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Pressemitteilungen

25.02.2015

Das Leseförderprogramm „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ setzt Impulse in den Bibliotheken an der Bergstraße

Mit einer gemeinsamen Pressekonferenz im Landratsamt Heppenheim haben der Landesverband Hessen im Deutschen Bibliotheksverband (dbv), die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken in Wiesbaden und die Stiftung Lesen heute auf das bundesweite Leseförderprogramm „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ im Kreis Bergstraße aufmerksam gemacht. Frühkindliche Leseförderung ist ein wichtiges Feld moderner Bibliotheksarbeit, und mit dem Lesestart-Programm unterstützt die Stiftung Lesen bereits über 370 Bibliotheken in Hessen, davon 20 im Landkreis Bergstraße, dabei, auch leseunerfahrenen Familien ihr Angebot näherzubringen.

Nach der Begrüßung durch Landrat Matthias Wilkes, dem Vorsitzenden des Landesverbandes Hessen im dbv, und einem Grußwort von Alexander Budjan von der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken Wiesbaden stellte Sabine Bonewitz, Leiterin des Programmbereichs Familie bei der Stiftung Lesen, die zweite Phase des Lesestart-Programms in den Bibliotheken vor. Ergänzt wurde die Präsentation durch Winnie Lechterbeck von der Stadtbibliothek Bensheim, die von ihren Erfahrungen mit Lesestart im Bibliotheksalltag berichtete.

Sabine Bonewitz erläuterte: „Die positiven Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleituntersuchung zu Lesestart belegen, dass es uns gelingt, Familien an das Vorlesen und Erzählen heranzuführen und nachhaltig auf das Vorleseverhalten einzuwirken: Fast alle Eltern, die die Lesestart-Sets erhalten, beschäftigen sich mit den Materialien, zwei Drittel davon sehr intensiv. 62 Prozent der Eltern greifen Tipps auf und erhöhen z. B. ihr Vorlesepensum im Alltag und ein Viertel der Eltern bemerkt positive Veränderungen in ihren Einstellungen zum Thema und in ihrem Vorleseverhalten.“

Auch die teilnehmenden Bibliotheken profitieren vom Programm: Durch Lesestart haben die Bibliotheken ihr Veranstaltungsangebot um 36 Prozent pro Monat gesteigert. 72 Prozent der Bibliotheken haben neue Bücher und Medien für die Lesestart-Zielgruppe angeschafft. Motiviert durch die Möglichkeiten, die das Programm den Bibliotheken eröffnet, wollen sich 86 Prozent von ihnen auch weiterhin beteiligen. Das Programm wird von der InterVal GmbH, Berlin, in Kooperation mit Prof. Dr. Christine Garbe von der Universität zu Köln und Dr. Claus Barkmann vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf wissenschaftlich begleitet. Ziele sind die laufende Optimierung der Programmumsetzung sowie die begleitende Wirkungsanalyse.

Eine besondere Herausforderung stellt die Zielgruppe des Lesestart-Programms dar: Die Zusammenarbeit mit sozialen und kommunalen Institutionen vor Ort ist grundlegend, um insbesondere die Kinder, denen wenig oder gar nicht vorgelesen wird, zu erreichen. Die Bibliotheken profitieren dabei von ihren Netzwerken und nutzen das Lesestart-Programm, um diese für die nachhaltige und breitenwirksame Leseförderung aller Kinder zu erweitern und langfristig zu festigen.