Jugendliche

Newsletter "Lesespass in der Jugendarbeit"

Ein Newsletter-Service für die außerschulische Bildungsarbeit

Jugendeinrichtungen sind für die Stiftung Lesen wichtige Institutionen für informelle Bildung, deren Bedeutung für die Entwicklung von Jugendlichen, sei es persönlich, sozial oder beruflich, unumstritten ist. Dass in informellen Bildungssettings auch das Lesen eine Rolle spielt, zeigen die vielfältigen Angebote, mit denen in außerschulische Jugendeinrichtungen zum Lesen anregt wird: Sie reichen von niedrig schwelligen Zugängen wie dem Auslegen von Zeitschriften und dem Einrichten von Leseecken über das beiläufige Lesen im Rahmen von alltäglichen Aktionen wie Kochen, Recherchieren, (Computer)Spielen und Musizieren bis hin zu ausgewiesenen Lese- und Literaturprojekten wie kreativen Schreibwerkstätte oder Poetry-Slams.


Im Zentrum all dieser Aktionen steht ein erweiterter Lesebegriff, der einem motivierenden Ansatz verpflichtet ist und ohne den „pädagogischen Zeigefinger“ auskommt. Lesen wird dabei als elementare Kompetenz für Persönlichkeitsentwicklung verstanden, die für eine Alltagsbewältigung und für eine eigene Selbstwirksamkeitserfahrung grundlegend ist. Die aus diesem Grundverständnis entwickelten Leseaktionen orientieren sich an den Lebenswelten der Jugendlichen und gehen von der Perspektive der Zielgruppe aus. Oberste Priorität hat dabei bei den Jugendlichen die Freude am Lesen zu wecken und so die Lesemotivation zu stärken.

Auch die Stiftung Lesen steht für einen breiten Lesebegriff und für die Förderung von Lesespaß und Lesemotivation und sieht deshalb in den Jugendeinrichtungen starke Partner, mit denen sich gemeinsam diese Ziele verfolgen lassen.

Wir möchten Sie als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der offenen Jugendarbeit deshalb mit relevanten Informationen zum Lesen in Jugendeinrichtungen unterstützen und Ihnen eine Plattform zum Austausch bieten. Dafür haben wir einen Newsletter-Service eingerichtet, der Sie mit Ideen für Leseaktionen versorgt und mit Beispielen aus der Praxis zu eigenen Aktivitäten anregen möchte. Vorgestellt werden einfach umsetzbare Buch- und Leseaktionen, Spiele und Projekte sowie empfehlenswerte Bücher und Medien. Zudem kommen Praktiker zu Wort, die von Best-Practice-Beispiele aus ihren Einrichtungen berichten. Ab sofort können sich alle Interessierten für den kostenlosen Newsletter „Lesespaß in der Jugendarbeit“ mit dem Onlineformular registrieren, das Sie unten stehend finden.

Lassen Sie uns gemeinsam Wirklichkeit verändern und Deutschland in ein Leseland verwandeln, in dem jedes Kind und jeder Erwachsene Freude am Lesen besitzt und über die jeweils notwendige Lesekompetenz verfügt, denn beides sind wesentliche Voraussetzungen für Bildung, Beruf und Chancengleichheit!

Anmeldung Newsletter „Lesespaß in der Jugendarbeit“

03.07.2017

Aktueller Praxistipp: RapPoesie-Workshops in ganz Deutschland

Ein Interview mit Schneider MC von der Rapschool NRW

RapPoesie-Workshop ©Rapschool NRW, Lage

Rap und Poesie – wie passt das zusammen? Dass Raptexte nichts anderes sind, als Gedichte, zeigt MC Schnei-der Jugendlichen in seinen RapPoesie-Workshops – hier dürfen die Teilnehmer gemeinsam kreativ und produktiv werden, sodass sogar Gedichte, die im Deutschunterricht weniger Spaß gemacht haben, Freude bereiten.


Die Rapschool NRW organisiert viele Projekte und Workshops rund um das Thema Hip Hop. Das Projekt RapPoesie stellt ja eine direkte Verbindung zur Schreib- und Leseförderung her, was genau geschieht in diesem Projekt?

Unser Projekt RapPoesie basiert auf mehreren Möglichkeiten Rap und Poesie zu verbinden. Wir geben zu diesem Thema Workshops in Schulen und Jugendeinrichtungen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben bei solch einem Workshop die Möglichkeit, Gedicht-Klassiker wie zum Beispiel “Der Erlkönig“ von Goethe oder „Das Feuer“ von James Krüss mit uns gemeinsam in anderer Weise zu lernen. Durch das Medium Rap bringen wir diese Gedicht-Klassiker in ein frisches, zeitgemäßes Gewand. Sie werden gerappt, gemeinsam einstudiert und in den meisten Fällen im mobilen Tonstudio auf CD verewigt. Dies geschieht in den meisten Fällen an einem Tag. Ebenfalls ist ein Musikvideo und eine Präsentation möglich. Zur Zeit haben wir rund 15 verschiedene Gedichte in verschiedene musikalische Formen umgesetzt, die wir schulischen und außerschulischen Partnern für geeignete Workshops und Projekte anbieten können. In diesem Jahr werden noch viele weitere Gedichte folgen.

RapPoesie entwickelt sich aber auch in anderer Form. Gestartet sind wir mit dem Projekt 2015 zur Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse KIBUM. Zu diesem Anlass haben wir eine CD mit den KlangHelden (Oldenburgisches Staatstheater) produziert. In diesem Jahr werden wir mit einer neuen Kinder- und Jugend-gruppe eine weitere CD und mehrere Musikvideos produzieren um noch mehr Aufmerksamkeit für unsere RapPoesie zu bekommen. Die neue CD möchten wir zum Beispiel in den Handel bringen um möglichst vielen Kindern und Jugendlichen RapPoesie zu ermöglichen. Im Wesentlichen geht es uns darum, Kindern und Jugendlichen Gedicht-Klassiker noch mehr „schmackhaft“ zu machen.

Wie können Kinder und Jugendliche dabei in Bezug auf das Lesen profitieren?

Eine der momentan erfolgreichsten Kinder-/Jugendkulturen und Musikrichtungen ist Hip-Hop. Viele Jugendliche, aber auch Kinder hören Rapmusik und identifizieren sich mit ihren Botschaften und Lebensstilen. Durch RapPoesie erreichen wir Kinder und Jugendliche genau über diese Stile. Sie kommen quasi durch RapPoesie “auf den Geschmack“ und nehmen so manche (für sie leicht verstaubte) Gedichte anders war.
Es ist dann auf einmal wieder cool Gedichte zu lesen... um sie dann vielleicht zu rappen. So bilden wir die Brü-cke in Bezug auf das Lesen. Mit nachhaltigem Erfolg. 

Welche Zielgruppen werden hierbei besonders angesprochen und warum?

Wie bei den meisten unserer Workshops und Projekte gibt es keine direkte Zielgruppe.
Unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer brauchen keine Vorkenntnisse und können mit leichten Mitteln RapPoesie erlernen. Ab dem Kindergartenalter ist das bereits möglich.

Nehmen z.B. auch Kinder und Jugendliche teil, die nicht so gerne lesen?

Es nehmen Kinder und Jugendliche teil die gerne lesen und auch welche die nicht so gerne lesen. Unsere Erfahrungen zeigen, dass viele Kinder gerne lesen, der Großteil es aber nicht oder nur sehr unregelmäßig macht. Insbesondere wenn dann der Lehrer im Unterricht mit den Worten „....lernt das Gedicht auswendig“ kommt, schwindet das Interesse Gedichte zu lesen. Der Spaß am lesen (insbesondere an Gedichten) geht leider zu oft verloren. Genau da setzen wir mit „RapPoesie“ an.  

Wie ist das Feedback seitens der Kinder und Jugendlichen auf diese Workshops?

Wenn man Kindern und Jugendlichen zu Anfang eines Workshops erzählt, dass ein Raptext nichts anderes als ein Gedicht ist (Rap=Rhythm and Poetry/Rhythmus und Poesie) dann sind sie erstaunt. Wenn es dann noch darum geht, ein von ihnen nicht so begehrtes Gedicht in einen Rapsong umzusetzen und das auch noch mit Spaß zu bewerkstelligen ist, dann sind sie in der Regel begeistert. 

Welche Aktionen sind besonders beliebt?

Unsere Workshops und Projekte geben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Raum um sich gemeinsam kreativ und produktiv zu betätigen. Die Entstehung eines Rapsongs aus einem Gedicht und die damit meistens verbundene gemeinsame CD Produktion ist besonders beliebt.

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um die genannten Workshops an außerschuli-schen Einrichtungen durchzuführen (Material, Know-How)?

Es gibt keine direkten Voraussetzungen. Jede Einrichtung kann RapPoesie (mit unserem Team) direkt bei uns buchen. Unser Künstlerverbund ist mit unseren Workshops und Projekten “Unterwegs im Namen des Hip-Hop“. In ganz Deutschland. Material und Know-How bringen wir mit. Unser Know-How übertragen wir dabei gerne an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. So erreichen wir Nachhaltigkeit.