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Pressemitteilungen

28.02.2013

Neues Qualitätssiegel für Kinder- und Jugendzeitschriften Erste Bewerbungsrunde mit vielen Einreichungen

Zeitschriftensiegel ©Stiftung Lesen

Der Markt von Kinder- und Jugendzeitschriften wächst stetig. Eltern und Pädagogen sind häufig ratlos, welche Zeitschriften sich für Kinder und Jugendliche besonders eignen und die Freude am Lesen fördern. Das neue Qualitätssiegel für Kinder- und Jugendzeitschriften, das von der Stiftung Lesen in Kooperation mit dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) erarbeitet wurde, leistet an dieser Stelle qualifizierte und zeitgemäße Orientierungshilfe. Im Fokus des neu konzipierten Siegels liegen Kinder- und Jugendzeitschriften mit besonderem Leseförderpotenzial sowie Anknüpfungspunkten an den pädagogischen Alltag.

Die erste Bewerbungsrunde ist im November 2012 unter reger Beteiligung der Verlage zu Ende gegangen: Insgesamt haben 16 Verlage 27 Zeitschriftentitel eingereicht. Die Fachjury, die die Magazine überprüft und bewertet, setzt sich interdisziplinär aus Experten der Kindheits- und Jugendforschung, Kommunikations- und Medienwissenschaft, Medienpädagogen, Journalisten, Illustratoren und Praktikern aus der Leseförderung zusammen. Ergänzt wird sie von der Zielgruppe selbst, nämlich Kindern und Jugendlichen. Im Mittelpunkt steht die Frage: Welche Zeitschriften machen Kindern und Jugendlichen Spaß und motivieren sie zum Lesen? Weitere Kriterien, die in die Bewertung der Zeitschriftentitel einfließen, sind Inhalt und Layout, das pädagogische Konzept, die sprachliche Gestaltung, die Möglichkeit zur Interaktion, der Werbeanteil und die Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Zielgruppe.

„Zeitschriften für Kinder und Jugendliche sollten so gestaltet sein, dass sie gleichzeitig unterhaltend, informierend, anregend und fördernd sind“, erläutert Jurymitglied Prof. Dr. Uwe Sander von der Universität Bielefeld den Bewertungsansatz. „Wichtig ist, dass Kinder eine Zeitschrift als ‚ihr‘ Medium akzeptieren. Deshalb muss sie der jeweiligen Lesekompetenz ihres Publikums entsprechen, und das heißt: Sie muss – jedenfalls in Teilen – auch ohne Hilfe von Eltern oder anderen Erwachsenen ‚lesbar‘ und verstehbar sein.“

Die Stiftung Lesen hat in langjähriger Projektarbeit große Erfolge mit dem Medium „Zeitschrift“ als wichtiges und probates Mittel einer zeitgemäßen und niedrigschwelligen Leseförderung erzielt. Sabine Uehlein, Geschäftsführerin Programme und Projekte der Stiftung Lesen, betont:  „Sowohl die Praxiserfahrung als auch wissenschaftliche Studien zeigen, dass mit Zeitschriften vor allem Kinder und Jugendliche erreicht werden, die mit konventionellen, buchfokussierten Angeboten schwer zu motivieren sind. Mit dem neuen Qualitätssiegel wollen wir die Rolle, die das Medium Zeitschrift in einer modernen und effektiven Leseförderung einnimmt, weiter stärken.“

Ludwig von Jagow, Geschäftsführer Vertrieb beim VDZ ergänzt: „Zeitschriften können durch ihre Inhalte und ihre Gestaltung erheblich dazu beitragen, bei Kindern und Jugendlichen Interesse und Freude am Lesen zu wecken. Mit dem Siegel möchten wir Eltern Orientierung geben und Ihnen dabei helfen, für ihre Kinder Zugänge zum Lesen zu schaffen.“

Die Jury hat Mitte Februar über die erstmalige Vergabe des Siegels, das ab sofort zwei Mal im Jahr inhaltlich und pädagogisch starke Titel auszeichnen wird, entschieden. Welche Zeitschriften das Siegel erhalten, wird Ende März bekannt gegeben werden. Verlage, die Kinder- und Jugendmagazine für die Zielgruppe im Alter von zwei bis ca. 14 Jahren herausgeben und den ersten Stichtag nicht wahrgenommen haben, sind bereits jetzt eingeladen, ihre Titel für die zweite Bewerbungsrunde einzureichen. Stichtag ist der 31. Mai 2013.