PK_Bibliotheksnichtnutzerstudie

Studie zu Gründen der Nichtnutzung von Bibliotheken vorgestellt

Erstmals wurde in einer Studie vom Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv) und dem Institut für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen mit Förderung vom Bundesbeauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien untersucht, warum viele Jugendliche und Erwachsene keine öffentliche Stadt- oder Gemeindebibliothek (mehr) nutzen und welche Möglichkeiten es gibt, sie (zurück-) zugewinnen. Für die Untersuchung wurden 1.300 Personen zwischen 14 und 75 Jahren befragt.


Die Studie zeigt, dass sich Öffentliche Stadt- und Gemeindebibliotheken im digitalen Zeitalter behaupten: Mit 29 Prozent der über 14-Jährigen nutzen heute trotz digitalem Medienwandel ebenso viele Menschen die Angebote öffentlicher Bibliotheken wie bei der ersten bundesweiten Nutzerstudie 1996. Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass in den digitalen Angeboten ein großes Potenzial liegt, weitere Besucher zu gewinnen: Gezielte Investitionen, die eine stärkere Aktualität der Medien sowie eine größere Auswahl an DVDs, CDs und digitalen Medien gestatten sowie eine höhere Anzahl an Internetarbeitsplätzen sind nur einige von vielen konkreten Maßnahmen, mit denen Bibliotheken ihre Attraktivität gerade für junge Menschen steigern können. Derzeit bietet lediglich jede zehnte öffentliche Bibliothek eine Online-Ausleihe von E-Books, Hörbüchern und anderen digitalen Medien an.


Eine große Chance Bibliotheksbesucher (zurück-)zugewinnen liegt außerdem in längeren Öffnungszeiten am Abend und der Sonntagsöffnung. Auch Räumlichkeiten mit mehr Licht und hellen Farben und ein interessanteres Veranstaltungs- und Medienangebot stehen auf der Wunschliste ganz oben.


Am eindrücklichsten ist jedoch, dass sich der frühe Bibliotheksbesuch auszahlt: 62 Prozent der heutigen Bibliothekskunden haben in ihrer Kindheit mit ihren Eltern eine Bibliothek besucht, bei den Nicht- oder Nicht-Mehr-Nutzern sind dies nur 42 Prozent. Wer in der Kindheit eine Bibliothek besucht hat, bleibt auch in seinem späteren Leben mit höherer Wahrscheinlichkeit Bibliotheksnutzer. Kinder müssen Bibliotheken also schon früh als selbstverständlichen Lebensraum erfahren. Der Deutsche Bibliotheksverband empfiehlt daher, die verbindliche Kooperationsvereinbarung zwischen Bibliotheken und Schulen sowie Kindergärten zügig weiter auszubauen. Auch Eltern sollen vermehrt mit niederschwelligen Angeboten sensibilisiert und aktiviert werden, die sie in die Bibliothek führen und mit den Bibliotheksangeboten in Kontakt bringen.


Alle Ergebnisse der Studie mit detaillierten Informationen zu Ursachen und Gründen der Nichtnutzung, zum Image der Bibliotheken in Deutschland sowie zum Potenzial von Maßnahmen zur Nutzer(rück)gewinnung finden sich nebenstehend zum Download.