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Pressemitteilungen

17.10.2017

Fachtag „Lesen bringt uns weiter“ für Akteure der Flüchtlingshilfe und Leseförderung am 17.10.2017 in Hannover

Erfahrungsaustausch nach 2 ½ Jahren Arbeit mit Geflüchteten / Veranstaltung im Rahmen des Programms „Lesestart für Flüchtlingskinder“

Über 60 Fachkräfte der Leseförderung, Experten der interkulturellen Arbeit sowie Akteure der Flüchtlingshilfe sind gestern in Hannover auf dem Fachtag „Lesen bringt uns weiter“ zusammengekommen, um sich über Sprach- und Leseförderung für Kinder geflüchteter Familien auszutauschen. Die Stiftung Lesen hat die Tagung im Rahmen des bundesweiten Programms „Lesestart für Flüchtlingskinder“ veranstaltet, das im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Dezember 2015 in Erstaufnahmeeinrichtungen bundesweit angelaufen ist. Ziel des Programms ist es, geflüchtete Kinder und ihre Eltern mit dem Vorlesen und Lesen vertraut zu machen, damit sie erste Zugänge zur deutschen Sprache bekommen und leichter lesen lernen.

 

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Doris Schröder-Köpf, niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe: „In Niedersachsen haben wir die Zuwanderung von geflüchteten Menschen auch als Chance begriffen. Die Aufnahme und Integration der Geflüchteten wäre ohne das ehrenamtliche und hauptamtliche Engagement vieler Helferinnen und Helfer in Erstaufnahmeeinrichtungen und anderen Initiativen nicht möglich. Umso wichtiger ist deshalb ein fachlicher Austausch, damit wir den bisher erfolgreichen Integrationsprozess auch künftig gemeinsam fortsetzen können.“

 

In allen Erstaufnahmeeinrichtungen erhalten Flüchtlingskinder im Vorschulalter im Rahmen dieses Programms ein speziell konzipiertes Lesestart-Set mit einem kindgerechten Buch und Informationsmaterial für die Eltern. In Niedersachsen wurden seit Programmstart insgesamt 3.877 Sets an Flüchtlingsfamilien in 11 Erstaufnahmeeinrichtungen ausgegeben. Darüber hinaus werden alle Erstaufnahmeeinrichtungen mit Lese- und Medienboxen für Kinder bis zu 12 Jahren ausgestattet. Ein weiterer Baustein des Programms ist die Unterstützung der Zusammenarbeit von Erstaufnahmeeinrichtungen mit Vorlesepatinnen und Vorlesepaten und anderen Freiwilligen. Diese ehrenamtlichen Kräfte bekommen Hilfestellungen bei der Vorbereitung auf ihre besondere Vorlesetätigkeit für Flüchtlingskinder.

 

Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, sagte: „Das Programm ‚Lesestart für Flüchtlingskinder‘ hilft Kindern und ihren Familien in Erstaufnahmeeinrichtungen, sich spielerisch mit der neuen Umgebung und Sprache auseinanderzusetzen. Der heutige Fachtag unterstützt Akteure in der Flüchtlingshilfe einmal mehr dabei, ein breites Leseförderungsnetzwerk im Umfeld der Erstaufnahmeeinrichtungen aufzubauen und geflüchteten Kindern so einen guten Start in unserem Land zu ermöglichen.“

 

Drei interaktive Workshops vermittelten Praxiswissen für die Arbeit mit geflüchteten Familien, wie Tipps zur Sensibilisierung der Eltern für die Bedeutung von Vorlesen und Erzählen oder die Bildung von Identität über das Erlernen einer Sprache. Verschiedene Ansätze zur Sprach- und Leseförderung von Kindern geflüchteter Familien lernten die Teilnehmer des Fachtags anhand unterschiedlicher Best Practice-Beispiele regionaler Initiativen kennen. Dies waren das das KIKU – Kinderkulturhaus Hamburg mit „Angekommen! Angenommen!“, das Praxisnetzwerk Soziale Stadtentwicklung/Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) mit „Griffbereit!“ und BremerLeseLust e.V. mit "Lesen schafft Freunde! Lese- und Spieleoasen in Flüchtlingsunterkünften".

 

Im Anschluss an den gestrigen Fachtag werden zwei weitere stattfinden: Am 08.11. in Königswinter und am 15.11. in Leipzig.