Oppenbergpreis 2016 Oppenberg-Medienpreis

Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis

Auszeichnungen für Beiträge über die Informations- und Wissensgesellschaft

Der Preis ist benannt nach dem 2000 verstorbenen Gründer und langjährigen Herausgeber der NRZ Neue Ruhr Zeitung/Neue Rhein Zeitung in Essen Dietrich Oppenberg, der als einer der wichtigsten Förderer einer modernen Zeitungs- und Lesekultur und des publizistischen Nachwuchses in Deutschland gilt.

  

Seit über zehn Jahren würdigen die Stiftung Lesen und die Stiftung Presse-Haus NRZ mit dem Dietrich Oppenberg-Medienpreis Beiträge, die die sich ändernden Rahmenbedingungen in der modernen Informations- und Wissensgesellschaft reflektieren und dem Lesen im öffentlichen Bewusstsein Raum geben.  

01.12.2016

Vier Journalisten erhalten Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2016

Preisträger Oppenbergpreis 2016 ©Stiftung Lesen / Nikolai Wolff

Die diesjährigen Preisträger des Dietrich Oppenberg-Medienpreises stehen fest: Volker Weidermann, Autor des Spiegel, Dominik Bretsch, Autor beim Deutschlandfunk, Kristian van Bentem, Redakteur der Westfälischen Nachrichten und Michael Allmaier, Redakteur der ZEIT, überzeugten die Jury mit ihren herausragenden Beiträgen. Die Stiftung Lesen und die Stiftung Presse-Haus NRZ haben den Preis heute zum 16. Mal haben an Journalisten vergeben, die in ihrer Arbeit das Lesen sowie die sich ändernden Rahmenbedingungen in der modernen Informations- und Wissensgesellschaft thematisieren. Die Preisverleihung fand in Anwesenheit der amtierenden Präsidentin der Kultusministerkonferenz statt, Frau Senatorin Dr. Claudia Bogedan. Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis ist insgesamt mit Preisgeldern in Höhe von 6.000 Euro dotiert.




Den ersten Preis erhielt Volker Weidermann für seinen Artikel „Poesie heilt“, erschienen im SPIEGEL. Weidermann stellt das in Liverpool entstandene Leseprojekt „Shared Reading“ vor, anhand dessen er zeigt, welche Kraft die gemeinsame Lektüre literarischer Texte und der Austausch darüber bei Lesern entfalten kann, die unter Krankheiten oder Isolation leiden. Die Begeisterung, mit der Weidermann das Projekt würdigt und für seine Leser nachvollziehbar macht, beeindruckte die Jury besonders.

Der zweite Preis ging an Dominik Bretsch für sein Hörfunk-Feature „Blind in einer Welt der Zeichen. Ein Analphabet auf Jobsuche“, das im Deutschlandfunk ausgestrahlt wurde. In seinem Porträt begleitet Bretsch einen funktionalen Analphabeten über zwölf Monate und macht an seinem Beispiel den Alltag und die Herausforderungen im Leben der über 7,5 Millionen funktionalen Analphabeten in Deutschland authentisch und nachdrücklich deutlich. An der der an Perspektiven, Meinungen und Schauplätzen reichen Darstellung lobte die Jury auch die Wahl des Mediums Hörfunk, in dem kein geschriebenes Wort persönlich betroffene Analphabeten ausschließt.

Kristian van Bentem erhielt den dritten Preis für seinen Beitrag „Das gallische Bücher-Dorf“ aus den Westfälischen Nachrichten. Am Beispiel der niederländischen Bücherstadt Breedevort befasst er sich mit der Zukunftsfähigkeit des gedruckten Buches. Die Jury erkannte in dem Beitrag nicht weniger als eine Geschichte über die sich wandelnden Gewohnheiten und Wünsche der Leserinnen und Leser und ihres Kauf- und Leseverhaltens in Zeiten von Amazon und Internetbuchhandel.

Den Sonderpreis vergab die Jury an Michael Allmaier, der mit seinem in der ZEIT veröffentlichten Artikel „Weg damit!“ provoziert: Allmaier empfiehlt, sich mit Hilfe des Entrümplers von seinen Büchern zu trennen. Der Jury gefiel wie der Autor auf intelligente und humorvolle Weise den ideellen und materiellen Wert gedruckter Bücher angesichts der Digitalisierung von Buchbeständen reflektiert.

KMK-Präsidentin Dr. Claudia Bogedan lobte die Beiträge für ihre hohe Qualität und die Platzierung des Themas „Lesen“ als Schlüsselqualifikation mit persönlichem und gesellschaftlichem Mehrwert: „Die Preisträger zeigen, welche Bedeutung das Lesen für den einzelnen Menschen und uns alle in der Gesellschaft hat. Ob Bücher oder digitale Lesemedien genutzt werden, ist dabei nicht entscheidend. Lesekompetenz ist eine Kulturtechnik, die einem die Wahl gibt und erst den Zugang zu Information, Bildung und Partizipation ermöglicht. Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis setzt ein öffentliches Zeichen für das Lesen, und ich gratuliere den vier Preisträgern, das Thema Lesen und seine Relevanz aus ihren individuellen Perspektiven zu stärken.“

Die Preise überreichten Heinrich Meyer, Geschäftsführer der Stiftung Presse-Haus NRZ, und Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen. Beide betonten die Bedeutung der Auszeichnung für die Leseförderung: „Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis zeigt den hohen Stellenwert des Lesens für die Medien, aus welch vielfältigen Perspektiven sie mit dem Thema Lesen umgehen und wie wichtig engagierte Journalistinnen und Journalisten sind, die mit ihren Beiträgen Diskussionen anstoßen und die Themen Lesen und Leseförderung im öffentlichen Bewusstsein verankern. Der Preis dient als Verstärker herausragender journalistischer Beiträge, die dem Lesen in der modernen Mediengesellschaft wichtige Impulse geben.“

Bild v.l.n.r.: Dominik Bretsch, Michael Allmaier, Dr. Joerg Pfuhl (CEO Holtzbrinck Buchverlage und Vorstandsvorsitzender Stiftung Lesen), Heinrich Meyer (Geschäftsführer Stiftung Presse-Haus NRZ), Senatorin Dr. Claudia Bogedan (Präsidentin der Kultusministerkonferenz 2016), Volker Weidermann, Kristian van Bentem, Dr. Jörg F. Maas (Hauptgeschäftsführer Stiftung Lesen) © Stiftung Lesen / Nikolai Wolff

26.02.2016

Ausschreibung: Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2016

Ausschreibung und Bewerbungsverfahren

Dietrich Oppenberg ©dpa

Journalisten, die sich in ihrer Arbeit gezielt mit der Bedeutung des Lesens in der modernen Informations- und Wissensgesellschaft auseinandergesetzt haben, können sich auch in diesem Jahr um den Dietrich Oppenberg-Medienpreis der Stiftung Lesen und der Stiftung Presse-Haus NRZ bewerben. Der Preis soll das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung des Lesens als Schlüsselqualifikation für Bildung und gesellschaftliche Teilhabe fördern.


Die Auszeichnung ist mit insgesamt € 6.000 dotiert. Die Preisträger der Plätze 1 bis 3 erhalten € 2.500, € 1.500 und € 1.000. Daneben wird ein Sonderpreis mit einem Preisgeld von € 1.000 vergeben. Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis ist offen für alle journalistischen Darstellungsformen (Print- und Online-Medien, Radio sowie TV). Über die Vergabe entscheidet eine unabhängige Jury von Publizisten und Fachwissenschaftlern. Die Preisverleihung findet im Herbst 2016 statt.

Beiträge über die Digitalisierung der Medien oder das Medienverhalten vor dem Hintergrund des demographischen Wandels können ebenso eingesandt werden wie Reportagen über ideenreiche Leseförderungsprojekte, Hintergrundberichte über wissenschaftliche Grundlagen von Sprach-, Lese- und Medienkompetenz oder Beiträge zu Aspekten des Bildungsnotstands wie etwa zum funktionalen Analphabetismus.

Bewerbungsverfahren

Der Bewerbungsschluss für den diesjährigen Dietrich Oppenberg-Medienpreis ist der 31. Mai 2016, die Beiträge müssen im Zeitraum vom 01.01.2015 bis 31.03.2016 veröffentlicht worden sein. Bewerbungen können ausschließlich per E-Mail angenommen werden. Einzureichen sind ein Manuskript (Word-Format) sowie das Layout des gedruckten Beitrags als PDF-Dokument. Bei Radio- und TV-Beiträgen bitten wir ebenfalls um das Manuskript sowie eine Datei des Beitrags. Der Bewerbung ist ein kurzer Lebenslauf (inkl. Foto) mit Beschreibung der derzeitigen Tätigkeit beizufügen. Alle Teilnehmer werden über den Ausgang des Wettbewerbes unterrichtet.

Bewerben können sich Journalistinnen und Journalisten, die ihre Beiträge in deutscher Sprache verfasst haben. Die Autoren können sich selbst bewerben; es besteht aber auch die Möglichkeit, andere Personen mit ihren Beiträgen vorzuschlagen. Pro Teilnehmer können bis zu drei Beiträge eingereicht werden. Handelt es sich um eine Serie, sollte das übergreifende Konzept kurz erläutert werden.

Der Preis ist benannt nach dem im Jahr 2000 verstorbenen Gründer und langjährigen Herausgeber der NRZ Neue Ruhr Zeitung/Neue Rhein Zeitung in Essen, Dietrich Oppenberg, der als einer der wichtigsten Förderer einer modernen Zeitungs- und Lesekultur in Deutschland gilt.


E-Mail-Adresse für Bewerbungen: thomas.kleinebrink@stiftunglesen.de

12.11.2015

Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2015

Feierliche Preisverleihung am 12. November 2015 in Dresden

Oppenberg-Medienpreises 2015 ©Stiftung Lesen/Sabine Mai

Die diesjährigen Preisträger des Dietrich Oppenberg-Medienpreises stehen fest: Dr. Markus Günther und Dr. Tilman Spreckelsen, beide Redakteure bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Susanne Lenz-Gleißner von Deutsche Welle TV und Jan Stremmel, Redakteur bei jetzt.de, überzeugten die Jury mit ihren herausragenden Beiträgen. Zum 15. Mal haben die Stiftung Lesen und die Stiftung Presse-Haus NRZ heute den Preis an Journalisten vergeben, die sich in ihrer Arbeit gezielt mit der Bedeutung des Lesens auseinandergesetzt haben. Die Preisverleihung fand in der Sächsischen Staatskanzlei in Anwesenheit von Brunhild Kurth, der sächsischen Staatsministerin für Kultus und amtierenden Präsidentin der Kultusministerkonferenz, statt.


Der erste Preis ging an Dr. Markus Günther für seinen Artikel „Nur noch Analphabeten“, erschienen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Günther zeigt in seinem Beitrag, wie das Ende der Schriftkultur durch Sprachprogramme und Erklärvideos immer weiter voranschreitet. Die Jury lobte Günther für seine mutige These sowie seine durchdachte und scharfsinnige Argumentation. Den zweiten Preis erhielt Dr. Tilman Spreckelsen. In seinem Beitrag „Warum Klassiker?“ gibt er eine inhaltlich wie sprachlich überzeugende Antwort auf die Frage, die sich viele Schülerinnen und Schüler stellen: Wofür heute noch Klassiker im Unterricht lesen? Die Jury beeindruckten besonders Spreckelsens anschauliche und eindringliche Ausführungen, an deren Ende er nicht nur eine Lanze für die Klassiker, sondern auch für das Lesen an sich bricht. Susanne Lenz-Gleißner erhielt den dritten Preis für ihren Beitrag „Gutenberg im Cyberstorm“, gesendet auf Deutsche Welle TV. Darin befasst sie sich mit dem Wert des Buches in Zeiten von Amazon und Self-Publishing. Die Jury lobte ihre Einreichung als einen „inhaltlich wie formal stimmigen Beitrag, der mit vielen Fakten, Meinungen und Schauplätzen einen Überblick über das Lesen im Zeitalter der Digitalisierung gibt“. Einen Sonderpreis vergab die Jury an Jan Stremmel, der mit seinem Beitrag „Tippen wir noch richtig?“ einen ungewöhnlichen Ansatz verfolgt: Er führte ein Interview in einer WhatsApp-Gruppe über Kommunikation in Chat-Programmen. Besonders beeindruckt hat die Jury die Entsprechung von Form und Inhalt, mit der es dem Autor auf ebenso intelligente wie unterhaltsame Weise gelingt, das Schreiben, Lesen und Sprechen durch und in der derzeit populärsten Chat-App zu reflektieren.

KMK-Präsidentin Brunhild Kurth lobte die hohe  Qualität der Beiträge: „Die diesjährigen Preisträger setzen sich in ihren Beiträgen fundiert und zugleich innovativ mit der Frage auseinander, welchen Wert und welche Bedeutung das Lesen in unserer digitalisierten Gesellschaft hat. Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis setzt damit ein öffentliches Zeichen für die Bedeutung des Lesens als Schlüsselqualifikation für Bildung.“

Die Preise überreichten Heinrich Meyer, Geschäftsführer der Stiftung Presse-Haus NRZ, und Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen. Beide betonten die Bedeutung der Auszeichnung für die Leseförderung: „Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis zeigt, wie vielfältig Medien mit dem Thema Lesen umgehen und wie eng Lesekultur und Medienlandschaft verknüpft sind. Wir brauchen engagierte Journalistinnen und Journalisten, die sich mit den Themen Lesen und Leseförderung auseinandersetzen, mit ihren Beiträgen Diskussionen anstoßen und diese Themen so im öffentlichen Bewusstsein verankern.“

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