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Pressemitteilungen

12.02.2019

Hier werden Geschichten zusammengeklickt

Neues media.lab in der Stadtbibliothek Georgsmarienhütte eröffnet / Jugendliche lernen mit Tablets, Apps und Medien digitales Geschichtenerzählen, Lese- und Medienkompetenz

Einen Roman in Selfies nacherzählen, einen Thriller als Hörbuch aufnehmen, einen eigenen Videoclip produzieren oder ein Robotertheater programmieren, all das können Jugendliche im media.lab in der Stadtbibliothek Georgmarienhütte. Gemeinsam mit der Bildungsgenossenschaft wurde die Werkstatt für digitale Medien heute eröffnet, auch Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, war zu Gast.

„Das media.lab ermöglicht Kindern und Jugendlichen einen ganz neuen Zugang zur Bibliothek und ihren Beständen. Hier sehen wir, wie gut sich analoge und digitale Medien ergänzen und auf diese Weise gegenseitig bereichern“, so Minister Thümler. „Die Stadtbibliothek Georgsmarienhütte leistet mit diesem Projekt einmal mehr einen wichtigen Beitrag dazu, Kultur für möglichst viele Menschen erlebbar zu machen.“

Johannes Barthelt, Leiter der Stadtbibliothek GM-Hütte: „Wir sind stolz, mit der Unterstützung der Stiftung Lesen eines der ersten media.labs in Deutschland aufgebaut zu haben. Neue Medien sind aus unserer heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken und auch im zukünftigen beruflichen Alltag werden sie immer wichtiger werden. Daher ist es unumgänglich, dass Kindern und Jugendlichen schon früh die Möglichkeit geboten wird, Einblick in diese neuen Themenfelder zu erhalten. Und in Zukunft wächst das media.lab zusammen mit den Jugendlichen – die Entscheidung was gemacht und umgesetzt wird, hängt stark von ihren Wünschen, Anregungen und Kreativität ab. Es wird spannend sein, zu verfolgen, wie das media.lab angenommen wird und wie es sich entwickelt.“Digitale Bildung ist in der Schule, aber vor allem im privaten und später beruflichen Leben, zunehmend wichtig. In den media.labs finden Jugendliche digitale Medien wie Tablets, Kameras oder programmierbare Roboter. Ziel ist es, ihnen mit einem breiten Angebot aus Workshops sowie Apps und Programmen zur Video- und Audiobearbeitung digitale Fähigkeiten näher zu bringen und die Medienkompetenz zu fördern – getreu dem Motto „storys, apps & du“. Denn mit Smartphone oder Tablet lassen sich Inhalte nicht nur konsumieren, sondern auch einfach selbst kreieren.

Basis hierfür ist eine grundlegende Lesekompetenz. Diese wird in den media.labs ganz nebenbei gefördert und eingesetzt, etwa beim Schreiben von Drehbüchern für einen Videoclip oder beim Programmieren einer App. Aktuelle Umfragen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zeigen zudem, dass ein Drittel der Menschen unter 30 durch die Digitalisierung heute mehr liest als früher. So animieren auch elektronische Texte zum vertieften Lesen. Neben der digitalen Ausrüstung sind die media.labs auch mit analogen Medien wie Büchern, Zeitschriften oder Hörbüchern ausgestattet.

„Wir wollen Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren fürs Lesen begeistern – ganz egal mit welchem Medium“, sagt Dr. Jörg F. Maas von der Stiftung Lesen. „Egal ob per Tweet, Post oder Nachricht, auch die digitale Kommunikation in den sozialen Medien ist textbasiert. Ausgeschlossen wird hier, wer über keine oder nur eine geringe Lesekompetenz verfügt – das wollen wir ändern. Und aufzeigen, dass digitale Medien unendlich viele kreative Möglichkeiten bieten, sich mit Geschichten auseinanderzusetzen.“

Die media.labs sind eine bundesweite Initiative der Stiftung Lesen. Sie werden finanziert aus Mitteln des Förderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Von 2018 bis 2022 werden an 100 Standorten in Jugendeinrichtungen, Medienzentren, Schulen oder Mehrgenerationenhäusern media.labs eingerichtet.