Lesestart 1–2–3 retten: Stiftung Lesen startet E-Mail-Aktion an Bundestagsabgeordnete

| Pressemeldung

Ein Kleinkind hält ein Bilderbuch in den Händen. Das Kind sitzt im Freien, an einer Bushaltestelle.

© Stiftung Lesen/Gordon Welters/laif

Pressemeldung – Das Leseförderprojekt Lesestart 1–2–3 steht vor dem Aus. Das Bundesbildungsministerium will das bundesweit einzigartige und wirksame Programm zur frühen Sprach- und Leseförderung nicht weiter fördern. Die Stiftung Lesen, die das Programm seit 15 Jahren in enger Zusammenarbeit mit Kinderarztpraxen und Bibliotheken erfolgreich umsetzt, ruft zum Protest auf. Mit einer E-Mail-Aktion will die Stiftung an Bundestagsabgeordnete appellieren, sich für den Erhalt von Lesestart 1–2–3 einzusetzen. Die E-Mail kann unter stiftunglesen.de/rettet-lesestart versendet werden. Dazu finden Interessierte hier ein Social-Media-Kit zum Download.

Seit 2011 setzt die Stiftung Lesen mit dem Bundesbildungsministerium – aktuell das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) – das Programm Lesestart 1–2–3 um. Das Programm richtet sich an Eltern mit 1-, 2- und 3-jährigen Kindern, die in teilnehmenden Kinderarztpraxen und Büchereien Buchgeschenke sowie Tipps zum Vorlesen und dem Aufbauen einer Vorleseroutine erhalten. Doch damit soll nun Schluss sein: Das BMBFSFJ sieht eine Weiterfinanzierung des Programms nicht vor. Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, warnt vor fatalen Folgen für Kinder und Familien: „Dass mitten in einer Bildungskrise und einer Inflation, durch die Familien immer weniger Geld zur Verfügung haben, ausgerechnet bei der frühkindlichen Sprach- und Leseförderung gespart werden soll, grenzt an einen Skandal. Lesestart 1–2–3 hat sich zu einer bewährten Grundversorgung für Familien in ganz Deutschland entwickelt. Kein anderes Angebot erreicht Familien so früh, so flächendeckend und so niedrigschwellig. Wer hier kürzt, spart an den Bildungs- und Zukunftschancen von Kindern.“

Stiftung Lesen ruft zum Appell an Politik auf
Um das Programm zu retten, startet die Stiftung Lesen eine E-Mail-Aktion an Bundestagsabgeordnete. Über die Website der Stiftung können sich Interessierte mit einem vorformulierten Text direkt an Abgeordnete aus den Bereichen Bildungs-, Familien- und Sozialpolitik sowie Forschung, Wissenschaft und Haushalt wenden und sie dazu auffordern, sich für die Weiterfinanzierung von Lesestart 1–2–3 starkzumachen. „Um Lesestart 1–2–3 zu retten, brauchen wir politische Unterstützung außerhalb des Bundesbildungsministeriums. Wir sind davon überzeugt, dass persönliche Stimmen politische Entscheidungen beeinflussen können. Deshalb rufen wir dazu auf, mit E-Mails direkt an Bundestagsabgeordnete zu appellieren“, erklärt Dr. Jörg F. Maas.

Kostenpunkt: 4 Euro pro Kind
Mit 2,5 Mio. Euro kann Lesestart 1–2–3 jährlich eine Geburtskohorte von rund 600.000 Kindern mit Büchern versorgen, ergänzt durch digitale Angebote. Das entspricht rund 4 Euro pro Kind. Ein geringer Betrag angesichts der langfristigen Kosten mangelnder Sprach- und Leseförderung. Der vom BMBFSFJ mit herausgegebene Nationale Bildungsbericht 2026 unterstreicht, wie entscheidend frühe Sprach- und Leseförderung ist: Bereits im Alter von zwei Jahren bestehen deutliche Unterschiede im Wortschatz von Kindern unterschiedlicher sozialer Herkunft. Diese Ungleichheiten wirken oft über die gesamte
Bildungsbiografie hinweg und beeinflussen Bildungserfolg, Berufschancen und gesellschaftliche Teilhabe. Denn Lesen ist eine Schlüsselkompetenz, die nahezu alle Lebensbereiche prägt.

Über Lesestart 1-2-3
Lesestart 1–2–3 verbindet auf einzigartige Weise Buchgeschenke mit Information, Aufklärung und Motivation. Im Rahmen des Angebots erhalten Eltern von ein- bis dreijährigen Kindern bundesweit Buchgeschenke und Vorlesetipps in vielen unterschiedlichen Sprachen. Der Erstkontakt gelingt über die Kinderarztpraxen in den Vorsorgeuntersuchungen U6 und U7. Als Vertrauensperson klären Kinderärzt*innen auf und verbinden die Gespräche mit einem positiven Impuls an alle Familien. So ist Lesen positiv belegt und kein Stigma, mit dem Familien aus der Praxis gehen. Die Verlängerung in die Bücherei verankert Vorlesen nachhaltig in den Alltag. Viele Familien kennen die Strukturen vor Ort nicht, sodass Lesestart 1–2–3 gleichzeitig örtliche Communities stärkt. Bundesweit nehmen über 6.000 Kinderarztpraxen und mehr als 5.500 Bibliotheken an dem Programm teil. Lesestart 1–2–3 hat internationale Vorbilder, die die Wirkung bestätigen.

Weitere Informationen zu Lesestart 1–2–3 und der E-Mail-Aktion auf stiftunglesen.de/rettet-lesestart.

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Kontakt

Tina Kraft

PR & Kommunikationsmanagerin

Tel.: 06131-28890-54

tina.kraft@stiftunglesen.de

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