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Porträt

Aufgaben und Ziele der Stiftung Lesen

Gesellschaftlicher Kontext der Stiftungsarbeit

Wer nicht richtig lesen kann, hat schlechte Chancen in unserer Gesellschaft, denn Lesen ist ein wichtiger Schlüssel für Bildungsfähigkeit. Eine umfassende Lesekompetenz ist daher eine wesentliche Voraussetzung für die persönliche Entwicklung, Erfolg im Berufsleben und gesellschaftliche Teilhabe. Allerdings zeigen PISA-Studien und OECD-Berichte für die Lesekompetenz deutscher Kinder seit Jahren große Defizite auf: 14,5 % der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler verfügen nur über eine (sehr) schwache Lesekompetenz (PISA 2012). Rund 7,5 Millionen Erwachsene sind hierzulande laut LEO-Studie 2011 funktionale Analphabeten und nur jeder Fünfte in Deutschland liest regelmäßig ein Buch.



Vor diesem Hintergrund setzt sich die Stiftung Lesen dafür ein, Deutschland zum Leseland zu machen, in dem jedes Kind und jeder Erwachsene über die jeweils notwendige Lese- und Medienkompetenz verfügt und Lesefreude entwickelt. Ziel ist es, für jedes Mitglied der Gesellschaft geeignete und zugängliche Programme zur Leseförderung zu entwickeln – unabhängig von seinen materiellen, kulturellen oder sozialen Voraussetzungen.

Das Selbstverständnis der Stiftung Lesen

Die Stiftung Lesen versteht sich als Anwalt für Lese- und Medienkompetenz in Deutschland mit dem Auftrag, sich für die Verbesserung der programmlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für Leseförderung und Medienkompetenz einzusetzen. Sie fungiert als nationaler Ansprechpartner und Akteur für Leseförderung und gestaltet die „Leselandschaft Deutschland“ mit wissenschaftlichen Studien, politischen Empfehlungen und Programmen nachhaltig mit. Darüber hinaus sieht sich die Stiftung Lesen in der Rolle des Mittlers und Koordinators zwischen allen gesellschaftlichen und staatlichen Akteuren zur Förderung des Dialogs, des Austausches und der Kooperation zwischen staatlichen Einrichtungen, Stiftungen, Politik, Öffentlichkeit, Wissenschaft und Wirtschaft.


Die Arbeit der Stiftung Lesen
Die Stiftung Lesen ging 1988 aus dem 1977 gegründeten Verein Deutsche Lesegesellschaft hervor. Sie steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.


Die Stiftung Lesen führt bundesweit breitenwirksame Initiativen und Programme sowie Modell- und Forschungsprojekte durch, die sich ergänzen und aufeinander aufbauen. Die Programme setzen bereits in der frühkindlichen Förderung sowohl in der Familie als auch in der Kindertagesstätte an, da bereits hier das Fundament für die spätere Lesekompetenz gelegt wird. Ältere Kinder und Jugendliche werden durch schulische und außerschulische Projekte erreicht, die weiter die biografische Entwicklung der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen abdecken. Zu den Zielgruppen gehören neben den Kindern als direkte Nutznießer auch deren Eltern und andere wichtige Multiplikatoren wie Erzieher, Lehrkräfte sowie Buchhandels- und Bibliotheksmitarbeiter. Diese werden nicht nur durch regelmäßige didaktische Materialien, sondern auch durch spezifische Schulungen von Experten erreicht.

Bei ihrer Arbeit geht die Stiftung Lesen von einer Gleichwertigkeit aller Lesemedien aus. Sie sieht in der multimedialen Welt von heute Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, Internet, Filme und Hörmedien als miteinander verbundene und sich ergänzende Medien.


Drei Kampagnen und Initiativen sorgen durch ihre Größe und öffentliche Reichweite für eine erhöhte Aufmerksamkeit: der „Bundesweite Vorlesetag“ im November, der „Welttag des Buches“ am 23. April und die Initiative „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“.


Diese und ihre weiteren Projekte führt die Stiftung Lesen in Kooperation und mit finanzieller Unterstützung seitens Bund und Ländern sowie Unternehmen, Stiftungen und Verbänden durch.


In die Stiftung Lesen integriert ist außerdem ein eigenes Institut für Lese- und Medienforschung. Zu den Aufgaben des Instituts gehören wissenschaftliche Untersuchungen zu grundlegenden Fragen zu Mediennutzung, Lese- und Vorleseverhalten und Lesesozialisation, die Begleitung und Evaluierung der Projekte der Stiftung Lesen und die Organisation von Fachtagungen zu verschiedenen Themen aus dem Bereich Lese- und Medienforschung.

 
Unterstützt wird die Arbeit der Stiftung Lesen außerdem von zahlreichen prominenten Lesebotschaftern, die sich ehrenamtlich engagieren und vielen Aktionen der Stiftung ein Gesicht geben. Zu den prominenten Lesebotschaftern gehören unter anderem Moderatorin Nazan Eckes, Autorin Cornelia Funke, Schauspielerin Maria Furtwängler, Fußballer Philipp Lahm, Steffi Jones, Direktorin für Frauen-/Mädchen- und Schulfußball beim Deutschen Fußball-Bund, Extremsportler Alexander Huber, Prof. Dr. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Institutes, RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel, ZDF-Moderatorin Marietta Slomka, die Publizisten Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur DIE ZEIT, sowie STERN-Herausgeber Thomas Osterkorn.

Eines der Kernthemen der Stiftung Lesen ist außerdem das ehrenamtliche Vorlesen. Unter dem Motto "Wir unterstützen ehrenamtliches Vorlesen in Deutschland" stellt die Stiftung Lesen im "Netzwerk Vorlesen" zahlreiche Services für alle in diesem Bereich engagierten Menschen bereit. Unter http://www.netzwerkvorlesen.de erhalten alle ehrenamtlichen Vorleserinnen und Vorleser sowie die Organisatoren und Betreuer von lokalen und regionalen Vorlese-Initiativen vielfältige Unterstützung zum Beispiel in Form von Informationen, Lese-Empfehlungen, Schulungsmaterialien und Kontaktadressen.