Weil uns Lesen weiterbringt: Spielerisch Deutsch lernen

Das bundesweite Projekt „Lesestart: Weil uns Lesen weiterbringt“ der Stiftung Lesen, unterstützt auch in der ersten kommunalen Modellregion Köln Kinder mit Fluchterfahrung nachhaltig beim spielerischen Deutschlernen. Möglich gemacht wird das Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Kurz vor Weihnachten übergaben Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger, die Oberbürgermeisterin der Stadt Köln Henriette Reker und Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, persönlich Lesestart-Sets und Medienboxen an Familien.

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Mainz, Köln, 20. Dezember 2022. Lese- und Sprachkompetenzen sind die Grundvoraussetzung, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, sei es bei alltäglichen Aufgaben wie Einkaufen oder auch beim Zugang zum Arbeitsmarkt. Das gilt für alle Menschen, unabhängig ihrer Herkunft oder ihres Alters. Das Projekt „Lesestart: Weil uns Lesen weiterbringt“ widmet sich genau dieser Aufgabe: Kinder mit Fluchterfahrung und ihre Familien auf nachhaltige Weise beim Deutschlernen zu unterstützen. 

Neuauflage unterstützt Kinder auch in Modellregionen spielerisch beim Deutschlernen
Bereits seit 2015 wird das Projekt bundesweit mit allen Landeserstaufnahmeeinrichtungen durchgeführt. Zum Jahresbeginn ist das Projekt in eine neue, dreijährige Laufzeit gestartet und wird weiterhin durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Erstmalig ist das Projekt nun auch auf kommunaler Ebene im Einsatz: Die Stadt Köln ist neben vier weiteren Kommunen, die 2023 und 2024 folgen, eine sogenannte Modellkommune und profitiert so auch von den bewährten „Lesestart“-Angeboten für Kinder und ihre Familien mit Fluchterfahrung. Zahlreiche Einrichtungen, die Kinder mit Fluchterfahrung unterstützen, beteiligen sich bereits in Köln und nutzen die Projektmaterialien für die Sprachförderung. Während der Projektlaufzeit gilt es zu erfassen, wie eine nachhaltige Begleitung und Förderung von Kindern mit Fluchterfahrung auch in den Kommunen gelingen kann. 

„Lesestart“-Sets und Medienboxen für einen optimalen Start
Im Mittelpunkt des Projekts stehen die für die Familien kostenlosen „Lesestart“-Sets, die ab Oktober 2022 in allen Erstaufnahmeeinrichtungen und mit Köln in der ersten Modellkommune ausgegeben werden. In den bunten Stofftaschen steckt für die 2- bis 6-jährigen Kinder mit Fluchterfahrung ein Wimmelbuch und für die 6- bis 9-Jährigen ein Comic sowie eine Postkarte für die Eltern, die auf den neuen mehrsprachigen Webbereich verweist. 

Das eigens konzipierte Seminarprogramm zum Thema „Vorlesen und Erzählen mit geflüchteten Kindern“ unterstützt haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende in den Erstaufnahmeeinrichtungen vor Ort sowie kommunale Akteur/-innen wie Gemeinschaftsunterkünfte, Kitas, Grundschulen, Familienzentren, Bibliotheken und andere soziale Einrichtungen in den Modellregionen. Ergänzt wird das Angebot mit speziell für die Zielgruppe ausgestatteten Medienboxen mit Büchern und Spielen für 0- bis 10-jährige Kinder, die die Spielzimmer und Betreuungsangebote bereichern. Frei zugängliche Aktionsideen auf der Projekt-Website sorgen zudem für Abwechslung und animieren zum gemeinsamen sprachlichen Austausch.

Gemeinsamer Besuch des Brückenprojekts in Köln 
Kurz vor Weihnachten machen sich Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger, die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Hauptgeschäftsführer Dr. Jörg F. Maas selbst ein Bild von dem erfolgreichen Konzept und besuchen das Brückenprojekt im Wohnheim für Geflüchtete in Köln. Träger der Kita des Brückenprojekts ist die Step Kids KiTas gGmbH, die neben stationären Kitas auch Kitas im Rahmen der Brückenprojekte in den Unterkünften für Geflüchtete im Großraum Köln-Düsseldorf unterhält. Elena Lotito, stellvertretene Projektleitung Mobile KiTa berichtet: „Mit unseren mobilen KiTas haben wir es uns zum Ziel gemacht, Kindern mit Fluchterfahrung, die bisher noch keinen Platz in einer Regel-Kindertagespflege oder Kindertageseinrichtung bekommen haben, auf ihrem Weg einer gelungenen Integration zu unterstützen und zu begleiten. Die Medienangebote und Seminare des Lesestart-Projektes unterstützen unsere Mitarbeiter/-innen bei ihrer täglichen Arbeit. Den Kindern öffnen sich dadurch neue Erfahrungsräume und Möglichkeiten, spielerisch in die deutsche Sprache einzutauchen sowie die Abläufe und Strukturen des hiesigen Bildungssystems kennenzulernen.“

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker zeigt sich dankbar: „In ihrer Not machen sich Menschen aus unterschiedlichen Gründen auf den Weg, um bei uns in Köln Schutz und Hilfe zu suchen. Es ist unsere Aufgabe, sie nicht nur unterzubringen, sondern auch darin zu unterstützen, hier anzukommen. Allen, die dazu beitragen, ihnen das leichter zu machen, gilt mein aufrichtiger Dank! Besonders für Kinder ist es wichtig, dass sie in Zeiten großer Unsicherheit einen geregelten Tagesablauf haben, der ihnen Sicherheit vermittelt. Die Brückenangebote der freien Träger und das Projekt ‚Weil uns Lesen weiterbringt‘ bedeuten hier eine wertvolle Unterstützung für die Kinder und ihre Familien.“

Bettina Stark-Watzinger anlässlich der Übergabe der Lesestart-Sets an Familien der Einrichtung in Köln: „Es muss unser gemeinsames Ziel sein, Bildungschancen für alle zu ermöglichen. Die Herkunft darf nicht über den weiteren Bildungs- und damit Lebensweg entscheiden. Deshalb brauchen geflüchtete Kinder und Jugendliche nicht nur Sicherheit, sondern auch eine Perspektive. Der Schlüssel dazu ist der möglichst frühe Zugang zu Bildung. Genau hier setzt das Projekt ‚Weil uns Lesen weiterbringt‘ an und unterstützt die Kinder nachhaltig beim Lernen der deutschen Sprache.“

Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, sagt: „Wir danken der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Bettina Stark-Watzinger, dass sie das Projekt ‚Weil uns Lesen weiterbringt‘ weitere drei Jahre fördert und damit ein wegweisendes Signal dafür setzt, wie wichtig eine gute Sprach- und Lesekompetenz für alle Kinder in Deutschland ist. Die Stiftung Lesen hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses wichtige Vorhaben, dass alle Kinder Lesen können, voranzutreiben.“

Weiterführende Informationen zum Projekt finden Sie unter www.stiftunglesen.de/informieren/unsere-angebote/fuer-soziale-einrichtungen/lesestart-weil-uns-lesen-weiterbringt
 

Kontakt

Allegra Thomsen-Weiße

PR-Managerin

Tel.: 06131-28890-79

allegra.thomsen-weisse@stiftunglesen.de

Laura Trost

PR-Managerin

Tel.: 06131-28890-69

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