Männer beim Lesen Familiäre Vorlesesituation Familiäre Vorlesesituation Mein Papa

Mein Papa liest vor!

Ein Vorlese-Service für Väter am Arbeitsplatz

Vorlesen leicht gemacht – das ist die Idee hinter dem Projekt „Mein Papa liest vor!“, das die Stiftung Lesen 2010 zunächst in Hessen gemeinsam mit der „hessenstiftung – familie hat zukunft“ gestartet hat. Inzwischen sind dank der Unterstützung unserer Partner in weiteren Bundesländern Landesinitiativen gestartet. Details hierzu finden Sie in dem Beitrag „Mein Papa liest vor! - Engagement in den Bundesländern“.

Der Hintergrund: Das Projekt „Mein Papa liest vor!“ wendet sich an alle berufstätigen Väter und Mütter von Kindern ab dem Säuglingsalter bis zu zwölf Jahren.  Ziel ist es, den Eltern, insbesondere den Vätern, die Möglichkeit zu geben, als lesende Vorbilder für ihre Kinder stärker in Erscheinung zu treten und ihre Rolle als prägende (Lese-)Förderer wahrzunehmen. Aber warum richtet sich das Projekt speziell an Väter?

Dass Lesen die Fantasie der Kinder beflügelt, ihnen neue Welten und andere Kulturen erschließt und letztlich der Schlüssel zu Bildung ist, erkennen auch Väter an. Dass Vorlesen Kinder an das eigene Lesen heranführt und Lust auf das Lesenlernen macht, ebenso. Aber nur wenige Väter fühlen sich dafür zuständig: 47 Prozent der Väter in Deutschland lesen ihren Kindern selten oder nie vor. Kinder brauchen jedoch Väter, die ihnen vorlesen. Zum einen, weil eine lebendige familiäre Vorlesekultur auch auf ihr Engagement angewiesen ist: In 31 Prozent aller Familien mit kleinen Kindern wird nur selten oder gar nicht vorgelesen. Zum anderen, weil Jungen tendenziell deutlich weniger gerne lesen als Mädchen und somit weitaus stärker gefährdet sind, die Grundkompetenz Lesen nur rudimentär zu erwerben. Gerade hier werden vorlesende Väter besonders gebraucht: als „Botschafter des Lesens“, die als männliche Rollen-Vorbilder Jungen zum Lesen motivieren können.   

So funktioniert es: Wie aber kann man Väter als Vorleser gewinnen? Viele Väter und Mütter geben an, dass ihnen die Zeit dafür fehlt, und genau hier setzt „Mein Papa liest vor!“ an:


Das Projekt bietet Vätern – und natürlich auch Müttern – einen einfachen und schnellen Zugang zu attraktivem Vorlesestoff. Die teilnehmenden Arbeitgeber erhalten wöchentlich kostenlos eine Vorlesegeschichte samt Illustrationen und einmalig ein ausführliches Vorlesedossier mit Hintergründen und Tipps zum Thema Vorlesen. Die Mitarbeiter/innen können sich die Geschichten aus dem Firmeneigenen Intranet herunterladen, am Arbeitsplatz ausdrucken und ihren Kindern abends oder am Wochenende die jeweils neue Geschichte vorlesen. Miteinander können Sie auf diese Weise die Welt der Geschichten und Bücher entdecken und den gemeinsamen Austausch darüber zu einem selbstverständlichen Bestandteil Ihres Alltags werden lassen.

Die Arbeitgeber haben mit „Mein Papa liest vor!“ die einzigartige Möglichkeit, ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ein gesellschaftlich relevantes und nachhaltiges Thema über ihr Firmen-Intranet nahezubringen und so positiven Einfluss auf die Familienkultur ihrer Mitarbeiter zu nehmen.

Wenn Sie das Starterpaket mit Beispielgeschichte und Teilnahmebedingungen erhalten möchten, dann rufen Sie uns an oder klicken Sie einfach hier.

  

Weitere Leseempfehlungen finden Sie unter:

http://www.netzwerkvorlesen.de/service/leseempfehlungen

http://www.stiftunglesen.de/service/leseempfehlungen/thematische-lesetipps

http://www.stiftunglesen.de/programmbereich/kindertagesstaette/leipziger-lesekompass

18.05.2015

"Mein Papa liest vor!"

Engagement in den Bundesländern

Seit dem Start des Pilotprojekts in Hessen 2010 wächst „Mein Papa liest vor!“ stetig. Durch das Engagement und die Förderung in den einzelnen Bundesländern wird die gezielte Ansprache mittelständischer Unternehmen und anderer Arbeitgeber ermöglicht.

Bisherige Landesinitiativen:


Baden Württemberg
Schirmherr: Ministerpräsident Winfried Kretschmann
Gefördert durch Ministerium für Kultus, Jugend und Sport

Bayern
Schirmherrin: Staatsministerin Emilia Müller
Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration

Berlin
Schirmherr: Regierender Bürgermeister Michael Müller
Gefördert durch die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, die Stiftung Berliner Sparkasse und die Microsoft Deutschland GmbH 

Hamburg
Schirmherr: Bürgermeister Olaf Scholz
Gefördert durch die Joachim Herz Stiftung

Hessen
Schirmherr: Ministerpräsident Volker Bouffier
Gefördert bereits im dritten Jahr durch die hessenstiftung – familie hat zukunft

Niedersachsen
Schirmherr: Ministerpräsident Stephan Weil
Gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur

Nordrhein-Westfalen
Schirmherr: Ministerin Sylvia Löhrmann und Minister Garrelt Duin
Gefördert durch die Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland, den Sparkassenverband Westfalen-Lippe und das Ministerium für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz
Schirmherrinnen: Ministerin Vera Reiß und Ministerin Eveline Lemke
Gefördert durch die Dr. Wolfgang und Anita Bürkle Stiftung

Saarland:
Schirmherr: Minister Ulrich Commerçon
Gefördert durch das Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Sachsen
Schirmherr: Ministerpräsident Stanislaw Tillich
Gefördert durch die Sächsische Staatskanzlei

Schleswig-Holstein
Schirmherr: Ministerpräsident Torsten Albig
Gefördert durch die Sparkassen Schleswig-Holstein 

Weitere Länder folgen in Kürze!

18.05.2015

"Mein Papa liest vor!"

Die "besondere" Geschichte

FinnianGeschichte ©Rico Manthey

Vorlesen wirkt sich u. a. positiv auf die Kreativität und Fantasie aus – ein wunderschönes Beispiel dafür ist die Vorlesegeschichte „Fritzchen begegnet einem Wolf“, die uns im Rahmen des Projekts „Mein Papa liest vor!“ erreichte.

Idee, Geschichte und Illustrationen stammen vom Sohn, der Vater „musste“ sie nur aufschreiben und darf sie natürlich auch vorlesen.

Wir haben uns sehr gefreut und hoffen auf viele Nachahmer.

11.09.2012

Mein Papa liest vor!

Unternehmen setzen Impulse für die Leseförderung

Vorlesen ©Stiftung Lesen

MEIN PAPA LIEST VOR

Überregionale Zeitschriften erläutern das Projekt "Mein Papa liest vor!" für Interessierte: Ein Artikel aus dem IHK-Magazin für Berufsbildung "Position" zeigt, warum das Vorlesen durch Väter besonders wichtig ist und wie Unternehmen mit Hilfe dieses Projekts ihrer Familienfreundlichkeit verbessern können.

„Ich finde Vorlesen ungeheuer wichtig. Deshalb versuche ich immer wieder, meine Frau dazu zu motivieren“. Diese Aussage eines „gestandenen“ Papas von drei Töchtern und bekennenden Nicht-Vorlesers bringt das Rollen-Dilemma auf den Punkt: Das Vorlesen wird von vielen Vätern durchaus in seiner grundlegenden Bedeutung für die kindliche Entwicklung anerkannt – aber nicht in ihrem Zuständigkeitsbereich gesehen.


Väter, die regelmäßig ihren Kindern vorlesen, sind somit eine große Ausnahme: Nicht einmal jeder zehnte ist ein solcher Vorlese-Vater. Kinder brauchen jedoch Väter, die ihnen vorlesen. Zum einen, weil eine lebendige familiäre Vorlesekultur auch auf ihr Engagement angewiesen ist: In 42 Prozent aller Familien mit kleinen Kindern wird nur selten oder gar nicht vorgelesen. Zum anderen, weil vorlesende Väter in ganz besonderer Weise eine wichtige Leseförderungs-Zielgruppe ansprechen: die Jungen. Ein vorlesender Papa ist ein „Botschafter des Lesens“, der als zentrales männliches Rollen-Vorbild für sie einen besonderen Motivationscharakter besitzt. Jungen lesen tendenziell deutlich weniger gerne als Mädchen und sind somit weitaus stärker gefährdet, die Grundkompetenz Lesen nur rudimentär zu erwerben.

Wie kann man Väter als Vorleser gewinnen – aber ohne erhobenen pädagogischen Zeigefinger? Eine erfolgreiche Antwort auf diese Frage stellt ein Projekt dar, das die „hessenstiftung – familie hat zukunft“ gemeinsam mit der Stiftung Lesen im Mai 2010 auf den Weg gebracht hat – und das seither auf außerordentlich große Resonanz stößt: „Mein Papa liest vor!“.

Kernidee ist, einen Vorlese-Service am Arbeitsplatz zu bieten: Über das Intranet von Unternehmen werden gezielt männliche Arbeitnehmer, aber natürlich auch die Arbeitnehmerinnen, wöchentlich mit einer neuen Vorlesegeschichte zum kostenlosen Download dazu angeregt, zu Hause ihren Kindern vorzulesen. Ziel ist es, das Kommunikationsfeld „Arbeitsplatz“ strategisch in Leseförderungsprojekte einzubinden und Vätern einen für sie leicht zu nutzenden Zugang zu attraktivem Vorlesestoff zu bieten.

„Mein Papa liest vor!“ besitzt bundesweit Modellcharakter und zählt gleich aus mehreren Gründen zu den programmatisch bedeutsamsten Initiativen, die von der Stiftung Lesen derzeit realisiert werden: Es wendet sich an eine wichtige Zielgruppe, es nutzt neue Medienangebote für die Leseförderung und es setzt - in Partnerschaft mit Unternehmen - Impulse für eine familienfreundliche Arbeitskultur.

Wie sieht dieser Service in der Praxis konkret aus? Wenn sich ein Unternehmen beteiligen möchte, erhält es zunächst ein umfassendes Vorlese-Dossier mit Hintergründen und Tipps zum Vorlesen als Download-Möglichkeit für das Firmen-Intranet. Hier erfahren Väter, warum Vorlesen wichtig ist: Vorlesen „versorgt“ Kinder nicht einfach mit Informationen, es fördert ganz umfassend die visuelle und auditive Wahrnehmung, wirkt sich positiv auf die Sprachentwicklung aus, trainiert die Konzentrationsfähigkeit und ist nicht zuletzt für die emotionale Entwicklung von großer Bedeutung. Denn Vorlesen ist keine „Einbahnstraße“: Gerade auch im familiären Umfeld kommen Klein und Groß miteinander ins Gespräch, thematisieren Alltags-Erlebnisse, vertiefen die gegenseitige Vertrautheit. Und ganz besonders wichtig: Vorlesen macht einfach Spaß.

Im Wochenrhythmus erhalten teilnehmende Unternehmen dank der freundlichen Unterstützung zahlreicher Verlage dann neue Vorlese-Geschichten, ebenfalls als Download-Möglichkeit für das Intranet. Diese Geschichten sprechen  die unterschiedlichen Interessen von Jungen und Mädchen an, und berücksichtigen verschiedene Altersgruppen und kulturelle Hintergründe.

Die Resonanz der Unternehmen auf die ursprünglich lediglich hessenweit angelegte Initiative war von Anfang an ausgesprochen positiv - bislang beteiligen sich bundesweit etwa 80 Unternehmen, Tendenz steigend.

"position", Das IHK-Magazin für Berufsbildung, Heft 4, 4. Quartal 2011

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