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Pressemitteilungen

21.09.2018

Lesen auf allen Kanälen: Die Preisträger des Dietrich-Oppenberg-Medienpreises 2018

Stiftung Lesen und Stiftung Presse-Haus NRZ zeichnen Beiträge aus Süddeutsche Zeitung Familie, ZEIT Wissen, Frankfurter Allgemeine Zeitung und WDR aus

Gewinner Dietrich-Oppenberg-Medienpreis 2018 ©Jacob Schröter

Die Stiftung Lesen und die Stiftung Presse-Haus NRZ haben gestern zum 18. Mal den Dietrich-Oppenberg-Medienpreis an Journalistinnen und Journalisten vergeben, die in ihrer Arbeit das Lesen thematisieren. Eine Jury aus Vertretern von Presse, Stiftung Lesen, Stiftung Presse-Haus NRZ und der Familie Oppenberg hat Beiträge aus Print, Online, Radio und Fernsehen gesichtet, die zwischen dem 1. Januar 2017 und dem 31. März 2018 veröffentlicht wurden. Die Preisverleihung fand in Anwesenheit des amtierenden Präsidenten der Kultusministerkonferenz und Thüringer Ministers für Bildung, Jugend und Sport, Helmut Holter, in Erfurt statt. Der Dietrich-Oppenberg-Medienpreis ist mit 6.000 € dotiert, die zwischen den drei besten Beiträgen und dem Sonderpreis aufgeteilt werden.

Die Preisträger sind:

1. Preis
Michael Ebmeyer: Liebe, seitenweise (bitte klicken | kostenpflichtig)

Erschienen im Süddeutsche Zeitung Familie, April 2017

Wo ist er hin, der Leserausch?, fragt Michael Ebmeyer in seinem Artikel. Er kennt wahre Gründe und gern bemühte Ausreden, sich für das Lesen keine Zeit mehr zu nehmen. Dabei weiß er: „Nie haben wir so viel gelesen wie heute!“ Nur lesen wir heute anders: „Wir lesen dauernd, aber nicht mehr ausdauernd.“ Aber Ebmeyer entscheidet sich gegen das Klagen und für die Zuversicht. Auf wunderbare Weise macht er Lust, endlich wieder zum Buch zu greifen, weil der Weg bis zum eigenen Bücherregal und damit zu einem neuen Leseabenteuer gar nicht weit ist.

2. Preis
Katrin Zeug: Wie das Schreiben das Denken verändert (bitte klicken)

Erschienen in ZEIT Wissen, 17. Oktober 2017

Fundiert recherchiert zeigt die Autorin, dass das Schreiben seit jeher unseren Blick auf die Welt mitbestimmt hat: von der spirituellen Kraft der ersten Symbole, über die Funktion von Zeichensystemen für Handel und Herrschaftsverhältnisse, bis hin zum Einfluss des Schreibens auf unsere Art zu denken, zu erinnern und kreativ zu werden. Gespickt mit historischen und aktuellen Informationen, entfaltet sie die vielen Facetten des Schreibens, ohne das auch kein Lesen möglich wäre.

3. Preis
Fridtjof Küchemann: Ist das nun mutig oder dumm?

Erschienen in der Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Oktober 2017

Fridtjof Küchemann liefert einen Tagungsbericht zur Konferenz „Das Buch, der Bildschirm und das lesende Hirn“. Doch er belässt es nicht bei einer deskriptiven Schilderung der Frage, ob elektronische Lesemedien oder gedruckte Bücher besser geeignet seien, damit Kinder „vertiefte Lernprozesse durchlaufen“ könnten. Er ordnet die Standpunkte der Debatte, stellt sie in den Kontext des aktuellen Forschungsstands und lässt Argumente für sich sprechen.

Sonderpreis
Laura Fabienne Schneider-Mombaur: Loslesen! Der große WDR 2 Lesetag (bitte klicken)

Gesendet auf WDR 2, 30. März 2018

Beeindruckende 18 Stunden lang hat Laura Fabienne Schneider-Mombaur mit dem WDR 2-Team den 30. März 2018 dem Lesen gewidmet. Dazu hat die Redaktion eine crossmediale Collage zusammengestellt, die die große Vielfalt des Lesens aus ganz verschiedenen Perspektiven ebenso unterhaltsam wie klug vermittelt: Wie lassen sich Kinder fürs Lesen begeistern? Was macht ein Buch zum Bestseller? Und wie begründet die Wissenschaft den Nutzen des Lesens?

KMK-Präsident Helmut Holter: „Die Pressefreiheit ist eine der wertvollsten Errungenschaften unserer Demokratie. Wir müssen sie fördern und verteidigen, um einen freien Gedanken- und Meinungsaustausch auch in Zukunft zu gewährleisten. Ich danke allen Journalistinnen und Journalisten, die in ihren Beiträgen für den Dietrich-Oppenberg-Medienpreis die Vielseitigkeit und Bedeutung des Lesens in unserer Gesellschaft erkunden. Mein Glückwunsch gilt den vier Preisträgern für ihre herausragenden Reportagen, Essays, Kommentare und Interviews.“

Die Preise überreichten Heinrich Meyer, Vorstand der Stiftung Presse-Haus NRZ, und Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen. Beide betonen: „Lesen betrifft jeden. Die Fähigkeit Texte zu erfassen ist entscheidend, um den Alltag zu meistern, Erfolg in Schule und Beruf zu haben und soziale Kontakte zu pflegen. Journalistinnen und Journalisten sind unsere Mitstreiter, wenn es darum geht, das Bewusstsein für die gesellschaftliche Funktion des Lesens zu schärfen. Sie sind Schatzgräber auf der Suche nach Geschichten, die überraschen und aufmerksam machen. Daher freuen wir uns über die nahezu 80 eingereichten Bewerbungen um den 18. Dietrich-Oppenberg-Medienpreis und beglückwünschen die Finalisten zu ihren herausragenden Beiträgen.“

Hintergrund Dietrich-Oppenberg-Medienpreis
Der Dietrich-Oppenberg-Medienpreis ist nach dem 2000 verstorbenen Gründer und langjährigen Herausgeber der NRZ Neue Ruhr Zeitung/Neue Rhein Zeitung in Essen, Dietrich Oppenberg, benannt. Mit der Auszeichnung wollen die Stiftung Lesen und die Stiftung Presse-Haus NRZ ein Zeichen setzen für die Bedeutung des Lesens in einer freien Gesellschaft sowie eine lebendige Zeitungskultur fördern.