Vorlesestudie PK 2011

Vorlesestudie von Stiftung Lesen, DIE ZEIT und Deutsche Bahn Stiftung

Zum Bundesweiten Vorlesetag führt die Stiftung Lesen gemeinsam mit DIE ZEIT und Deutsche Bahn Stiftung eine Studie mit wechselnden Themen zum Vorleseverhalten in Deutschland durch.

Sie finden hier Informationen zu sämtlichen Studien der letzten Jahre.

24.05.2017

Vorlesestudie 2017

Vorlesen und Erzählen als sprachliche Impulse in den ersten Lebensjahren

Familiäre Vorlesesituation ©Stiftung Lesen

Die Vorlesestudien, die die Stiftung Lesen seit 2007 jährlich gemeinsam mit der Deutsche Bahn-Stiftung und der Wochenzeitung DIE ZEIT realisiert, zeigen deutlichen und kontinuierlichen Handlungsbedarf: Jedem dritten Kind in Deutschland wird zuhause nicht oder zu selten vorgelesen.

Die Studien der Stiftung Lesen zum Vorleseverhalten von Eltern basieren in der Regel auf Befragungen von Eltern mit Kindern zwischen zwei und acht Jahren. Die Untergrenze beim Alter von zwei Jahren beruht v. a. auf dem Verständnis von Vorlesen als interaktivem Prozess, der entsprechende Konzentrations-, Verarbeitungs- und Artikulationsfähigkeiten von Kindern voraussetzt.
Die Forschung zur frühkindlichen Entwicklung zeigt, dass Kinder Impulse, die für ihre spätere Entwicklung wichtig sind, bereits direkt nach der Geburt in den allerersten Lebensjahren aufnehmen und verarbeiten. In der Konsequenz ist es wichtig, dass Eltern ihren Kindern von Anfang an sprachliche Impulse geben und ihnen auch bereits Geschichten erzählen sowie (in einem stark vereinfachten Sinne) vorzulesen beginnen.

Zentrale Voraussetzung für eine gelingende frühkindliche Sprach- und Leseförderung ist, dass Eltern ein Bewusstsein für die Bedeutung entsprechender Impulse besitzen und sie selbst bereits aktiv mit ihren Kindern umsetzen.

Mit einer Befragung von Müttern und Vätern mit Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren soll erfasst werden,

  • welches Bewusstsein und (Vor-) Wissen bei Eltern sehr kleiner Kinder bereits zur Bedeutung des Vorlesens und Geschichtenerzählens vorhanden ist,
  • ob, wie häufig und regelmäßig Eltern sehr kleiner Kinder entsprechende sprachliche Impulse geben – und wie hoch der Anteil der Familien ist, die die frühe Möglichkeit der Förderung noch nicht nutzen und somit eine Zielgruppe von Sensibilisierungs- und Motivationsangeboten darstellen,
  • welche Erfahrungen Eltern machen, die ihren Kindern von Anfang an Geschichten erzählen und vor-lesen,
  • was Eltern an entsprechenden Aktivitäten hindert, wo Schwierigkeiten und Unsicherheiten bestehen.
  • usw.

Die Ergebnisse werden am 24. Oktober 2017 in Berlin präsentiert.

14.10.2016

Vorlesestudie 2016 - Was wünschen sich Kinder?

Studie zeigt: 9 von 10 Kindern lieben das Vorlesen / Besonders Kinder, denen wenig vorgelesen wird, wünschen es sich öfter / Ein Drittel der Eltern liest zu selten vor

Das Ergebnis ist eindeutig: 91 Prozent der Kinder in Deutschland gefällt es gut, wenn ihnen vorgelesen wird. Auch bei Kindern aus Haushalten mit mittlerer und niedriger Bildung liegt dieser Wert bei 90 bzw. 86 Prozent (hohe Bildung: 94 Prozent). Kaum eine Abweichung gibt es bei Kindern, in deren Haushalt eine andere Sprache als Deutsch gesprochen wird (92 Prozent).

Fast jedes dritte Kind, dem vorgelesen wird, wünscht sich, dass dies öfter geschieht (30 Prozent). Bei Kindern, denen selten oder nie vorgelesen wird, ist es jedes zweite (49 Prozent).

Darüber hinaus zeigt sich, dass Kinder ganz konkrete Vorstellungen haben, welche Geschichten ihnen besonders gut gefallen. So mögen vor allem jüngere Kinder lustige Geschichten. Für Ältere sind eine spannende Handlung und interessante Charakter wichtige Kriterien.

Die Präsentation der Studienergebnisse und eine Liste mit lustigen und spannenden Buchtiteln können im nebenstehenden Downloadbereich heruntergeladen werden.

09.11.2015

Vorlesestudie 2015: Vorlesen stärkt gesellschaftlichen Zusammenhalt

Die Studie zeigt: Regelmäßiges Vorlesen prägt das soziale Empfinden und Verhalten von Kindern positiv

Vorlesestudie 2015 ©Stiftung Lesen / Oliver Rüther

Regelmäßiges Vorlesen unterstützt die individuelle Entwicklung von Kindern, von schulischen Leistungen bis hin zu familiären Bindungen. Die Vorlesestudie 2015 weist nun erstmals auch die längerfristige soziale Bedeutung des Vorlesens nach. Wurde Kindern regelmäßig vorgelesen, sind diese häufiger darum bemüht, andere in die Gemeinschaft zu integrieren. Auch ist der allgemeine Gerechtigkeitssinn dieser Kinder besonders ausgeprägt, selbst jenseits ihres unmittelbaren Umfelds.


Die Ergebnisse präsentierten die Initiatoren der Vorlesestudie heute in Berlin: für die Stiftung Lesen deren Hauptgeschäftsführer Dr. Jörg F. Maas sowie die Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen, Dr. Simone C. Ehmig, für die ZEIT Verlagsgruppe deren Geschäftsführer Dr. Rainer Esser und Antje Neubauer, Vorsitzende des Fachkuratoriums Bildung der Deutsche Bahn Stiftung gGmbH und Leiterin PR & Interne Kommunikation DB-Konzern.

Die Studienleiterin Dr. Ehmig wies darauf hin, dass die Bedeutung des Vorlesens unabhängig vom Bildungshintergrund der Familien nachweisbar ist. „Tägliches Vorlesen unterstützt Kinder auch dann in ihrer Entwicklung, wenn die Eltern kein Abitur und keinen Hochschulabschluss haben. Jeder Vater und jede Mutter sollte diese Möglichkeit nutzen, um das eigene Kind zu fördern.“

Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wurde, werden häufiger als fröhlich und selbstbewusst beschrieben als Kinder, denen nur selten oder nie vorgelesen wurde (93 bzw. 75 Prozent vs. 59 bzw. 44 Prozent). Diese Zahlen nahm Neubauer zum Anlass, um die individuelle Bedeutung des Vorlesens hervorzuheben: „Diese Kinder sind zupackend und aktiv. Sie haben die Chance, sich zu starken Persönlichkeiten zu entwickeln. Sie sind eher bereit, in ihrem späteren Berufsleben Verantwortung zu übernehmen und kreativ Dinge voranzubringen.“

Vorlesen stärkt aber nicht nur die Kinder selbst, sondern auch die sozialen Beziehungen, in denen sie leben. Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wurde, sind häufiger darum bemüht, andere zu integrieren, als Kinder, denen nur selten oder nie vorgelesen wurde (40 vs. 17 Prozent). „Diese Kinder sind empathischer und handeln auch entsprechend. Dafür bekommen sie Anerkennung und Wertschätzung von anderen zurück. Solidarisches Handeln ist also keine Einbahnstraße, sondern für alle Seiten ein Gewinn“, so Dr. Esser in seiner Einordnung der Ergebnisse.

85 Prozent der Kinder, denen täglich vorgelesen wurde, besitzen nach Aussage ihrer Mütter einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, im Unterschied zu 40 Prozent der übrigen Kinder. Was das für die Gesellschaft insgesamt bedeutet, betonte abschließend Dr. Maas: „Ein Kind mit Gerechtigkeitssinn, das über sein direktes Umfeld hinaus Interesse und Solidarität zeigt, wird sich auch später engagieren – sei es im Ehrenamt oder als Entscheider in einer beruflichen Position.“

Die Vorlesestudie ist ein gemeinsames Projekt der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Deutsche Bahn Stiftung gGmbH und wird seit 2007 jährlich durchgeführt. 2015 hat das Feldinstitut Iconkids & Youth vom 30. Juni bis 31. Juli 524 Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren und ihre Mütter persönlich befragt.

Die Präsentation der Studienergebnisse kann im nebenstehenden Downloadbereich heruntergeladen werden.

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