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Pressemitteilungen

22.10.2014

Deutscher Lesepreis: 38 herausragende Leseförderungsprojekte nominiert

Deutscher Lesepreis ©Stiftung Lesen

Die Resonanz auf die Ausschreibung des Deutschen Lesepreises 2014 hat mit insgesamt 274 Bewerbungen die Erwartungen der beiden Initiatoren Stiftung Lesen und Commerzbank-Stiftung weit übertroffen. Nun hat die Jury aus allen Bewerbern 38 besonders herausragende Projekte ausgewählt. Aus der Liste der Nominierten bestimmt sie im nächsten Schritt die endgültigen Gewinner, die am 9. Dezember während einer feierlichen Preisverleihung in Berlin geehrt werden.

Die Bewerbungen für den Deutschen Lesepreis spiegeln die vielfältigen Facetten von zeitgemäßer Leseförderung wider. Unter den Nominierten sind Projekte, die das beliebte Geocaching zur Leseförderung nutzen, mehrsprachige Angebote zur Verbindung von Leseförderung und Integration, multimediale Ansätze, die die Potenziale sowohl digitaler als auch gedruckter Medien nutzen sowie Projekte, die besondere Zielgruppen, zum Beispiel Häftlinge, gezielt ansprechen.

Astrid Kießling-Taşkın, Geschäftsführerin der Commerzbank-Stiftung, betont: „Das Lesen ist ein Grundpfeiler der kulturellen Bildung und gesellschaftlichen Teilhabe. Deshalb ist das Engagement in der Leseförderung für die Commerzbank-Stiftung so wichtig   insbesondere mit Blick auf innovative Ideen und Konzepte.“

Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, ergänzt: „Was der Grimme-Preis für das deutsche Fernsehen ist, will der Deutsche Lesepreis für die Leseförderung sein. Denn alle, die sich zumeist ehrenamtlich für bessere Lesekompetenz und damit bessere Bildungschancen engagieren, haben eine hohe Auszeichnung verdient. Die Bewerber und vor allem die Nominierten für den Deutschen Lesepreis helfen mit ihren Projekten und Initiativen dabei, geeignete Zugänge zum Lesen zu schaffen und übernehmen damit eine gesellschaftliche Vorbildfunktion.“

Vor dem Hintergrund, dass rund ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben hat, würdigen die Commerzbank-Stiftung und die Stiftung Lesen mit dem Deutschen Lesepreis innovative und nachhaltige Leseförderungsmaßnahmen, die dazu beitragen, eine Kultur des Lesens zu erhalten und zu fördern. Auch in diesem Jahr wird der Preis in den Kategorien Sonderpreis der Commerzbank-Stiftung „Ideen für morgen“, Herausragendes individuelles Engagement (gefördert von der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur) und Herausragendes kommunales Engagement (gefördert von der FRÖBEL-Gruppe) vergeben. Des Weiteren gibt es den von der Jürgen Moll Stiftung geförderten Wissenschaftspreis in zwei Kategorien. Der Deutsche Lesepreis steht unter der Schirmherrschaft der amtierenden Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Nordrhein-Westfalens Schulministerin Sylvia Löhrmann, und ist insgesamt mit 23.000 Euro dotiert.


Folgende Leseförderungsprojekte sind in der Endauswahl um den Deutschen Lesepreis:


Nominierte für den Sonderpreis der Commerzbank-Stiftung „Ideen für morgen“ (10 Nominierungen)

  • ax-o e.V., Aachen: Vorlesen vor Kindergartenkindern als unterstützendes Mittel zum Spracherwerb für junge Migranten.
  • Claudia Berghorn, Münster: „Wortschatz-Caching“ zur niedrigschwelligen Leseförderung.
  • Kindergebärden, Ziethem: Veröffentlichung eines Babybilderbuches mit Gebärdensprachen-Abbildungen
  • Kinder lesen und schreiben für Kinder e.V., München: Mit dem Projekt „StoryTeller“ sollen bundesweit Kinder in Hospizen und Blindeninstituten mit originellen Geschichten versorgt werden.
  • Max-Planck-Gymnasium, Delmenhorst: „Booklyn Media“ – Aufbau und Pflege der Schulbibliothek durch eine „Schülerfirma“
  • Mediothek Wutöschingen: Schaffung eines interaktiven Literatur-Wanderwegs für Kinder
  • Stadtbibliothek Heinrich Heine Gotha: „Sturm und Drang auf die Bibliothek   Rappen, Slamen-Appen“: Schaffung neuer Angebote, um mit moderner Technik und unkonventionellen Ideen Jugendliche für die Bibliothek zu begeistern und sie dauerhaft daran zu binden
  • Stadtbücherei Frankfurt am Main: „LeseTouch“ - Vermittlung von Literatur mittels Tablet-PC, App und klassischem Buch
  • Städtische Bibliotheken Dresden: Projekt „Lesestark Kultur!“ zur Verbindung von Leseförderung und Museumspädagogik.
  • Verein Alter und Soziales e. V., Ahlen: Schaffung von multimodalen und multimedialen Zugängen zu Leseinhalten für Menschen mit Demenz.


Nominierte für die Kategorie „Herausragendes individuelles Engagement“ – gefördert von der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur (14 Nominierungen)

  • Heidemarie Brosche, Hauptschullehrerin in Friedberg/Bayern: großes und vielfältiges Engagement an ihrer Schule für Leseförderung insb. für Bildungs- und Leseferne sowie Jugendliche
  • Anja Chrzanowski, Literaturclub des Campus Efeuweges, Berlin, der Schüler unterschiedlicher Nationalitäten sowie aus einem schwierigen sozialen Umfeld erreicht und sie zum Lesen motiviert
  • Christoph Conrad, Evangelisches Gymnasium Meinerzhagen: Initiierung und Aufbau unterschiedlicher Leseförderungsmaßnahmen für alle Altersstufen an der Schule
  • Ute Griep, Kronshagen, organisierte die Wanderausstellung „In Kisten und Koffern - Tiere auf Wanderschaft“: Über 100 aktuelle Sachbücher zum Thema Tiere reisen mit kompletten Unterrichtsmaterialien durch Schleswig-Holstein.
  • Lena Ismail, Mainz: Die lesebegeisterte Zwölfjährige hat einen eigenen Kinder- und Jugendbuch-Blog ins Leben gerufen
  • Dr. Torsten Köppe, Königswinter, und sein 15-jähriger Sohn sind als ehrenamtliche „Tandem-Vorleser“ regelmäßig im örtlichen Kindergarten
  • Erwin Mitschdörfer, Volkshochschule/Bücherei Nordhastedt e. V., initiierte zahlreiche Leseförderungsprojekte in seiner Gemeinde
  • Ömer Özbekler, Hanau: Das bilinguale Projekt „Papa liest ein Buch“ möchte gezielt Väter dazu animieren, in Kindergärten mehrsprachig zu lesen.
  • Eveline Petraschka und Martin Salfer, Charlotte-Dessecker-Bücherei, Pullach im Isartal: Initiierung und Organisation des 1. Internationalen Jugendliteraturfests „Tacheles Hören“ für Jugendliche ab 14 Jahren
  • Günter Reichert, Nürnberg: Aufbau der „Asylotek“, die bundesweit erste Asylbewerberheimbibliothek, welche neben der direkten Sprach- und Wissensvermittlung auch die Integration (traumatisierter) Asylsuchender sowie ihrer Kinder fördern soll.
  • Dr. Thomas Rieke-Baulecke, Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein: Initiator des Programms „Niemanden zurücklassen - Lesen macht stark“
  • Christine Sinnwell-Backes, Schmelz/Saarland: Lese- und Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche
  • Annelie und Wilfried Stascheit, Selbst.Los! Kulturstiftung Frickingen: Das Projekt „Kinder brauchen Bücher, arme noch viel mehr!“ hilft mittellosen Familien mit Buchspenden, um Kindern Lesestoffe zur Verfügung stellen zu können.
  • Frau Zitzmann, Schulbibliothek der Adolf-Reichwein-Schule, Neu-Anspach: Jahrgangsübergreifende Leseförderung und Betreuung der Schulbibliothek.


Nominierte für die Kategorie „Herausragendes kommunales Engagement“ – gefördert von der FRÖBEL-Gruppe (14 Nominierungen)

  • AWO-Migrationssozialdienst, Bamberg: frühe Lese- und Sprachförderung von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund mit dem Projekt „Bamberger Lesefreunde“.
  • Baden-Württemberg Stiftung, Stuttgart: Das Projekt kicken&lesen verfolgt den innovativen Ansatz, Bildung (Leseförderung) und Bewegung (Fußball) miteinander zu verbinden.
  • Bibliothek Gransee: Aufbau und Pflege eines Lese-Netzwerkes für alle Generationen
  • Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Frankfurt: Das Leseförderungsprojekt „LeseTüte“ ist eine bundesweite Buchhandelsaktion für Lese- und Schulanfänger. Im Jahr 2014 übergaben 450 Buchhandlungen insgesamt 90.000 Tüten/Bücher an Erstleser.
  • Büchertürme, Hamburg: Grundschulkinder werden im Wettbewerb dazu animiert, einen „Bücherturm“ so hoch wie ein Kirchturm zu lesen
  • Gymnasium Veitshöchheim: das 2008 aufgebaute lokal-regionale Lesenetzwerk ist ein erfolgreich laufendes Großprojekt zur Leseförderung und zum Ausbau der Selbst-, Sozial-, Fach- und Methodenkompetenzen von Kindern und Jugendlichen in Kooperation mit externen Partnern.
  • Johann-Schöner-Gymnasium, Karlstadt: Die „Karlstadter LesART“ist ein städtisches Lesefestival mit besonderer Einbindung von Schulen, das sich an alle Altersgruppen richtet.
  • Leseohren e.V., Stuttgart: Deutschlands größte Vorlese-Initiative legt u.a. einen Schwerpunkt auf Vorleseangeboten von Muttersprachlern in Türkisch, Griechisch, Russisch, Englisch, Kroatisch und weiteren Sprachen.
  • Leseregion Straubing - Stadt und Land: Pilotprojekt zur nachhaltigen Förderung der Lese- und Informationskompetenz im ländlichen Raum
  • Lesewelt Halle, c/o Freiwilligen-Agentur Halle: Leseförderung u.a. durch individuelle Lesepatenschaften für Kinder im Grundschulalter, die besonderen Unterstützungsbedarf haben.
  • Projektbüro Lesementoring Landeshauptstadt Hannover: Jugendliche als Lesecoaches sind im Projekt Lesementoring die Hauptakteure, die mit vielen kreativen Ideen Kinder an die Welt der Bücher heranführen.
  • Stadtbibliothek Göttingen: Beim Göttinger Kinder-Vorlese-Sommer wird auf Spielplätzen vorgelesen, um Kleinkinder ab 4 Jahren und ihre Eltern oder Großeltern an Bilderbücher heranzuführen.
  • Stadtbibliothek Mannheim: Bildungspartner im „Mannheimer Unterstützungssystem Schule (MAUS)“
  • Stadt- und Kreisbibliothek Greiz : Leseförderungsangebot u.a. für Häftlinge im Strafvollzug
     

Aus diesen 38 Nominierten wählt die Jury die jeweiligen Preisträger der einzelnen Kategorien. Alle Nominierten werden über die Entscheidung der Jury schriftlich benachrichtigt. Die Bewertung und Auswahl der Gewinner des Wissenschaftspreises erfolgt unabhängig von den drei Kategorien des Deutschen Lesepreises durch das Institut für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen und die Jürgen Moll Stiftung.


Der Jury für den Deutschen Lesepreis gehören an:

  • Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer Stiftung Lesen
  • Astrid Kießling-Taşkin, Geschäftsführerin Commerzbank-Stiftung
  • Meike Betzold, Leiterin der Stadt- und Schulbibliothek Kelsterbach, DBV Kommission Kinder- und Jugendbibliotheken
  • Dr. Simone Ehmig, Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung
  • Prof. Dr. jur. Hans Fleisch, Generalsekretär Bundesverband Deutscher Stiftungen
  • Annegret Kieschnick, Referentin im Bildungswerk der FRÖBEL-Gruppe
  • Ursula Krickl, Referatsleiterin Deutscher Städte- und Gemeindebund
  • Susanne Lux, Inhaberin der Kinder- und Jugendbuchhandlung Nimmerland, Mainz
  • Dr. Sebastian Moll, Johannes Gutenberg Universität Mainz
  • Nele Neuhaus, Schriftstellerin
  • Christina Ringer, Moderatorin und Fernsehjournalistin
  • Lutz Roschker, Vorstandsmitglied der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur
  • Thomas Sonnenburg, Coach, Sozialpädagoge, Autor und Erziehungsberater

Mehr Informationen zum Deutschen Lesepreis auch unter www.deutscher-lesepreis.de.