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Pressemitteilungen

11.04.2018

Leseclub im Nachbarschaftszentrum Steinmetzstraße bleibt Kieztreffpunkt

„Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ unterstützt Club weiterhin / Stiftung Pestalozzi-Fröbel-Haus und Ehrenamtliche aus Schöneberg ermöglichen breites Nachmittagsprogramm rund ums Lesen

Leseclub Berlin Nachbarschaftszentrum Steinmetzstraße ©Stiftung Lesen

In den vier Jahren seines Bestehens wurden im Leseclub im Nachbarschaftszentrum Steinmetzstraße schon hunderte Geschichten entdeckt. Und auch in den nächsten Jahren können sich die Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren hier mit noch mehr Geschichten auseinandersetzen. Möglich wird dies, weil der Leseclub weiterhin mit Mitteln aus dem Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert wird.

Anlässlich der Verlängerung der Förderung fand heute ein Fest im Leseclub statt, an dem Dr. Catrin Hannken (BMBF), Dr. Jörg F. Maas (Hauptgeschäftsführer Stiftung Lesen), Beate Basson (Bereichsleiterin Pestalozzi-Fröbel-Haus), Lisa Gilmozzi sowie Hamad Nasser (Familienzentrum Steinmetzstraße) und Schauspielerin Patricia Schäfer teilnahmen.

„Der Leseclub hier im Nachbarschaftszentrum ist zu einer echten Institution im Kiez geworden. Wir bieten mehrmals in der Woche offene Nachmittage an, die regelmäßig von rund 30 Kindern genutzt werden“, sagt Lisa Gilmozzi. „Und nicht mehr nur Eltern engagieren sich ehrenamtlich im Leseclub, sondern auch andere, wie etwa der Freiwilligenagentur „Unbezahlbar“. Wir freuen uns daher sehr, dass der Club künftig weiter mit Medienpaketen und einem Weiterbildungsprogramm für Ehrenamtliche gefördert wird“, ergänzt Hamad Nasser.

Dr. Catrin Hannken betont die Bedeutung von „Kultur macht stark“ mit folgenden Worten: „Mit ‚Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung‘ verbessern wir die Bildungschancen für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Gerade Kinder und Jugendliche aus schwierigen sozialen oder finanziellen Verhältnissen haben oft keinen Zugang zu außerschulischen, kulturellen Bildungsangeboten. Das wollen wir ändern.

Mit attraktiven Angeboten, wie sie zum Beispiel der Leseclub im Nachbarschaftszentrum Steinmetzstraße bereitstellt, schaffen wir diese Zugänge. Im Leseclub kommen viele Kinder aus unterschiedlichen Nationen zusammen, sie lernen auf spielerische Art und Weise besser zu lesen und verbessern dabei ihre Deutschkenntnisse. Das ist uns wichtig und werden wir deshalb weiterhin fördern.“

„Hier in Schöneberg wird das gelebt, was wir mit den Leseclubs erreichen wollen: Mädchen und Jungen beschäftigen sich in ihrer Freizeit mit Geschichten und Büchern, lesen gemeinsam, bringen anderen ihre Freude am Lesen näher. So erhalten sie wohnortnahe Zugänge zu kultureller Bildung. Die Betreuung übernehmen Eltern oder andere Ehrenamtliche, die so ein breites Netzwerk und attraktives Bildungsangebot schaffen. Nach diesem Vorbild wollen wir bundesweit bis 2021 noch 265 weitere Leseclubs einrichten und die bereits bestehenden verlängern“, ergänzt Dr. Jörg F. Maas.

„Geschichten und Bücher begegnen mir in meinem Beruf täglich“, sagt Patricia Schäfer. „Und Vorlesen ist für mich untrennbar mit meiner Kindheit verbunden. Noch heute denke ich oft an die Momente zurück, in denen ich in eine Geschichte abtauchen und große Abenteuer erleben durfte. Ich freue mich sehr, dass sich die Stiftung Lesen dafür einsetzt, dass möglichst viele Kinder diese Erfahrung machen und miteinander teilen dürfen.“

Die Leseclubs sind eine bundesweite Initiative der Stiftung Lesen. Das Konzept unter dem Motto „Mit Freu(n)den lesen“ hat sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt: Mittlerweile besuchen über 40.000 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren regelmäßig die rund 275 Leseclubs, die die Stiftung Lesen durch Mittel des vom BMBF geförderten Bundesprogrammes „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ mit lokalen Bündnispartnern in allen Bundesländern eingerichtet hat. Die Kinder treffen sich in den außerunterrichtlichen Lernumgebungen, um gemeinsam zu lesen, zu spielen und mit verschiedenen Medien zu arbeiten und kreative Ideen zu entwickeln.

Neben einer umfangreichen Medienausstattung erhalten die Leseclub-Betreuer Weiterbildungen. Diese tragen entscheidend zum erfolgreichen Aufbau und einer nachhaltigen Weiterentwicklung der Leseclubs bei, die auf der engagierten Arbeit von deutschlandweit über 1.000 Betreuer/-innen basieren. In den Leseclubs können Kinder betreute freizeitorientierte Angebote wahrnehmen, die ohne Notendruck ihre Lesemotivation steigern. Sie eröffnen besonders niedrigschwellige Zugänge zum Lesen. So erreichen sie auch Kinder aus bildungsbenachteiligten Verhältnissen. Die Leseclubs machen sich den sogenannten „Peer-Group-Effekt“ zunutze, da sie Kindern Raum bieten, sich gegenseitig zu unterstützen und zum regelmäßigen Lesen zu motivieren.