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Pressemitteilungen

30.11.2016

Vier Journalisten erhalten Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2016

Preisträger Oppenbergpreis 2016 ©Stiftung Lesen / Nikolai Wolff

Die diesjährigen Preisträger des Dietrich Oppenberg-Medienpreises stehen fest: Volker Weidermann, Autor des Spiegel, Dominik Bretsch, Autor beim Deutschlandfunk, Kristian van Bentem, Redakteur der Westfälischen Nachrichten und Michael Allmaier, Redakteur der ZEIT, überzeugten die Jury mit ihren herausragenden Beiträgen. Die Stiftung Lesen und die Stiftung Presse-Haus NRZ haben den Preis heute zum 16. Mal haben an Journalisten vergeben, die in ihrer Arbeit das Lesen sowie die sich ändernden Rahmenbedingungen in der modernen Informations- und Wissensgesellschaft thematisieren. Die Preisverleihung fand in Anwesenheit der amtierenden Präsidentin der Kultusministerkonferenz statt, Frau Senatorin Dr. Claudia Bogedan. Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis ist insgesamt mit Preisgeldern in Höhe von 6.000 Euro dotiert.

Den ersten Preis erhielt Volker Weidermann für seinen Artikel „Poesie heilt“, erschienen im SPIEGEL. Weidermann stellt das in Liverpool entstandene Leseprojekt „Shared Reading“ vor, anhand dessen er zeigt, welche Kraft die gemeinsame Lektüre literarischer Texte und der Austausch darüber bei Lesern entfalten kann, die unter Krankheiten oder Isolation leiden. Die Begeisterung, mit der Weidermann das Projekt würdigt und für seine Leser nachvollziehbar macht, beeindruckte die Jury besonders.

Der zweite Preis ging an Dominik Bretsch für sein Hörfunk-Feature „Blind in einer Welt der Zeichen. Ein Analphabet auf Jobsuche“, das im Deutschlandfunk ausgestrahlt wurde. In seinem Porträt begleitet Bretsch einen funktionalen Analphabeten über zwölf Monate und macht an seinem Beispiel den Alltag und die Herausforderungen im Leben der über 7,5 Millionen funktionalen Analphabeten in Deutschland authentisch und nachdrücklich deutlich. An der der an Perspektiven, Meinungen und Schauplätzen reichen Darstellung lobte die Jury auch die Wahl des Mediums Hörfunk, in dem kein geschriebenes Wort persönlich betroffene Analphabeten ausschließt.

Kristian van Bentem erhielt den dritten Preis für seinen Beitrag „Das gallische Bücher-Dorf“ aus den Westfälischen Nachrichten. Am Beispiel der niederländischen Bücherstadt Breedevort befasst er sich mit der Zukunftsfähigkeit des gedruckten Buches. Die Jury erkannte in dem Beitrag nicht weniger als eine Geschichte über die sich wandelnden Gewohnheiten und Wünsche der Leserinnen und Leser und ihres Kauf- und Leseverhaltens in Zeiten von Amazon und Internetbuchhandel.

Den Sonderpreis vergab die Jury an Michael Allmaier, der mit seinem in der ZEIT veröffentlichten Artikel „Weg damit!“ provoziert: Allmaier empfiehlt, sich mit Hilfe des Entrümplers von seinen Büchern zu trennen. Der Jury gefiel wie der Autor auf intelligente und humorvolle Weise den ideellen und materiellen Wert gedruckter Bücher angesichts der Digitalisierung von Buchbeständen reflektiert.

KMK-Präsidentin Dr. Claudia Bogedan lobte die Beiträge für ihre hohe Qualität und die Platzierung des Themas „Lesen“ als Schlüsselqualifikation mit persönlichem und gesellschaftlichem Mehrwert: „Die Preisträger zeigen, welche Bedeutung das Lesen für den einzelnen Menschen und uns alle in der Gesellschaft hat. Ob Bücher oder digitale Lesemedien genutzt werden, ist dabei nicht entscheidend. Lesekompetenz ist eine Kulturtechnik, die einem die Wahl gibt und erst den Zugang zu Information, Bildung und Partizipation ermöglicht. Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis setzt ein öffentliches Zeichen für das Lesen, und ich gratuliere den vier Preisträgern, das Thema Lesen und seine Relevanz aus ihren individuellen Perspektiven zu stärken.“

Die Preise überreichten Heinrich Meyer, Geschäftsführer der Stiftung Presse-Haus NRZ, und Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen. Beide betonten die Bedeutung der Auszeichnung für die Leseförderung: „Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis zeigt den hohen Stellenwert des Lesens für die Medien, aus welch vielfältigen Perspektiven sie mit dem Thema Lesen umgehen und wie wichtig engagierte Journalistinnen und Journalisten sind, die mit ihren Beiträgen Diskussionen anstoßen und die Themen Lesen und Leseförderung im öffentlichen Bewusstsein verankern. Der Preis dient als Verstärker herausragender journalistischer Beiträge, die dem Lesen in der modernen Mediengesellschaft wichtige Impulse geben.“

Bild v.l.n.r.: Dominik Bretsch, Michael Allmaier, Dr. Joerg Pfuhl (CEO Holtzbrinck Buchverlage und Vorstandsvorsitzender Stiftung Lesen), Heinrich Meyer (Geschäftsführer Stiftung Presse-Haus NRZ), Senatorin Dr. Claudia Bogedan (Präsidentin der Kultusministerkonferenz 2016), Volker Weidermann, Kristian van Bentem, Dr. Jörg F. Maas (Hauptgeschäftsführer Stiftung Lesen) © Stiftung Lesen / Nikolai Wolff