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Aktuelles

zum Leipziger Lesekompass

Termine, Pressemitteilungen & mehr Informationen zum aktuellen Leipziger Lesekompass finden Sie hier.

Praxisseminare 2018

Leipziger Lesekompass NEU 2018 ©Stiftung Lesen

Wir laden Sie herzlich zu unseren Workshops zu den Titeln des Leipziger Lesekompass 2018 ein.

Konkrete Anregungen und praktische Beispiele vermitteln Ihnen spannende Impulse, um mit der neu zu entdeckenden Lektüre den Lesespaß bei Kindern und Jugendlichen zu wecken. Die kreative Auseinandersetzung mit dem Buch verknüpfen wir in unseren Praxisseminaren mit bewährten Ansätzen der Leseförderung.

18. September 2018, 14:00 - 17:30 Uhr
Praxisseminar zum Leipziger Lesekompass 10-14 Jahre
Ort: Cornelsen Informationszentrum Leipzig
Hier geht es zur Anmeldung.

27. September 2018, 14:00 - 16:30 Uhr
Praxisseminar zum Leipziger Lesekompass 6-10 Jahre
Ort: Cornelsen Informationszentrum Leipzig
Hier geht es zur Anmeldung.

23. Oktober 2018, 10:00 - 17:00 Uhr
Praxisseminar zum Leipziger Lesekompass 6-10 Jahre
Ort: Stadtbibliothek Braunschweig
Hier geht es zur Anmeldung.

Marlene Zöhrer und Sven Puchelt berichten vom Juryalltag

Leipziger Lesekompass 2018

Marlene und Sven sind Mitglieder der Jury, die über die Bücher der 2-6 Jährigen entscheidet.

Was zeichnet den Leipziger Lesekompass gegenüber anderen Auszeichnungen im Bereich Kinder- und Jugendliteratur aus?

MZ: Der Leipziger Lesekompass hebt sich durch den Fokus auf Nicht- oder Wenigleser ab. In unserer Auswahl denken wir immer die Eignung für die Leseförderung und Literaturvermittlung mit. So gibt es eben auch Titel, die auf keiner anderen Empfehlungsliste zu finden sind.

SP: Der Leipziger Leskompass ist ein „Leselustmachpreis“. Natürlich achten wir in der Jury auf literarische Qualität. Vordergründig geht es jedoch um Bücher, die Lust auf mehr machen und die Möglichkeiten bieten, sich in einer Gruppe mit ihnen auseinanderzusetzen.

 


Wie und warum sind Sie in die Jury des Leipziger Lesekompass berufen worden?

MZ: Ich wurde von einer Kollegin, mit der ich seit Jahren an unterschiedlichen Schnittstellen zusammenarbeite, in die Jury berufen. Vermutlich bringe ich die passende Mischung aus Praxisbezug und theoretischer Auseinandersetzung mit Kinderliteratur und -medien mit, die es für die Juryarbeit braucht.

SP: Ich gestalte seit über zwanzig Jahren Elternabende in Kindergärten und Schulen und mache Buchpräsentationen für pädagogisches Fachpersonal. Christine Kranz von der Stiftung Lesen und ich haben uns in einer Kinderbuch-Gruppe bei Facebook kennengelernt und sind uns auf der Buchmesse 2013 das erste Mal begegnet. Danach hat sie mich gefragt, ob ich Lust hätte, beim Leipziger Lesekompass mitzuwirken.

 

Wie schaffen Sie es, 20 Bücher in nur 5 Wochen zu lesen und das auch noch in der Vorweihnachtszeit?

MZ: Die Bücher für die Zwei- bis Sechsjährigen sind nicht so umfangreich. Allerdings ist es bei den Titeln mit dem reinen Lesen nicht getan. Wir nehmen auch die Bilder und das Zusammenspiel von Bild und Text sehr genau unter die Lupe.

SP: Die Texte in unserer Altersgruppe sind überschaubar, und durch meine Arbeit kenne ich viele der ausgewählten Titel schon. Aber häufig lese ich die Bilderbücher mehrmals und laut, da ich so die Vorlesequalität besser einschätzen kann.

 

Was sind wichtige Themen oder Trends in der aktuellen Literaturauswahl?

MZ: Die Frage nach der toleranten Begegnung und dem offenen Umgang mit dem „Fremden“ beziehungsweise dem „Anderen“ ist zur Zeit zentral.

SP: In vielen Büchern wird auf völlig unterschiedliche Art und Weise das Anderssein thematisiert. Ein Trend, der schon ein paar Jahre anhält, sind Bücher, die zum Mitmachen auffordern.

 

Jenseits der Kinder- und Jugendliteratur: Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?

MZ: Ganz ehrlich? Keines. Dafür fehlt mir die Zeit. Aber immerhin liegt eine spannende Jungendbuch-Novität dort: „Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen“ von Steven Herrick (übersetzt von Uwe Michael Gutzschhahn).

SP: Das neue Buch des amerikanischen Autors Nickolas Butler, „Die Herzen der Männer“. Butler hat mich mit seinem ersten Buch „Shotgun Lovesongs“ begeistert, und auch sein neuer Roman beginnt vielversprechend.

Stefanie Leo - die Buchbloggerin unter den Jurymitgliedern

Leipziger Lesekompass 2018

Lesekompass 2018 Jury – Stefanie Leo ©privat

Stefanie ist Teil der Jury, die über die Bücher für 6-10 Jährige entscheidet.

Was zeichnet den Leipziger Lesekompass gegenüber anderen Auszeichnungen im Bereich Kinder- und Jugendliteratur aus?

Der Leipziger Lesekompass richtet sein Hauptaugenmerk darauf, die Leidenschaft für das Lesen zu wecken und mit der geeigneten Lektüre wach zu halten. Neben Viellesern wendet er sich auch an unerfahrene Leser. Unsere Auswahl kann dann auch mal den ersten Band einer neuen Reihe enthalten, ein spannendes Hörbuch oder eine App. Diese Vielfalt, die nahe an der jungen Leserschaft dran ist, gefällt mir.

 


Wie und warum sind Sie in die Jury des Leipziger Lesekompass berufen worden?

Ich wurde in den Sozialen Medien „entdeckt“, die ich seit 2009 regelmäßig mit Kinderbuchinhalten fülle. Da ich mich seit nunmehr 15 Jahren auf  Buecherkinder.de mit Kinder- und Jugendbüchern beschäftige, habe ich auf der Frankfurter Buchmesse 2011 Christine Kranz von der Stiftung Lesen kennengelernt, die mir das Projekt Leipziger Lesekompass vorstellte. Ich war begeistert und sagte meine Mitarbeit sofort zu.

 

Wie schaffen Sie es, 20 Bücher in nur 5 Wochen zu lesen und das auch noch in der Vorweihnachtszeit?

In der Kategorie der 6- bis 10-Jährigen ist das Pensum der zu lesenden Titel gut zu bewältigen. Dennoch teile ich mir die (Hör-)Bücher immer sorgfältig ein und gehe sehr diszipliniert vor. Meistens schaffe ich es dann aber doch nur kurz vor Toresschluss.

 

Was sind wichtige Themen oder Trends in der aktuellen Literaturauswahl?

In der Kategorie der 6- bis 10-Jährigen müssen wir ein breites Spektrum berücksichtigen: Es finden sich Titel für Erstleser in der Auswahl genauso wie Bücher für gut lesende 10-Jährige. Ich finde es daher schwierig, einen Trend auszumachen. Auffällig fand ich dieses Jahr höchstens die große Anzahl an Sachbüchern.

 

Jenseits der Kinder- und Jugendliteratur: Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?

Tatsächlich gehört meine Wochenend-Lesezeit den Büchern für „Große“. Das bedeutet aber auch, dass ich an dem Buch auf meinem Nachttisch ein Weilchen lesen werde. Es handelt sich im Moment um „Dunkelgrün fast schwarz“ von Mareike Fallwickl, das Anfang März in der Frankfurter Verlagsanstalt erschienen ist.

Wiebke Schleser - empfiehlt als Buchhändlerin täglich Bücher

Leipziger Lesekompass 2018

Wiebke Schleser ©privat

Wiebke ist Teil der Jury, die über die Bücher für 6-10 Jährige entscheidet.

Was zeichnet den Leipziger Lesekompass gegenüber anderen Auszeichnungen im Bereich Kinder- und Jugendliteratur aus?

Das wesentliche Merkmal, das Besondere am Leipziger Lesekompass für mich ist es, Bücher für die unterschiedlichsten Bedürfnisse der Kinder zu finden, für Vielleser, für Kinder, die schon lesen können, jedoch einfachere Literaturzugänge benötigen, für Jungen und Mädchen gleichermaßen, für die Kleinsten Bilderbücher, die sie dort einfangen, wo sie gerade agieren, ihnen die Welt eröffnen. Der Leipziger Lesekompass präsentiert Kleinode, auf die wir Eltern, Großeltern, aber auch ErzieherInnen und LehrerInnen stupsen wollen. Deshalb gibt es zu den prämierten Titeln auch eine Handreichung für die Arbeit mit den Büchern in den Kitas und Schulen. 


 Wie und warum sind Sie in die Jury des Leipziger Lesekompass berufen worden?

Im Frühsommer 2012 rief mich Christine Kranz von der Stiftung Lesen an und fragte, ob ich mir eine Juryarbeit vorstellen könnte. Es ginge um ca. 20 Titel, die ich im Dezember lesen und bewerten müsste. Zunächst war ich hin- und her gerissen: Mir gefiel die Idee, dass es um Bücher geht,  die verschiedenste Lesebedürfnisse der Kinder ansprechen , dass es zu den prämierten Titeln gleich eine Handreichung für die Arbeit mit den Büchern gibt. Gleichzeitig war mir meine subjektive Sicht auf die Bücher sehr bewusst - diese Verantwortung irritierte mich im ersten Moment, und das, obwohl ich in meinem Laden täglich Bücher empfehle. Darüber sprachen wir lange, und es begann eine sehr spannende, konstruktive, beflügelnde Arbeit.

Warum wurde ich berufen? Ich eröffnete 2009 meinen Kinder und Jugendbuchladen, beschäftige mich seither ausschließlich mit Literatur für Kinder und Jugendliche -vermutlich überzeugte dies.

 Wie schaffen Sie es, 20 Bücher in nur 5 Wochen zu lesen und das auch noch in der Vorweihnachtszeit?

Die meisten Titel kenne ich aus dem Verlauf des Jahres; gegenseitig machen wir uns im Vorfeld auf das eine oder andere Buch aufmerksam. Wenn dann Ende November das Buchpaket eintrifft, ist es ein wenig wie Besuch zu bekommen: eine Vorfreude, obwohl die Arbeit dahinter auch ganz klar definiert ist. Ich habe viele der Titel schon gelesen, und nehme dennoch jedes Buch zur Bewertung und intensiven Auseinandersetzung noch einmal in die Hand, lese es, mache mir Notizen. Erst dann fülle ich die Bewertungsbögen aus, mache eine Vorauswahl meiner Top Ten, schlafe drüber, lege definitiv fest und schicke ab. Und ja - das alles während des Weihnachtsgeschäfts und während zwei, drei ganz intensiver Tage zwischen Weihnachten und Neujahr. 

 Jenseits der Kinder- und Jugendliteratur: Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?

"1 Kilo Kultur“ von Braunstein und Pein, C. H. Beck - und nicht viel mehr,  denn es beginnt gerade das neue Bücherjahr, weshalb ich konsequenterweise Kinder- und Jugendbücher lese. Im Sommer ist Zeit für alles andere.

 Was sind wichtige Themen oder Trends in der aktuellen Literaturauswahl?

Mir sind Bücher mit starken Mädchencharakteren sowohl in der phantastischen als auch in der realistischen Kinderliteratur besonders aufgefallen. Verschiedene Themen, die in Form einer Fabel daherkommen, mitunter mit bewundernswerten Illustrationen. Für mein Empfinden gibt es ein wenig zu viel an magischen Blumenläden, Schulen, Düften, ....

Sandra Rudel und Johannes Rüster - diese Jurymitglieder lesen die meisten Seiten

Leipziger Lesekompass 2018

Sandra und Johannes sind Teil der Jury, die über die Bücher der 10-14 Jährigen entscheidet. 

Was zeichnet den Leipziger Lesekompass gegenüber anderen Auszeichnungen im Bereich Kinder- und Jugendliteratur aus?

SR: Beim Leipziger Lesekompass steht der Lesespaß im Mittelpunkt. Ausgezeichnet werden Bücher, die auch Wenigleser begeistern können und im Kindergarten oder in der Schule eingesetzt werden können. 

JR: Der »Lesekompass« ist einzigartig, weil er die Leseförderung vor alles andere stellt. Wir wollen Kinder- und Jugendbücher auszeichnen, die diejenigen, für die sie gemacht werden, tatsächlich in die Hand nehmen und lesen. Das heißt nicht, dass die Bücher im ›Lesekompass‹ einfach oder anspruchslos sind. Aber sehr wohl, dass die ausgezeichneten Titel bestimmte Kriterien erfüllen müssen: Spricht das Cover die richtige Zielgruppe an? Ist der Anfang so gestaltet, dass auch Seltenleser am Ball bleiben? Bietet das Buch genug Anknüpfungspunkte, um als Schullektüre eingesetzt zu werden?

 


Wie und warum sind Sie in die Jury des Leipziger Lesekompass berufen worden?

SR: Hoffentlich, weil unterstellt wurde, dass ich durch meine langjährige Tätigkeit in einer Kinderbuchhandlung und der redaktionellen Arbeit an einem Kinderliteraturführer nicht nur einen guten Überblick über den Kinder- und Jugendbuchmarkt habe, sondern auch in der Praxis sehe, welche Bücher bei den Lesern gut ankommen.

JR: Ich habe eine recht bunte Erwerbsbiographie: Nach dem Studium habe ich zur Phantastik in der Literatur geforscht – da gibt es große Überschneidungen zum Kinder- und Jugendbuch. Als Gymnasiallehrer habe ich es täglich mit der Zielgruppe zu tun. An der Universität bereite ich angehende Pädagogen auf ihren Beruf vor und als Journalist beschäftige ich mich immer wieder mit aktuellen literarischen Trends. All diese Tätigkeiten haben dazu geführt, dass ich in die Jury berufen wurde.

 

Wie schaffen Sie es, 20 Bücher in nur 5 Wochen zu lesen und das auch noch in der Vorweihnachtszeit?

SR: Mein Vorteil ist, dass ich einige Titel bereits kenne und diese »nur« noch einmal nach Lesekompass-Maßstäben quer lese. Den Rest nehme ich mir neben dem Weihnachtsgeschäft morgens, abends, nachts und am Wochenende vor.

JR: Es ist schon wie eine Springflut mit Ansage. Man weiß, die große Kiste kommt Anfang Dezember – und ganz ehrlich: Da ist nicht nur Vorfreude. Aber der Spaß steigt mit jedem Buch. Es kann allerdings vorkommen, dass ich Mitte Dezember feststelle, dass ich ein bisschen langsam war und nun im Schnitt jeden Tag ein Buch lesen müsste. Deshalb ist es mittlerweile fast schon eine Weihnachtstradition, dass ich auf den langen Autobahnfahrten zwischen den Großeltern die Prüfexemplare lese.

 

Was sind wichtige Themen oder Trends in der aktuellen Literaturauswahl?

SR: Bei den Kleinen stehen Tiere hoch im Kurs, bei den Mittleren Humor und bei den Jugendlichen eine gelungene Mischung aus actionreichem Lesefutter und ernsten Titel, die mich sehr beeindrucken.

JR: Literatur ist immer Seismograph der Zeit. Flucht und Vertreibung sind leider daueraktuell, aber auch Rechtspopulismus. Die Entwicklungsaufgaben der Kinder und Jugendlichen werden ebenfalls nicht einfacher. Zum Glück gibt es genug Bücher, die unterschiedliche Geschlechterrollen und Orientierungen thematisieren und positive Identifikationsangebote machen. Viel wichtiger als Trends sind jedoch mehrdimensionale Charaktere, unausgetretene Handlungspfade, originelle Detailideen – und bitte ohne erhobenen Zeigefinger. Nichts vergrätzt Kinder und Jugendliche zu Recht mehr, als das Gefühl belehrt zu werden.

 

Jenseits der Kinder- und Jugendliteratur: Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?

SR: Ganz ehrlich: keines für Große! Momentan versuche ich, mich durch den dicken Schwung an Frühjahrsneuerscheinungen zu lesen. Aber die die Kinder- und Jugendbücher sind so vielfältig, dass es viel Spaß macht, Zeit mit ihnen zu verbringen.

JR: Auf meinem Nachttisch sind es gerade zwei: Lovecraft Country, der letzte Roman meines absoluten Lieblingsschriftstellers Matt Ruff, lese ich gerade zum zweiten Mal. Und daneben liegt das aktuelle Perry Rhodan-Heft.