Oppenberg Gewinner 2017 - Header Oppenbergpreis 2016 Oppenberg-Medienpreis

Der Dietrich-Oppenberg-Medienpreis

Auszeichnungen für Beiträge über die Informations- und Wissensgesellschaft

Der Preis ist benannt nach dem 2000 verstorbenen Gründer und langjährigen Herausgeber der NRZ Neue Ruhr Zeitung/Neue Rhein Zeitung in Essen Dietrich Oppenberg, der als einer der wichtigsten Förderer einer modernen Zeitungs- und Lesekultur und des publizistischen Nachwuchses in Deutschland gilt.

Seit über 15 Jahren würdigen die Stiftung Lesen und die Stiftung Presse-Haus NRZ mit dem Dietrich-Oppenberg-Medienpreis Beiträge, die die sich ändernden Rahmenbedingungen in der modernen Informations- und Wissensgesellschaft reflektieren und dem Lesen im öffentlichen Bewusstsein Raum geben.

11.11.2005

Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2005

25.11.2005 - Potsdam - Verleihung Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2005 ©Stiftung Lesen / Michael Urban

Schnelllesemethoden, das Lesen in den Religionen und das Porträt eines akribischen New York Times-Lesers waren die Themen der Preisträger des Dietrich Oppenberg-Medienpreises 2005, der am 25. November in Potsdam in Anwesenheit der KMK-Präsidentin für das Jahr 2005 und Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburg, Prof. Dr. Johanna Wanka, von der Stiftung Presse-Haus NRZ und der Stiftung Lesen verliehen wurde. Sonja Niemann erhielt für einen in „Neon“ erschienenen Artikel den ersten Preis. Außerdem wurden der freie WDR-Autor Christoph J. Fleischmann und der Süddeutsche Zeitung-Redakteur Tobias Matern ausgezeichnet. Mit einem Sonderpreis wurde das Schweizer Magazin „du – Zeitschrift für Kultur“ bedacht. Wanka betonte in ihrer Ansprache: „Lesen ist auch in unserer reizüberfluteten Informationsgesellschaft immer noch die Eintrittskarte in die Welt des Wissens. Deshalb messe ich dem Dietrich Oppenberg-Medienpreis eine besondere Bedeutung zu.”


1. Platz
Sonja Niemann
„Kein Buch mit sieben Siegeln“ (erschienen im Magazin NEON im Dezember 2004)

Mit Sinn für Situationskomik und Ironie bietet der herausragende Beitrag „Kein Buch mit sieben Siegeln“ einen wissenschaftlich fundierten Überblick über die bekanntesten Schnelllesemethoden – von der Autorin im Selbstversuch getestet. Der sehr praxisorientierte Artikel liest sich unterhaltsam wie ein lockeres Gespräch; gleichzeitig ist er eine brillante und kritische Auseinandersetzung mit dem in der heutigen Gesellschaft oftmals übersteigerten Effizienzdenken und ein Plädoyer für „bewusstes Lesen“.

2. Platz
Christoph J. Fleischmann
„Über das Lesen in den Religionen. Was bedeutet es, dass die monotheistischen Religionen Buchreligionen sind?“
(ausgestrahlt im WDR-Hörfunk am 12. 12. 2004)

Der sehr reflektierte Beitrag „Über das Lesen in den Religionen“ stellt auf hohem Niveau und gleichwohl gut verständlich eine sorgfältige Analyse der Auswirkung des Lesens rein literarischer und religiöser Texte an. Im Gespräch mit Theologen und Historikern entwirft der Autor eine gelungene Collage der Lesebedeutung in den unterschiedlichen Religionen, unterlegt mit zahlreichen biblischen und literarischen Zitaten. Hervorragend fundierter, essayistischer Journalismus zu einem wesentlichen, aber selten beachteten Aspekt der Lesekultur.

3. Platz
Tobias Matern
„Hinterm Mond geht die Sonne auf“ (Wochenendbeilage der Süddeutschen Zeitung vom 11. 12. 2004)

Mit seinem Artikel „Hinterm Mond geht die Sonne auf“ zeichnet Tobias Matern ein sensibles und gleichzeitig amüsantes Porträt des 80jährigen Anwalts Irving Tobin, der täglich die „New York Times“ Wort für Wort, Zeile für Zeile, liest und deshalb dem aktuellen Geschehen einige Jahre hinterherhinkt. Matern entführt den Leser in das „Paralleluniversum“ des Exzentrikers, welcher sich seit dreissig Jahren weigert, der Informationsüberflutung durch die Medien zu erliegen. Neben einem treffsicheren Gespür für das Skurrile finden sich in dem Artikel auch viele Denkanstösse bezüglich Journalismus und Medienrezeption.

Sonderpreis
„du“ – Zeitschrift für Kultur
„Das Meer zeigt seine Zunge. Geschichten für uns Kinder“ (Ausgabe Nr. 11/12, Dezember 2004, Januar 2005)

Die Ausgabe „Das Meer zeigt seine Zunge. Geschichten für uns Kinder“ der „Zeitschrift für Kultur“ zählt zu den gelungensten journalistischen Beiträgen zur Lesekultur der vergangenen Jahre. Sie zeichnet sich durch eine aussergewöhnliche Sammlung von Geschichten, Comics und Gedichten aus. Bereits das Titelbild bietet einen Ausblick auf die exakt auf den jeweiligen Beitrag abgestimmten, teilweise experimentellen Illustrationen und Collagen. Hochkarätige internationale Autoren präsentieren auf eindringliche Art die Welt aus der Sicht eines Kindes. Ein Bilder- und Lesebuch, vor allem auch für „Grosse“, das eine genüssliche Balance zwischen Kindlichkeit und Erwachsensein herstellt.

Die Preisübergabe 2005 in Potsdam (v. l. n. r.): Preisträger Christoph J. Fleischmann, NRZ-Herausgeber Heinrich Meyer, der damalige Wissenschaftliche Direktor der Stiftung Lesen Prof. Dr. Klaus Ring, Preisträgerin Sonja Niemann, Stiftung Lesen-Vorstandsvorsitzender Rolf Pitsch, die Preisträger Andreas Nentwich und Nicola Steiner (Redaktion „du”), die Präsidentin der Kultusministerkonferenz für das Jahr 2005 und Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg Prof. Dr. Johanna Wanka sowie Preisträger Tobias Matern.

11.11.2004

Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2004

Verleihung Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2004 ©Stiftung Lesen

Die Rheinland-Pfälzische Staatskanzlei in Mainz bot den festlichen Rahmen für die Oppenberg-Preisverleihung am 10. Dezember 2004: Mit dem ersten Preis wurde die WDR-Journalistin Mithu M. Sanyal für ihren Radiobeitrag „Auf 26 Zeichen in eine andere Galaxie”, gesendet in der WDR 5-Sendung „Scala”, ausgezeichnet. Den zweiten Platz belegte der Radiobeitrag „Geschichten aus der Schmökerecke / Wie man die Liebe zum Lesen weckt” von Beate Herkendell (SWR 2). Platz drei ging an Susanne Sobkos Beitrag „Die Bücher mussten zum Anfassen sein” in der Südthüringer Zeitung über eine Privatbibliothek. Ein Sonderpreis ging an Karl-Heinz Karisch und Jörg Feuck für die Redaktion einer Sonderbeilage der Frankfurter Rundschau zum Thema Analphabetismus. „Ich freue mich, dass der Dietrich Oppenberg-Medienpreis die journalistische Arbeit von Medienmachern gerade zum Thema Lesen unterstützt. Und die Preisträger haben das Potenzial des Themas ebenso unterhaltsam wie informativ ausgeschöpft.” Das erklärte die Rheinland-Pfälzische Bildungsministerin und KMK-Präsidentin für das Jahr 2004 in ihrer Ansprache an die Preisträgerinnen und Preisträger.


1. Platz
Mithu M. Sanyal
„Auf 27 Zeichen in eine andere Galaxie“ (ausgestrahlt auf WDR5 „Scala“, 2003)

Der Radiobeitrag „Auf 26 Zeichen in eine andere Galaxie“ zeichnet sich durch seinen hohen Informationsgehalt und seine Originalität aus. Pfiffig und kurzweilig spricht Mithu M. Sanyal ein breites und vorwiegend jüngeres Publikum an. Sie führt den Hörer durch gemütliche Kinder-Lesewelten in den multimedialen Alltag von Schülern, Lehrern und Bibliothekaren, provoziert mit Fakten, informiert über neue Thesen aus der Leseforschung und stellt Wege des Lesemarketings vor. Das Thema „Spaß am Lesen“ steht im Vordergrund und wird kontrastreich, locker und informativ aufgearbeitet.

2. Platz
Beate Herkendell
„Geschichten aus der Schmökerecke / Wie man die Liebe zum Lesen weckt“
(ausgestrahlt auf SWR2 „Wissen“ am 06. September 2003)

Der Radiobeitrag „Geschichten aus der Schmökerecke / Wie man die Liebe zum Lesen weckt“ ist eine ansprechende Mischung aus Erlebnis- und Forschungsberichten zum Thema Leseförderung. Beate Herkendell bereitet Erkenntnisse aus der Leseforschung journalistisch hervorragend auf. Sie bietet einen gut recherchierten, treffend präsentierten und lehrreichen Rundumund Ausblick, der Laien, aber auch Fachleuten in der Leseförderung umfangreiche Informationen bietet.

3. Platz
Susanne Sobko
„Die Bücher mussten zum Anfassen sein“ (Südthüringer Zeitung vom 18. Oktober 2003)

Mit ihren zahlreichen Artikeln rund um das Thema „Lesen” setzte Susanne Sobko im Laufe des Jahres 2003 Maßstäbe für engagierten Lokaljournalismus. Besondere Anerkennung verdient sie für den Beitrag „Die Bücher mussten zum Anfassen sein“. Der Artikel ist eine gelungene Hommage an ein besonders originelles Beispiel für den Erhalt von Lesekultur. Er erzählt die Geschichte des leidenschaftlichen, 1999 verstorbenen Sammlers Gerhard Schönwetter, der zu DDR-Zeiten unter schwierigen Bedingungen eine einzigartige Bibliothek zusammengetragen hat.

Sonderpreis
Redaktionsteam FRplus
Wissen & Bildung Sonderbeilage „Analphabetismus“ (erschienen am 18. November 2004)

Die provokante Titelseite, die mit unverständlichen Buchstabenfolgen die Lese-Frustration eines sekundären Analphabeten simuliert, ist bereits sehr bemerkenswert. Aber auch über diesen außergewöhnlichen Blickfang hinaus ist die Sonderbeilage der Frankfurter Rundschau vom 18. November 2003 preiswürdig: Sie beleuchtet Fakten und Trends rund um das Thema Analphabetismus und liefert auf sechs Seiten ebensoviel Nutz- wie Unterhaltungswert. Von Reportage bis Infokasten präsentiert das Team rund um die verantwortlichen Redakteure Jörg Feuck und Karl-Heinz Karisch ein Ergebnis mit nachhaltigem Dokumentationsgehalt.

Die Oppenberg-Preisverleihung 2004 (v. l. n. r.): die Rheinland-Pfälzische
Bildungsministerin und Präsidentin der Kultusministerkonferenz für 2004 Doris
Ahnen sowie die Preisträgerinnen und Preisträger Mithu M. Sanyal, Karl-Heinz
Karisch, Susanne Sobko, Jörg Feuck und Beate Herkendell.

11.11.2003

Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2003

5.12.2003 - Wiesbaden - Verleihung Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2003 ©Stiftung Lesen / Bildschön

Herausragende Texte zum Thema Lesen wurden am 5. Dezember 2003 in Wiesbaden mit dem Dietrich Oppenberg-Medienpreis für Journalisten ausgezeichnet: Die Berliner Journalistin Jeanette Goddar hat für eine Serie in Der Tagesspiegel den ersten Preis gewonnen; als weitere Preisträger wurden geehrt: Birgit Schlieper von den Lüdenscheider Nachrichten, Claudia Schneider für einen Beitrag in der NRW-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung und Dr. Reinhart Brüning für einen SWR-Fernsehbeitrag. Die Laudatio hielt die Hessische Kultusministerin und Präsidentin der Kultusministerkonferenz für das Jahr 2003, Karin Wolff. Die Witwe des Namensgebers, Marianne Oppenberg, war ebenfalls bei der Veranstaltung im Wiesbadener Kurhaus anwesend.


1. Platz
Jeannette Goddar
„Stark gemacht – Schulen machen sich auf den Weg“ (Der Tagesspiegel, Juni 2002-Dezember 2002)

Einen umfassenden, facettenreichen Blick auf die Leseförderung von Jugendlichen in Schule und Unterricht wirft Jeanette Goddar in ihren Beiträgen. Überzeugend in der Sprache und gründlich recherchiert, stellt sie die lebendige Berliner Schulwelt in den Mittelpunkt. Damit liefert Jeannette
Goddar ein vorbildhaftes Beispiel für guten Lokaljournalismus und beweist, dass viele Schulen – jenseits vom oft beklagten Negativ-Klischee – durch eine Orientierung an der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen fantasievolle
und erfolgreiche Wege in der Leseförderung beschreiten.

2. Platz
Birgit Schlieper
„Wenn die Willenskraft den Mut an die Hand nimmt“ (flankiert von zwei Artikeln mit Hintergrundinformationen zum Thema) (Lüdenscheider Nachrichten, 25. Januar 2003)

Wie gehen blinde Menschen mit Sprache um und wie erschließen sie sich die verschiedenen Ausdrucksformen des Erzählens, Vorlesens und Schreibens? Diesem ganz besonderen Aspekt aus dem Themenspektrum „Lesen“ geht Birgit Schlieper in ihrem Porträt einer blinden Hobby-Schriftstellerin nach. Einfühlsam beschreibt sie, wie eine blinde Mutter die Welt in Geschichten für Kinder lebendig werden lässt. Damit gelingt es ihr in eindrucksvoller Weise, das Wirken einer sehbehinderten Autorin näher zu bringen, und zugleich die Verbindung zwischen moderner Kommunikation und der Tradition des Vorlesens deutlich zu machen.

3. Platz
Claudia Schneider
„Es klingelt. Pizza? Ein Buch!“ (Süddeutsche Zeitung/NRWAusgabe, 9. April 2002)

Claudia Schneiders Beitrag verdient Beachtung und Würdigung, da er Modernisierungsmaßnahmen in einem Leseförderungsbereich vorstellt, der durch die Haushaltskürzungen der Kommunen große Probleme hat und um seine Existenz kämpfen muss – das Bibliothekswesen. Am Beispiel der Dienstleistungspolitik und gezielten Kundenorientierung nordrhein-westfälischer Bibliotheken greift die Autorin viele Aspekte auf, die mit dem althergebrachten Bild der Bibliothek nicht mehr im Entferntesten etwas zu tun haben, die den Leser positiv überraschen und ihn zu einem Besuch in der nächsten Bibliothek motivieren.

Sonderpreis
Dr. Reinhart Brüning
„Spät-Leser. Ludwigshafener Analphabeten werden aktiv“ (SWR Rheinland-Pfalz Fernsehen, „Mensch! Alltag“, 22. Februar 2003)

Ein Tabuthema unserer Informationsgesellschaft greift Dr. Reinhart Brüning mit seiner Fernsehdokumentation über erwachsene Analphabeten auf. In seiner akribisch recherchierten Reportage lässt er die Betroffenen zu Wort kommen und bezieht auch die Menschen aus ihrem privaten und beruflichen Umfeld mit ein. Der Beitrag begleitet auf authentische Weise Erwachsene, die sich mit Mut, Durchhaltevermögen und Eigeninitiative der Herausforderung„Lesen Lernen“ stellen, und macht nicht zuletzt durch seine positive Grundstimmung Hoffnung.

Die Preisträger und Gratulanten des Dietrich Oppenberg-Preises 2003 (v. l. n. r.): Die damalige Hessische Kultusministerin und Präsidentin der Kultusministerkonferenz Karin Wolff, die Preisträgerinnen Jeanette Goddar und Claudia Schneider, NRZ-Herausgeber Heinrich Meyer, Marianne Oppenberg, Preisträgerin Birgit Schlieper, der damalige Wissenschaftliche Direktor der Stiftung Lesen Prof. Dr. Klaus Ring und Preisträger Dr. Reinhart Brüning.

Seite