Die digitale Generation

Jugendliche lesen anders

Die digitale Generation ©Verlag Carl Ueberreuter

Das Ende der Schrift- und Lesekultur wird in regelmäßigen Abständen ausgerufen und das nicht erst, seit es die digitalen Medien gibt. Schon Sokrates klagte, dass das Lesen zwangsläufig zu einer Verdummung führt, da keiner mehr etwas auswendig lernen muss. Mit solchen wirkungsvollen Fakten rückt Gerhard Falschlehner dem weitverbreiteten Kulturpessimismus zu Leibe, der der heutigen Jugend gerne eine Sprach- und Lesefähigkeit abspricht. Jugendliche lesen – nur eben anders: Die digitalen Medienwelten bieten ihnen Lesestoff zu Hauf. Er muss nur mit anderen Lesestrategien erschlossen werden als den bisherigen Standards. Das Hypertextlesen der digitalen Generation ist aber nicht minder anspruchsvoll als das lineare Lesen der Schriftgeneration und hat in der heutigen medial durchdrungenen Welt einen großen Stellenwert. Diese Unterschiede wahrzunehmen und anzuerkennen sowie sich mit den Mediengewohnheiten von Jugendlichen auseinanderzusetzen und auf den Wandel einzulassen, dazu lädt Falschlehner mit seinem Buch ein. Er zeigt, was Kinder und Jugendliche mit Medien machen, welche Kompetenzen sie einsetzen und wie sie dabei unterstützt werden können – und müssen.


Denn bei seinem Plädoyer für einen Wandel des Lesebegriffs verliert Falschlehner nicht aus dem Blick, dass es sehr wohl eine Grenze gibt: Sie verläuft allerdings nicht zwischen den Computernutzern und den Buchlesern, sondern zwischen denjenigen, die kompetent mit dem kompletten Medienensemble umgehen können, und denjenigen, die außen vor bleiben. Die Grenze wird markiert durch den Grad der Alphabetisierung: Wer über eine mangelnde Lesefähigkeit verfügt, ist auch in der medialen Welt ausgeschlossen. Die Formen des Lesens mögen sich zwar geändert haben, aber das Lesen an sich ist nach wie vor eine Schlüsselkompetenz, die zu vermitteln auch in der digitalen Welt eine zentrale Aufgabe bleibt.


Informationen

Seitenzahl: 224 S.
Altersangabe: Ab ca. 14 Jahren
Autor/Herausgeber: Gerhard Falschlehner
Verlag: Verlag Carl Ueberreuter
Erscheinungsjahr: 2014
ISBN: 978-3-8000-7585-0
Preis: 19.50 €