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Leipziger Lesekompass

Fürs Lesen begeistern

Der Leipziger Lesekompass zeichnet Kinder- und Jugendbücher aus, die Lesespaß mit kreativen Ansätzen der Leseförderung verbinden. Ausgewählt werden sie von einer Jury aus unabhängigen Fachleuten der Bereiche Kita, Schule, Bibliothek und Buchhandel, aber auch aus jugendlichen Lesern und Bloggern. Prämiert werden jeweils Neuerscheinungen, die im Zeitraum zwischen zwei Leipziger Buchmessen (zwischen März und März) erschienen sind.


Rund 8.000 Neuerscheinungen für Kinder und Jugendliche sind im vergangenen Jahr auf dem deutschen Buchmarkt erschienen – eine unglaubliche Menge frischer Lesestoff! Doch welche Trends gibt es auf dem Kinder-und Jugendmedienmarkt? Gibt es Neuerscheinungen, die sich besonders für das Vorlesen und gemeinsame Entdecken in der Kindertagesstätte eignen? Welche neuen Titel stellen eine attraktive Schullektüre dar und bieten Stoff für Gespräche sowie Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit im Unterricht?  

Bildergalerie

01.03.2018

Marlene Zöhrer und Sven Puchelt berichten vom Juryalltag

Leipziger Lesekompass 2018

Marlene und Sven sind Mitglieder der Jury, die über die Bücher der 2-6 Jährigen entscheidet.

Was zeichnet den Leipziger Lesekompass gegenüber anderen Auszeichnungen im Bereich Kinder- und Jugendliteratur aus?

MZ: Der Leipziger Lesekompass hebt sich durch den Fokus auf Nicht- oder Wenigleser ab. In unserer Auswahl denken wir immer die Eignung für die Leseförderung und Literaturvermittlung mit. So gibt es eben auch Titel, die auf keiner anderen Empfehlungsliste zu finden sind.

SP: Der Leipziger Leskompass ist ein „Leselustmachpreis“. Natürlich achten wir in der Jury auf literarische Qualität. Vordergründig geht es jedoch um Bücher, die Lust auf mehr machen und die Möglichkeiten bieten, sich in einer Gruppe mit ihnen auseinanderzusetzen.

 


Wie und warum sind Sie in die Jury des Leipziger Lesekompass berufen worden?

MZ: Ich wurde von einer Kollegin, mit der ich seit Jahren an unterschiedlichen Schnittstellen zusammenarbeite, in die Jury berufen. Vermutlich bringe ich die passende Mischung aus Praxisbezug und theoretischer Auseinandersetzung mit Kinderliteratur und -medien mit, die es für die Juryarbeit braucht.

SP: Ich gestalte seit über zwanzig Jahren Elternabende in Kindergärten und Schulen und mache Buchpräsentationen für pädagogisches Fachpersonal. Christine Kranz von der Stiftung Lesen und ich haben uns in einer Kinderbuch-Gruppe bei Facebook kennengelernt und sind uns auf der Buchmesse 2013 das erste Mal begegnet. Danach hat sie mich gefragt, ob ich Lust hätte, beim Leipziger Lesekompass mitzuwirken.

 

Wie schaffen Sie es, 20 Bücher in nur 5 Wochen zu lesen und das auch noch in der Vorweihnachtszeit?

MZ: Die Bücher für die Zwei- bis Sechsjährigen sind nicht so umfangreich. Allerdings ist es bei den Titeln mit dem reinen Lesen nicht getan. Wir nehmen auch die Bilder und das Zusammenspiel von Bild und Text sehr genau unter die Lupe.

SP: Die Texte in unserer Altersgruppe sind überschaubar, und durch meine Arbeit kenne ich viele der ausgewählten Titel schon. Aber häufig lese ich die Bilderbücher mehrmals und laut, da ich so die Vorlesequalität besser einschätzen kann.

 

Was sind wichtige Themen oder Trends in der aktuellen Literaturauswahl?

MZ: Die Frage nach der toleranten Begegnung und dem offenen Umgang mit dem „Fremden“ beziehungsweise dem „Anderen“ ist zur Zeit zentral.

SP: In vielen Büchern wird auf völlig unterschiedliche Art und Weise das Anderssein thematisiert. Ein Trend, der schon ein paar Jahre anhält, sind Bücher, die zum Mitmachen auffordern.

 

Jenseits der Kinder- und Jugendliteratur: Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?

MZ: Ganz ehrlich? Keines. Dafür fehlt mir die Zeit. Aber immerhin liegt eine spannende Jungendbuch-Novität dort: „Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen“ von Steven Herrick (übersetzt von Uwe Michael Gutzschhahn).

SP: Das neue Buch des amerikanischen Autors Nickolas Butler, „Die Herzen der Männer“. Butler hat mich mit seinem ersten Buch „Shotgun Lovesongs“ begeistert, und auch sein neuer Roman beginnt vielversprechend.

01.03.2018

Sandra Rudel und Johannes Rüster - diese Jurymitglieder lesen die meisten Seiten

Leipziger Lesekompass 2018

Sandra und Johannes sind Teil der Jury, die über die Bücher der 10-14 Jährigen entscheidet. 

Was zeichnet den Leipziger Lesekompass gegenüber anderen Auszeichnungen im Bereich Kinder- und Jugendliteratur aus?

SR: Beim Leipziger Lesekompass steht der Lesespaß im Mittelpunkt. Ausgezeichnet werden Bücher, die auch Wenigleser begeistern können und im Kindergarten oder in der Schule eingesetzt werden können. 

JR: Der »Lesekompass« ist einzigartig, weil er die Leseförderung vor alles andere stellt. Wir wollen Kinder- und Jugendbücher auszeichnen, die diejenigen, für die sie gemacht werden, tatsächlich in die Hand nehmen und lesen. Das heißt nicht, dass die Bücher im ›Lesekompass‹ einfach oder anspruchslos sind. Aber sehr wohl, dass die ausgezeichneten Titel bestimmte Kriterien erfüllen müssen: Spricht das Cover die richtige Zielgruppe an? Ist der Anfang so gestaltet, dass auch Seltenleser am Ball bleiben? Bietet das Buch genug Anknüpfungspunkte, um als Schullektüre eingesetzt zu werden?

 


Wie und warum sind Sie in die Jury des Leipziger Lesekompass berufen worden?

SR: Hoffentlich, weil unterstellt wurde, dass ich durch meine langjährige Tätigkeit in einer Kinderbuchhandlung und der redaktionellen Arbeit an einem Kinderliteraturführer nicht nur einen guten Überblick über den Kinder- und Jugendbuchmarkt habe, sondern auch in der Praxis sehe, welche Bücher bei den Lesern gut ankommen.

JR: Ich habe eine recht bunte Erwerbsbiographie: Nach dem Studium habe ich zur Phantastik in der Literatur geforscht – da gibt es große Überschneidungen zum Kinder- und Jugendbuch. Als Gymnasiallehrer habe ich es täglich mit der Zielgruppe zu tun. An der Universität bereite ich angehende Pädagogen auf ihren Beruf vor und als Journalist beschäftige ich mich immer wieder mit aktuellen literarischen Trends. All diese Tätigkeiten haben dazu geführt, dass ich in die Jury berufen wurde.

 

Wie schaffen Sie es, 20 Bücher in nur 5 Wochen zu lesen und das auch noch in der Vorweihnachtszeit?

SR: Mein Vorteil ist, dass ich einige Titel bereits kenne und diese »nur« noch einmal nach Lesekompass-Maßstäben quer lese. Den Rest nehme ich mir neben dem Weihnachtsgeschäft morgens, abends, nachts und am Wochenende vor.

JR: Es ist schon wie eine Springflut mit Ansage. Man weiß, die große Kiste kommt Anfang Dezember – und ganz ehrlich: Da ist nicht nur Vorfreude. Aber der Spaß steigt mit jedem Buch. Es kann allerdings vorkommen, dass ich Mitte Dezember feststelle, dass ich ein bisschen langsam war und nun im Schnitt jeden Tag ein Buch lesen müsste. Deshalb ist es mittlerweile fast schon eine Weihnachtstradition, dass ich auf den langen Autobahnfahrten zwischen den Großeltern die Prüfexemplare lese.

 

Was sind wichtige Themen oder Trends in der aktuellen Literaturauswahl?

SR: Bei den Kleinen stehen Tiere hoch im Kurs, bei den Mittleren Humor und bei den Jugendlichen eine gelungene Mischung aus actionreichem Lesefutter und ernsten Titel, die mich sehr beeindrucken.

JR: Literatur ist immer Seismograph der Zeit. Flucht und Vertreibung sind leider daueraktuell, aber auch Rechtspopulismus. Die Entwicklungsaufgaben der Kinder und Jugendlichen werden ebenfalls nicht einfacher. Zum Glück gibt es genug Bücher, die unterschiedliche Geschlechterrollen und Orientierungen thematisieren und positive Identifikationsangebote machen. Viel wichtiger als Trends sind jedoch mehrdimensionale Charaktere, unausgetretene Handlungspfade, originelle Detailideen – und bitte ohne erhobenen Zeigefinger. Nichts vergrätzt Kinder und Jugendliche zu Recht mehr, als das Gefühl belehrt zu werden.

 

Jenseits der Kinder- und Jugendliteratur: Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?

SR: Ganz ehrlich: keines für Große! Momentan versuche ich, mich durch den dicken Schwung an Frühjahrsneuerscheinungen zu lesen. Aber die die Kinder- und Jugendbücher sind so vielfältig, dass es viel Spaß macht, Zeit mit ihnen zu verbringen.

JR: Auf meinem Nachttisch sind es gerade zwei: Lovecraft Country, der letzte Roman meines absoluten Lieblingsschriftstellers Matt Ruff, lese ich gerade zum zweiten Mal. Und daneben liegt das aktuelle Perry Rhodan-Heft.

31.01.2018

Leipziger Lesekompass 2017

Die ausgezeichneten Titel

Leipziger Lesekompass 2017 - Kind Kategorie 10-14 ©Stiftung Lesen

Mit welchen Büchern und Medien erreicht man Kinder und Jugendliche wirklich? Welche Titel favorisieren Leseförderer aus ganz unterschiedlichen Bereichen?

Auf diese und weitere Fragen gibt der Leipziger Lesekompass Antwort.

Hier die ausgezeichneten Titel 2017:

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