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Pressemitteilungen

21.03.2019

„Geschichten zeigen, wie man mit schwierigen oder neuen Situationen umgeht“ – Junge Lesescouts begeistern fürs Lesen

Lesescouts aus Zschorlau stellen Jugendjury für „Leipziger Lesekompass“ / Projekt an weiterführenden Schulen in Sachsen bis 2020 verlängert

Mit Aktionen wie Poetry Slams oder Buchvorstellungen begeistern seit 2006 rund 1.550 „Lesescouts“ in Sachsen ihre Mitschülerinnen und Mitschüler für das Lesen. An bereits 120 weiterführenden Schulen setzen sich leseaffine Jugendliche dafür ein, dass auch andere Kinder Lust auf Geschichten jeder Art bekommen. Und nicht nur das: Die 11- bis 14-jährigen Lesescouts aus Zschorlau stellen zudem die Jugendjury des Leipziger Lesekompasses, mit dem jedes Jahr 30 Kinder- und Jugendbücher im Rahmen der Leipziger Buchmesse auszeichnet werden.

Die Lesescouts der Oberschule Zschorlau stehen beispielhaft für das große Engagement aller Lesescouts in Sachsen, die jedes Jahr kreative Aktionen rund um das Lesen ins Leben rufen.  Bereits seit Projektbeginn 2006 nehmen die Zschorlauer an dem Programm teil, das von der Stiftung Lesen koordiniert und vom Staatsministerium für Kultus finanziert wird. Der Grundgedanke liegt darin, dass lesebegeisterte Kinder und Jugendliche ihre Freude an Geschichten weitergeben – und ganz nebenbei für die Bedeutung des Lesens sensibilisieren. Denn durch Geschichten erschließen sich junge Leser*innen unbekannte Phänomene und lernen Wesentliches über Beziehungen und Freundschaften. „Bücher beschäftigen sich immer auch mit ernsten Themen, mit Trennungen in der Familie, Ausgrenzung oder Anderssein. Ohne diese Geschichten würden wir manchmal gar nicht wissen, dass es so etwas überhaupt gibt. Wir erleben, wie die Buchhelden mit schwierigen oder neuen Situationen umgehen. Und genau das wollen wir auch anderen Kindern zeigen: Dass man aus Büchern unglaublich viel mitnehmen kann und dass Lesen einfach Spaß macht“, erzählen Philine und Katja (13 Jahre), Lesescouts der Oberschule Zschorlau und Jury-Mitglieder des Leipziger Lesekompass 2019.

Die Lesescouts tragen ungezwungen und nachhaltig zur Leseförderung bei, indem sie gleichaltrige oder jüngere Klassen besuchen und in lockerer Atmosphäre aus ihren Lieblingsbüchern vorlesen. „Dabei springt der Funke viel schneller über, als wenn das die Lehrkräfte machen“, weiß Marion Merdon, Lehrerin und Lesescouts-Betreuerin. Mit welchen Aktionen und Vorlesetechniken die Lesescouts andere am besten für eine gute Geschichte begeistern können, lernen sie im Vorfeld in Workshops mit Referenten der Stiftung Lesen. Und haben sie ihren Mitschüler*innen erst einmal den richtigen Anreiz gegeben, können diese die Bücher direkt in der Schulbibliothek ausleihen – und sich dort von den Lesescouts persönlich beraten lassen.

Christian Piwarz, Sächsischer Staatsminister für Kultus, ist sich sicher: „Dass es das Programm bereits seit 13 Jahren gibt, zeugt von seiner großen Wirksamkeit. Die Lesescouts sind besonders dicht dran an der Zielgruppe und können genau dort ansetzen, wo es nötig ist: bei allen Kindern und Jugendlichen, die Schwierigkeiten beim Lesen haben oder in ihrer Jugend das Interesse an Geschichten verlieren. Wir danken allen Lesescouts für ihren Einsatz und freuen uns, das Projekt mit der Stiftung Lesen fortzuführen.“

Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, betont: „Das Lesescouts-Modell aus Sachsen leistet einen bemerkenswerten Beitrag zur Leseförderung unter Kindern und Jugendlichen – und ist Vorbild für andere Bundesländer. Die Lesescouts sind authentisch und zeitgemäß: Denn wer wüsste besser, welche Themen junge Menschen bewegen, welche Fragen sie haben und welche Antworten sie in Geschichten suchen, als die Jugendlichen selbst? Deshalb ist uns das Urteil der Jugendjury bei der Vergabe des Leipziger Lesekompasses besonders wichtig – und auch das Engagement der Lesescouts in ganz Sachsen. Wir freuen uns, das Projekt auch in diesem Jahr fortzusetzen.“