Kinderbuch-Apps

Praxistipps für Eltern

Apps für zu Hause

Interaktive Geschichten, Mini-Spiele und farbenfrohe Animationen: Hier findet ihr Tipps für digitale Vorlesestunden zu Hause.

Das Potenzial von (Vor-)Lese-Apps

Das Potenzial von Apps ©AdobeStock

Der Einsatz von digitalen Medien ist auch im Kinderzimmer nicht mehr wegzudenken. Smartphone und Tablet eignen sich durchaus gut, um schon mit den ganz Kleinen gemeinsam Zeit zu verbringen. Auch ältere Kinder können durch Apps und Co. zur gemeinsamen Beschäftigung motiviert werden. Neben vielen Spieleangeboten gibt es auch immer mehr Apps, die sich z.B. mit Lesen, Rechnen und Schreiben beschäftigen. (Vor-)Lese-Apps für die verschiedenen Altersgruppen haben dabei ein großes Potenzial für die Sprach- und Leseförderung.

Sprache und Lesen mit Apps fördern

Dieses Potenzial kann leicht genutzt werden, indem man mit den Kindern zusammen in verschiedene Apps hineinschaut und dabei ganz nebenbei das Sprach- und Leseverständnis der Kinder steigert. Mit den ganz Kleinen fängt die Sprachförderung schon beim gemeinsamen Betrachten und Erzählen von Wimmel-Apps oder Bilderbuch-Apps an, Vorschulkinder haben meistens große Lust, endlich die ersten Buchstaben und Wörter zu entdecken und lustige Leselernspiele können in Grundschulkindern die Freude am Lesen erwecken und erhalten.

Apps für die Kleinsten

Für Kleinkinder ab 2 Jahren sind Kinderbuch-Apps und interaktive Geschichten zu empfehlen, die in Begleitung Erwachsener in begrenztem Zeitumfang genutzt werden können. Die Kinderbuch-Apps werden nicht nur von den Kindern geschätzt, sondern motivieren auch die Eltern zum Vorlesen und Erzählen. Zudem ermöglichen sie Kindern, in Situationen, in denen sonst nicht vorgelesen wird, wie z.B. auf Reisen im Auto oder im Wartezimmer, Geschichten zu entdecken.

Apps für Vor- und Grundschulkinder

Für Vor- und Grundschulkinder eignen sich interaktive Geschichten-Apps, Lern-Apps und Mischformen aus Lesen und Gaming. Das Lesen kann in einem neuen Licht gezeigt werden und führt durch dieses gewandelte Leseimage zu mehr Lesefreude. Auch hier ist es immer sinnvoll, gemeinsam Zeit mit dem Kind am Smartphone oder Tablet zu verbringen und den richtigen Umgang mit digitalen Medien und deren vielfältige Möglichkeiten gemeinsam zu entdecken. 

Apps für Jugendliche 

Für Jugendliche steht vor allem das Lesen in den digitalen Medien im Vordergrund. Dieses wird oftmals gar nicht als Lesen wahrgenommen, da es alltäglich erscheint und vom gängigen Lesebegriff, der mit dem gedruckten Buch, Schule und Notenzwang verbunden wird, abweicht. Sich dem eigenen alltagsintegrierten Lesen bewusst zu werden, darin liegt eine große Chance für die Leseförderung: Gerade Nicht-Leser können sich plötzlich selbst als lesende Persönlichkeit begreifen und sich ihrer eigenen Lesekompetenz vergewissern.

10 Tipps für den Umgang mit Bilderbuch-Apps

Bilderbuch-Apps ©AdobeStock

Hier findet ihr Tipps für die Auswahl und den Umgang mit Bilderbuch-Apps:

1. Gemeinsames Leseerlebnis

Entdeckt die Apps gemeinsam mit euren Kindern. Wie beim Vorlesen mit Büchern gilt dabei natürlich auch: Macht es euch gemütlich!

2. Altersempfehlung

Die Altersangaben vom Anbieter sind nur vage Richtwerte. Macht euch lieber selbst ein Bild, ob die App für euer Kind geeignet ist.

3. Kinder- und Jugendschutz

Die Möglichkeit von In-App-Käufen, Zugang zum Internet, zu Facebook-Seiten oder zu Chat-Foren solltet ihr mit euren Kindern besprechen. Hier solltet ihr klare Regeln vereinbaren.

4. Steuerung

Die Bedienung der App sollten einfach und kindgerecht sein. Für jüngere Kinder ist die Benutzerführung durch Symbole oder eine gesprochene Anleitung ideal. Positiv ist auch eine Übersicht über die einzelnen Seiten, die dann gezielt angesteuert werden können.

5. Spiele in Geschichten

Zwischen Spiele-Apps mit einem erzählenden Anteil und Kinderbuch-Apps mit spielerischen Elementen sollte unterschieden werden. Beides hat seinen Stellenwert für unterschiedliche Nutzungssituationen. Bei Kinderbuch-Apps sollten die spielerischen Elemente der Vertiefung des Inhalts und der Einbeziehung der Leserinnen und Leser dienen - und nicht ständig aus der Geschichte herausführen.

6. Vorlesestimme

Für die gemeinsame Beschäftigung mit Lese-Apps ist es schön, wenn die Vorlesefunktion an- und ausgeschaltet und auch die eigene Stimme aufgenommen werden kann. So könnt ihr mit euren Kindern auch einmal selbst eine Geschichte zu den Bildern erzählen oder euer individuelles Vorlesebuch gestalten.

7. Leselernhilfe

Apps können zur Unterstützung des Leselern-Vorgangs eingesetzt werden. Dann ist es von Vorteil, wenn die vorgelesenen Wörter gleichzeitig hervorgehoben werden. Das entspricht dem bewährten Modell, dem Vorlesetext mit dem Finger zu folgen.

8. Lebendiger Vortrag

Gute Sprecherinnen und Sprecher wecken die Aufmerksamkeit der Zuhörer und lassen eine Geschichte lebendig werden.

9. Heldinnen und Helden

Bekannte Buchfiguren machen neugierig auf die App-Umsetzung und können umgekehrt auch wieder zum Buch zurückführen. Das klappt insbesondere bei Buchreihen sehr gut!

10. Gespräche

Bei Apps gilt wie bei (Bilder-)Büchern: Kinder lieben es, über ihre Leseerlebnisse zu reden! Und ihr erfahrt auf diese Weise, welche Art von Geschichten, Spielen oder kleinen Geschicklichkeitsübungen euer Kind besonders mag.