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14.12.2011

E-Reader senken bei Schülern die Hemmschwelle, zu Büchern zu

Einer Studie der Stiftung Lesen zufolge, senken E-Books bei Schülern die Hemmschwelle zu Büchern zu greifen, deutlich. Stiftung Lesen-Hauptgeschäftsführer Dr. Jörg Maas: „Großes Potenzial, um Leseferne zu motivieren“.

Stiftung Lesen ©Stiftung Lesen

„Durch E-Books werden Bücher für Schüler attraktiver“, lautet das Fazit einer aktuellen Studie der Stiftung Lesen. Die Untersuchung „Das Potenzial von E-Readern in der Leseförderung“ des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen wurde im Schuljahr 2010/2011 durchgeführt.  

Im Rahmen der Studie erhielten sechste Klassen von Gesamtschulen im Rhein Main-Gebiet jeweils eine Bibliothek von rund 90 Titeln entweder als reine Print-Ausgaben, als E-Books oder in beiden Produkt-Formen. Eine weitere Klasse diente als Vergleichsgruppe und erhielt keine zusätzlichen Lese-Anreize. Das Angebot stand zur freien Nutzung zur Verfügung und war nicht in den Unterricht einbezogen.

Die Studie beobachtete die Vorstellungen der Kinder und Jugendlichen vom Lesen, ihren Umgang mit den Leseanreizen und ihr Lese- und Medienverhalten. Zentrale Ergebnisse: E-Reader und E-Books bewirken eine große Anfangsbegeisterung: Sie werden Gesprächsthema auf dem Pausenhof. Darüber hinaus verändern elektronische Bücher das Image vom Lesen: Das von lesefernen Jugendlichen als altmodisch bezeichnete Medium Buch erscheint auf dem E-Reader als moderne und damit attraktivere Alternative. Zudem wurden E-Book-Titel vier Mal häufiger heruntergeladen als die identischen Texte in Printform ausgeliehen.

Besonders bemerkenswert ist es nach Auskunft der Autoren, dass die Schüler bei E-Readern andere Auswahlstrategien anwenden als am Bücherregal: Insbesondere umfangreiche Bücher werden digital häufiger heruntergeladen als in Printform ausgeliehen. Die Hemmschwelle, die ein dicker Umfang insbesondere für Ungeübte bedeutet, wird gesenkt – lange Texte erscheinen digital besser beherrschbar.

„E-Books besitzen ganz offensichtlich ein großes Potenzial, um leseferne Kinder und Jugendliche zu motivieren“, erklärt Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen das Fazit der Studie, die von arvato unterstützt wurde. „Um dieses Potenzial zu nutzen und die Anfangsbegeisterung in ein nachhaltiges Lese-Interesse zu verwandeln, müssen entsprechende niederschwellige und gut erreichbare Angebote geschaffen werden, die spannenden Lesestoff für Kinder und Jugendliche in allen Varianten bereit halten – digital und in Printform.“