RoundTable2012

Expertenworkshops der Stiftung Lesen

Die Expertenworkshops der Stiftung Lesen verfolgen das Ziel, grundlegende Themen und Probleme der Leseförderung auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und aktueller Befunde im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Praxis zu erörtern.

14.12.2006

Round Table 2006

Leseförderung und Diversität, Migrationshintergrund, soziale Benachteiligung, Geschlechterdifferenz als Herausforderung für die Leseförderung

Round Table 2006 ©Stiftung Lesen

Bildungsexperten nahmen auf dem 2. Round Table Leseförderung am 7./8. Dezember 2006 drei Kernprobleme ins Visier.

Was bewegt die Leseförderung in Deutschland? Drei Fragen befinden sich ganz oben auf der Agenda: Wie können Kinder mit Migrationshintergrund ans Lesen herangeführt werden? Wie erreicht das deutsche Bildungssystem die so genannten bildungsfernen Schichten? Und wie kann eine besonders heikle Leseförderungs-Zielgruppe erreicht werden - die Jungen?



Diese Fragen standen im Fokus des bundesweiten Leseförderungs-Forums: des Round Tables der Stiftung Lesen, der vom 7./8. Dezember im Erbacherof, Mainz stattfand. Auf der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten nicht-öffentlichen Fachtagung tauschten sich zum zweiten Mal rund 50 Leseförderungsexperten aus: Vertreter zentraler Leseförderungsorganisationen und die zuständigen Referentinnen und Referenten in den einschlägigen Ministerien sowie den Lehrerfortbildungsinstituten.  „Leseförderung und Diversität - Migrations-hintergrund, soziale Benachteiligung, Geschlechterdifferenz als Herausforderungen für die Leseförderung“ lautete der Titel der Fachtagung. 

14.12.2005

Round Table 2005

Leseförderung als Bildungsauftrag

Round Table 2005 ©Stiftung Lesen

Leseförderung auf Augenhöhe mit den Jugendlichen?

Erfolgreicher 1. Round Table Leseförderung der Stiftung Lesen am 9./10. Dezember in Mainz: Insgesamt 55 Vertreterinnen und Vertreter der größeren Leseförderungs-organisationen, die zuständigen Referentinnen und Referenten in den Bildungs- und Kultusministerien sowie der Lehrerfortbildungsinstitute trafen sich am 9. und 10. Dezember erstmals in Mainz, um Stand und Perspektiven der Leseförderung in Deutschland am Runden Tisch zu diskutieren.


Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Lesen, Rolf Pitsch M. A., und Dr. Andreas Paetz vom Bundesministerium für Bildung und Forschung als dem Förderer der Veranstaltung, betonten die Notwendigkeit einer stärkeren Vernetzung der zahlreichen regionalen und überregionalen Initiativen der Leseförderung.         
     
Gesprächsrunden  
     
Den vom Geschäftsführer der Stiftung Lesen, Heinrich Kreibich, und Mitarbeitern moderierten Gesprächsrunden ging die Präsentation einer von der Stiftung Lesen erstellten Bestandsaufnahme von 327 Leseförderungsprojekten in Deutschland voraus. In die Gespräche schalteten sich am zweiten Tag die Kinder- und Jugendliteraturforscher Prof. Dr. Karin Richter (Erfurt) und Prof. Dr. Hans-Heino Ewers (Frankfurt a. M.) sowie der Mainzer Medienpädagoge Prof. Dr. Stefan Aufenanger ein, der für eine stärkere Integration der Leseforschung und -förderung in die Medienpädagogik plädierte. Er gab zu bedenken, dass es zwar eine Leser-, aber keine Nichtleserforschung gibt.
  
Richter forderte, dass nicht nur Schüler, sondern vor allem auch die Lehrer in der Schule mehr vorlesen. Diese Fertigkeit müsse schon in der Ausbildung erworben werden. Ewers stellte die kritische Frage, ob Leseförderung heute auf Augenhöhe mit den Jugendlichen erfolge. Die Erfahrung zeige, dass die Lesepädagogen meist kaum Kenntnisse der Medien- und Freizeitkulturen der Jugendlichen hätten. Dies sei aber Voraussetzung für erfolgreiche Leseförderung.   
     
Problembereiche     

Fünf Problembereiche kristallisierten sich in der Diskussion als vordringlich bearbeitungsbedürftig heraus:

  • Bei den meisten Leseförderungsprojekten findet keine Begleitforschung/Evaluation statt. Man weiß also nicht, welche Maßnahmen ihr Ziel wirklich erreichen.
  • Wie erreichen wir die bei PISA identifizierten rund 25 Prozent Problemkinder, die kaum über Lese- und Schreibkompetenz verfügen? Hier gibt es außer dem Angebot von Sprachkursen so gut wie keine Fördermaßnahmen.
  • Die meisten Leseförderungsprojekte dienen der Lesemotivation. In wie weit damit auch die Lesekompetenz entwickelt wird, ist unbekannt. Die Verbesserung der Lesekompetenz ist aber letztendlich das Ziel aller Fördermaßnahmen.
  • Gelungene Modelle der Leseförderung verbleiben meist da, wo sie entwickelt wurden. Dabei käme es darauf an, sie möglichst bundesweit zu verbreiten. Das scheitert aber in der Regel daran, dass jedes Bundesland seine eigenen Projekte entwickelt. Muss das so sein?, fragten die Teilnehmer.
  • Schließlich wurde teils herbe Kritik an der Lehrerausbildung geübt. Weder in Lesediagnostik – LehrerInen sind meist nicht in der Lage, die jeweiligen Lesefähigkeiten ihrer Schüler zu beurteilen –, noch in den Methoden erfolgreicher Leseförderung sind sie ausgebildet. Eine Reform der Lehrerausbildung in diese Richtung wurde angemahnt.
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