Zuhörende Kinder

Der Bundesweite Vorlesetag

Deutschlands größtes Vorlesefest seit 2004

Der Bundesweite Vorlesetag von Stiftung Lesen, der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Deutschen Bahn Stiftung findet seit 2004 jedes Jahr am dritten Freitag im November statt und gilt heute als das größte Vorlesefest Deutschlands. Der Bundesweite Vorlesetag will ein öffentlichkeitswirksames Zeichen für das Vorlesen setzen und so Freude am Lesen wecken. Die Vorleser an diesem Aktionstag zeigen mit viel Leidenschaft, ehrenamtlich und unentgeltlich, wie schön und wichtig Vorlesen ist. Ziel ist es, Begeisterung für das Lesen und Vorlesen zu wecken und Kinder bereits früh mit dem geschriebenen und erzählten Wort in Kontakt zu bringen.


Das Konzept ist einfach: Jeder, der Spaß am Vorlesen hat, liest an diesem Tag anderen vor – zum Beispiel in Schulen, Kindergärten, Bibliotheken oder Buchhandlungen. Auch an ungewöhnlichen Vorleseorten finden Aktionen statt: in Tropfsteinhöhlen, Sternwarten, Eselgehegen und im Schwimmbad – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.


2017 haben sich über 173.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Aktion beteiligt. Dabei gab es auch viele Lesungen von Prominenten aus Politik, Kultur, Medien und Sport.

Alle Informationen zum Bundesweiten Vorlesetag finden Sie unter http://www.vorlesetag.de.

09.11.2015

Vorlesestudie 2015: Vorlesen stärkt gesellschaftlichen Zusammenhalt

Die Studie zeigt: Regelmäßiges Vorlesen prägt das soziale Empfinden und Verhalten von Kindern positiv

Vorlesestudie 2015 ©Stiftung Lesen / Oliver Rüther

Regelmäßiges Vorlesen unterstützt die individuelle Entwicklung von Kindern, von schulischen Leistungen bis hin zu familiären Bindungen. Die Vorlesestudie 2015 weist nun erstmals auch die längerfristige soziale Bedeutung des Vorlesens nach. Wurde Kindern regelmäßig vorgelesen, sind diese häufiger darum bemüht, andere in die Gemeinschaft zu integrieren. Auch ist der allgemeine Gerechtigkeitssinn dieser Kinder besonders ausgeprägt, selbst jenseits ihres unmittelbaren Umfelds.


Die Ergebnisse präsentierten die Initiatoren der Vorlesestudie heute in Berlin: für die Stiftung Lesen deren Hauptgeschäftsführer Dr. Jörg F. Maas sowie die Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen, Dr. Simone C. Ehmig, für die ZEIT Verlagsgruppe deren Geschäftsführer Dr. Rainer Esser und Antje Neubauer, Vorsitzende des Fachkuratoriums Bildung der Deutsche Bahn Stiftung gGmbH und Leiterin PR & Interne Kommunikation DB-Konzern.

Die Studienleiterin Dr. Ehmig wies darauf hin, dass die Bedeutung des Vorlesens unabhängig vom Bildungshintergrund der Familien nachweisbar ist. „Tägliches Vorlesen unterstützt Kinder auch dann in ihrer Entwicklung, wenn die Eltern kein Abitur und keinen Hochschulabschluss haben. Jeder Vater und jede Mutter sollte diese Möglichkeit nutzen, um das eigene Kind zu fördern.“

Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wurde, werden häufiger als fröhlich und selbstbewusst beschrieben als Kinder, denen nur selten oder nie vorgelesen wurde (93 bzw. 75 Prozent vs. 59 bzw. 44 Prozent). Diese Zahlen nahm Neubauer zum Anlass, um die individuelle Bedeutung des Vorlesens hervorzuheben: „Diese Kinder sind zupackend und aktiv. Sie haben die Chance, sich zu starken Persönlichkeiten zu entwickeln. Sie sind eher bereit, in ihrem späteren Berufsleben Verantwortung zu übernehmen und kreativ Dinge voranzubringen.“

Vorlesen stärkt aber nicht nur die Kinder selbst, sondern auch die sozialen Beziehungen, in denen sie leben. Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wurde, sind häufiger darum bemüht, andere zu integrieren, als Kinder, denen nur selten oder nie vorgelesen wurde (40 vs. 17 Prozent). „Diese Kinder sind empathischer und handeln auch entsprechend. Dafür bekommen sie Anerkennung und Wertschätzung von anderen zurück. Solidarisches Handeln ist also keine Einbahnstraße, sondern für alle Seiten ein Gewinn“, so Dr. Esser in seiner Einordnung der Ergebnisse.

85 Prozent der Kinder, denen täglich vorgelesen wurde, besitzen nach Aussage ihrer Mütter einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, im Unterschied zu 40 Prozent der übrigen Kinder. Was das für die Gesellschaft insgesamt bedeutet, betonte abschließend Dr. Maas: „Ein Kind mit Gerechtigkeitssinn, das über sein direktes Umfeld hinaus Interesse und Solidarität zeigt, wird sich auch später engagieren – sei es im Ehrenamt oder als Entscheider in einer beruflichen Position.“

Die Vorlesestudie ist ein gemeinsames Projekt der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Deutsche Bahn Stiftung gGmbH und wird seit 2007 jährlich durchgeführt. 2015 hat das Feldinstitut Iconkids & Youth vom 30. Juni bis 31. Juli 524 Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren und ihre Mütter persönlich befragt.

Die Präsentation der Studienergebnisse kann im nebenstehenden Downloadbereich heruntergeladen werden.

06.02.2015

Vorlesehauptstädte 2014 stehen fest!

Rain, Mainz und Wiesbaden werden ausgezeichnet

Vorlesehauptstaedte_2014 ©Stiftung Lesen

Die Initiatoren des Bundesweiten Vorlesetag haben gemeinsam mit ihrem Partner dem Deutschen Städte- und Gemeindebund die drei Vorlesehauptstädte des Jahres 2014 gesucht und unter den zahlreichen Bewerbungen deutlich ausfindig machen können.

Bei einem Verhältnis von 216 Vorlesern und 8.488 Einwohnern kann man von Rain nur als aktivste Vorlesehauptstadt 2014 sprechen. Glücksburg, die außergewöhnlichste Vorlesehauptstadt des vergangenen Jahres, hatte sich ebenfalls auf die Jagd nach diesem Titel begeben, landet aber leider mit 139 Vorleserinnen und Vorleser im Vergleich zu 5.961 Einwohnern nur auf Platz 2. Trotzdem ein herzliches Dankeschön an Glücksburg für dieses unglaublich erfreuliche Engagement so vieler Vorleser.

In der Kategorie öffentlichkeitswirksam konnte Mainz die Jury überzeugen und der Titel außergewöhnlichste Vorlesehauptstadt geht dieses Jahr an Wiesbaden. Die offizielle Jury-Begründung finden Sie hier zum Download.

19.11.2014

11. Bundesweiter Vorlesetag: Deutschland liest vor

Mehr als 80.000 Vorleserinnen und Vorleser beteiligten sich am 21. November 2014

Peter Lohmeyer Vorlesetag ©JET Foto - Kranert

Von Flensburg bis Füssen hieß es am 21. November wieder: Deutschland liest vor! Mehr als 80.000 Vorleserinnen und Vorleser beteiligten sich im ganzen Land am 11. Bundesweiten Vorlesetag und sorgten so für eine Einstellung des Teilnahmerekords aus dem Vorjahr. Vorgelesen wurde nicht nur in Kitas und Bibliotheken, sondern unter anderem auch in Zügen, im Bus und in der Straßenbahn, im Schwimmbad und während der Mittagspause in der Kantine. Ein Vorlese-Truck der Deutsche Bahn Stiftung machte drei Tage vor dem Berliner Hauptbahnhof Station, und auch in den Redaktionsräumen von ZEIT- und ZEIT ONLINE fanden wieder viele Lesungen für Kinder und Jugendliche statt.

Auch in diesem Jahr beteiligten sich wieder mehr als 1.000 Politiker und Prominente am Bundesweiten Vorlesetag, darunter Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, die amtierende Präsidentin der Kultusministerkonferenz Sylvia Löhrmann sowie der Musiker Peter Maffay, Fußballprofi Stefan Kießling, TV-Journalistin Anne Will und Moderatorin Palina Rojinski.
 

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