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Der Dietrich-Oppenberg-Medienpreis

Auszeichnungen für Beiträge über die Informations- und Wissensgesellschaft

Der Preis ist benannt nach dem 2000 verstorbenen Gründer und langjährigen Herausgeber der NRZ Neue Ruhr Zeitung/Neue Rhein Zeitung in Essen Dietrich Oppenberg, der als einer der wichtigsten Förderer einer modernen Zeitungs- und Lesekultur und des publizistischen Nachwuchses in Deutschland gilt.

Seit über 15 Jahren würdigen die Stiftung Lesen und die Stiftung Presse-Haus NRZ mit dem Dietrich-Oppenberg-Medienpreis Beiträge, die die sich ändernden Rahmenbedingungen in der modernen Informations- und Wissensgesellschaft reflektieren und dem Lesen im öffentlichen Bewusstsein Raum geben.

11.11.2001

Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis 2001

Er war nicht nur Schirmherr der Stiftung Lesen – sondern auch ein enger Freund und Wegbeleiter von Dietrich Oppenberg: Der damalige Bundespräsident Johannes Rau sprach bei der ersten Preisverleihung des Dietrich Oppenberg-Medienpreises am 14. Dezember 2001 im Berliner „Haus der Presse” ein Grußwort. Darin betonte er, es sei ein „Problem ersten Ranges”, dass nach Auskunft der kurz zuvor veröffentlichten ersten PISA-Studie zu viele Jugendliche in Deutschland nicht richtig lesen könnten. Rau hob hervor, dass die Presse einen wichtigen Beitrag leisten könne, sich dieser gesellschaftspolitischen Herausforderung zu stellen. BZDV-Präsident Helmut Heinen sprach als Mitveranstalter der ersten Preisverleihung und Jurymitglied des Oppenberg-Medienpreises ebenfalls ein Grußwort. Dr. Georg Ruppelt, ehemals Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lesen, und NRZ-Geschäftsführer Heinrich Meyer übergaben die Preise: Den ersten Preis erhielten Annika Völk und Bernhard Hügler aus Ulm für eine in der Südwest Presse veröffentlichete Reportage über Bücher, die seit zehn Jahren in einer Stadtbücherei darauf warten, auch einmal entliehen zu werden. Platz zwei ging an Susanne Leinemann („Die Welt“, Berlin); den dritten Preis erhielt Barbara Hübner (Berlin) für einen Artikel in der „Berliner Zeitung“. Ein Sonderpreis wurde an Mithu M. Sanyal (Düsseldorf) für ein im WDR5 gesendetes Radiofeature zur Kulturgeschichte des Alphabets vergeben. Die Sonderpreisträgerin wurde aufgrund herausragender Einsendungen in den Folgejahren mittlerweile weitere zwei Mal mit dem Oppenberg- Preis ausgezeichnet.


1. Platz
Annika Völk und Bernhard Hügler


„Winnetou lässt sich nicht unterkriegen, Karl May frisst Staub“ (Südwest-Presse, 26. August 2000)
Mit Büchern, die niemand lesen möchte, die Lust aufs Lesen wecken – dieses paradoxe Kunststück gelingt den Journalisten Annika Völk und Bernhard Hügler auf bestechende Weise: Gemeinsam spürten sie in der Neu-Ulmer Stadtbücherei Bücher auf, die seit mindestens 10 Jahren darauf warten, entliehen zu werden, und porträtierten sie auf so humorvolle Weise, dass sie neugierig auf den Lese-Ort Bibliothek machen. Ein herausragendes Beispiel dafür, wie der Lokaljournalismus zur Vermittlung von Lesekultur beitragen kann.

2. Platz
Susanne Leinemann

„Pop heilt alle Wunden“(in: Die Welt, 24. Juni 2000)
Das Feature der Journalistin Susanne Leinemann ist eine stilistisch und inhaltlich gelungene Bestandsaufnahme der Lesekultur in den neuen, aber auch in den alten Bundesländern zehn Jahre nach der Wiedervereinigung. Der Text überzeugt nicht zuletzt durch seine Vielschichtigkeit: Das Spektrum der Themen reicht von der Frage, wie weit Literatur als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklung genutzt werden kann, bis hin zur Reflexion über das spannungsreiche Verhältnis zwischen Literatur und Pop-Kultur.

3. Platz
Barbara Hübner
„Der Vogel auf dem Ast“ (in: Berliner Zeitung, 14./15. Oktober 2000)

Die ästhetische Faszination, aber auch die soziale Bedeutung des Spracherwerbs schildert die Journalistin Barbara Hübner auf anschauliche Weise an einem außergewöhnlichen Beispiel: In Frankfurt werden mit Hilfe eines Gebärdendolmetschers gehörlose und hörende Kinder gemeinsam unterrichtet. Die Komplexität des unter Experten umstrittenen Themas hat die Autorin aufgrund ihrer Rechercheleistung und ihrer versierten Darstellung überzeugend vermittelt.

Sonderpreis
Mithu M. Sanyal
„A, B, ...Oops! Der Alphabet-Effekt
von den Hieroglyphen bis heute“ (Beitrag auf WDR 5, „Scala“, 08. September 2000)

Vom Buchstaben-Sketch aus der Sesamstraße bis hin zu Marshal Mc Luhans Medientheorie: Der Radiobeitrag der Journalistin Mithu M. Sanyal ist eine faszinierende Collage über die universelle Bedeutung von Schrift und Alphabet. Mit Beispielen aus 4000 Jahren Kulturgeschichte hinterfragt sie auf humorvolle und engagierte Weise die pauschale Prophezeiung vom „Ende der Gutenberg-Galaxis“. Dabei macht sie auf überzeugende Weise deutlich, dass diese Galaxie zu keiner Zeit ein statisches Gebilde war, sondern sich bis heute immer radikal veränderte.

Die ersten Preisträger in Berlin mit dem Bundespräsidenten Johannes



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