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Der Dietrich-Oppenberg-Medienpreis

Auszeichnungen für Beiträge über die Informations- und Wissensgesellschaft

Der Preis ist benannt nach dem 2000 verstorbenen Gründer und langjährigen Herausgeber der NRZ Neue Ruhr Zeitung/Neue Rhein Zeitung in Essen Dietrich Oppenberg, der als einer der wichtigsten Förderer einer modernen Zeitungs- und Lesekultur und des publizistischen Nachwuchses in Deutschland gilt.

Seit über 15 Jahren würdigen die Stiftung Lesen und die Stiftung Presse-Haus NRZ mit dem Dietrich-Oppenberg-Medienpreis Beiträge, die die sich ändernden Rahmenbedingungen in der modernen Informations- und Wissensgesellschaft reflektieren und dem Lesen im öffentlichen Bewusstsein Raum geben.

11.11.2007

Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2007

3.12.2007 - Berlin - Verleihung Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2007 ©Stiftung Lesen / Bildschön

Wie spannend kann eine Ausstellungs-Führung sein, wenn das Spektrum der Exponate nur aus Notizbüchern und Schreibkladden besteht? Focus- Ressortleiter Bernhard Borgeest zeigt in seinem Text eindrucksvoll: außerordentlich spannend. Seine Reportage über das Deutsche Tagebucharchiv in Emmendingen wurde mit dem ersten Preis des Dietrich Oppenberg- Medienpreises 2007 ausgezeichnet. Die Verleihung des Preises fand in Anwesenheit des Berliner Staatssekretärs für Bildung, Jugend und Familie Eckart R. Schlemm als Vertreter der Kultusministerkonferenz am 3. Dezember 2007 in Berlin statt. Den zweiten Platz belegt das in der Süddeutschen Zeitung erschienene Feature „Heilige Schrift“ des Journalisten und Filmautors Tobias Kniebe. Sein Thema: die digitale Aufbereitung der weltweiten Buchbestände im Rahmen des Google-Bibliotheksprojektes. Den dritten Preis erhielt die Journalistin Stefanie Hiekmann für ihren in der Neuen Osnabrücker Zeitung veröffentlichten Beitrag „Vokabeln nebenbei gelernt“, der Kinder und Jugendliche dazu einlädt, Literatur im englischsprachigen Original zu lesen. Mit dem Sonderpreis zeichnete die Jury die Journalistin und Autorin Stefanie Jung aus: Sie analysierte im Rahmen einer in der Mainzer Allgemeinen Zeitung erschienenen Arktikelserie „Bücherei-Check“ das Angebot regionaler öffentlicher Bibliotheken.


1. Platz
Bernhard Borgeest
„Arche der Erinnerung“, in: Focus, 31. Ausgabe 2006

Erzählerisch versiert und psychologisch einfühlsam stellt Bernhard Borgeest das Deutsche Tagebucharchiv in Emmendingen vor. Der Autor wahrt die Balance, die persönlichen Schicksale der hinterlegten Dokumente zu respektieren und gleichzeitig ihre öffentliche Relevanz als Zeitzeugenberichte aufzuzeigen. Die engagiert recherchierte Reportage verdeutlicht durch klug ausgewählte Tagebuch-Zitate die vielfältigen Formen und Funktionen des Tagebuch-Schreibens und lässt auch diejenigen zu Wort kommen, die diesen Erinnerungs-Fundus als haupt- bzw. ehrenamtliche Archivare betreuen. Ein herausragender journalistischer Text über einen außergewöhnlichen Ort der Lesekultur.

2. Platz
Tobias Kniebe
„Heilige Schrift “, in: Süddeutsche Zeitung Magazin, am 8. Dezember 2006

Ein ausgesprochen komplexes Thema aus dem Bereich Lesekultur bereitet Tobias Kniebe in seinem Beitrag „Heilige Schrift“ dramaturgisch so souverän auf, dass seine Reportage ein ganz besonderes Leseerlebnis darstellt: Mit scharfem Blick für das erzählerische Detail schildert er die Initiativen im Rahmen des Google-Bibliotheksprojekts, die weltweiten Buchbestände in digitaler Form aufzubereiten – und die Folgen, mit denen für die Informationsgesellschaft zu rechnen ist. Der auf intensiven Recherchen basierende Beitrag ist ein außerordentlich gelungenes Beispiel für reflektierte Berichterstattung zu einer politisch bedeutsamen informationstechnischen Innovation.

3. Platz
Stefanie Hiekmann
„Vokabeln nebenbei gelernt “  in: Osnabrücker Zeitung, am 15. August 2006

Der herausragende Beitrag „Vokabeln nebenbei gelernt“ von Stefanie Hiekmann ist nicht nur ein informatives Feature zum Thema „Lesen fremdsprachiger Bücher“: Es ist eine lebendig geschriebene und gut recherchierte Anstiftung zum Lesen. Authentisch und der Zielgruppe angemessen lädt sie anhand von vielen Beispielen Kinder und Jugendliche dazu ein, Literatur im englischsprachigen Original zu lesen, und diese Herausforderung unverkrampft und sportlich anzugehen. Eine vorbildliche journalistische Leistung einer sehr talentierten jungen Autorin.

Sonderpreis
Stefanie Jung
„Bücherei-Check “, erschienen in der Mainzer Allgemeinen Zeitung
zwischen Februar und April 2007

Mit der Artikelserie „Bücherei-Check“ hat Stefanie Jung einen in mehrfacher Hinsicht preiswürdigen journalistischen Beitrag zum Thema Lesekultur geleistet: Zum einen besitzen die versiert geschriebenen und aufgrund kenntnisreicher Recherche sehr praxisnahen Artikel einen hohen Nutzwert: Eltern, Kinder und andere Leseförderungsadressaten erhalten alle relevanten Informationen, um die Bibliotheken ihrer Umgebung zu beurteilen. Zum anderen besitzt diese singuläre Analyse der regionalen Bibliotheksinfrastruktur eine hohe bildungspolitische Relevanz, die weit über die kommunale Ebene hinaus von außerordentlich positiver Bedeutung ist.

Im Berliner Büro der Kultusministerkonferenz wurde die Oppenberg- Preisverleihung 2007 gefeiert (v. l. n. r.): NRZ-Herausgeber Heinrich Meyer, die Preisträger Stefanie Hiekmann, Bernhhard Borgeest und Stefanie Jung, der Stiftung Lesen Vorstandsvorsitzende Rolf Pitsch, Preisträger Tobias Kniebe sowie Gabriele Bartelt-Kircher, Leiterin der Journalistenschule Ruhr und Jurymitglied des Dietrich Oppenberg-Preises.

11.11.2006

Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2006

4.12.2006 - Kiel - Verleihung Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2006 ©Stiftung Lesen / Bildschön

Für ihre Reportage „Kapitel fürs Leben“ über das Leseförderungs-Projektspektrum in Deutschland wurde Cathrin Kahlweit, Redakteurin der Süddeutschen Zeitung, mit dem ersten Preis des Dietrich Oppenberg-Medienpreises 2006 ausgezeichnet. Ute Erdsiek-Rave, Ministerin für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein und Präsidentin der Kultusministerkonferenz für das Jahr 2006, ehrte gemeinsam mit Rolf Pitsch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lesen, und Heinrich Meyer, Geschäftsführer der Stiftung Presse-Haus NRZ und Herausgeber der NRZ / Neue Ruhr Zeitung am 4. Dezember die Preisträger im Kieler Landtag. Den zweiten Platz belegte Mirjam Meinhardt mit ihrem taz-Beitrag „Jungs, die neuen Benachteiligten“. Dr. Bettina Gartner erhielt für ihren in „bild der wissenschaft“ veröffentlichten Artikel über die chinesische Schriftkultur den 3. Preis. Als Initiator des Projekts „Peine liest“ der Peiner Allgemeinen Zeitung wurde Michael Kothe, stellvertretender Chefredakteur, mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis trägt nach den Worten von Frau Ministerin Erdsiek-Rave dazu bei, Qualitätsstandards in der Medienberichterstattung rund um das Thema Lesen zu setzen: „Lesekultur wiederum besitzt als Medienthema bereits jetzt eine große gesellschaftspolitische Relevanz – und wird zweifellos noch an Bedeutung gewinnen”, erklärte die Ministerin im Rahmen ihrer Ansprache.


1. Platz
Cathrin Kahlweit
Kapitel fürs Leben (Süddeutsche Zeitung, 19. Oktober 2005)

Eine Bildungsreise im wörtlichen Sinne unternimmt Cathrin Kahlweit, um im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse auszuloten, wie es aktuell um die Leseförderung in Deutschland bestellt ist: Sie besucht nicht nur die etablierten bundesweiten Institutionen, sondern auch lokale Initiativen, die Leseförderung als „Graswurzelbewegung“ betreiben. Sie veranschaulicht theoretische Grundlagen – und schildert lebendig, wie Leseförderung ganz praktisch aussehen kann. Erzählerisch versiert und akribisch recherchiert, vermittelt ihre Reportage auf überzeugende Weise Impressionen aus dem
Leseland Deutschland.

2. Platz
Mirjam Meinhardt
Jungs, die neuen Benachteiligten (Die tageszeitung, 4. Januar 2006)

„Risikogruppe“ heißen Jungen im PISA-Deutsch. Im realen Leseförderungs-Alltag, den Mirjam Meinhardt in ihrem Beitrag lebendig werden lässt, heißen sie Max und Janek – und sind nicht einfach pauschal Lese-Abstinenzler. Das komplexe Geflecht aus psychologischen Barrieren und Motivations-Potenzial in der Lesedidaktik für Jungen präsentiert Frau Meinhardt in überzeugender Weise. Eine sprachlich und inhaltlich herausragende Reportage.

3. Platz
Dr. Bettina Gartner
„Lies dich schlau“ (Bild der Wissenschaft 2, 2006)

Die Faszination der chinesischen Schrift- und Lesekultur vermittelt Dr. Bettina Gartner in einem außerordentlich fundierten und gleichwohl spannend geschriebenen Feature. Von der Wahrnehmungs-Psychologie bis hin zu Geschichte und Landeskunde präsentiert sie dabei mit didaktischem Gespür ein breites Spektrum an Aspekten, die Verständnis und Respekt für die Besonderheiten dieser Sprache wecken.

Sonderpreis
Michael Kothe
„Peine liest“ (Peiner Allgemeine Zeitung 2004ff.)

Persönlichkeiten, die glaubwürdig Begeisterung für das Lesen vermitteln – und Bücher, die bei einem breiten Publikum Neugier auf mehr wecken: Bei der monatlichen Veranstaltungsreihe „Peine liest“ der Peiner Allgemeinen
Zeitung stimmen die Zutaten, um wirkungsvoll und nachhaltig Leseförderung zu betreiben. Die von Michael Kothe konzipierte und maßgeblich durchgeführte Initiative überzeugt durch ihre professionelle Umsetzung sowohl bei den Veranstaltungen selbst als auch in der flankierenden redaktionelle  Berichterstattung. Ein regionales Projekt mit bundesweiter Vorbildwirkung.

Festliche Preisverleihung 2006 in Kiel (v. l. n. r.): die Preisträgerinnen Mirjam
Meinhardt und Cathrin Kahlweit, Rolf Pitsch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung
Lesen, Ute Erdsiek-Rave, Ministerin für Bildung und Frauen des Landes Schleswig Holstein und Präsidentin der Kultusministerkonferenz
für das Jahr 2006, NRZHerausgeber Heinrich Meyer sowie die
Preisträger Dr. Bettina Gartner und Michael Kothe.

11.11.2005

Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2005

25.11.2005 - Potsdam - Verleihung Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2005 ©Stiftung Lesen / Michael Urban

Schnelllesemethoden, das Lesen in den Religionen und das Porträt eines akribischen New York Times-Lesers waren die Themen der Preisträger des Dietrich Oppenberg-Medienpreises 2005, der am 25. November in Potsdam in Anwesenheit der KMK-Präsidentin für das Jahr 2005 und Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburg, Prof. Dr. Johanna Wanka, von der Stiftung Presse-Haus NRZ und der Stiftung Lesen verliehen wurde. Sonja Niemann erhielt für einen in „Neon“ erschienenen Artikel den ersten Preis. Außerdem wurden der freie WDR-Autor Christoph J. Fleischmann und der Süddeutsche Zeitung-Redakteur Tobias Matern ausgezeichnet. Mit einem Sonderpreis wurde das Schweizer Magazin „du – Zeitschrift für Kultur“ bedacht. Wanka betonte in ihrer Ansprache: „Lesen ist auch in unserer reizüberfluteten Informationsgesellschaft immer noch die Eintrittskarte in die Welt des Wissens. Deshalb messe ich dem Dietrich Oppenberg-Medienpreis eine besondere Bedeutung zu.”


1. Platz
Sonja Niemann
„Kein Buch mit sieben Siegeln“ (erschienen im Magazin NEON im Dezember 2004)

Mit Sinn für Situationskomik und Ironie bietet der herausragende Beitrag „Kein Buch mit sieben Siegeln“ einen wissenschaftlich fundierten Überblick über die bekanntesten Schnelllesemethoden – von der Autorin im Selbstversuch getestet. Der sehr praxisorientierte Artikel liest sich unterhaltsam wie ein lockeres Gespräch; gleichzeitig ist er eine brillante und kritische Auseinandersetzung mit dem in der heutigen Gesellschaft oftmals übersteigerten Effizienzdenken und ein Plädoyer für „bewusstes Lesen“.

2. Platz
Christoph J. Fleischmann
„Über das Lesen in den Religionen. Was bedeutet es, dass die monotheistischen Religionen Buchreligionen sind?“
(ausgestrahlt im WDR-Hörfunk am 12. 12. 2004)

Der sehr reflektierte Beitrag „Über das Lesen in den Religionen“ stellt auf hohem Niveau und gleichwohl gut verständlich eine sorgfältige Analyse der Auswirkung des Lesens rein literarischer und religiöser Texte an. Im Gespräch mit Theologen und Historikern entwirft der Autor eine gelungene Collage der Lesebedeutung in den unterschiedlichen Religionen, unterlegt mit zahlreichen biblischen und literarischen Zitaten. Hervorragend fundierter, essayistischer Journalismus zu einem wesentlichen, aber selten beachteten Aspekt der Lesekultur.

3. Platz
Tobias Matern
„Hinterm Mond geht die Sonne auf“ (Wochenendbeilage der Süddeutschen Zeitung vom 11. 12. 2004)

Mit seinem Artikel „Hinterm Mond geht die Sonne auf“ zeichnet Tobias Matern ein sensibles und gleichzeitig amüsantes Porträt des 80jährigen Anwalts Irving Tobin, der täglich die „New York Times“ Wort für Wort, Zeile für Zeile, liest und deshalb dem aktuellen Geschehen einige Jahre hinterherhinkt. Matern entführt den Leser in das „Paralleluniversum“ des Exzentrikers, welcher sich seit dreissig Jahren weigert, der Informationsüberflutung durch die Medien zu erliegen. Neben einem treffsicheren Gespür für das Skurrile finden sich in dem Artikel auch viele Denkanstösse bezüglich Journalismus und Medienrezeption.

Sonderpreis
„du“ – Zeitschrift für Kultur
„Das Meer zeigt seine Zunge. Geschichten für uns Kinder“ (Ausgabe Nr. 11/12, Dezember 2004, Januar 2005)

Die Ausgabe „Das Meer zeigt seine Zunge. Geschichten für uns Kinder“ der „Zeitschrift für Kultur“ zählt zu den gelungensten journalistischen Beiträgen zur Lesekultur der vergangenen Jahre. Sie zeichnet sich durch eine aussergewöhnliche Sammlung von Geschichten, Comics und Gedichten aus. Bereits das Titelbild bietet einen Ausblick auf die exakt auf den jeweiligen Beitrag abgestimmten, teilweise experimentellen Illustrationen und Collagen. Hochkarätige internationale Autoren präsentieren auf eindringliche Art die Welt aus der Sicht eines Kindes. Ein Bilder- und Lesebuch, vor allem auch für „Grosse“, das eine genüssliche Balance zwischen Kindlichkeit und Erwachsensein herstellt.

Die Preisübergabe 2005 in Potsdam (v. l. n. r.): Preisträger Christoph J. Fleischmann, NRZ-Herausgeber Heinrich Meyer, der damalige Wissenschaftliche Direktor der Stiftung Lesen Prof. Dr. Klaus Ring, Preisträgerin Sonja Niemann, Stiftung Lesen-Vorstandsvorsitzender Rolf Pitsch, die Preisträger Andreas Nentwich und Nicola Steiner (Redaktion „du”), die Präsidentin der Kultusministerkonferenz für das Jahr 2005 und Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg Prof. Dr. Johanna Wanka sowie Preisträger Tobias Matern.

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