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Pressemitteilungen

10.12.2014

Neun Preisträger mit dem Deutschen Lesepreis ausgezeichnet

Eine Initiative von Stiftung Lesen und Commerzbank-Stiftung unter der Schirmherrschaft der KMK-Präsidentin Sylvia Löhrmann

Verleihung des Deutschen Lesepreises 2014 ©Stiftung Lesen / Luca Abbiento

Die Stiftung Lesen und die Commerzbank-Stiftung haben am 9. Dezember zum zweiten Mal in Berlin den Deutschen Lesepreis verliehen. Neun Preisträger erhielten in vier verschiedenen Kategorien die Auszeichnung für ihr herausragendes Engagement in der Leseförderung. Der Sonderpreis der Commerzbank-Stiftung „Ideen für morgen“ ging an die Münsteranerin Claudia Berghorn für ihr Projekt „Wortschatz-Caching“. Günter Reichert, Initiator der „Asylothek“ in Nürnberg, belegte den ersten Platz in der Kategorie „Herausragendes individuelles Engagement“. Der zweite und dritte Preis gingen an Anja Chrzanowski (Berlin) und die Schülerin Lena Ismail (Mainz). Die Stadt- und Kreisbibliothek Greiz war Gewinnerin in der Kategorie „Herausragendes kommunales Engagement“. Es folgten auf den Plätzen zwei und drei die Hamburger Büchertürme und die Stadtbibliothek Göttingen. Die Mannheimer Bestseller-Autorin Giulia Enders erhielt gemeinsam mit ihrer Schwester Jill Enders den Wissenschaftspreis in der Kategorie „Lesbare Wissenschaft“. Annedore Friedrich aus Mainz wurde für ihre Bachelorarbeit in der Kategorie „Wissenschaft des Lesens“ ausgezeichnet.


Die Jury wählte die neun Preisträger aus insgesamt 274 Einsendungen aus. Die Teilnahme stand allen in der Leseförderung Engagierten offen. Der Deutsche Lesepreis steht unter der Schirmherrschaft der amtierenden Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Nordrhein-Westfalens Schulministerin Sylvia Löhrmann. Der Preis ist insgesamt mit 23.000 Euro dotiert.

„Vor dem Hintergrund, dass rund ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben hat, muss Leseförderung als gemeinsame Anstrengung aller gesellschaftlichen Gruppen verstanden werden und die öffentliche Wahrnehmung für das Thema gestärkt werden“, betonte Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen. „Genau hier setzen wir mit dem Deutschen Lesepreis an und würdigen und unterstützen innovative sowie nachhaltige Projekte, die dazu beitragen, der Leseförderung in Deutschland neue Impulse zu geben.“


Sonderpreis der Commerzbank-Stiftung „Ideen für morgen“: neue Wege in der Leseförderung
Ziel des mit 6.000 Euro dotierten Sonderpreises der Commerzbank-Stiftung „Ideen für morgen“ ist es, die Realisierung neuartiger Konzepte zu ermöglichen. „Preisträgerin Claudia Berghorn will mit ihrer Idee des ‚Wortschatz-Caching‘ ein noch nie dagewesenes Angebot im Bereich der Leseförderung schaffen“, erklärte Astrid Kießling-Taskin, Geschäftsführerin der Commerzbank-Stiftung und Mitglied der Jury beim Deutschen Lesepreis.

Wie beim „Geocaching“ – der Schnitzeljagd mit GPS-Gerät – geht es auch beim neuen „Wortschatz-Caching“ um die erfolgreiche Bergung eines Schatzes – eines Schatzes in „literarischer“ Form: Ausgestattet mit einem GPS-Gerät machen sich die Teilnehmer auf den Weg, um zum Beispiel in der Literatur bedeutende Orte oder historische Inschriften zu finden. Im einhelligen Urteil der Jury ist „Wortschatz-Caching“ ein vorbildhaftes Projekt für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen, in dem Neugier und Abenteuerlust mit der spielerischen Aufforderung, sich mehr mit dem Thema Lesen zu beschäftigen, in Einklang gebracht werden.

„Spaß an der Technik, Spannung, das Gemeinschaftserlebnis… – die Gründe, beim Geocaching mitzumachen, sind vielfältig. Das ist beim ‚Wortschatz-Caching‘ ganz genauso“, sagte Kießling-Taskin. „Hinzu kommt der als Nebeneffekt getarnte Haupteffekt: Aus ihrer eigenen Motivation heraus, ohne jedoch darauf komplett fokussiert zu sein, beschäftigen sich die Teilnehmer beim ‚Wortschatz-Caching‘ mit dem Thema Lesen. Sie eignen sich dabei eine Schlüsselkompetenz für gesellschaftliche Teilhabe an.“


Herausragendes individuelles Engagement: persönlicher Einsatz für das Lesen
In der Kategorie „Herausragendes individuelles Engagement“, gefördert von der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur, erhielt der Architekt Günter Reichert den ersten, mit 2.000 Euro dotierten, Preis: Seine von ihm in Nürnberg ins Leben gerufene „Asylothek“ ist die bundesweit erste Bibliothek in einem Asylbewerberheim. Reicherts Ziel ist es, neben der direkten Vermittlung von Wissen und Sprachkenntnissen, die Integration von Asylsuchenden und ihren Kinder zu fördern. Der zweite Preis in Höhe von 1.500 Euro ging an Anja Chrzanowski. Die Lehrerin am Campus Efeuweg in Berlin-Neukölln motiviert mit ihrem Literaturclub Kinder aus verschiedenen Nationen und auch schwierigen sozialen Verhältnissen zum Lesen. Über den dritten Preis und die damit verbundenen 1.000 Euro freute sich die 13-jährige Schülerin Lena Ismail aus Mainz, die mit ihrem eigenen Kinder- und Jugendbuch-Blog online ist.


Herausragendes kommunales Engagement: Leseförderung für unterschiedliche Alters- und Bevölkerungsgruppen
Den Sieg in der Kategorie „Herausragendes kommunales Engagement“, gefördert von der FRÖBEL-Gruppe, konnte die Stadt- und Kreisbibliothek Greiz für sich verbuchen. Für ihr Projekt „Bücher brechen Mauern“ – einem Leseförderungsangebot für Häftlinge im Strafvollzug – wurde sie von der Jury mit einem Preisgeld von 2.000 Euro ausgezeichnet. Der mit 1.500 Euro dotierte zweite Preis ging an die Hamburger Büchertürme. In einem Wettbewerb werden Grundschüler angeregt, möglichst viel zu lesen: Die Gruppe, aus deren Lesestoff der höchste Turm entstanden ist, hat gewonnen. Den dritten Preis (dotiert mit 1.000 Euro) erhielt die Stadtbibliothek Göttingen. Beim Göttinger Kinder-Vorlese-Sommer wird auf Spielplätzen vorgelesen. Gemeinsam mit ihren Eltern oder Großeltern können sich Kinder ab vier Jahren an den verschiedenen Leseangeboten erfreuen und Ideen für häusliche Vorlesestunden sammeln.


Wissenschaftspreis in zwei Kategorien
Unter dem Dach des Deutschen Lesepreises wurde außerdem der von der Jürgen Moll Stiftung geförderte Wissenschaftspreis vergeben. In der Kategorie „Lesbare Wissenschaft“ (dotiert mit 5.000 Euro) wurde Giulia Enders ausgezeichnet. Mit ihrem Bestseller „Darm mit Charme“ hat sie ein medizinisches Thema für breite Bevölkerungskreise lesbar und verständlich gemacht.


In der Kategorie „Wissenschaft des Lesens“ (dotiert mit 3.000 Euro) ging der Preis an Annedore Friedrich für ihre Bachelorarbeit am Institut für Buchwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit dem Titel „Digitales für die Kleinsten? Qualitätskriterien für Bilderbuch-Apps“.

Mehr Informationen zum Deutschen Lesepreis auch unter www.deutscher-lesepreis.de.

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