Bilderbuch-Apps

Bilderbuch-Apps

Vorlesen mal anders

Ein neuer Trend im Kinder- und Jugendbuchbereich zeichnet sich ab: interaktive
Kinderbücher für den Tablet-PC oder das Smartphone.

Was genau ist das? Apps sind Anwendungsprogramme für Tablet-PCs oder Smartphones. Inzwischen gibt es auf dem Medienmarkt auch immer mehr Kinderbuch-Apps, die interaktive Module wie z.B. an und ausschaltbare Erzählstimme, Aufnahmefunktion, Bewegungs- und Spielelemente mit einer klassischen Geschichte verbinden. Die Meinungen hierzu gehen stark auseinander – von Begeisterung bis zu rigoroser Verweigerung. Interessant hierzu ist die aktuelle Studie der Stiftung Lesen „Vorlesen mit Bilder- und Kinderbuch-Apps“:

http://www.stiftunglesen.de/vorlesestudie-2012


Eine kleine Auswahl von interessanten Apps, die das ganze Spektrum der neuen Möglichkeiten widerspiegeln, haben wir für Sie zusammengestellt (Anmerkung: Die angegeben Preise für die Apps können von den tatsächlichen Preisen abweichen).

Worauf man bei Kinderbuch-Apps achten sollte:

Grundsätzlich sollte man mit jüngeren Kindern eine App gemeinsam entdecken!
Die Altersangaben im App-Store sind nur vage Richtwerte. Eltern sollten sich auf jeden Fall erst einmal selbst ein Bild machen.


Die Möglichkeit von In-App-Käufen (immer mit Passwort!), Zugang zum Internet, zu facebook-Seiten oder zu Chat-Foren sollte mit den Kindern besprochen und ggf. kontrolliert werden, insbesondere wenn es um die Weitergabe persönlicher Daten geht.


Bedienbarkeit/Navigation sollten einfach und im Idealfall selbsterklärend sein; für jüngere Kinder ist die Benutzerführung durch Symbole/Icons bzw. eine gesprochene Anleitung ideal. Positiv ist auch eine Übersicht über die einzelnen Seiten, die dann gezielt gewählt werden können.


Zwischen Spiele-Apps mit einem erzählenden Anteil und Kinderbuch-Apps mit spielerischen Elementen sollte unterschieden werden. Beides hat seinen Stellenwert – für unterschiedliche Nutzungs-Situationen (Restaurant-Besuch, Wartezeit beim Arzt, Reise, Einschlaf-Ritual…).


Bei Kinderbuch-Apps sollten die spielerischen Elemente der Vertiefung des Inhalts und der Einbeziehung des Lesers/Nutzers dienen – und nicht ständig aus der Geschichte herausführen. Bei stimmigen interaktiven Elementen wird der Leser Teil der Geschichte!


Bei Spiele-Apps dient die Geschichte nur als roter Faden bzw. es wird lediglich von einer Figur durch das Spiele-Angebot geführt.


Für die gemeinsame Beschäftigung z. B. mit einer Bilderbuch-App ist es schön, wenn die Vorlesefunktion an- und abschaltbar ist und ggf. auch die eigene Stimme aufgenommen werden kann. So können Kinder und Eltern auch einmal nur zu den Bildern erzählen oder man kann ein individuelles Vorlesebuch erstellen. Wenn Apps zur Unterstützung des Leselern-Vorgangs eingesetzt werden sollen, ist es von Vorteil, wenn die vorgelesenen Wörter synchron hervorgehoben werden. Das entspricht dem bewährten Modell, dem Vorlesetext mit dem Finger zu folgen.


Ein/e gute/r Sprecher/in weckt die Aufmerksamkeit der Zuhörer und lässt eine Geschichte lebendig werden.


Bekannte Buchfiguren machen neugierig auf die App-Umsetzung – und können umgekehrt auch wieder zum Buch zurückführen. Das klappt insbesondere bei Buchreihen sehr gut!


Bei Apps gilt wie bei (Bilder-)büchern: Kinder lieben es, über ihre Lese-Erlebnisse zu reden!


Und Eltern erfahren auf diese Weise, welche Art von Geschichten, Spielen oder kleinen Geschicklichkeits-Übungen ihre Kinder mögen.

01.11.2012

Vorlesestudie 2012

Digitale Angebote - neue Anreize für das Vorlesen?

Familie liest mit dem IPad ©Fotolia

Die aktuelle Vorlesestudie der ZEIT, der Deutschen Bahn und der Stiftung Lesen widmet sich zukunftsorientiert dem rasant wachsenden Markt der Bilder- und Kinderbuch-Apps und greift damit eine aktuelle und bedeutsame Entwicklung auf. 




Die Untersuchung geht den Fragen nach,  

  • welchen Stellenwert Smartphones, Tablets und E-Reader sowie die zugehörigen Kinderbuch-Apps, Enhanced E-Books etc. im familiären Vorlesealltag heute bereits haben.
  • wie die Wahrnehmung solcher Angebote durch Eltern – speziell durch Väter – und die damit verbundenen Einstellungen, Erwartungen und Befürchtungen sind.

Die Studie gibt Aufschluss darüber, wie stark Eltern durch digitale Bilder- und Kinderbuchangebote zum Vorlesen motiviert werden.

Die Ergebnisse der Studie stehen auf der rechten Seite zum Download bereit.

Das Video zur Pressekonferenz anlässlich der Vorlesestudie 2012 finden Sie hier.