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Der Dietrich-Oppenberg-Medienpreis

Auszeichnungen für Beiträge über die Informations- und Wissensgesellschaft

Der Preis ist benannt nach dem 2000 verstorbenen Gründer und langjährigen Herausgeber der NRZ Neue Ruhr Zeitung/Neue Rhein Zeitung in Essen Dietrich Oppenberg, der als einer der wichtigsten Förderer einer modernen Zeitungs- und Lesekultur und des publizistischen Nachwuchses in Deutschland gilt.

Seit über 15 Jahren würdigen die Stiftung Lesen und die Stiftung Presse-Haus NRZ mit dem Dietrich-Oppenberg-Medienpreis Beiträge, die die sich ändernden Rahmenbedingungen in der modernen Informations- und Wissensgesellschaft reflektieren und dem Lesen im öffentlichen Bewusstsein Raum geben.

11.11.2009

Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2009

Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2009

30.11.2009 - Schwerin - Verleihung Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2009 ©Stiftung Lesen / Bildschön

Die Stiftung Presse-Haus NRZ und die Stiftung Lesen zeichneten am 30. November in Schwerin die diesjährigen Preisträger des Dietrich Oppenberg-Preises aus.

Prämiert wurden herausragende journalistische Beiträge zum Thema Lesekultur in Anwesenheit des Präsidenten der Kultusministerkonferenz (KMK), Herr Minister Henry Tesch.

Den mit 2.500,- Euro dotierten ersten Platz des Dietrich Oppenberg Preises 2009 erhalten die Münchner Redakteure Iris Röll (39) und Michael Jupe (39) für ihre in FOCUS Schule erschienene Reportage „Zu Besuch beim Buch“. Laut Jury schildert der Text, wie „nur eine Fensterscheibe vom Pausenhof entfernt“ ein besonderer Ort Kinder für Bücher begeistert: die Schulbibliothek. So entstehe ein „authentisches Bild vom didaktischen Potenzial einer Einrichtung, die an deutschen Schulen unterrepräsentiert ist.“

11.11.2008

Der Dietrich-Oppenberg-Medienpreis 2008

8.12.2008 - Saarbrücken - Verleihung Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2008 ©Stiftung Lesen / Bildschön

Für ihre essayistische Spurensuche in den amerikanischen Lese-Alltag „Die USA – ,a nation of avid readers´?" im Magazin „scripten 11” wurde die Berliner Journalistin Annette Zerpner aus Berlin mit dem ersten Preis des Dietrich Oppenberg-Medienpreises 2008 ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand in Anwesenheit der KMK-Präsidentin für 2008 und Saarländischen Ministerin für Bildung, Familie, Frauen und Kultur, Annegret Kramp- Karrenbauer, am 8. Dezember im Saarländischen Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur in Saarbrücken statt. Die in Paris lebende Freie Journalistin Katharina Born belegte den zweiten Platz des Dietrich Oppenberg-Preises 2008. Ihre in der Jüdischen Allgemeinen Zeitung erschienene Rezension „Bibliotherapie. Wie Georges-Arthur Goldschmidt über die Literatur zur Sprache zurückfand” thematisiert einen autobiographischen Essay des renommierten Autors und Übersetzers. Den dritten Preis erhielt der Bamberger Journalist Herbert Mackert für seinen in der Gesellschafter-Zeitung veröffentlichten Beitrag „Ohne Mitleidsschiene”.
Sein Thema: die Nürnberger Obdachlosenzeitung „Straßenkreuzer”. Mit dem Sonderpreis würdigt die Jury die in Düsseldorf lebende Journalistin und Autorin Dr. Mithu M. Sanyal, die aufgrund ihres herausragenden publizistischen Wirkens in diesem Themenbereich bereits zum dritten Mal den Oppenberg-Preis erhält. Ihr in WDR 5 „Scala” ausgestrahltes Hörfunk- Feature „Freunde mit Seitenzahlen – über das Leben mit Büchern” kommen passionierte Leser von 4 bis 84 Jahren zu Wort.


1. Platz
Annette Zerpner

„Die USA - ,a nation of avid readers’?" (erschienen in der
Zeitschrift scripten 11)

Eine lebendige Lesekultur widerspricht nicht dem „American Way of Life" – sie ist im Alltag vieler und sehr unterschiedlicher Milieus eng mit ihm verwoben. So lautet die Quintessenz von Annette Zerpners akribisch recherchierter, gleichwohl mit leichter Hand erzählter Spurensuche. Ihre herausragende Reportage leistet damit eine außerordentlich aufschlussreiche Positionsbestimmung der Buchkultur in einer von sozialen und politischen Widersprüchen geprägten Gesellschaft – nicht nur jenseits, sondern auch diesseits des Atlantik.

2. Platz
Katharina Born

„Bibliotherapie.Wie Georges-Arthur Goldschmidt über die Literatur zur
Sprache zurückfand" (erschienen in der Jüdischen Allgemeinen Zeitung,
März 2008)

Katharina Borns Rezension von Georges-Arthur Goldschmidts autobiographischem Essay „Die Faust im Mund" ist ein überzeugendes Plädoyer für das Lesen – weit über das besprochene Buch hinaus. Mit großer sprachlicher Sensibilität im Wechselspiel von Zitat und pointierter Beschreibung vermittelt sie ein lebendiges Bild vom Werdegang eines Menschen, der in besonderer Weise Literatur als Lebens- und Überlebens-Mittel auffasste. Dieser rote Faden zieht sich von Goldschmidts Kindheit, die vom nationalsozialistischen Terror geprägt war, bis hin zu seinen späteren Arbeiten als international renommierter Erzähler und Übersetzer. Ein exemplarischer Text über Relevanz und Wirkung von Literatur.

3. Platz
Herbert Mackert

„Ohne Mitleidsschiene" (erschienen in der Gesellschafter-Zeitung, April 2008)

Mit seinem herausragenden Porträt der Nürnberger Publikation „Straßenkreuzer" lenkt Herbert Mackert den Blick auf eine publizistische Gattung, die gleich in mehrfacher Hinsicht besondere öffentliche Aufmerksamkeit verdient: die Obdachlosenzeitung. In einem ausgesprochen lebendigen Erzählstil vermittelt Mackert ein authentisches Bild von den Menschen, die ein solches Zeitungsprojekt möglich machen: engagierte Journalisten mit Gespür für soziale Anliegen – und nicht zuletzt die Obdachlosen selbst, die als Verkäufer dieser professionellen Produkte Selbstachtung zurückgewinnen. Eine Reportage, die den Konnex von Lesekultur und bürgerschaftlichem Engagement in exemplarischer Weise verdeutlicht.

Sonderpreis
Dr. Mithu M. Sanyal

„Freunde mit Seitenzahlen – Über das Leben mit Büchern"
(gesendet in WDR 5 „Scala - Kultur am Mittag" am 29. Februar 2008)

„Welten trennen Menschen, die ihre Bücher mit in die Badewanne nehmen, von denen, die das nicht tun", erklärt Dr. Mithu M. Sanyal zu Beginn ihres außergewöhnlichen Features – um im Folgenden eine ganze Reihe höchst individueller Freundschaften zwischen Mensch und Buch zu skizzieren. Mit viel dramaturgischem Gespür zu einer Zitatcollage arrangiert, kommen hier Leser im Alter von 4 bis 84 Jahren zu Wort: Mal verschämt, mal ostentativ bekennen sie sich zu ihrer Obsession. Ergänzt durch gründlich recherchierte
Hintergrundinformationen aus Literatur- und Zeitgeschichte, vermitteln diese Stimmen die Vielfalt der Gefühle, die Gedrucktes bei Bücher-Menschen auslösen kann. Ein faszinierendes Hör-Erlebnis zum Thema „Lese-Erlebnis”.

Preisträger und Jurymitglieder bei der Preisverleihung 2008 in Saarbrücken: (v. l. n. r.): Heinrich Meyer, Geschäftsführer der Stiftung Presse-Haus NRZ, die Preisträgerinnen Katharina Born, Annette Zerpner und Dr. Mithu Sanyal, Preisträger Herbert Mackert, Annegret Kramp-Karrenbauer, Ministerin für Bildung, Familie, Frauen und Kultur des Saarlandes sowie Präsidentin der Kultusministerkonferenz für 2008.

11.11.2007

Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2007

3.12.2007 - Berlin - Verleihung Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2007 ©Stiftung Lesen / Bildschön

Wie spannend kann eine Ausstellungs-Führung sein, wenn das Spektrum der Exponate nur aus Notizbüchern und Schreibkladden besteht? Focus- Ressortleiter Bernhard Borgeest zeigt in seinem Text eindrucksvoll: außerordentlich spannend. Seine Reportage über das Deutsche Tagebucharchiv in Emmendingen wurde mit dem ersten Preis des Dietrich Oppenberg- Medienpreises 2007 ausgezeichnet. Die Verleihung des Preises fand in Anwesenheit des Berliner Staatssekretärs für Bildung, Jugend und Familie Eckart R. Schlemm als Vertreter der Kultusministerkonferenz am 3. Dezember 2007 in Berlin statt. Den zweiten Platz belegt das in der Süddeutschen Zeitung erschienene Feature „Heilige Schrift“ des Journalisten und Filmautors Tobias Kniebe. Sein Thema: die digitale Aufbereitung der weltweiten Buchbestände im Rahmen des Google-Bibliotheksprojektes. Den dritten Preis erhielt die Journalistin Stefanie Hiekmann für ihren in der Neuen Osnabrücker Zeitung veröffentlichten Beitrag „Vokabeln nebenbei gelernt“, der Kinder und Jugendliche dazu einlädt, Literatur im englischsprachigen Original zu lesen. Mit dem Sonderpreis zeichnete die Jury die Journalistin und Autorin Stefanie Jung aus: Sie analysierte im Rahmen einer in der Mainzer Allgemeinen Zeitung erschienenen Arktikelserie „Bücherei-Check“ das Angebot regionaler öffentlicher Bibliotheken.


1. Platz
Bernhard Borgeest
„Arche der Erinnerung“, in: Focus, 31. Ausgabe 2006

Erzählerisch versiert und psychologisch einfühlsam stellt Bernhard Borgeest das Deutsche Tagebucharchiv in Emmendingen vor. Der Autor wahrt die Balance, die persönlichen Schicksale der hinterlegten Dokumente zu respektieren und gleichzeitig ihre öffentliche Relevanz als Zeitzeugenberichte aufzuzeigen. Die engagiert recherchierte Reportage verdeutlicht durch klug ausgewählte Tagebuch-Zitate die vielfältigen Formen und Funktionen des Tagebuch-Schreibens und lässt auch diejenigen zu Wort kommen, die diesen Erinnerungs-Fundus als haupt- bzw. ehrenamtliche Archivare betreuen. Ein herausragender journalistischer Text über einen außergewöhnlichen Ort der Lesekultur.

2. Platz
Tobias Kniebe
„Heilige Schrift “, in: Süddeutsche Zeitung Magazin, am 8. Dezember 2006

Ein ausgesprochen komplexes Thema aus dem Bereich Lesekultur bereitet Tobias Kniebe in seinem Beitrag „Heilige Schrift“ dramaturgisch so souverän auf, dass seine Reportage ein ganz besonderes Leseerlebnis darstellt: Mit scharfem Blick für das erzählerische Detail schildert er die Initiativen im Rahmen des Google-Bibliotheksprojekts, die weltweiten Buchbestände in digitaler Form aufzubereiten – und die Folgen, mit denen für die Informationsgesellschaft zu rechnen ist. Der auf intensiven Recherchen basierende Beitrag ist ein außerordentlich gelungenes Beispiel für reflektierte Berichterstattung zu einer politisch bedeutsamen informationstechnischen Innovation.

3. Platz
Stefanie Hiekmann
„Vokabeln nebenbei gelernt “  in: Osnabrücker Zeitung, am 15. August 2006

Der herausragende Beitrag „Vokabeln nebenbei gelernt“ von Stefanie Hiekmann ist nicht nur ein informatives Feature zum Thema „Lesen fremdsprachiger Bücher“: Es ist eine lebendig geschriebene und gut recherchierte Anstiftung zum Lesen. Authentisch und der Zielgruppe angemessen lädt sie anhand von vielen Beispielen Kinder und Jugendliche dazu ein, Literatur im englischsprachigen Original zu lesen, und diese Herausforderung unverkrampft und sportlich anzugehen. Eine vorbildliche journalistische Leistung einer sehr talentierten jungen Autorin.

Sonderpreis
Stefanie Jung
„Bücherei-Check “, erschienen in der Mainzer Allgemeinen Zeitung
zwischen Februar und April 2007

Mit der Artikelserie „Bücherei-Check“ hat Stefanie Jung einen in mehrfacher Hinsicht preiswürdigen journalistischen Beitrag zum Thema Lesekultur geleistet: Zum einen besitzen die versiert geschriebenen und aufgrund kenntnisreicher Recherche sehr praxisnahen Artikel einen hohen Nutzwert: Eltern, Kinder und andere Leseförderungsadressaten erhalten alle relevanten Informationen, um die Bibliotheken ihrer Umgebung zu beurteilen. Zum anderen besitzt diese singuläre Analyse der regionalen Bibliotheksinfrastruktur eine hohe bildungspolitische Relevanz, die weit über die kommunale Ebene hinaus von außerordentlich positiver Bedeutung ist.

Im Berliner Büro der Kultusministerkonferenz wurde die Oppenberg- Preisverleihung 2007 gefeiert (v. l. n. r.): NRZ-Herausgeber Heinrich Meyer, die Preisträger Stefanie Hiekmann, Bernhhard Borgeest und Stefanie Jung, der Stiftung Lesen Vorstandsvorsitzende Rolf Pitsch, Preisträger Tobias Kniebe sowie Gabriele Bartelt-Kircher, Leiterin der Journalistenschule Ruhr und Jurymitglied des Dietrich Oppenberg-Preises.

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