Stefanie Jung einen in mehrfacher Hinsicht preiswürdigen journalistischen Beitrag zum Thema Lesekultur geleistet: Zum einen besitzen die versiert geschriebenen und aufgrund kenntnisreicher Recherche sehr praxisnahen Artikel einen hohen Nutzwert: Eltern, Kinder und andere Leseförderungsadressaten erhalten alle relevanten Informationen, um die Bibliotheken ihrer Umgebung zu beurteilen. Zum anderen besitzt diese singuläre Analyse der regionalen Bibliotheksinfrastruktur eine hohe bildungspolitische Relevanz, die weit über die kommunale Ebene hinaus von außerordentlich positiver Bedeutung ist.

Im Berliner Büro der Kultusministerkonferenz wurde die Oppenberg- Preisverleihung 2007 gefeiert (v. l. n. r.): NRZ-Herausgeber Heinrich Meyer, die Preisträger Stefanie Hiekmann, Bernhhard Borgeest und Stefanie Jung, der Stiftung Lesen Vorstandsvorsitzende Rolf Pitsch, Preisträger Tobias Kniebe sowie Gabriele Bartelt-Kircher, Leiterin der Journalistenschule Ruhr und Jurymitglied des Dietrich Oppenberg-Preises.

11.11.2006

Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2006

4.12.2006 - Kiel - Verleihung Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2006 ©Stiftung Lesen / Bildschön

Für ihre Reportage „Kapitel fürs Leben“ über das Leseförderungs-Projektspektrum in Deutschland wurde Cathrin Kahlweit, Redakteurin der Süddeutschen Zeitung, mit dem ersten Preis des Dietrich Oppenberg-Medienpreises 2006 ausgezeichnet. Ute Erdsiek-Rave, Ministerin für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein und Präsidentin der Kultusministerkonferenz für das Jahr 2006, ehrte gemeinsam mit Rolf Pitsch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lesen, und Heinrich Meyer, Geschäftsführer der Stiftung Presse-Haus NRZ und Herausgeber der NRZ / Neue Ruhr Zeitung am 4. Dezember die Preisträger im Kieler Landtag. Den zweiten Platz belegte Mirjam Meinhardt mit ihrem taz-Beitrag „Jungs, die neuen Benachteiligten“. Dr. Bettina Gartner erhielt für ihren in „bild der wissenschaft“ veröffentlichten Artikel über die chinesische Schriftkultur den 3. Preis. Als Initiator des Projekts „Peine liest“ der Peiner Allgemeinen Zeitung wurde Michael Kothe, stellvertretender Chefredakteur, mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis trägt nach den Worten von Frau Ministerin Erdsiek-Rave dazu bei, Qualitätsstandards in der Medienberichterstattung rund um das Thema Lesen zu setzen: „Lesekultur wiederum besitzt als Medienthema bereits jetzt eine große gesellschaftspolitische Relevanz – und wird zweifellos noch an Bedeutung gewinnen”, erklärte die Ministerin im Rahmen ihrer Ansprache.


1. Platz
Cathrin Kahlweit
Kapitel fürs Leben (Süddeutsche Zeitung, 19. Oktober 2005)

Eine Bildungsreise im wörtlichen Sinne unternimmt Cathrin Kahlweit, um im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse auszuloten, wie es aktuell um die Leseförderung in Deutschland bestellt ist: Sie besucht nicht nur die etablierten bundesweiten Institutionen, sondern auch lokale Initiativen, die Leseförderung als „Graswurzelbewegung“ betreiben. Sie veranschaulicht theoretische Grundlagen – und schildert lebendig, wie Leseförderung ganz praktisch aussehen kann. Erzählerisch versiert und akribisch recherchiert, vermittelt ihre Reportage auf überzeugende Weise Impressionen aus dem
Leseland Deutschland.

2. Platz
Mirjam Meinhardt
Jungs, die neuen Benachteiligten (Die tageszeitung, 4. Januar 2006)

„Risikogruppe“ heißen Jungen im PISA-Deutsch. Im realen Leseförderungs-Alltag, den Mirjam Meinhardt in ihrem Beitrag lebendig werden lässt, heißen sie Max und Janek – und sind nicht einfach pauschal Lese-Abstinenzler. Das komplexe Geflecht aus psychologischen Barrieren und Motivations-Potenzial in der Lesedidaktik für Jungen präsentiert Frau Meinhardt in überzeugender Weise. Eine sprachlich und inhaltlich herausragende Reportage.

3. Platz
Dr. Bettina Gartner
„Lies dich schlau“ (Bild der Wissenschaft 2, 2006)

Die Faszination der chinesischen Schrift- und Lesekultur vermittelt Dr. Bettina Gartner in einem außerordentlich fundierten und gleichwohl spannend geschriebenen Feature. Von der Wahrnehmungs-Psychologie bis hin zu Geschichte und Landeskunde präsentiert sie dabei mit didaktischem Gespür ein breites Spektrum an Aspekten, die Verständnis und Respekt für die Besonderheiten dieser Sprache wecken.

Sonderpreis
Michael Kothe
„Peine liest“ (Peiner Allgemeine Zeitung 2004ff.)

Persönlichkeiten, die glaubwürdig Begeisterung für das Lesen vermitteln – und Bücher, die bei einem breiten Publikum Neugier auf mehr wecken: Bei der monatlichen Veranstaltungsreihe „Peine liest“ der Peiner Allgemeinen
Zeitung stimmen die Zutaten, um wirkungsvoll und nachhaltig Leseförderung zu betreiben. Die von Michael Kothe konzipierte und maßgeblich durchgeführte Initiative überzeugt durch ihre professionelle Umsetzung sowohl bei den Veranstaltungen selbst als auch in der flankierenden redaktionelle  Berichterstattung. Ein regionales Projekt mit bundesweiter Vorbildwirkung.

Festliche Preisverleihung 2006 in Kiel (v. l. n. r.): die Preisträgerinnen Mirjam
Meinhardt und Cathrin Kahlweit, Rolf Pitsch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung
Lesen, Ute Erdsiek-Rave, Ministerin für Bildung und Frauen des Landes Schleswig Holstein und Präsidentin der Kultusministerkonferenz
für das Jahr 2006, NRZHerausgeber Heinrich Meyer sowie die
Preisträger Dr. Bettina Gartner und Michael Kothe.

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