Fensterreinigung

Sensibilisierung von Arbeitnehmern/ innen für das Problem des funktionalen Analphabetismus in Unternehmen

SAPfA

Ziel des vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung, im Rahmen des Förderschwerpunkts "Arbeitsplatzorientierte Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener", Projektes ist die Identifikation von Grundlagen zur Entwicklung von Maßnahmen, mit denen eine Sensibilisierung von Arbeitnehmern in Betrieben für das Problem des funktionalen Analphabetismus erreicht werden kann. Nicht nur unter Arbeitgebern, sondern auch und besonders unter Arbeitnehmern/innen besteht Aufklärungs-, Sensibilisierungs- und Motivationsbedarf, denn sie bilden im Arbeitsalltag das soziale Umfeld von funktionalen Analphabeten. Nur wenn die Betroffenen dieses Umfeld als unterstützend und integrierend wahrnehmen, werden sie motiviert sein, Förderangebote zur Grundbildung und Alphabetisierung an- und wahrzunehmen - und sich damit als funktionale Analphabeten zu erkennen zu geben.

Daher sollen mit einer differenzierten Erhebung (qualitative sowie quantitative Phase)  unter Beschäftigen von funktionalen Analphabetismus häufig betroffenen Branchen und Tätigkeitsfelder Grundlagen erhoben werden, um eine Basis für mögliche Maßnahmen zu schaffen. Es geht dabei v. a. um Problemwahrnehmung und -bewusstsein, Zuschreibung von Ursachen des Problems und von Verantwortlichkeiten zu seiner Behebbung sowie Einstellungen und Meinungen gegenüber Betroffenen.

In alle Projektschritte werden Verantwortliche aus Verbänden von Arbeitnehmern und Arbeitgebern sowie Akteure aus dem Bereich Alphabetisierung und Grundlbildung einbezogen.

Projektträger ist das deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V.

Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01AB12012 gefördert.

Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
11.09.2014

Berufliches Umfeld funktionaler Analphabeten

Chancen und Grenzen für Zugangswege über Betriebe

©Andrey Popov / Fotolia

7,5 Millionen Erwachsene gehören nach der „leo. – Level-One Studie“ der Universität Hamburg zu den so genannten funktionalen Analphabeten. Das entspricht 14,5 der 18-64-Jährigen. Die international vergleichende PIAAC-Untersuchung bestätigte vor einem knappen Jahr das Ausmaß des Handlungsbedarfs: 2012 verfügten 17,5 Prozent der 16-65-Jährigen in Deutschland über schwache Lesefähigkeiten. Jeder sechste bis siebte Erwachsene im erwerbsfähigen Alter kann somit auch einfache Texte kaum verstehen (und schreiben).


Von den funktionalen Analphabeten ist mehr als die Hälfte erwerbstätig – deshalb zielen viele Zugänge und Maßnahmen auf das berufliche Umfeld. Die Ansprache von Erwachsenen, die nicht lesen und schreiben können, über Betriebe stand im Fokus des Weltalphabetisierungstags am Montag, dem 8.9.2014. Zu einer zentralen Veranstaltung hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung in das Berliner Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz eingeladen.


Im Eröffnungsvortrag präsentierte die Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen, Dr. Simone C. Ehmig, erste Erkenntnisse der Studie zur „Sensibilisierung von Arbeitnehmern/ innen für das Problem des funktionalen Analphabetismus in Unternehmen“ (SAPfA), die die Stiftung Lesen im Rahmen des BMBF-Förderschwerpunkts "Arbeitsplatzorientierte Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener" durchgeführt hat. Der Vortrag steht im Download-Bereich zur Verfügung.